Das Leben ist wild!

Denk mal dran!

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Gestern war wider Erwarten kein „Denk-mal-dran!“ – Tag. Das mag unter anderem daran gelegen haben, dass ich meine Kenntnisse in Erste Hilfe aufgefrischt und solche Dinge getan habe, wie zu dem wirklich einprägsamen Rhythmus von „Staying Alive“ (und dem dazugehörigen Hüftschwung – geht prima im Knien) die Herz-Lungen-Wiederbelebung praktiziert habe.

„Denk – mal – dran!“ ist eine typische Begleiterscheinung, seit ich abnehme. An was? Na – ans Essen. Ist doch klar. Meine Gedanken drehen sich den größten Teil des Tages um die Nahrungsbeschaffung.  Was frühstücke ich (im Moment … häufig Omlette) … und während ich noch kaue, bin ich gedanklich schon beim Mittagessen … Nachmittagssnack … Abendessen. Und was man sich zwischendrin noch in die Futterluke schieben könnte.

Scheinbar bin ich unterbeschäftigt. Das merk ich ja schon lange, aber das Familienkonstrukt und mein Beruf lassen grad nichts anderes zu.  Und irgendwie bin ich heilfroh, nach zehn Monaten Arbeitsunfähigkeit (kleine OP – schleichender Heilungsprozess) überhaupt wieder was tun zu können. Na egal … ich kann das jetzt nicht ändern. Darum geht es ja auch gar nicht. Es geht um meine Denkmuster und die Frage, was passiert ist, dass sich alles derart um die Nahrungsaufnahme dreht.

Ich erinnere mich noch an früher. Da war die Essenswelt noch in Ordnung. Der Tagesablauf hat die Nahrungsaufnahme vorherbestimmt. In der Schule gab es das Pausenbrot … mittags dann, was Muttern kochte … Mein Vater war Diabetiker und wenn er um fünfe nach Hause kam, stand sein Essen auf dem Tisch. Brave Hausmannskost, die wunderbar satt machte … und rund. Wieso mein Papa ein spindeldürres Männlein war, ist mir unbegreiflich.

Als das Nahrungsumstellungshamsterrad in Aktion trat, begann auch die Kopfkreiselei. Während ich früher gegessen und genossen habe (sorry – keine Heißhungerattacken, nächtliche Fressanfälle und ähnliches), begann ich nun, mir Gedanken zu machen. Was esse ich wann und wieviel von was??? Ein permanentes Gedankenrad wurde in Betrieb genommen und es gibt heute Tage, da könnte ich brechen. Es ist mir zuviel. Ich mag mich nicht immer mit Essen beschäftigen.

Wenn ich nur mal einer guten Fee begegnen würde und einen Wunsch frei hätte, dann wäre es der, dass sie mich aus diesem Kreislauf befreit. Als leicht neurotischer Mensch ist nämlich das Essensgedankenrad perfekt auf mich abgestimmt. Und ich müsste es ja gar nicht – dauernd drüber nachdenken. Schließlich sind die Zeiten vorbei, als es – wie in meiner Kindheit – nur einen Wocheneinkauf gab. Was dann eingekauft wurde, gab es im Lauf der Woche. Schließlich war der nächstgelegene Supermarkt in der nächsten Stadt. Dort, wo ich aufgewachsen bin (1200 Einw.), gab es wie in fast jedem kleinen Taunusdorf einen Bäcker und einen Metzger. Ende peng. Und einen Kaugummiautomaten – wir wollen ja nicht so sein.

Vielleicht aber ist es gerade auch das. Der permanente Zugriff auf mindestens fünf Supermärkte in kürzester Zeit. Das Wissen, wo es all die Leckereien sofort und ohne Umschweife gibt. Andauernder Nachschub, kein Ausfall an Nahrungsmitteln. Dran denken, zugreifen, essen … in einem Ratsch. Gut – bezahlen noch …

Ich habe durchaus den E5 geschätzt (von dem ich auch noch erzählen muss). Sechs Tage über die Alpen zu laufen, ruft einem wieder ins Gedächtnis, wie minimalistisch man leben kann. Wie einfach es ist, sich nur um den nächsten Schritt kümmern zu müssen. Gut – auch hier war meine Frage beim Frühstück, wann wir das nächste Mal etwas zu essen bekommen. Aber das war auch alles. Mit der Antwort zufrieden, bin ich einfach in den Tag gestartet und losgelaufen.

Manchmal ist es gut, seine Denkprozesse zu verändern. Nun – eigentlich ist es immer gut, das zu tun. Man läuft sonst zu oft Gefahr, den immer gleichen Weg zu gehen.

Jetzt hänge ich ja grade in dieser Low Carb Geschichte. Ich versuche das „Denk-mal-dran!“ abzulegen. Zumindest in weiten Teilen. Iss, was Du hast, trix. Nicht perment nachzuschieben und einzukaufen. Irgendwie muss es doch möglich sein, vom Hamsterrad abzuspringen.

Irgendwie …

Denk auch da mal dran!

Denk auch da mal dran!

Den Spruch habe ich bei A Joyful Soul gefunden. Wie so oft über Pinterest! :)

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

7 Kommentare zu “Denk mal dran!

  1. Ich beschäftige mich auch viel mit dem Essen, ich plane, ich ändere ab, ich studiere Rezepte…das bleibt nicht aus während einer Diät. Und die Verlockungen sind allgegenwärtig. Aber das habe ich mit dem Rauchen auch schon durch :-) PAH! LG Carola

  2. Habe noch nicht gefrühstückt und überlege mir jetzt etwas gesundes, leckeres… und geh mal schnell in den Supermarkt :-)

  3. Oh ja Trix, bitte, bitte schick die Fee auch zu mir. Die könnte ich gut gebrauchen… Bei mir gibt´s allerdings immer noch einen Wocheneinkaufsplan + dazugehörigem Wochenendgroßeinkauf. LG Claudi

  4. Himmel, oder? Wieso sind wir nur so verkorkst geworden mit dem Essen? Es ist so präsent, dass es unseren Alltag, unser ganzes Leben zu bestimmen scheint! Die Fee nehme ich auch… lG, H.

  5. Ich weiss es ehrlich gesagt nicht … vielleicht ist das ein Frauending? Ein Teufelsgen? Ein Relikt aus der Steinzeit? Wenn man nicht naturdünn ist, gehört es vielleicht irgendwie dazu. Man hat ja sonst nichts zu tun … *seufz*

  6. oh mein gott: du bist ich. ich dachte, ich sei der einzige mensch mit diesem problem. es macht mich wirklich wirklich alle, wenn ich abends im bett (durchaus satt) schon ans frühstück denke etc. ich hab auch immer angst, zu schnell wieder hunger zu bekommen und esse deswegen z.b. bei der arbeit extraviel in der pause, obwohl ich so oder so 3 – 4std später wieder hunger bekomme. was mir gerade sehr gut hilft ist, das frühstück (ausser sojamilchkaffee) wegzulassen und erst so gegen 10 oder 11h was zu essen (ich stehe zwischen 7 und 8 auf). weil ich, sogar wenn ich eine riesenschalfe müsli um 8h esse um 11h wieder die „ich krieg hunger“ panik schiebe und was snacke. aber insgesamt hamerschwer und traurig das ganze. manchmal denke ich, es in meinem fall viel mit langeweile zu tun (unterfordert etc.)

    • Ich hab grundsätzlich Hunger und muss mich oft ablenken. Richtig. Das seh ich auch so. Je aktiver ich den Tag gestalte, desto weniger stopf ich in mich rein. Aber bei meinen Arbeitszeiten bleibt mir viel, viel Leerlauf. :) Liest sich wie bei mir. Egal wann ich frühstücke, ich hab zwei Stunden später wieder Hunger … also ess ich erst spät.

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