Das Leben ist wild!

Eingeschlichene Dekadenz!

14 Kommentare

Es gärt und arbeitet und beschäftigt mich intensiv. Während der letzten Wochen habe ich immer mal wieder in Blogs zum Thema „Nachhaltigkeit“, „Überfluss“ etc. gelesen. Man kommt zwangläufig dazu, seine Gewohnheiten zu überdenken. Außerdem habe ich immer noch das „Happiness Project“ von Gretchen Rubin neben meinem Bett liegen, das mich immer wieder einfängt. Mein Leben ist Veränderung. Permanent.

Parallel Im Einklang dazu habe ich den Versuch gestartet, mein Essverhalten (wieder einmal) zu überdenken. Ich esse seit zwei Wochen achtsam  aufmerksam. Viel Gemüse, gute Nahrungsmittel, wenig Rumgestopfe (bis Weihnachten isses ja noch a weng).

Und ich muss sagen, dieser Funke der Achtsamkeit dehnt sich plötzlich auf alle meine Lebensbereiche aus. Ich schaue mich im Haus um und denke: „Mist, Mist, Mist!!!“ Millionen Kleinteile. Es ficht mich an, wie es einem Vier-Personen-Haushalt gelingen kann, das Haus so vollzustopfen. Aber zurück zum Anfang.

Wiki sagt:

Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen – Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht.

Ein alltagssprachliches Begriffsverständnis, das aussagt, dass etwas noch lange Zeit andauern, bestehen, nachwirken oder sein kann bzw. soll, nachdem es gebaut, begonnen und/oder in Bewegung gesetzt wurde. (ichfüge: „gekauft“ hinzu – ich dehne ja gern die Begrifflichkeiten und das allgemeine Verständnis dafür)

Überfluss bezeichnet den Zustand, dass eine Menge von etwas, die viel größer ist als der Bedarf, vorhanden ist. (Mein Sohn würde jetzt sagen: „bei Lego muss das so sein!“)

Wisst ihr, der Gang über die Alpen vor ein paar Wochen war sehr prägend für mich. In sechs Tagen unterwegs mit einem 7-Kilo-Rucksack. Da war nur das Notwendigste drin und mir hat nichts gefehlt. Okay – es war wirklich eine sehr minimalistisch angelegte Reise und auf einem 3000m-Pass braucht man tatsächlich wenig Schnickschnack, aber dennoch. Wieso sollte es nicht auch hier gehen? Ein Blick zur Seite zeigt mir eine überflüssig große Menge an Weingläsern aller Coleur. Der Blick nach vorne streift mein Wohnzimmerbücherregal … zu viel. In die Küche gehe ich jetzt nicht. O_o Aber ihr könnt Euch vorstellen, was ich meine.

Wie erwähnt – es gärt. Aber mir ist klar, dass ich sofort in die Wüste geschickt werde, wenn ich jetzt anfange, alles rauszuschmeissen und das Haus zu entrümpeln. Ich fange wohl besser klein an. Alles auf einmal verdirbt ja zudem die Lust. ;)

Jede Woche drei – zehn Teile. Ist das machbar?Jede Woche etwas überdenken, analysieren, kategorisieren (brauchbar, haltbar, langlebig, mülltonnig) und auf seine „Liebenswertigkeit“ hin erfühlen, erleben, erspüren. Ist ja auch wichtig. Denn vieles, was ich besitze, hat einen ideelen Wert für mich. Hat nichts gekostet, ist einfach da. Evtl. mein Leben lang. Da kann ich mich doch nicht jetzt ratzfatz trennen. Anderes ist einfach so ins Leben getreten. Schwupp – da wars. Vielleicht sollte ich … ah … wieder ein Gedanke fürs „Liebling, wie war die Woche?“ – Projekt.

Auf jeden Fall ist der Gedanke dieser sich bei mir eingeschlichenen Dekadenz im Alltäglichen einer Überprüfung wert. Wie steht es bei Euch damit?

PS. Kleiner Nachtrag. Ich werde nie ein Minimalist, Purist oder etwas in der Art sein, aber manchmal geht mir der ganze Pröll einfach auf die Nerven. Zuviel von allem. Aber zu wenig wäre mir definitiv auch zu unheimlich. Die Gefahr des Klinischen wäre mir zu groß. Ich lebe ja. Und zu leben bedeutet ein Stück weit Vielfalt und Unordnung.

Vielleicht mag ich deshalb die Zeit im Wohnwagen ganz gern. Alles in klein!

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

14 Kommentare zu “Eingeschlichene Dekadenz!

  1. Ich finde das ausgezeichnet! Ich war heilfroh, als ich mit meinem Freund zusammengezogen bin, denn das war für DIE Gelegenheit, um die Wohnung komplett zu entrü,peln. Ich habe mich von fast allen Einrichtungsgegenständen, Büchern und sehr viel Kleidung getrennt, und was habe ich bislang davon vermisst:
    Ehrlich! Nicht ein Stück!

    Von daher also: Viel Spaß beim Aufräumen!!!

  2. Liebe Trix,

    ich habe mich und meinen Besitz auf das Wesentliche reduziert, mit voller Absicht. Weil ich finde, dass Fülle doch erst so richtig zur Geltung kommt, wenn sie im Kontrast zu einem gewissen Mangel steht.

    Herzliche Grüße,
    Daniela

  3. Hmmmm, solche Phasen habe ich auch ab und an. Oft, wenn ich in „Ausmist-Laune“ bin, wandert auch ne ganze Menge in die Altkleider-Sammlung, in Flohmarkt-Kisten oder direkt in den Müll. Doch leider habe ich die Tendenz festgestellt, dass ich das dringende Bedürfnis verspüre, den so entstandenen leeren Platz immer wieder zu füllen :-( Aber da hilft nur erneutes Ausmisten!!

  4. Ich sag nur Mandeln aus Kabul ;-)
    Liebste Trix, ich weiß genau wovon Du sprichst!!!
    Und ab und zu mit einem Blick in ein Feng-Shui-Buch (ich habe wirklich mindestens drei Bücher zu diesem Thema!) ist mir das Ausmisten mit diesem Blickwinkel völlig klar: wenn alles vollgestopft ist, fehlt es an Ausdehnungsfläche für Neues. Man blockiert damit Entwicklungsmöglichkeiten und es kann nix wachsen – wohin aus?!? Ich finde Feng-Shui voll logisch! Leider ist mir in mein Buch eine klebrige Flüssigkeit reingekippt, insofern ist „Schreibtisch entrümpeln“ nach wie vor noch nicht umgesetzt.
    Von meiner „No-Shopping“-Aktion erhoffe ich mir natürlich auch eine gewisse Fluktuation. Wenn ich dann nur noch aus dem Bestand schöpfe, muss doch auch mal was kaputt gehen, was ich dann guten Gewissens entsorgen kann. Mit Ausmisten habe ich so meine Probleme, wenns noch gut ist. Manches Mal schade, dass man so viel Stellfläche hat…
    Na, meine ersparte Zeit, die ich nun nicht mehr in Umkleidekabinen und an Kassen verbringe, kann ich dann geschmeidig zum Entrümpeln nutzen.
    Ein bisschen Leere finde ich übrigens recht chic und es regt die Phantasie an. Und man hat Platz, wenn man doch einmal die ultimative Kommode finden sollte. Aktuell ist das nämlich nicht der

  5. Hm, diesem Thema werde ich mich widmen, wenn wir umziehen. Da wird ein Rundumschlag gemacht. Allerdings kann ich mich besser trennen als mein Mann. ABER: Es muss sein und da werde ich nicht diskutieren. Von Büchern kann ich mich schwer trennen, aber auch da werde ich mal einen Rundumschlag machen. Absolut recht hast, wir leben so im Überfluss, dass wir oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr entdecken können.

  6. hallo trixlein! :)
    großartiger post. danke!
    als anregung schau mal: zen habits.com und unclutterer daily.com ich glaube die würden dir gefallen!
    glg pu

  7. Umzug ist immer gut zum Ausmisten. Drei Kisten: Müll – Recycling – Behalten!!! Und ein klitzekleinwenig Überwindung. Man braucht vieles echt nicht.

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