Das Leben ist wild!


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Kleine und große Schritte!

Aus. Vorbei. Finito.

Vor anderthalb Stunden habe ich die letzten Süssis unter die Vampire, Hexen und Skelette gebracht. Nun hat die arme Seele Ruh. Allerheiligen ist ja auch nicht mehr weit.

Und wisst ihr, wo ich mich gerade in diesem Augenblick befinde? Ich verrate es Euch: im Bett. Frau trixen hat Ruh und der Schrittzähler für heute auch. Jaaaaa – ihr wisst, was das heisst. Der Monat Oktober liegt in den letzten Zügen und ich gedenke nicht, heute nochmal einen Fuß vors Bett zu setzen, geschweige denn vor die Haustür (na – das wäre ein Bild … *räusper*).

Viele kleine Schritte! :)

Viele kleine Schritte! :)

Somit kann ich vermelden, dass die Challenge „310000“ beendet ist. Der Käs‘ ist gerollt!!!

Und zwar mit sage und schreibe

Dreihundertfünfzehntausendzweihundertundeinem Schritt!!!

In einer Zahl:

315201

Ohne manchen Spaziergang nach dem Abendessen wäre ich wohl verratzt gewesen und ohne den Urlaub am Edersee hätte ich mir vor allen Dingen ganz schön was überlegen müssen. 10000 Schritte am Tag ist nicht immer einfach. Man muss es einigermaßen planen. So bin ich z.B. dazu übergegangen, zu Fuß zur Arbeit zu gehen statt das Fahrrad zu nehmen. Gibt mal locker hin und zurück mit durch die Gruppe flitzen gute 5000 Schritte. Wenn nichts besonderes anliegt, laufe ich so 8000 Schritte am Tag. Da ist kein Sport einkalkuliert. Und ich merke, dass ich das wieder vermehrt in mein Leben einbauen muss. Und wenn es nur eine halbe Stunde laufen ist. 5 klitzekleine Kilometer am Stück. Eine Runde um den Pudding.

Es ist vollbracht und ich fahre morgen guten Gewissens in mein alljährliches Mädelswellnesswochenende. Und ich finde: das hab ich mir verdient. :’D

Da kann ich dann einfach mal Kraft tanken – bevor es im November heisst: Schubladendenken mal anders. :)

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Wurzeln!

Heute komme ich endlich mal in Ruhe zum Lesen all der Kommentare …

Ja – Pandoras Box. So etwas hat vermutlich jeder und ich glaube, unabhängig vom Geschlecht, umschleicht man sie mehr oder weniger intensiv. Man kann sie ignorieren – aber ich schätze mal ganz trocken, dass man über kurz oder lang versucht ist, sie zu öffnen.

Schick in Strick ...

Schick in Strick …

Um der Sache auf den tiefen Grund zu gehen, muss ich mal wieder in meine Kindheit wandern. Man muss wissen, ich bin ein Landmädchen. Aufgewachsen im tiefsten Taunus, in einem kleinen Dorf mit knapp 1200 Einwohnern. Damals wahrscheinlich noch weniger – aber in meiner Kindheit entstand das Neubaugebiet. Das ist es heute sicherlich immer noch, auch wenn die Besiedlung des Dorfteils vor zwanzig oder noch mehr Jahren abgeschlossen wurde. :’D

Groß geworden bin ich in einem wirklich alten Haus (400 Jahre alt) im Dorfkern. Aber nicht, dass das in den 70ern irgendwo im Taunus geschätzt wurde. Nee. Fachwerk gibt es eindeutig nicht dort. Alles wird akkurat verputzt. Und alter „Ramsch“ aus Familienbesitz wurde mit der Neudeckung des alten Daches komplett über die Wupper gegeben (heulen könnt ich … welche Schätze da wohl auf dem Dachboden schlummerten). Es wurde nichts oder kaum etwas bewahrt. Da waren meine Eltern leider schon immer sehr pragmatisch. Das häusliche Innenleben war aufgeräumt. Anders kann ich es nicht sagen. Wir Kinder haben draussen gespielt – im Sandkasten der Baustelle, mit Holzklötzen und diversen Teilen der Baustelle als Kaufladen, auf de‘ Gass‘ und im Wald.

Vor der Sanierung. Der alte Teil des Hauses.

Vor der Sanierung. Der alte Teil des Hauses.

Mein Spielsachenfundus, soweit ich mich sehr genau erinnere:

  • 2 Playmobilpferde (mit Männlein)
  • 1 kleines Plastikbauernhaus (so wie bei *Heidi*)
  • ein paar Spielzeugautos
  • eine Barbie und unverhofft eine Barbieküche. Und ein paar Klamöttchen für sie. Der Rest wurde gebastelt. Aktenkoffer aus Streichholzschachtel. Plattenhüllen aus Pappe etc. etc.
  • Rollschuhe
  • einen Kuscheltierhund in gelb/schwarz und einen kleinen weissen Panda.
  • einen Schlitten
  • ein Fahrrad (Klapprad – mitwachsend – heute wahrscheinlich kultig, damals echt bescheuert)

Ich glaube, das war es im Großen und Ganzen. Durch die Konfirmation hatte ich das Geld für eine Sanyo-Stereoanlage bestehend aus Bausteinen (revolutionär – alle anderen hatten Schneider-Kompaktanlagen) zusammen. Die gibt es heute noch – ebenso wie eine Menge Platten. Naja – und was braucht ein Teenager mehr.

Fernsehen gab es irgendwie recht viel. Ich schätze, ich war wie so viele Kinder der 70er ein Kind, das mit *Nils Holgerson*, *Heidi* aber auch *Dalli Dalli*, *Der große Preis* und *Disco* aufgewachsen ist.

Eins meiner Hobbys war lesen. Wir hatten eine Bücherei im Dorf – das heisst, meine Bücher waren ausgelagert. 10 Pfennige pro Buch – ca. zehn pro Woche. Das zweite kindheitsbegleitende Hobby war das Reiten. Allerdings lag der Reitstall im nächsten Dorf. Ich kann mich noch an den Weg mit dem Fahrrad dorthin über die Felder und durch den Wald erinnern. Im Winter auch gerne mal zu Fuß. Über die Feldwege liess es sich so schlecht radeln … und ja – wir hatten deftig-heftige Winter.

Achja – ich hatte einen Füller. Pelikan. Blau. Silberne Kappe. Und fand damals schon bei all diesen Dingen – aber bei diesem Füller am allermeisten, dass es ungerecht ist für die Verdoppelungen, da man sie nicht nutzen kann. Und das finde ich heute noch. Mein zweiter Füller kam irgendwann in der 7. Klasse dazu … ein schwarzer Lamy. Tja – und heute schreibe ich am liebsten mit meinem Mont Blanc. Man entwickelt sich weiter. :’D Ist aber auch ein Liebhaberstück. Egal. Ich schweife ab.

Die Kleidung, die wir so auf dem Dorf trugen, war praktisch und gut. Aber es kam halt echt wenig dazu. Wenn man den Supermarkt im nächsten Städtchen hat und dieses recht klein ist, hat man ein Bekleidungsgeschäft, in das man gehen kann. Und einen Schuhladen. Boah – was war das für ein Kulturschock, als wir das erste Mal alleine ohne Eltern mit dem Bus in einer einstündigen Fahrt (und nein – der Bus hielt nicht an jeder Milchkanne) nach Wiesbaden gefahren sind. Geld in der Tasche und dann vor lauter Schauen und Staunen doch nichts kaufen. Oder zumindest wurde alles sehr genau ausgewählt.

Ja- und heute? Heute lebe ich mitten im Rhein-Main-Gebiet. Frankfurt, Wiesbaden, Mainz. Dazu verschiedene Einkaufszentren – alle in greifbarer Nähe. Supermärkte im Ort: fünf.

Noch Fragen – Hauser?

Ginge ich meiner innersten Neigung nach, würde ich gut in einem Bauwagen leben. Ich fand das schon immer eine klasse Idee und hätte sehr, sehr gerne mit Peter Lustig getauscht. An die Inhalte der Serie kann ich mich dagegen gar nicht mehr erinnern. Aber an das hochziehbare Bett … Deshalb geniesse ich den Wohnwagen so. Klein. Überschaubar und … keine unnötigen Verdoppelungen.

Denn wo liegen sie begraben? Hinter den Türen und in den Schubladen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wieviele Kugelschreiber es hier im Haus gibt. Aber schlußendlich nutzen kann ich doch eh nur einen.

Und ja – der Gedanke, dass das Entrümpeln und Ausmisten letztenendes eine Art ist, Entscheidungen zu treffen, erscheint mir schlüssig. Denn das ist etwas, was schon von jeher lange reifen muss bei mir. Und deshalb habe ich so oft gesagt „ich bewahr es erstmal auf“ und „man weiss ja nie“. Bei der „Verantwortung“, die sich zudem auf die Besitztümer einer Familie überträgt, überlegt man tatsächlich zweimal. Denn – manchmal hängt das Herz des anderen daran. Das sollte bedacht werden.

Es ist notwendig, ab und an mal einen Blick hineinzuwerfen in Pandoras Box und herauszufinden, was man dort alles herausholen und sich davon verabschieden kann. Oder an was das Herz wirklich, wirklich mit allen Fasern hängt.

Ich denke, der minimalistische Gedanke umfasst für mich nicht, karg zu leben. Ich bin ein Genussmensch. Aber er umfasst für mich, mit von unnötigen Dingen zu trennen. Denn sie beschweren mich. Und wenn sie könnten, würden sie sich höchstwahrscheinlich selbst beschweren: nämlich darüber, dass sie eh nur ungenutzt herumliegen. ;)


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Pandoras Box!

Das Haus. Nicht groß, aber Platz für vier. Wer wohnt dort? Ein kleiner Messie! Einer, der gerade ins Teenageralter und -dasein gerutscht ist. Ein Sammler. Eine Chaotin. Und ab und an ein kleiner grauer Kater, der sich das beste Plätzchen aussucht.

Beim Blick über die manchmal sehr in den Vordergrund tretende Unordnung … und beim zweiten Blick in die komplett überfüllten Schubladen … bricht die Chaotin in Verzweiflung aus und ruft:

„WARUM STÖRT DAS IMMER NUR MICH???“

Die einfache männliche Antwort …

„Weil immer nur Du die Büchse der Pandora öffnest!“

Mist. Mist. Mist.

F.S Church *Pandoras Box*

F.S Church *Pandoras Box*

 

 

 


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Liebling, wie war die Woche? #9

Selten, dass mal eine Woche so träge ist. Es ist nichts passiert, ausser dass der Herbst sich immer noch nicht entscheiden kann, ob er nun endlich da bleibt oder nicht. Die Blätter fallen wie wild … und die Temperaturen liegen weiterhin bei knapp 20°C. Wahnsinn. So langsam ist es auch so, dass ich überlege, wie ich was anziehe. Dem geneigten Leser wird auffallen, dass ich verhältnismässig oft die gleiche Jeans trage … tja … so viel hab ich irgendwie nicht mehr. Ich grabe in meinen Ressourcen quasi. Ziel ist es im Moment, dass äußerst wenig hinzukommt. Es funktioniert nicht immer, aber es funktioniert besser. Vor einem Jahr habe ich echt geglaubt, ich bin shoppingsüchtig. Auch heute noch fällt es mir schwer, wenn ich in einer Stadt bin, nichts zu kaufen. Naja – da hilft alles nichts … ich darf nicht in die Stadt. :’D

Getragen:

PicsArt_1382890263532Ich hab ein paar Basics, die trage ich immer wieder sehr gerne. Eigentlich fast langweilig … Blazer, schwarze Longsleeves, weisse Blusen … Guido würde jetzt sagen: „völlig unaufgeregt“. ;)

Gegessen:

PicsArt_1382890430290Es fehlt immer noch rote Farbe in meinen Mahlzeiten. Bei den Schupfnudeln hat es mich fast vom Stuhl gehauen, als ich gesehen habe, wieviel so eine halbe Packung hat. O_o Ansonsten war ich gut ganz gut dabei. Viel Obst, viel Gemüse. Derzeit steh ich total auf Linsensuppe. Oder besser Eintopf. Mit einem Butternut-Kürbis reingeschnippelt. *yammi* Und ganz rechts das ist (man erkennt es wohl nicht wirklich) „Der Imam fällt in Ohnmacht“. Alleine wegen des Namens koche ich es gern. Aubergine mit Hackes. :)

Gelesen:

Immer noch im Mittelalter. Immer noch in England. Gerade eben habe ich „Das Spiel der Könige“ ausgelesen. Von der Ursprungstrilogie das beste, finde ich. Heute abend habe ich dann noch „Der dunkle Thron“ angefangen … Rebecca Gablé hat sich sehr spät dazu entschieden noch einen vierten Waringham – Teil dranzuhängen. Und ich bin ja grad so schön drin. :)

Gelaufen:

In dieser Woche ein wenig weniger. Aber ich liege schon ziemlich gut im Rennen und bin äußerst zuversichtlich. Manchmal – wie schon erwähnt – treibt es Blüten, um das Ziel zu erreichen. Ich stelle allerdings fest, dass ich weitaus mehr rauskomme als üblich. :) 12142 war die Höchstschrittzahl. Und ansonsten immer über 5000. Das geht aber nur in Ausnahmefällen. Noch vier Tage …

Gehört:

Jamiroquai *The Return of the Space Cowboy*

Es kann nichts passieren, wenn man Jamiroquai hört. Es ist einfach immer gut. :)

Gefreut:

Darüber, dass meine beiden Buben so groß sind, dass man jetzt inzwischen auch mal Spiele spielen kann, die über Skipbo hinausgehen. :’D Heute haben wir zum Beispiel „Zug um Zug“ gespielt. Auch so etwas will irgendwie entdeckt und gelernt werden. Spielen.

Gewundert:

Warum immer bei uns vor der Haustür das gesammelte Laub von vier Bäumen liegt und bei den Nachbarn drumherum nur ein Bruchteil davon. *grummel* Ich fühl mich wie Sisyphos mit einem Besen in der Hand.


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Kleinkruscht!

Seit ich wieder zuhause bin, beschäftigt mich das Thema „Weniger ist mehr“ wieder intensiver.

Ich weiss ganz genau, wo der Hase im Pfeffer liegt und bin doch unfähig, den nächsten notwendigen Schritt in die richtige Richtung zu tun. Es gibt Dinge, die weiss man einfach über sich.

Manchmal gestehen wir sie uns nicht ein, aber das Wissen darum ist da.

So bin ich ca. in der zweiten Wohnung nach „Chez Mama“ zu der Erkenntnis gelangt:  Ablageflächen sind einfach nichts für mich. Offene Regale aller Art und in egal welchem Raum fordern mich heraus. So unfassbar schnell (vor allem bei vier Personen)  liegt etwas da, was nicht dort hingehört.

Schritt für Schritt habe ich mich davon verabschiedet. Taugt nix. So ist z.B. unsere Küche eher geschlossen „designt“. Eine zeitlang waren luftige Küchen ja ziemlich in, und ich lieb’s. Aber halt heimlich. *seufz* Und weil ich so bin, wie ich bin, sind in den Schränken noch zusätzlich kleine Kisten, in denen die verschiedenen Themenbereiche zusammengefasst sind: Gewürze, Kräuter, Tee … etc. Es hilft mir, mich selbst zu strukturieren. Und das Sauberhalten nimmt auch weniger Raum ein, denn die verklebten und verstaubten Stellen werden logischerweise weniger.

Das hab ich also zwischenzeit

lich in den Griff bekommen. Aber eine wirklich große Schwachstelle ist der Kleinkruscht!!! Normalerweise sollte man tatsächlich nur Dinge im Haus aufbewahren, die man mühelos zuordnen kann. Das funktioniert mal mehr, mal weniger eindeutig.

Backzubehör – check. Milch – check. Schlüssel – check. Duschgel – check. Streichhölzer … inzwischen check (wie lange hab ich das einstudieren müssen, wo diese Biester ihren Platz haben könnten). Kleidung – meistens check. :’D Naja – ihr kennt es und wisst, was ich meine.

Aber dann … kleine Perlen? Noch ein Stift? Papiere diverser Art? Es ist ein Horror. Es ist ähnlich wie mit Insekten; wenn sie wüssten, dass sie uns locker überlegen sind in ihrer Anzahl, würden sie uns vielleicht überrennen. Ich schätze mal ganz trocken, mein Kleinkram weiss das und demonstriert es mir jeden Tag sehr eindrücklich.

Wehe, wenn sie sich öffnen ... O_o

Wehe, wenn sie sich öffnen … O_o

Ich hab vor ein paar Wochen einen wirklich schönen Blog  gefunden: ganzeinfachleben (ich muss jetzt doch auch endlich mal den Follow-Button klicken!!! ;) ) und Mark spricht mir in einigen Dingen aus der Seele. Und die Gedanken bleiben hartnäckig im Gedächtnis kleben. :)

Es ist wie er sagt: von den großen Dingen kann man sich erstaunlich gut trennen! Und ich habe dann immer das Gefühl, dass ich unglaublich viel aus meinem Leben gegeben habe. Klar – drei Paar Schuhe gehen fix und sehen in eine Tüte gepackt nach sehr viel aus (relativ gesehen) . Aber füllt mal diesselbe Tüte mit nicht wirklich brauchbaren Schreibtischschubladeninhalten und unnützen Kleinstteilen in  anderen Aufbewahrungselementen. HA!

Und dann ist mir wieder so eine Idee gekommen, wie ich das Ganze wohldosiert in Angriff nehmen könnte. Ihr merkt, ich arbeite besser mit Aufträgen und finde eine Deadline ist nicht das Schlechteste. :’D Ich weiss auch, dass ich darin leicht neurotisch bin. In der nächsten Woche werde ich mich auf mein Novemberprojekt (welches mir just beim Schreiben in den Kopf gekommen ist, vorbereiten).

Man könnte sagen, es ist eine Reise in die unendlichen Tiefen der Schubladen und Kisten im Haus. Ich versuche, diese Kisten zu entrümpeln. Nein – quatsch – schon falsch. Ich entrümple diese Kisten. So wird ein Schuh draus. Da bin ich ganz Yoda: es gibt kein Versuchen. Tu es oder tu es nicht. ;)

Und so könnt ihr Euch gedanklich schon mal an das Novemberprojekt „Schubladendenken“ gewöhnen. :)


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Auf dem Urwaldsteig!

Nachdem ich es immer noch nicht geschafft habe, von meinem eindrucksvollen Weg über die Alpen zu schreiben, widme ich mich vielleicht den gerade vergangenen Wandertagen auf dem Urwaldsteig. Einfach als kleine Erinnerung für mich … :) Natürlich dürft ihr einfach mitlesen und wer weiss, vielleicht verschlägt es Euch ja auch mal hierher … von wo auch immer …

Vor ein paar Wochen habe ich mir ja ein paar neue Hanwags zugelegt. Dicke robuste Wanderstiefel, die wunderbar für alpines Terrain geeignet sind. Ich wollte sie etwas einlaufen, da kam der Urwaldsteig gerade recht. Übrigens auch immer gut für eine minimalistische Einkehr, denn ich habe währenddessen mit meiner Familie im Wohnwagen gelebt. Mehr Minimalismus gepaart mit Pragmatismus geht nicht mehr. Zumindest für das Pendant zu einer 3-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung auf 15 m² …

Das letzte für einen Van mit Caravan hinten dran sehr steile Stück hin zum Campingplatz war allein schon Abenteuer genug. Wir hatten uns für einen kleinen Campingplatz direkt am Edersee am Rande des Nationalparks Kellerwald entschieden. Da waren wir wohl um diese Jahreszeit einer der wenigen … schon beim Runterfahren dachte ich, dass wir auf keinen Fall mehr den Weg zurück nach oben kommen mit unserem schweren Geschoss hinten dran. :’D Was wir vorfanden war eine sehr enge sächsische Anbindung ans Dauercamping im Petterson-und-Findus-Millieu gepaart mit einem wunderschönen Indian Summer. Kennt ihr Petterson? Nein … googlet mal. Hier ist zumindest das Wohnhaus desselben. Könnte man meinen …

Pettersons Hof am Edersee! Na sowas ...

Pettersons Hof am Edersee! Na sowas …

Wir haben uns bewusst nur fürs Wandern entschieden und einfach mal vorab gehofft, dass die Buben mitziehen. Mit 8 und 11 kann man da schon mal hoffen … zumal sie eigentlich ja gern im Wald sind. Zuhilfe kam uns da, dass wir unverhofft zu Pilzsammlern wurden. Das hat echt einen ziemlichen Abenteuercharakter für Jungs und der Sammeltrieb wird sofort reaktiviert. :)

Drei Wanderwege sind wir gegangen:

1. Kahle-Hardt-Route – Knorreichenstieg

Knorrige Eiche! :)

Knorrige Eiche! :)

 

Der Rundweg ist vom DKV Campingplatz aus ca. 10 km lang. Zuerst einmal muss man an Höhenmetern gewinnen, um dann relativ auf einer Höhe den kleinen aber wunderschönen Pfad begehen zu können. Und er macht seinem Namen alle Ehre. Überall um einen herum zeigt der lichte und in allen Rottönen schimmernde Laubwald kuriose und sehr knorrige Vertreter seiner Art. Während des ersten Teilstücks zur Halbinsel Scheid hinab hat man den Urwald linkerhand und rechts geht es gut 200 m steil bergab zum Edersee. Wir hatten das Glück, dass es zudem die Sonnenseite war und wir den ganzen Tag von Helligkeit und Wärme verwöhnt wurden. Alles in allem eine leichte Runde. Irgendwie gab es immer einen Baum für die Buben zum Klettern und ausreichend Proviant hatten wir auch dabei. Nein – es sind nicht nur Mädchen, die fortwährend „Hunger, Pipi, kalt“ rufen … ;) Fast am Ende der Runde dann stolperten wir unerwartet über zwei Pilze. Wow! Einen Maronenröhrling und einen Steinpilz, wie wir im Nachhinein feststellten. Und da wir immer ein Taschenmesser dabei haben, haben wir sie gleich mitgenommen und waren von diesem Moment an angefixt.

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Hier leben bestimmt Feen …

2. Katzenstein-Route

Im Bärental!

Im Bärental!

Sehr schöne ca. 8 km lange Runde  von Waldeck aus startend. Zumindest war sie so lang für uns, da wir als alte Geocacher noch einen „kleinen“ Abstecher tief hinein ins Bärental gemacht haben, um einen kleine Dose zu heben. ;) Jede dieser Runden hat ihre markanten Punkte und Geschichten. Die eine etwas schöner, die andere nicht. Diese zum Beispiel führte uns an einen Ort, der an eine in Schinderhannesmanier ausgeführte Räuberei (nicht schön) erinnerte, die einen sehr dunklen Anstrich durch die SS bekam, welche 1942 ihre Willkür an einem Platz im Wald demonstrierte und aus Machtbewusstsein heraus sechs Polen einfach so erhängte. Da geht es einem nicht wirklich gut … doch der Weg durch den Wald nimmt einem schnell die schlechten Gedanken. Ebenso wie die wild wachsenden Pflaumen – von denen wir bestimmt zwei Kilo gepflückt hatten (man trägt ja an sonst nichts …)

Dieser Rundweg war vor allem eins: abwechslungsreich. Während der gestrige Weg durch den Wald geradewegs durchplätscherte, ging es hier rauf und runter. Ziemlich runter … und ziemlich rauf … und irgendwie verloren wir ab und an das Wegzeichen aus den Augen. Aber Garmin sei dank … irgendwann kommt man immer auf den rechten Weg.

Während wir gestern noch klitzekleine Pilze gefunden haben, so war dies ein Mekka für Pilzsammler. Meine Hand passte manchmal nicht auf den Schirm. Echt wahr … allerdings waren die Biester so verwurmt, dass sie einfach nicht mehr zu gebrauchen waren. Schade, sehr schade … aber dennoch gab es eine kleine Ausbeute, die abends mit Bandnudeln (wink zu CL, aber nicht selbstgemacht) und Hühnchen einfach lecker schmeckten. Ich muss immer noch lächeln, dass es möglich ist, im tiefsten Urwald per Smartphone quer durch die Republik Nachrichten zu schicken und sich über Pilze und Strickwarenrauswurf zu unterhalten und per Bild zu reporten! :’D

Wir haben das Bärental gestreift und an der Ratzeburg (nix übrig von) ein Pflaumenkernweitspucken gemacht und die Königin (naaa gut – oder den König) der Ratzeburg zu ermitteln.

Wer wird die Ratzeburg halten? Oder wird sie dem kleinen König Weitspucker in die Hände fallen???

Wer wird die Ratzeburg halten? Oder wird sie dem kleinen König Weitspucker in die Hände fallen???

Zu guter Letzt konnten wir die Runde mit einer Seilbahnfahrt als letzte Mitreisende 5 Minuten nach Schluss quasi beenden. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die so unendlich glücklich machen … wie hier eben nicht mehr die 1,5 km rauf nach Waldeck zu kraxeln. Und mit rauf – meine ich rauf!!!

Tolle Runde also!!! :D

Abschließend … nur wegen der Pilze …

3. Hochstein – Route

Die längste gegangene Route. 10 km ca. Vielleicht ein bißchen mehr …

Fliegenpilze wohin auch das Auge blicket ...

Fliegenpilze wohin auch das Auge blicket …ab und an mal den Wegpunkt verloren. 

Von Herzhausen folgt man  der Hauptroute des Urwaldsteigs überwiegend am Edersee entlang. Abschnittsweise verläuft sie durch knorrige Wälder, die immer wieder einen Blick auf den Edersee ermöglichen. Vor der Kehre um ein Bachtal geht es links zum Hochstein. Und irgendwie gelangt man dort zu einer alten Ruine, die komplett vom Wald verschluckt wurde … der Ehrenburg!

Faszinierend; denn schon wieder zeigt sich uns der Wald von einer neuen Seite.

Von relativ breiten Wegen, die dennoch recht duster sind über kleine Pfade, die eher an Wildwechsel erinnern bis hin zu einem lichten Auf und Ab über einen gelben Laubteppich.

Und überall Pilze. Hammer!!! :’D Ich bin echt angefixt. Kleiner Exkurs – heute im Supermarkt gab es Steinpilze. 50 g – getrocknet – 4.99! O_o Unfassbar.

Maronenröhrlinge! *yammi*

Maronenröhrlinge! *yammi*

Wunderschön war unsere Pause an der zugedeckten Ehrenburg. :)

Hier lass Dich nieder ...

Hier lass Dich nieder …

Inklusive kleinem Besucher, der für die Jahreszeit noch recht fit schien. Mal eben schnell die letzten Sonnenstrahlen ausnutzen.

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Alles in allem ging die Zeit recht fix rum. Da wir wettertechnisch wirklich Glück hatten und es nur nachts geregnet hat, war es eine wirklich schöne, wenn auch kurze Zeit am Edersee. Waschbär und Eidechse sagen sich hier „Gute Nacht“ und man muss nicht wirklich jemandem begegnen auf den einsamen Pfaden in einem der letzten Urwalde Europas. Man kann sich einfach berieseln lassen von der Schönheit der lichten Wälder. Ich schwärme, ich weiss. Und es ist eine ganz andere Welt, als die Alpen im Sommer. Aber auf jeden Fall eine schöne … :)

Ade ... Urwaldsteig! :)

Ade … Urwaldsteig! :)

 

 


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Liebling, wie war die Woche? #7 & 8

Heute morgen darf ich liegen bleiben. In meinem Bett. Da war ich nun echt gefühlt lange nicht mehr.  Blauäugig wie ich bin dachte ich damals (also vor etwas mehr als einer Woche), dass ich meinen Asus einpacke und einfach mit in den Urlaub nehme. Internetanbindung hat man ja fast überall heutzutage …  nur vielleicht nicht im hintersten Zipfel Hessens. Da hat man anderes zu tun, als das Land mit Glasfaserkabeln zu durchziehen, damit Mensch auch am ruhigsten Zipfel noch per Laptop in die Welt schauen kann …

Deshalb ein Wochenrückblick in fast nur Bildern … und wahrscheinlich das Versprechen, dass ein paar Blogs zum Erlebten folgen werden. Das ist zuviel, um es in einen Post zusammen zu packen.

Here we go …

Getragen:

PicsArt_1381944548810In Woche # 7 hat a) der Herbst Einzug gehalten und b) war es die letzte Arbeitswoche. Zurück aus Tübingen stand gleich am vorletzten Schultag abends eine Fete an. Deshalb das etwas eigenwillige Kleidungsensemble mittig. Aber eins sag ich Euch … die Wanderschuhe sind nach wie vor bequem. Egal zu welchem Anlass man die Botten aufträgt. :D

PicsArt_1382293668325Spieglein, Spieglein an der Wand … im Wohnwagen oder anderswo. Woche #8 musste ich mal wieder feststellen, wie toll es ist, wenn man eine Freundin hat, die ein Faible für Spiegel hat. Die stehen überall herum. Unter anderem auch das Riesenteil … da kann man alles fotografieren. Hammer. Ansonsten war es der Minispiegel im Wohnwagen. Aber eigentlich geht es ja um die Klamottenwahl. *räusper* Herbstlich, dick eingemummelt … am Edersee auf dem Urwaldsteig und von dort quer durchs Ruhrgebiet an die holländische Grenze zu fast sommerlichen 20°C. Ist was schwierig aus dem kleinen Köfferchen heraus zu leben bei solchen Extremen. Hat aber geklappt. Während ich also den Urwaldsteig in dicken Klamottis gewandert bin, war es dann in Holland das T-Shirt mit Fleece. Meist ohne Fleece …

Gegessen:

PicsArt_1381944211637#7 … Maroni, Muscheln, Brokkoli und Nudeln …

PicsArt_1382293880277#8 … im WoWa … das was man so findet, Äpfelchen, Pilze, Pilze … und okay … auch mal einen Döner!

PicsArt_1382293978429und immer noch in #8 – man könnte glauben, sie war doppelt so lang wie die vorangegangenen Wochen: ein leckerer Gemüseauflauf, holländische Frites speciaal, Maroni und … man glaubt es kaum … Pilze. Ich muss dazu sagen, dass die Maronen und auch die Pilze immer selbstgesammelt sind. Ein irres Gefühl (vor allem am Tag danach, wenn man sicher sein kann, dass die Pilze tatsächlich gut waren. CL – es waren Maronenröhrlinge … :’D)

Gelesen:

Endlich die *Hüter der Rose* zu Ende und gleich eingestiegen mit *Das Spiel der Könige* – ebenfalls Rebecca Gablé.  Teil 3 der Waringham-Trilogie. Ich lieb’s …

Gelaufen:

Unfassbar viel. Ich kann Euch sagen, dass mich die Wanderwoche um einiges nach vorne katapultiert hat. Durch Wälder könnte ich stunden lang laufen.  Höchstschrittzahl 17030 … eieiei. Außerdem hab ich beschlossen, langsam wieder mit dem Laufen anzufangen. Also joggen kann man das ja wirklich nicht nennen. Ich hoffe, ich kann den inneren Schweinehund an den Hörnern packen und mit rausschleifen.

Gehört und gesehen:

PicsArt_1382294180113Wenn man in wenigen Tagen vom Edersee und Natur pur umswitcht in die Großstadt rüber nach Düsseldorf und dann auch noch das Land wechselt und mal eben in Holland rumgondelt … sieht man eine Menge. Hier nur ein kleiner Ausblick. Der Rest in Wort und Bild folgt.

Gehört habe ich  Colectivo … eine „viel“mehrköpfige Band aus Düsseldorf. Hört sich ein bißchen an wie die Jazzkantine. Funkt, Hip Hop, Jazz und R’n’B … ich konnte es nicht so ganz zuordnen. ;) Leider hab ich keine Videos von ihnen bei yt gefunden. Hat großen Spaß gemacht. Die Location war zudem interessant. Wir waren in der Eisbar. Fühlte sich dort an wie in einem Iglu. Alles ganz in weiss gehalten und mit Glasbausteinen in blaues Licht getaucht. Ulkig. Das Ganze gehörte an diesem Abend zu dem Perlfisch. Naja … schaut selbst ;)

So – dann lasse ich es in dieser Woche mal etwas ruhiger angehen. Wollen mal schauen, wie es sich entwickelt. Bleibt gesund und startet gut in die Woche! :)