Das Leben ist wild!

23!

5 Kommentare

Dreiundzwanzig Kleiderbügel haben gestern meinen Schrank samt dem dazugehörigen draufhängenden Teil verlassen.

Ausgemustert samt Behang! :)

Ausgemustert samt Behang! :)

Diese und eine ganze Armada an Klamotten. Das hat zu einer kompletten Umstrukturierung im Kleiderschrankinnenleben geführt. Plötzlich habe ich einen Überblick bekommen, wie viel ich von was habe. Bisher war das eher ein Gedanke von: T-Shirts hab ich genug, aber weiss der Bäcker, was da noch alles wohnt.

Der Reduktionsgedanke beschäftigt mich ja schon lange. Den unbewussten Anschubser hat mir – glaube ich – Meike Winnemuth verpasst, die vor ein paar Jahren ein Jahr lang ein blaues Kleid trug. Ich mag die Frau Winnemuth echt gern. Ihre Neigung zum Selbstversuch kommt mir sehr entgegen. Es zeugt von Mut, manche Dinge durchzuziehen (okay – vielleicht auch von ein wenig Verrücktheit). Sei es eine Weltreise oder (wie der aus der Zeitung gerupfte Artikel, den ich just vor ein paar Tagen beim Aufräumen fand,  von vor 10 Jahren zeigt) Brasilian Waxing. Sie zieht das durch. Und das Beste: es funktioniert. Es ist in jedem Fall eine Bereicherung. So wie jede Erfahrung eine sein sollte. Egal in welche Richtung sie schlussendlich abzielt.

So arbeitete es also in mir. Von kleinen Sätzen („Du bist ja shoppingsüchtig“) über Artikel bis hin zu medialem Input a la „Shopping Queen“. Faszinierend fand ich z.B., dass es Menschen im Showbiz gibt, die einen echt kleinen Kleiderschrank ihr eigen nennen und dann wiederum die Alltagsfrauen (ist nicht böse gemeint), die ganze Ankleidezimmer haben. Zig Prada – Taschen … Highheels bis zum Abwinken. Wann bitte tragen die das??? O_o Ich besitze schon einiges und ich würde meinen ich bin modeaffin, aber ich erlebe mich ganz oft dabei, bitter zu denken: „Und ich soll shoppingsüchtig sein?“. Danke auch an die vielen Blogs, die ich zum Thema „Minimalismus“ oder auch „Shoppingdiät“ lesen durfte. Der große Hammer ist nicht das Schlagwort sondern die leisen Töne zwischen den Zeilen, die mich bewegen und die es in meinem Köpfchen klicken lassen. ;)

Ein weiterer Baustein im Gedankenmosaik ist das Buch „Frauenzimmer“. Ich habe eine Vorliebe für Coffetablebooks. Allerdings nur bestimmte. Wohnbücher von Terence Conran und welche mit grandiosen Bildern der Geheimnisse der Welt. Vom ersten viele – vom zweiten wenige. Aber da ist auch ein Buch dabei – eben dieses „Frauenzimmer“ aus 2001, das ist heute wie damals zeitlos. Sowohl was die Kleidung als auch die Einrichtung der 16 Designerinnen anbelangt, die darin ihre Haustür und ihre Schranktüren öffnen. Im Laufe der Jahre habe ich schon einige gute Impulse daraus mitgenommen. Aber den Fokus habe ich nie auf die Kleidung gelegt – meist auf das Interieur. Da wäre z.B. Catherine Memmi (kannte und kenn ich soweit auch nicht) – ihre Wohnung und ihr Schrank bestechen durch eine unfassbare farbliche Harmonie. Die Palette besteht nur aus weiss, creme, schwarz, beige und marine. Das ist sowas von beruhigend. Egal ob Kleidung oder Wohnzubehör. DAS WILL ICH AUCH.

Will ich. Krieg ich aber nicht hin. Immerhin lebe ich mit drei Männern zusammen. Die einzige Farbneurotikerin hier im Haus bin ich. Aber ich möchte mich auf den Weg machen. Meinen Mann habe ich angesteckt, er hat gestern seinen Kleiderschrank ebenfalls entrümpelt.

Je nachdem, wie sich der Monat weiterentwickelt, reift es in mir, zu sagen: 2014 mit absolut minimiertem Einkauf. Noch trau ich mich nicht, einen Konsumstop einzulegen. Noch … Ich hab so viele Kleiderleichen oder Killefitz um mich herum. Das strengt mich grad wahnsinnig an. Dazu kommt, dass ich echt einiges an Gewicht zugelegt habe, der Sport liegt immer noch auf Eis. Ich könnte brechen. Aber ich bin ja dabei. Ich lass nicht locker. Für 2013 hab ich es weitestgehend gesteckt, in die Wohlfühlzone reinzukommen. Dafür bin ich gerade zu weit weg vom Thema und lebe nach der Maxime: bloss nicht mehr Hüftgold. Aber auch das wird 2014 wieder im Fokus stehen. Ehrlich gesagt bin ich fest davon überzeugt, dass eins das andere bedingt. Hängt irgendwie alles miteinander zusammen.

In diesem Sinne … wo ich gerade dabei bin … hole ich jetzt noch ein, zwei verstaubte Koffer aus dem Keller (die gehen nach Uganda und bleiben dort – meine Freundin fliegt in zwei Wochen dort runter, um ein wenig nach einem Hilfsprojekt zu schauen) und entrümple alte Handtücher und Decken (so vorhanden) für das Tierheim in MZ. Die Igelchen werden sich freuen. :)

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

5 Kommentare zu “23!

  1. HA! Guter Tipp. Bislang wusste ich nicht wohin mit ollen Handtüchern. Igel! Toll.
    Ich muss mir übrigens ne Hose kaufen: habe zwei echt alte, leicht fadenscheinige unlängst am Hintern gesprengt. Kombination aus Materialermüdung mit üblem Winterspeck. Yo, Minimalismus drumrum und auf der Waage scheint mir auch dicht verwandt zu sein!
    Ich habe übrigens die Macke, nur eine Sorte Bügel im Schrank zu haben. Die aus Holz vom Möbelschweden. Solche Marotten rede ich mir aber schön ;-)

  2. vor kurzem war ich auch kurz davor, mal so richtig tabula rasa in meinem Kleiderschrank zu machen, weil ja doch vieles für immer zu klein schien. Jetzt bin ich ganz froh, dass ich nicht den totalen Rundumschlag gemacht habe, sondern nur die Dinge aussortiert habe, die zu klein und total unmodisch oder hässlich sind.
    Puhhh…Schwein gehabt ;-)
    Aber 23 Bügel samt Teil ist wirklich eine Menge!!! LG Carola

  3. Ups….Kleiderschrank aufräumen und entrümpeln – das steht bei mir auch auf dem Plan demnächst. Ich muss da aber immer warten, bis ich in Ausmist-Laune bin, sonst wird das nix ;-) Und ja: ich habe in letzter Zeit echt viel gekauft, ich geb´s zu. Habe es aber auch zu sehr genossen, endlich mal das Geld auszugeben, was ich WIRKLICH habe und nicht das, was mir die Bank vielleicht noch gibt… Jetzt muss langsam wieder Normalität einkehren, aber da sehe ich keine Probleme.
    Ich glaube, es wäre gut, wenn ich auch eher minimalistisch veranlagt wäre. Bin ich aber nicht. Ich bin ein Hamster *grins*
    LG Kerstin

  4. Jetzt habe ich den Artikel auch endlich mal lesen können. Spannend und schön zu lesen, dass sich auch andere dem Thema angenommen haben.

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