Das Leben ist wild!

Kalter Entzug!

8 Kommentare

Gerade eben fand ich mich nackten Fusses in der Küche wieder. In rasender Eile hab ich das Erstbeste gegriffen, was süss und gesund ist. Zwei Möhren. Schwupp – abgeschält und kleingeschnippelt. Innerhalb von zwei Minuten war der Drops gelutscht  der Käs‘ gerollt.

Die Entscheidung, die ich im Bad treffen wollte: Zähne putzen und ins Bett krabbeln und lesen oder in die Küche flitzen und essen … war in sekundenschnelle getroffen. Hatte ich noch gar nicht zu Ende gedacht und schon das Messer in der Hand. So entstehen also Affekthandlungen. o_O

Wisst ihr, ich habe gewusst, dass es nicht einfach für mich ist. Ich bin kein jahrelang in Selbstdisziplin (naja – ein bißchen schon, sonst hätte ich nicht 25 kg abgenommen) geübter und dem Verzicht geneigter Mensch. ES IST SCHWER! SCHWER! SCHWER!

Heute kamen unmissverständlich die ersten Symptome des kalten Entzuges: Kopfschmerz bis hin zur Übelkeit und eine Wahnsinnslust auf Essbares. Ich hatte heute abend solchen Hunger, dass ich dachte, mein Blutzuckerspiegel ist eine Achterbahn. Und ihr wollt mich gar nicht erleben, wie ich bin, wenn ich Hunger habe. Da hilft ehrlich gesagt auch kein „Snickers“ mehr.  Da nutzt auch der leckerste Schoko – Tee nix mehr.

Das schreibt dann mal eben keiner:

Die dunklen Seiten des Verzichts. Das Gefühl, dass sich einstellt, wenn einem etwas vermeintlich Essentielles im Leben fehlt. Mistschokolade. Verklagen sollte man diesen Industriezweig für das hemmungslose Herumschleudern von suchtgefährdenden Lebensmitteln. HA!

Und was ess ich??? Ich esse Möhren! Um zehn Uhr abends. Im Bett. Und hacke wie ein wildgewordener Hamster auf der Tastatur herum. Immerhin haben die Kopfschmerzen nachgelassen, nachdem ich mir eine Tablette eingefahren habe und eine ordentliche Portion Nudel-Spinat-Tomatenauflauf eingefahren habe.

Aber egal; der Tag ist fast rum – ich bleibe dran!!! Eins frage ich mich allerdings … jetzt bin ich niemand, der überall und alles in seinem Mahlzeitenverhalten so konzipiert, dass es mit Glutamat oder zuckerhabenwollenden Stoffen verfeinert ist. Es ist nur die Schokolade. Was machen denn dann Menschen, die weniger gesund leben als ich? Die im Zeitalter von Convenience fast ausschließlich Tütennahrung zu sich nehmen? Fast Food Freaks? Zucker – im – Kaffee – Trinker? Jaaaa – auch die!

Gerade habe ich die Idee, ob ich nicht am Montag mal herumexperimentieren sollte und naturbelassene Müsliriegel herstellen könnte. So als Ersatz. Auch gebackene Bananen find ich spannend – gerne mit ein klitzekleinwenig Honig. Unsere Nahrung gibt schon einiges her – man muss es nur entdecken.

Aber nun ist mein Möhrchentellerchen leer und ich bin wieder einigermassen genordet. Mal schauen, für wie lange … es verspricht durchaus noch spannend zu werden.

Zuckersucht???

Nein – ich glaube nicht, dass ich zuckersüchtig bin. Ich möchte ja auch nicht allumfassend darauf verzichten, aber so gesehen ist der Löwenanteil der gezuckerten Ernährung bei mir in Sachen Schokolade zu verzeichnen. Und es ist schon ziemlich beeindruckend zu sehen, was passiert, wenn dieser Löwenanteil plötzlich komplett wegfällt.

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

8 Kommentare zu “Kalter Entzug!

  1. Bin stolz auf dich! Danke dass du deinen Kampf hier so darlegst. Es hilft zu wissen dass andere die selben schwachen Momente habe. Der Link war auch gut. Ich denke ich kann einen Monat ohne Süßigkeiten und Schokolade auskommen, aber Ernährung ohne Zucker ist was anderes. Dass muss ich mal für eine Woche angehen. Und dann später als Monatsziel. Halte durch!

    • *wink* … :) nur Süssigkeiten. Ganz ohne Zucker muss m.E. nicht, wenn man auf seine Ernährung achtet. Das ist auch sehr h hart und nix für mich. Das „h“ krieg ich grad nüsch gelöscht. Aaaahhhh

  2. Ich habe solch einen ‚Entzug‘ ja 2012 mal hinter mich gebracht und auch einen Monat fast komplett ohne jeden Zucker gelebt. Die erste Woche war hart, danach ging es mir super… Ich weiß also in etwa, was du durchmachst…
    Ich bin stolz auf dich, dass du tapfer warst und es mit den Möhren ausgehalten hast!
    ich drück dich. LG, Julie

  3. hey trix,

    geht es um den kompletten süßigkeiten-verzicht, oder nur um süßigkeiten mit zucker? ich muss sagen, dass mir damals gut so eratzprodukte geholfen haben. lovechock riegel z.b., die aus rohschokolade und cocosblütenzucker bestehen. oder stevia schokolade. oder so zum süßen agavendicksaft. hab damals ein bißchen was bei zuckerfrei-himmel.de (oder so) bestellt. wegen der preise teilt man sich die schoki auf jeden fall gut ein. hat aber eben die „befriedigung“. weiterhin viel erfolg. kein zucker ist nach einer woche echt super. ich hatte das gefühl, mich viel besser konzentrieren zu können und auch der heißhunger fiel weg. (bin allerdings inzwischen wieder druff. ähem.)

    • Primär um Schokolade. Aber wenn ich einmal in einen Keks beisse, dann bin ich glaube ich, wieder dabei. Also lasse ich rigoros alles Süsse weg. Der komplette Verzicht von zuckerhaltigen Produkten ist mir zu strange. Das ist auch, glaube ich, gar nicht so einfach. Immerhin lebe ich in einer Familie. Die würden mir aufs Dach steigen. Mir geht es tatsächlich um die Hinführung zu einer gesunden Essensaufnahme. Ich muss muss muss die Reissleine ziehen. :( Und mit „no sweets“ ist das schon ein guter Anfang. lg

  4. Mein Freund hat gestern einen Sack Schweizer Schokolade überreicht bekommen und da er die mit Nüssen nicht mag, eine Monstertafel für mich reserviert. Toll :-( Immerhin hat er gestern seine Ration verknuspert ohne dass ich ihn an die Kehle gegangen bin. Wir sind Helden des Alltags und packen auch diese Challenge :-)

    • Also – wenn der Monat um ist … ;) ;) ;) Nee – Spaß! Lass das bloß mal da drüben oben hinten bei Dir. Ich bin sicher, zum Avonlauf kannste die dann als Kraftpäckchen weiterschenken. Fein, dass Du mitmachst.

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