Das Leben ist wild!

Arm sind wir nicht.

4 Kommentare

Sind wir aber auch zufrieden?

Gerade habe ich das Buch „Anni und Alois. Arm sind wir nicht“ ausgelesen. Ein Buch über ein seit über 50 Jahren verheiratetes Ehepaar, das alleine auf einem Einödhof in den bayerischen Alpen lebt. Beide knapp 80 Jahre alt. Kaum – naja – im neuzeitlichen Sinne gesehen – Komfort. Keine Toilette, Heizung … Bad … Auto …

Was sie essen, bauen sie weitestgehend selbst im eigenen Garten an. Sogar Tabak pflanzt die Anni für ihren Alois, denn die Rente ist knapp bemessen.

Sind wie zufrieden? Augenscheinlich schon. Es wird nicht gejammert, jeder hat seine Aufgabe und sie kennen sich und ihr Leben in – und auswendig. Es hat mich nachdenklich gemacht.

Bin ich zufrieden? Weitestgehend ja. Es gab eine Zeit vor ca. 2 Jahren, da bin ich mal kurz aus meinem Leben ausgebrochen, Faden verloren, Ziel nicht mehr gesehen. Und auch nicht mehr das kleine Glück am Wegesrand. Sense. Basta. Midlifemumpitz. Oder was auch immer. Es war mir nicht möglich, zu sehen, was die Welt mir in meinem direkten Umfeld bietet. Ich wollte es auch nicht sehen.

Warum nur war mir meine Welt nicht mehr genug. Ich lebe im Wohlstand. Sowohl gesellschaftlich, als auch materiell. Ich liebe und werde geliebt. Mein Job macht mir Freude und ich habe Interessen, denen ich nachgehen kann. Ab und an sehe ich mir ein Stück von der Welt an. Mir geht es gut und ich habe Zugriff auf so viele Dinge, die ich will. Gebrechen, die mich plagen, sind händelbar. Doch gehe ich in mich, dann brauche ich definitiv nicht viel, um das innere Glück zu spüren. Diese allumfassende Zufriedenheit, die man nicht erzwingen kann. Diese, die sich einfach einstellt.

Anni und Alois sind ein bißchen wie der Tiger und der Bär, nur dass noch keiner den Weg nach Panama gesucht hat. Sie brauchen es nicht, denn sie haben erkannt, dass es dort, wo sie sind, am schönsten für sie ist. Auch wenn es nicht immer einfach ist. Wenn man mal streitet oder aber die Arbeit gerade nicht gut von der Hand geht. Ich bin ja eher wie der Tiger, der herumstreunt und ab und an das Glück auf der anderen Wiese sucht.

Um dort festzustellen, dass es hier, wo meine ursprüngliche Welt ist, doch einfach wunderbar ist. Je mehr ich loslasse von all demüberflüssigen Pröll in meinem Leben, von unnützen Dingen und Menschen (ja auch Menschen), die mich beschweren und mein Leben ungut beeinflussen, desto freier und unbelasteter fühle ich mich.

Was brauche ich, um zufrieden zu sein. Seien wir ehrlich. Nicht viel.

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

4 Kommentare zu “Arm sind wir nicht.

  1. Liebe Trix, da stimme ich Dir vollauf zu. Warum wir trotzdem so sind, dass wir meinen, auf der anderen Seite des Ufers ist die Wiese immer grüner? Ich kann es nicht sagen. Vielleicht brauchen wir aber auch diese Krisen, dieses Infragestelle, um festzustellen, dass das, was wir haben, uns glücklich macht und wir nichts vermissen. Um wieder etwas reifer zu werden, um zu wachsen und unsere Aufgaben meistern zu können. LG, H.

    • Dabei ist es gar nicht grüner, wenn man mal draufsteht auf der ollen Wiese. Weisst Du, ich brauch eigentlich nur eine kleine Auswahl von allem in meinem Leben. Je mehr, desto unruhiger werde ich. Aber das muss man auch erst mal erkennen. Und dann sind wir wieder ein Stück reifer, Du hast recht. Im Moment bin ich zufrieden. Das ist ein tolles Gefühl. :) lg

      • Nein, ist es auch nicht. Aber irgendwas gaukelt uns vor, dass es so sein könnte. Und das macht es schwierig. Ich habe, seit Mausi da ist, auch gemerkt, dass es oft die einfachen Dinge sind, die ausreichen mich glücklich und zufrieden zu machen. Geld ist zwar hilfreich und entspannt ungemein, aber die besten Dinge im Leben kann man eben doch nicht kaufen ;-)

  2. Hi Trix, ich stimme Dir voll zu. Nachdem meine Ma vor ein paar Jahren eine schlimme OP gut überstanden hat, ist mein „Weltbild“ auch wieder gerade gerückt worden. Wir brauchen wirklich nicht viel … Geld beruhigt zwar, aber z.B. Gesundheit und Freundschaft können wir uns nicht kaufen. LG Claudi

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