Das Leben ist wild!

Sixfeetunder – und davor!

4 Kommentare

Es ist wie ein sich immer schneller drehender Wirbel. Beginnt man an einer Ecke nimmt das Ganze eine unfassbare Eigendynamik an. Am liebsten würde ich mich vor all dem medialen Input komplett abschotten.

Dann wäre mein Leben rein kulinarisch gesehen wahrscheinlich breit gefächert  und ich wäre so stark konserviert,  dass meine Lebensspanne bis an die 100 Jahre reicht. Locker. Und wenn ich dann unter der Erde bin, ist meine Haltbarkeit noch lange nicht aufgehoben. Neeeeiiiin! So durchdrungen von all den Beigaben in Lebensmitteln und deren Verpackungen sowie gut eingetütet in mein neu gekauftes und mit Weichmachern durchsetztes knallrotes Baumwoll-Sixfeetunder-Outfit, würde ich noch jaaaahrelang meine Umwelt erfreuen, bis es endlich hieße: Asche zu Asche, Staub zu Staub, Pestizid zu Pestizid, Mineralöl zu Mineralöl …

Ja – aber … wieso sterbe ich überhaupt??? Ich hab doch supergesund gelebt!!! Schauen wir doch mal auf das erfüllte und gesunde Leben zurück und gehen wieder von unter der Erde auf über die Erde. ;)

Lebensmittel! Irgendwann – so mit Anfang 40 fing Frau trixen an, sich vermehrt Gedanken um all die Lebensmittel, die ihre Familie ernähren sollten, zu machen. Achtsam war sie ja schon immer. Und auch naturverbunden und bewusst. Aber dazu später. Die Lebensmittel werden vornehmlich ohne Verpackung gekauft. Das geht bei Obst und Gemüse z.B. auf dem Wochenmarkt ganz gut. Bei Fleisch, Wurst, Käse … njaaa – das ist nicht ganz so einfach. Aber von Supermarkt zu Supermarkt gibt es auch dort erhebliche Unterschiede. Von z.B. in Plastikfolie eingepackt und abgewogen dann einfach nochmal in ein Plastiktütchen gegeben bis hin zu der etwas freundlicheren Variante mit in Papier-Folie einwickeln und in nur Papier einpacken. Eigenverpackung nur in dringenden Ausnahmefällen. O_o Das sogenannte Lebensmittelhygienegesetz ist da ja schlau: kein Schmutz von vor der Theke nach hinter die Theke. Achso …

Und Frau trixen freut sich enorm, wenn sie mal was findet, was nicht in Plastik verpackt ist. Nudeln zum Beispiel. Nur im Karton. Ein paar Tage war sie glücklich. Doch im Karton sind – wie sie jetzt dank medialer Information weiss – Druckerfarben, die nicht im Karton bleiben. Von 4 Tropfen enthaltenem Mineralöl bleibt einer im Karton. Der Rest … yammi – verfeinert die Nudeln. Oder was auch immer. Und jetzt wird es ganz schräg. Denn um sich vor diesen schädlichen Einflüssen zu schützen, ist es besser, man nimmt (ohne Witz) PET – Verpackungen.

Sport! Klar macht unsere trix auch Sport. Mal mehr,  mal weniger intensiv. Aber die Essentials liegen auch in ihrem Schrank. Diverse Laufhosen, Funktionsunterwäsche, Wandersocken, Regenzubehör. Hier muss man sagen: nicht alles, was superteuer ist, ist auch supergesund. Aber selbst in Baumwollhemdchen stecken oft schon irgendwelche Weichmacher drin. Da sie viel wandert, rüstet sie sich auch gut aus. Jetzt ist sie gerade sehr froh, keine Bekleidung oder Schuhe von Mammut zu haben. Was kloppen die da alles rein??? Und bezahlen sollen wir gleich doppelt dafür.

Im Hier und Jetzt schüttel ich gerade meinen Kopf. Was ess ich denn nun? Und soll ich doch besser nackt herumlaufen? Akzeptieren muss ich wohl einen Großteil dessen, was in der Welt so vor sich geht. Die Welt ist im Wandel und ich ahne immer mehr, dass wir irgendwann wieder im Mittelalter, wenn nicht sogar noch viel früher angekommen sind. Prophezeihe ich schon seit 15 Jahren. Wenn die hochtechnologisierte Welt sich plötzlich ergeben muss und der Mensch innerlich mutiert und äußerlich umweltfest eingepackt ein zehnfach verlängertes Plastikleben führt. Wieso immer mehr? Und wieso immer haltbarer (oder pseudohaltbarer … aber ich fang jetzt nicht auch noch mit Elektroschrott an)?

Ich fühl mich veräppelt! Und möchte doch zu gern mal wissen, wie ernähren sich denn bitte die Hersteller dieser latent „vergifteten“ Lebensmittel? Und wie schützen sie sich vor Regen?

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

4 Kommentare zu “Sixfeetunder – und davor!

  1. Hallo Trix!

    Ich musste sehr herzhaft über Deinen Beitrag schmunzeln, gefällt mir ausgesprochen gut. Die Verwirrung kann ich gut nachvollziehen, geht es mir doch mitunter auch so und komme immer wieder drauf – jede Antwort wirft 2 neue Fragen auf (wie Franka es so schön formuliert hat)

    Der Weg zurück ins Mittelalter ist gepflastert mit guten Vorsätzen…

    lg
    Maria

    • Ich glaube, man muss es Schritt für Schritt angehen. Eins nach dem anderen ausschleichen. Alles auf einmal geht einfach nicht. Muss auch gar nicht. ;)

  2. Ich will ja auch so gerne gut sein! Aber es ist und bleibt schwierig…Aber ich höre soviele umweltbewusste Stimmen in der letzten Zeit, dass ich glaube, es wird in den nächsten 10 Jahren endlich ein Umdenken geben, was Plastik betrifft.
    In jedem Supermarkt gibt es heute Bio-Lebensmittel, das war vor 10 Jahren noch undenkbar. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis irgendein Branchengroßer auf die wir-wollen-kein-Plastik-an-unseren-Lebensmitteln-Stimme der Verbraucher eingeht. Und der Erfolg wird ihm recht geben.
    Lieber Gruß von der optimistischen Carola

    • Ich krieg das von meinem Mann und Tetrapak mit. Ein so großes Unternehmen muss mit der ökologischen Zeit gehen. Die setzen sich wahrscheinlich mehr mit dem Thema Umwelt auseinander als manch ein kleines Unternehmen, dass so unbesehen vor sich hin mauscheln kann.

      Gehen wir es in kleinen Schritten an. Ich bin weit vom Gutmensch entfernt, aber ich bleib dran. :)

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