Das Leben ist wild!

Genügsamkeit!

6 Kommentare

Wenn man sich mit dem Thema „Plastikmüllvermeidung“ beschäftigt, wird man zwangsläufig genügsamer. Wir leben  – wie ich schon öfter erwähnte – in einer Zugriffsgesellschaft. Egal, wonach uns der Sinn steht: wir bekommen es innerhalb kürzester Zeit. Wenn nicht aus dem eigenen Garten, dann aus dem nächsten Supermarkt (wir haben fünf große davon). Geht dies nicht, bleibt immer noch die unendliche Bestellweite des Internets. Ist irgendwie anstrengend. Dem Lauf der Zeit haben sich auch Lebensmitteldiscounter wie z.B. Aldi, deren Philosophie es war, nur eine kleine Produktauswahl zu haben, ein Stückweit gebeugt. Ich kann mich erinnern, wie die Frau eines Bekannten, sie kommt aus Vietnam, mal sagte: „Ihr habt hier gar keine Reisauswahl!“. Die beiden habe ich in unseren „Globus“ – Markt geschickt. Unendlich viele Produkte. Da steht man davor und findet vor lauter Körnern den Reis nicht mehr. O_o Wozu frage ich mich. Wozu? Ich rede nicht von drei oder fünf … sondern von ungefähr 30 verschiedenen Sorten.

Markenvielfalt für ökologische „Nichtnachdenker“ ist das Paradies. Für Menschen wie mich, die sich a) gegen Plastikvermüllung entscheiden und b) sowieso schon unentschlossen sind in vielen Bereichen ihres Lebens, ist das eine Qual.

Meine Söhne z.B. dürfen sich immer jeder vier oder fünf Joghurts aussuchen, die sie mitnehmen dürfen. Das kann aufgrund der absolut artenreichen Joghurttheke schon mal ein wenig dauern. Es verhält sich da ähnlich wie vorm Spielzeugregal. ;) Alles, aber auch alles muss genaustens angeschaut und geprüft werden, ob sich nicht noch was besseres findet. Vollgepackt – nach gefühlten zwei Stunden – kamen die Buben zurück. Der Kleine hatte nur Vanillejoghurt mit Smarties. Hm … das funktioniert so nicht. Ich finde es klasse, dass er sich auf ein Experiment eingelassen hat. Die Alternative war nämlich der große Halbliterjoghurt im Glas (Vanille) und die Smarties (Karton) getrennt. Er kann dann wahlweise noch Müsliflakes dazu geben. Für den Großen gab es statt dem kleinen Plastikjoghi ebenfalls eine Halbliterportion im Glas. Mischbar mit Frühstückscerealien.

Die Auswahl ist stark reduziert. Es gibt ja oftmals nur sehr wenige Auswahlmöglichkeiten an Joghurts im Glas. Pur ist es meist sogar nur der vollfette Joghurt. Toller Geschmack. Ich hab es vermisst.

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Das langersehnte Eis wurde eine Großpackung statt dem Wunsch nach Eis am Stiel nachzukommen. Mit der richtigen Sorte ist das kein Problem. Auch hier ist genaues Schauen angesagt. Die Qual der Wahl verkleinert sich.  :)

Was ich gesteckt habe: Wurst und Käse. Da weiss ich inzwischen, wo das Plastikvorkommen etwas reduziert ist und kaufe eben dort ein.

Bei vielen chemischen (aber auch im Lebensmittelbereich) Must-haves entscheide ich mich für Großpackungen. Es war uns nicht möglich, Geschirrspülpulver ohne Plastikverpackung zu finden. Der vermeintliche Kartonschnapper entpuppte sich als Mogelpackung. Wir gingen davon aus, dass es wie beim Waschmaschinenpulver ist und das Pulver lose im Karton aufbewahrt wird. Dass dann doch noch eine Umverpackung aus Plastik da war, konnte man von aussen nicht erkennen oder erschütteln.

Wenn ich früher also oftmals auf „Verdacht“ eingekauft habe, ist mir der Spaß inzwischen zu verschwenderisch, da die Produkte, die nicht eingeschweisst sind, oftmals mehr kosten. Ich lasse sie bewusst im Laden.  Finde ich sehr schade. Der Wochenmarkt an sich ist da die beste Alternative. :)

Alles, was jetzt an Plastik rausfliegt, wird soweit möglich durch Glas oder Papier ersetzt, so dass sich dieser Müllberg reduziert.

Was auffällt ist, dass durch die reduzierten Auswahlmöglichkeiten der Kühlschrank bewusst leer bleibt. Der Inhalt ist auf wenige Lebensmittel reduziert. Und es fehlt interessanterweise auch nichts wirklich. Mir wird jetzt erst bewusst, dass ich vieles einfach nur so (mal eben auf Vorrat) da hatte.

Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Thematik „Minimalismus“ mal auf meinen Einkaufswagen beschränkt. Und soll ich Euch was sagen: es stört mich nicht im Geringsten! :) Wenn ich etwas nicht bekomme, fahre ich nicht von Markt zu Markt. Das ist eine Frage der Zeit und der unnötigen Rumgurkerei mit dem Auto. Es gibt selten etwas, was wirklich lebensnotwendig ist. Alternativen gibt es fast immer. Und sei es nur, das schon Vorhandene aufzubrauchen …

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

6 Kommentare zu “Genügsamkeit!

  1. Hallo Trix!

    Ein Joghurt für viele – wenn ich Naturjoghurt kaufe, dann bekomme ich nicht nur Naturjoghurt sondern auch gleich Erdbeerjoghurt, Bananenjoghurt, Stracciatellajoghurt und Müslijoghurt auf einmal.

    Ich bin nämlich flexibel und kann nach Lust und Laune genau das Joghurt essen, worauf ich gerade Lust habe. Weil den Rest der Zutaten habe ich eh zu Hause und kann mir genau das Joghurt rühren, auf das ich Lust habe.

    Schlecht kanns normalerweise auch nicht werden, weil ich nämlich doch längere Zeit keine Lust auf Müslijoghurt hatte..

    lg
    Maria

  2. Minimalismus ist klasse und was das Essen betriffft, auch gesund. Mir fällt auf, dass die Geschäfte inzwischen mit Süßem in allen Formen überhäuft werden. Mein griechischer Joghurt, den ich normalerweise mit Honig mische, gibt es plötzlich nur noch als Griechischer Joghurt mit Himbeere. Den Sinn soll mir mal einer erklären.
    Naja… einfach stehen lassen heißt es dann.
    Die Mühe die Du Dir machst finde ich gut. Schließe mich an.
    Gruß,

    Oliver 2.0

    • Danke! :) Mühevoll ist es ab und an, aber man hat auch nette Erlebnisse oder stupst schon im Supermarkt die Leute an.

      Seltsam, dass bewährt Gutes oft im Hype so brachial verändert werden muss. Wer isst so was???

      Meine Welt ist pur. Okay … und schokoladig. :)

  3. Hallo Trix,

    Kindern macht es super Spaß, ihr Joghurt oder Müsli aufzupeppen mit Früchten, selbst gemahlenen Nüssen oder selbst geraspelter Schokolade. Ich würde sie nicht an Fertigsachen gewöhnen. Zuviel Fett und Zucker. Das Plastikprojekt ist bei allen eine Sache in mehreren Etappen, hab ich den Eindruck. Diese losen Papierverpackungen sind ja manchmal noch schlimmer, was Giftstoffe betrifft. Durch recyceltes Altpapier sind die Druckerfarben wieder in unserem Essen drin. Arsen und so. Ich hab ja sofort rote, faltige Hände beim Kontakt und essen will ich das dann auch nicht mehr. Von Lösungen bin ich weit entfernt. Lose kann ich hier auch nix kaufen.

    Liebe Grüße
    Tanja

    • Hi Tanja! Da geht die Meinung meiner Kinder auseinander. Der Große mischt supergerne wie ich ein Basismüsli mit diversem Obst und Naturjoghurt. Der Kleine ist da eher der Typ „vorgefertigt“ – warum auch immer. Joghurt mit Smarties ist bei uns die Nachtischvariante. :)

      Was Du zu den Kartonagen schreibst, hab ich auch schon festgestellt und neulich einen interessanten Beitrag von Greenpeace gesehen zu diesem Thema. Ich habe in „Sixfeetunder“ u.a. auch darüber geschrieben. Von 4 Tropfen Mineralöl gehen drei in die Nahrung über – einer bleibt im Karton. :( Wie man es dreht und wendet – es bleibt ungesund!!!

      Danke übrigens für Deinen Gastbeitrag bei Christof – ich hab ihn gerne gelesen.

      lg

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