Das Leben ist wild!

Trenn Dich!

5 Kommentare

Heute war ich mal wieder im Sozialkaufhaus. Ich tu mich schwer, Dinge einfach wegzuwerfen, obwohl sie noch ihre Funktion voll erfüllen. So kann ich also nicht einfach ausmisten. Denn: ich trenne mich zudem auch äußerst ungern. Nicht umsonst bin ich umgeben von so vielen Dingen des täglichen Lebens. Nützlich oder nicht sei mal dahingestellt.

Während ich also vor einigen Monaten noch dachte – wow – ist ganz leer geworden in der Küche, weiss ich heute: es geht immer noch was. Vorgestern abend habe ich mir nämlich diesen Film von einer Familie aus Hamburg angeschaut, die einen Monat ohne Plastik leben wollte und dabei erheblich ihre Giftstoffwerte im Körper verbesserte. Alles haben sie rausgeschmissen. Beim Zuschauen dachte ich nur: soviel Plastik besitzen wir gar nicht. O_o Und auch bei Familie Krautwaschl aus der Steiermark: ein Nachttischen aus Plastik mit einer Plastiklampe oben drauf??? Öhm … ich schätze, ich bin perse schon anders gepolt. Deshalb gibt es nicht ganz so viel auszutauschen. Wir leben hier viel in Holz und Metall und Stoff. Ich käme jetzt nicht auf die Idee, mich mit Plastikmöbeln zu umgeben. Noch nicht mal mehr auf der Terrasse … Aber gut.

Da bin ich durchs Haus gewandert: klar gibt es offensichtliche Plastikansammlungen. Im Bad und in der Küche. Dann gibt es verstecktes Plastik. In Kleidung und gemischt in Alltagsgegenständen. Nicht zu vergessen die Kabelage, die sich quer durch so ein Haus zieht. Es gibt Grenzen. Mein Anliegen ist nicht, komplett ohne Plastik auszukommen. Es muss familienkompatibel sein. Ich schätze mal, eine Reduktion ist schon mal ein guter Schritt.

Wenn mein Sohn sagt: „Mama, ich nehm gar keinen Joghurt mehr.“ ist das nicht im Sinne des Erfinders. Der Stracciatella-Joghurt war nicht seins. Der Kleine allerdings findet den Vanillejoghi total genial. So muss es Zugeständnisse geben.

Womit ich wieder in der Küche wäre. Ich habe zwei Backschüsseln, eine Salatschüssel, bestimmt sechs Brotdosen, Kinderteller, Becher und Brettchen entsorgt. Alles Plastik. Dazu noch Messer, Backpinsel, Kinderbesteck und Eierbecher. Ebenfalls hauptsächlich Plastik. Gegangen sind btw. noch eine Luftmatratze (selbstaufblasend), ein Toaster, ein altes Holzregal und unzählige Kochbücher und Co. Achja – nicht zu vergessen zehn Spiele und Puzzle. O_o  Und ich dachte, ich hätte schon reduziert. Am schwersten fiel mir, jetzt lacht nicht, mich von einem bestimmt 20 Jahre alten lilafarbenen Plastiksieb zu trennen. Unten schon leicht angeschmolzen. Oft benutzt, viel geliebt. Ein Erinnerungsstück. Das ist einfach aus dem Haushalt meiner Eltern mitgewandert. Aber ich muss sagen – genauso wie bei den Bodumeierbechern, auf die ich immer so stolz war und die ich direkt aus Dänemark importiert habe – nur der Gedanke hält mich auf. Das eigentliche Weggeben ist nicht schlimm. Ich KANN loslassen. Sehr gut sogar.

Im Bad hab ich weitergemacht … nachdem ich am Dienstag bei „Lush“ war und dort eine neue Welt entdeckt habe (und Karmakundin geworden bin :’D), stand der Inhalt unserer Regale ebenfalls wieder auf dem Prüfstand. Auch hier ging ein ganzer Müllsack. Manchmal braucht es einfach zwei Anläufe, um sich zu trennen. Aber die Luft, die der Raum und die Regale plötzlich haben, ist grandios.

Aber nun ist es wieder Zeit für den Garten … genug geräumt. Geht doch auch ein bißchen in die Sonne, hm. :)

 

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

5 Kommentare zu “Trenn Dich!

  1. Im Bad wollte ich doch auch mal ausmisten…hoffentlich schaffe ich es am Sonntag…Ich befinde mich plastikmäßig insbesondere dort in einem Dilemma – Shampoos und Spülungen und Duschgel sind einfach leichter aus Plastik herauszudrücken als mit einer Glasflasche zu portionieren. Das nervt einfach, unter dem heißen Wasserstrahl zu stehen und zu schütteln und zu schütteln…
    Außerdem lasse ich mich nicht so gerne betrügen – warum gibt es eigentlich nur superteure Biosachen in Glas? Warum hängt das eine mit dem anderen zusammen? Weil der Biokäufer eben auch Plastik nicht mag, da kann man ihm gleich noch einen Zehner mehr aus der Tasche ziehen. Grrr!
    :-)

    • Hallo Casta66!

      Alternative zu Biosachen im Glas – feste Körperpflege.

      Minimalistisch die Olivenölseife für Körper und Haar oder Luxuspflege vom Lush (wie Trix beschreibt)

      alles feste Waschstücke – kein Schütteln und kein Drücken nötig.

      Und der Preis von z.B. Olivenölseife unschlagbar günstig!

      lg
      Maria

    • Das Bad ist ein schwieriges Gebiet. Ich hab mir jetzt mal das Shampoo in Festform von Lush geholt. Generell muss ich sagen: es sollte a) gut riechen und b) bitte auch praktikabel sein. Ich werde sehen, wie sich das entwickelt. Und berichten. Im Übrigen finde ich, es muss nicht immer Bio sein. Natur ja gerne, aber nicht um jeden Preis. Bin ich ganz bei Dir!

  2. Hallo Trix!

    Schöner Beitrag, so lebendig und anschaulich, ich war mit Dir gemeinsam im Haus unterwegs beim Ausmisten.

    Ich habe die Beobachtung auch gemacht, dass es manchmal mehrere Anläufe braucht. Wobei ich glaube, dass es auch mit der Entwicklung, die in der Zeit stattgefunden hat, zusammen hängt.

    Je mehr man sich einlässt, desto mehr beginnt sich zu verändern.

    lg
    Maria

  3. Ich nehm Dich gern mit auf die „Lese“Reise! ;)

    Das stimmt wohl. Auf den ersten Blick ist Trennung immer schwierig und bedarf eines Reifeprozesses. Auf den zweiten oder dritten Blick wird die Entscheidung klarer. Genauso auch andersrum. Ich halte das oft so mit Dingen, die ich mir kaufen möchte. Wenn ich etwas unbedingt möchte, dann ist der Gedanke monatelang da. Und dann weiss ich, es ist eine Anschaffung, die ganz bewusst gemacht wird. :)

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