Das Leben ist wild!

In der Küche!

13 Kommentare

Vor ein paar Tagen hat rage von MamaDenkt sich Gedanken über Küchen gemacht. Daraus hat sich ein Blogstöckchen verselbständigt, das ich doch gerne aufgreife (ich hab da Spaß dran). Da ich mich derzeit wirklich viel in meiner Küche aufhalte, habe ich das Thema heute mal aufgegriffen.

Als wir vor einigen Jahren hier in dieses Haus gezogen sind, mussten wir zuerst einige Veränderungen im Küchenbereich vornehmen. Die Küche befindet sich für mich an einem recht stiefmütterlichen Ort. Sie ist klitzeklein und, da sie auf der Nordseite des Hauses liegt, zudem echt dunkel. Sonne kommt dort äußerst selten rein. Sie war komplett abgeschottet vom Rest der Wohnung und wir haben erst mal einen Durchbruch in den Wohnbereich gemacht. Ich schreib mal „Wohnbereich“, denn wir haben kein klassisches Wohnzimmer. Für uns war ein großer Familientisch wichtiger, an dem das Leben tobt, als eine solide Fernseh-Sofa-Kombination. ;)

Die alte Brotschneidemaschine auf der eidottergelben Wand über dem Türsturz. :)

Die alte Brotschneidemaschine auf der eidottergelben Wand über dem Türsturz. :)

Zurück in die Zwergenküche. Einer meiner Lieblingsplätze ist auf der Anrichte. Ihr habt richtig gelesen. Mit einer Tasse warmen Tee und einem Buch kann man dort wunderbar drauf sitzen und z.B. der Suppe beim Köcheln zusehen, gelegentlich umrühren und schauen, was sich vor der Tür so tut (nicht viel, btw). Ein Vorhang hätte alles noch dunkler gemacht und so habe ich bei unseren niederländischen Nachbarn einen Sichtschutz in Form einer selbstklebenden Fensterfolie (im unteren Fensterbereich) mit Muster abgeschaut. Dank u well. :)

Die Eckdaten:

In dem 2.70m auf 2.40m großen Raum befindet sich eine inzwischen zwölf Jahre alte Ikea – Einbauküche mit der Eichenfront „Ulriksdal“ (gibt es nicht mehr). Wir haben sie aus unserer alten Küche mitgenommen und etwas umstrukturieren müssen.

In der Küche gibt es einen winzig kleinen Gang (1.50 m auf 0.80 m), der zum Flur geht.

 

Warum geschlossene Fronten?

Ganz einfach. Bislang war ich ziemlich chaotisch und ich bin absolut keine Putzfee. Wir hatten schon offene Regale und mich hat dieses wilde Rumgestehe schier narrisch gemacht. Ich wollte dieses ganze Sammelsurium hinter verschlossenen Türen und weil ich höchstwahrscheinlich ein wenig neurotische Züge habe, habe ich selbst in den Schränken kleine Kartons, die den Inhalt gut sortieren. Inzwischen ist allerdings viel Kruscht aus den Schränken weggekommen und wahrscheinlich kann über kurz oder lang auf einer Seite die Oberschrankpartie weggenommen werden.

20140415_152825

20140415_152719-1

Was ist mir wichtig an meiner Küche?

Sicherlich kann man locker 10.000 Euronen und mehr für eine wirklich hochwertige und perfekte Küche ausgeben. Küchengeräte, hochwertige Holzarten, maßgerechter Einbau vom Fachmann. Das alles hat seinen Preis. Und teilweise sogar zu Recht. Für jemanden, der das Kochen liebt, ist das legitim. Ich koche. Punkt. Auch so, dass es schmeckt. Aber ich brauche keine Highend-Geräte. Für mich muss meine Küche wohnlich und kinderfreundlich sein. Sie muss Macken abkönnen und den Alltag einer Familie aushalten. Die Schränke müssen ausreichen, um den Inhalt gut und luftig aufnehmen zu können. Meine Küche trägt Kratzer und verschüttete Milch oder mal einen klebrigen Rest Sauce mit Fassung. Sie kann wunderbar ab, wenn die Kinder auf der Anrichte stehen, um sich etwas aus dem Schrank zu holen oder aus dem Fenster schauen. Auf mancher Fete ist sie durch den Durchbruch dennoch das Herz der Party, weil eben Platz auch auf dem engsten Raum ist (und das meine ich wörtlich. Hier ist schon eng, wenn man mal zu zweit rumwerkelt).

Ich wollte keine weisse Küche. Und ich wollte auch keine Hochglanzfront. Das ist nicht praktikabel für eine Familie mit Kindern und einer Katze.

Mir fehlt mit Sicherheit ein wenig Raum – z.B. ein kleiner Tisch wäre prima. Und die Müllbehälter ärgern mich auch oft. Aber gut … Irgendwann habe ich eine Wand eidottergelb gestrichen und kleine Bilderrahmen dran gehängt. Eine alte Brotmaschine hängt über dem Durchbruch und mein Kartoffelpüreestampfer an der Wand. Die Küche lebt und atmet …

20140415_150856

das ist das, was ich von einer guten Küche erwarte, die mich lange begleiten soll. Wir werden wohl zusammen alt. :)

Advertisements

Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

13 Kommentare zu “In der Küche!

  1. Ich mag auch keine Küchen, die man sich nicht dreckig zu machen traut ♡ Hauptsache gemütlich!

  2. Ulriksdal! YEEESSSSS! Meine erste Küche!!! Ich fand es toll!

  3. Hallo Trix!

    Du hast aber eine wirklich sehr schöne Küche! Danke für den Einblick in Dein Leben!

    Meine Küche liegt übrigens auch nordseitig und ist recht dunkel. Und sie ist schon so alt – 23 Jahre nämlich – dass ich einige Elektrogeräte austauschen musste.

    Aber seitdem die Kinder und der ganze Plastikkram weg sind, komme ich wieder gut damit zurecht und bin froh, dass ich nicht in eine größere Küche investiert habe.

    Sie darf noch länger bei mir bleiben!

    lg
    Maria

    • Ich denke, wenn wir sie mal verändern, dann in der Form, dass die Fronten ausgetauscht werden. Tja … Elektrogeräte mussten wir schon einmal komplett austauschen. Da konnte aber die Urküche ja nichts dafür. ;) Ist aber aufgrund der Effizienzklasse gar nicht das schlechteste, schätze ich.

  4. Ach Trix, Du hast so recht: Sofa, Loungeecke, Sessel, fernsehr: finde ich auch total überbewertet. Ein solider Tisch mit gemütlichen Stühlen und (gaaaanz wichtig) schönem Licht und der Abend kann lang werden :-)

  5. Genau das!!! Die lustigsten Abende finden am großen Tisch statt. Wenn ich so zurückblicke, waren die Sofa-Spiel-Abende, als ich in den Twentysomethings war, immer mit Rumrutscherei verbunden, weil man nie genau wusste, wie man sich denn jetzt hinsetzen sollte, ohne a) vom Sofa zu fallen oder b) sich permanent die Knie am niedrigen Tisch zu stoßen. :’D Nee … brauch ich nicht mehr. Unsere Fernsehecke ist winzi und auch noch durch einen Durchbruch abgetrennt vom eigentlichen Wohnraum. :)

  6. Oh ich habe deinen Kommentar zu meiner Küche in meinem Spamordner gefunden (gemeinsam mit vielen anderen) – aber ich hab ja auch so hergefunden :-). Sehr sehr wohnlich schaut es in deiner Küche aus.

  7. Tja, ähhhmmm…. schwierig hier nichts zu schreiben!
    Da meine Eltern selbständig waren und Einbauküchen verkauften (in einer Zeit, als es Küchen nicht in jedem Baumarkt gab…), steht bei mir eine Musterküche und ich muss sagen: auch weiße Hochglanzfronten sind abwischbar und überstehen Kinder sowie Katzen ganz vorzüglich! Vielleicht sogar besser als manche offenporige Holzfront.
    Ich habe mir mal auch die anderen Blogs durchgelesen und muss leider feststellen: schade! So eine Anhäufung von Vorurteilen habe ich selten gefunden. Bei all dem Bestreben nach ökologisch einwandfreiem Einrichten und Verhalten kann man trotzdem nicht den Umkehrschluss ziehen, dass automatisch jeder, der gute Verarbeitung, durchgängiges Design und hochwertige Verarbeitung schätzt so ein wenig in der Ecke landet, wo es ungemütlich, wenig wohnlich und menschlich kalt wird. Also Achtung, dass man bei dem Bestreben nach einem umweltbewussten Dasein nicht gleich alle anderen Normalos, Ottonormalverbraucher und Klara Mustermanns abwertet.

    • Nein. Das glaube ich auch nicht. Ich denke, jeder Wohnraum spiegelt ein Stück Lebensphilosophie des Bewohners wider. Die teilweise sehr absolute Haltung hat bei mir auch die Augenbrauen hochziehen lassen. ;)

      Hm. Und Deine Einstellung kann ich nachvollziehen, als jemand, der auch die andere Seite kennt. Ich denke, dass man viele Dinge beim Diskounter bekommt, die eigentlich im Fachgeschäft zu kaufen sein sollten, bewirkt das Gleiche. Manche Sachen werden überspitzt gesagt „verramscht“. Da fällt die ökologische Korrektheit mit dem Preis. Leider auch manchmal bei mir. Muss ich leider eingestehen …

      Oh. Und Hochglanz funktioniert doch gut? Ich trau mich da wirklich nicht ran …
      Lg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s