Das Leben ist wild!


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Für die Tonne!

Wir haben eine Biotonne. Und da landet schon eine Menge. Immer noch. Ärgerlich!

Aber das passiert so schleichend … die Banane, die schon seit 14 Tagen gleich einem Hämatom die Farbe verändert, bis sie kohlrabenschwarz ist. Ist sicher noch gut, isst aber keiner mehr. Brot, dass vertrocknet. Die Wurst, die doch irgendwann um ist.

Wir essen nicht so viel und manchmal, wenn die Gelüste oder was auch immer mit mir durchgeht, dann habe ich doch zuviel an Lebensmitteln gekauft. Meist aus der Lust heraus, tatsächlich. Manchmal aus Gewohnheit (Frischkäse ist alle, brauchen wir wieder …). Brauchen wir das wirklich?

Da hängt tatsächlich noch eine Menge mehr dran. Energie, Arbeit und schlußendlich auch Geld, was da in die Tonne fliegt. Ich glaube nicht, dass in unserem Haushalt ein Drittel aller gekauften Lebensmittel in die Tonne fliegt, aber es ist immer noch genug.

Aus diesem Grund hab ich heute mal den obligatorischen Einkauf abgeblasen und durchforste die Vorräte.

Was schmeisst ihr so weg? Schaut doch mal nach! Mit dem Resterechner will die VERBRAUCHER INITIATIVE Verbraucher auf spielerische Art und Weise für das Thema Lebensmittelverschwendung sensibilisieren.

 DER RESTERECHNER!

Wie können wir das Wegwerfen reduzieren? Gesunder Menschenverstand und achtsamer Umgang mit den vorhandenen Ressourcen setze ich ja irgendwie voraus. Klappt nicht immer. Aber so geht es auch:

Einkaufszettel

Wenn ich ohne losgehe, landet meist mehr oder anderes im Wagen als eigentlich geplant. Wie oft denke ich, dass ich so viel eingekauft habe, aber das Mittagessen ist jetzt irgendwie doch nicht dabei. O_o Wichtiges Utensil also!!!

Ohne Hunger!

Ich weiss ja nicht, wie es Euch so geht, aber wenn ich mit Hunger einkaufe, dann ist tatsächlich nichts mehr sicher im Supermarktregal. Meine Sinne sind dann nur noch aufs JETZT ESSEN programmiert. Die Kekse, drei Bananen mehr … da geht einiges.

Mengenrabatt?

Nimm 2, bezahl 3. Wenn man es genau nimmt, ist das gerade doch nicht falsch hingeschrieben. Oft werden wir dazu verleitet, die Angebote mitzunehmen. Zuviel? Ach – das schaffen wir doch locker. Und dann? Bleibt etwas übrig, wird schlecht und ich habe genaugenommen mehr bezahlt, als ich essen konnte. Eine Milchmädchenrechnung, wenn man es genau nimmt. Es lohnt sich, auf Qualität statt Quantität zu setzen, denn dadurch wird die Wertschätzung für ein Lebensmittel oftmals hochgesetzt.

Hamsterallüren?

Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Hier im Ort gibt es vier Supermärkte. Alle zu Fuß oder per Rad erreichbar. Die Wahrscheinlichkeit eines Gaus ist klein. Ich muss nicht mehr wie in Nachkriegszeiten horten wie ein Hamster. Und von heute auf morgen werden wir auch nicht verhungern. Also wozu brauche ich von vielem die Dinge im Dutzend???

Gut gekauft, besser gelagert!

Es ist nicht nur das Einkaufen, auch die Lagerung ist einen Gedanken wert. Dazu kann ich aber nur sagen: einfach mal googlen, wie man welche Lebensmittel gut und langlebig lagert. Auch das spart eine Menge Lebensmittelmüll.

 

 


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Die treibende Kraft!

„Ich wollte einmal hoch hinaufsteigen,

um tief in mich

hineinsehen zu können.“

Sagte Reinhold Messner damals, als er 1978 den Mount Everest „by fair means“ hochstieg – also ohne Sauerstoffflasche.

Na gut – der Mount Everest ist es nicht (eher die Annapurna – nicht ganz so hoch, aber technisch wesentlich schwieriger und ganz offensichtlich ziemlich gefährlich), aber ein ganz schöner Angang. Heute morgen war ich schon 20 Minuten auf dem vom Sperrmüll geretteten und vollkommen intakten Crosser. Das zweite Mal infolge nun schon. Gestern habe ich mich an die Vorgabe der drei Mahlzeiten gehalten.

Gleich geht es mit meiner Freundin zum Markt. Das Leben ist anstrengend und schön. :)

Im Moment fliessen alle meine Interessen ein Stückweit zusammen. Wenn ich durch unser Haus gehe – gerade im Wohnbereich – geniesse ich die Weite des Raumes. Es steht nicht viel herum. Die Kinder sind so groß, dass sie ihr „Revier“ primär ins eigene Zimmer legen. Kein Spielkruscht um die Füße. Die kleine Küche atmet, weil einfach nicht mehr viel da ist, was sie daran hindern könnte.

Das Sommerprojekt wird wohl das Familienbad sein – denn nach einem Restaurationspost von Franka von „Kunterbunt“ habe ich beschlossen, den alten Badmöbeln eine Chance zu geben und sie komplett neu zu überholen. Runderneuerung quasi.

Weniger werden – irgendwie ist das wohl das Jahresmotto. In allen Bereichen. Zu sehen, dass es an den verschiedensten Ecken dahingehend entwickelt, ist für mich eine treibende Kraft. Die kleinen „Erfolge“, die Früchte, die meine Bemühungen tragen, motivieren mich.

Für mich steht alles in einem engen Zusammenhang (diese These habe ich schon öfter erläutert). Wenn das Umfeld aufgeräumt ist, dann kann ich mich dem Körper widmen. Ich gehe von außen nach innen. Egal, ob es das Aufräumen oder das Abnehmen ist. Zuerst muß man einen groben Plan haben, diesen angehen und Schritt für Schritt den Kreis immer enger ziehen. Bis man an die kleinste Schublade kommt (oder die hartnäckigste Fettzelle, den schwierigsten Faden, die blödeste Ecke zum Abschleifen … den letzten Meter vorm Ziel).

Im Tun ergibt sich für mich die Motivation, die es braucht, um ein Projekt durchzuziehen. Und durch den Dialog mit Menschen um mich herum. Es regt mich zum Nachdenken an. Manchmal über mehrere Tage. Das war grundlegend etwas, was mir damals geholfen hat bei der großen Abnahme. Der Austausch mit Gleichgesinnten.

Hier wollte ich mich davon freischwimmen. Ich wollte bewusst andere Dinge, die ich interessant finde, erleben und beschreiben. Die Welt hat so Vieles und wirklich Wundervolles zu bieten. Dabei kann man schon mal ein klitzekleinwenig die Orientierung zum Wesentlichen hin verlieren. Aber ich bin wieder auf Kurs.

Kleine Ziele. Es wird sicherlich einen Tag in der Woche geben, an dem ich über die Abnahme berichten werde. Den Weg dahin. Für diese Woche gilt: reinkommen. Dranbleiben. Nicht nach zwei Tagen aufgeben, mich ablenken lassen.

Es wäre schön, diesen „Hauch von Glücksgefühl“ zu spüren … wenn ich angekommen bin (mal wieder). Aber bis dahin wird es wohl noch eine zeitlang dauern.

Also: wappnen wir uns mit dem langen Atem und gehen einfach los. :)


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Eingeständnis!

Gestern abend erreichte mich ein sehr lieber Leserbrief!

Erst mal war ich überrascht und dann dachte ich: „Sie hat recht. Und sie hat mich geradewegs bei den Hörnern gepackt!“

Es geht konkret – und da hilft alles Rauswinden nix – ums „Weniger werden!“

Sehr scharfsinnig hat mir Nanne geschrieben, dass ich seit Februar das Thema so komplett rausgenommen habe. „Niemals!!!“ dachte ich erschrocken und wusste doch genau „Stimmt!“ Wie hat Casta das mal so schön geschrieben: „Wenn ich nicht drüber schreibe, könnt ihr davon ausgehen, dass es gerade nicht klappt!“ Bingo! Leider!

Auf jeden Fall hat es mich zum Nachdenken gebracht. Das Thema „Plastikmanagement“ war wirklich eine gelungene Ablenkung, die mir da in die Quere kam. Es hat mich herrlich in andere Bahnen geworfen. Doch im Hinterköpfchen gärt es in mir, dass ich aber gewichtsmässig so nicht bleiben möchte. Wieder rund und gefangen in einem Körper, der mit meiner sonstigen Geschwindigkeit nicht Schritt halten kann. Mir geht es nicht gut – und ich verdränge und schäme mich.

Ich fühle mich nicht im Einklang mit mir selbst. Und dass, obwohl ich nachhaltig gute Lebensmittel zubereite und meine Einstellung zur Nahrungsaufnahme sich ein Stückweit verändert hat. Natürlich kann ich alles auf meine Autoimmunschwäche schieben. Fakt ist, dass ich schlecht eingestellt bin und wir gerade die Dosierung der Medis umstellen. Mein Körper will die Kilos nicht loslassen. Der Stoffwechsel ist im unteren Level – aufgrund von wenig Sport, zu großen Portionen und höchstwahrscheinlich allein dem Gedanken an „Diätverhalten“.

Als ich vor ein paar Jahren (puh – so lange ist das doch noch nicht her) in den Spiegel schaute und mir dachte: „JETZT IST SCHLUSS!!!“ habe ich konsequent und mit ziemlich großer Disziplin und einem gefühlt unendlich langem Atem das Projekt „Abnahme“ durchgezogen. Und zu meinem Leidwesen ist dieser Gedanke nur halbherzig da. :(

Gerne würde ich ein Hauruck-Ding drauß machen. Ihr wisst schon: bittere Medizin schnell schlucken und ein tolles Ergebnis haben. Am besten sofort. Das geht leider nicht. Die Ohne-Zucker-Challenge hat mich auf den Boden gebracht und ich hatte einen guten Start ins Jahr. Das Gewicht ist rapide runtergegangen und mit ein bißchen mehr Sport konnte ich kleine Sünden ausgleichen.

Nur – wenn es dann stagniert und die Erfolgserlebnisse ausbleiben, zweifelt man doch plötzlich stark an sich und es ist gefährlich leicht, die Spur zu wechseln. Ich tue das. Und dann fällt es mir schwer, mir einzugestehen, dass da was grundlegend schiefläuft. Auf Biegen und Brechen geht es nicht. Und ich merke, es geht nicht nur mir so.

Für den Juli steht die Challenge schon. Drei pro Tag! Drei Mahlzeiten. Gesund, ausgewogen. Und wieder: weg vom Zucker. Ich möchte abnehmen. Und ihr dürft mich begleiten auf meinem Weg. Für den Juni heisst es nur: nicht mehr zunehmen! Das ist schon hart genug.

Danke liebe Nanne für den zarten Hinweis, der sich wie Wellen in mir ausgebreitet hat und sehr an mir gerührt hat. Ich bleibe dran!!! Und Tipps und Tricks bekommst Du auch!!! Sehr gerne.


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Bewahr mich auf!

Wenn man seinen Haushalt auf den Kopf stellt und sich von vielen Dingen trennt, beginnt man, kreativ und eigenwillig zu werden. Ideenreichtum kennt keine Grenzen.

Zumindest im Bereich „Aufbewahrung“. Denn, was tun, wenn man Lebensmittel oder auch Schönheitsperlen im Badezimmer ohne Plastik aufbewahren möchte, aber auch gleichzeitig die reduzierten Schrankinhalte nicht wieder auffüllen möchte?

Vor einiger Zeit, als das Thema „Ausmisten“ noch mehr Raum bei mir einnahm, habe ich mich von vielen Behältern getrennt. Auch von den so gern gesammelten „Brauch-ich-irgendwann-Geleegläsern“. Inzwischen habe ich doch wieder einen kleinen Bestand an Gläsern mit Twist off – Deckel.

Während der vergangenen Monate hab ich nämlich experimentiert. Was bewahre ich wie am allerbesten auf? Learning by doing.

Vor allem die Wurstaufbewahrung war eine doch harte Nuß für mich. So groß ist unser Kühlschrank nicht, dass sich alle Gefäße oder Behälter zum Reinstellen eignen. Zu allererst war es eine Käseglocke. Die nahm dann fast das ganze Obergeschoss in Beschlag. Funktioniert nicht. Irgendwo muss ja auch der restliche Kühlschrankinhalt hin. Dann wurde es ein sogenannter Gastronormbehälter mit Deckel aus dem Großmarkt. Besser, weil platzsparender – aber da musste die Wurst wieder in ihrer Metzgerverpackung bleiben. Ich mag es nicht, wenn verschiedene Wurstsorten aufeinander liegen und ich glaube, das ist auch nicht gut so für die Haltbarkeit. Nochmal was kaufen wollte ich nicht, also habe ich ganz einfach aus dem Vorhandenen geschöpft und unsere Salatschüsselchen genommen. Wir haben in den seltensten Fällen mehr als drei Sorten Wurst unter der Woche da und von daher ist das bisher meine finale Lösung! Gestapelt ist das eine geniale Sache und sieht zudem noch gut auf dem Tisch aus. :) Also … auseinandergebosselt meine ich. Wobei meine Jungs die Turmlösung sicherlich auch interessant fänden.

 

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Der Gastronormbehälter eignet sich inzwischen gut als Salatbehälter, da er eins der wenigen Behältnisse mit Deckel ist in der Größenordnung.

Bei Käse haben wir das Problem nicht, weil wir an Schnittkäse meist nur eine Sorte da haben. Ich habe noch eine kleine Glaskäseglocke, die ist prima!

Ich habe übrigens festgestellt, dass sich die Lebensmittel in den Keramik – Salatschüsseln mit Untersetzer drauf oder in Schraubgläsern bisher am längsten gehalten haben.

Und wo wir gerade bei Salat sind. Jetzt in der Sommersaison wird öfter gegrillt und wir nehmen natürlich auch gerne Salate mit. Aber wie transportieren, wenn man auf  Plastikschüsseln mit Deckel verzichten möchte? Am praktischsten sind für mich Glasgefäße in verschiedenen Größen mit Deckel und Schließe. :)

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Sieht grad nicht so appetitlich aus. Fehlt einfach ’n bißchen Farbvielfalt. Hm … :’D Rechts ist z.B. Kartoffelsalat drin und der wird nach Gebrauch einfach wieder in den Kühlschrank gestellt. Reibekäse hält sich superlang. Wenn ich überlege, wie oft ich das Zeug in Plastik verschweisst verschimmelt weggeschmissen habe … O_o Kein Vergleich.

Auch Reste von warmen Gerichten lassen sich genial aufbewahren oder transportieren in solchen Glasgefäßen. Es scheint, als wäre das die beste Lösung einer Lebensmittel-Aufbewahrungs-Kombination.

Dies setzt sich im Bad übrigens fort. Die Seifen von Lush und Co. gebe ich luftdicht verschlossen in Glasbehälter und stelle sie so in den Schrank. Denn das ist das einzige Manko: der Lichtschutz. Aber hinter den Schranktüren verwahrt, ist das denke ich – okay.

Inzwischen habe ich auch schon in Glasgefäßen eingefroren. Entgegen der Befürchtung, es könnte ein Unglück passieren, geht es einwandfrei. :)

Ein weiterer Vorteil ist, dass man nicht permanent neu kaufen muss. Man kann immer aus den schon vorhandenen Ressourcen schöpfen und vermeidet Neuvermüllung. Die Glasidee ist etwas, was sich weit verzweigt. Irgendjemand braucht oder hat immer welche da, da wir Mädels nun doch irgendwie zu Sammlern in diesem Bereich mutieren. :’D

Bewahr mich auf – manchmal doch gar nicht sooo schlecht! ;)


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Mohnblütensirup!

Da war ich also angefixt. Und weil ich gerne ein bißchen Bewegung einbauen wollte, habe ich mich gestern aufs Rad geschwungen. Meiner Erinnerung nach wusste ich auch noch genau, wo ich so ein großes Klatschmohnfeld finden konnte.

Tja – Pustekuchen. Dieses Jahr wächst da was ganz anderes. O_o

Egal – einmal auf dem Feldweg unterwegs, habe ich mich auf die Suche gemacht und habe überall, wo Ansammlungen von Klatschmohn war, einige Blütenblätter mitgenommen. Da ich nicht radikalerweise immer einen Abschnitt abgrasen wollte, dauerte das Unterfangen (Rauf aufs Rad – runter vom Rad, rauf aufs Rad – runter vom Rad) doch etwas länger als gedacht.

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Ein bißchen Beifuss habe ich ebenfalls mitgenommen und auch einige Lindenblüten (wobei ich die nur testweise eingesammelt hatte, weil ich gar nicht wusste, ob es tatsächlich Lindenblüten waren).

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Das Rezept ist im Grunde ganz einfach. Die Mohnblüten (meine Sammelerei ergab 20 g …) habe ich mit 100 ml kochendem Wasser aufgebrüht und auf der warmen Herdplatte ca. eine Viertelstunde vor sich hin ziehen lassen. Danach wird die Flüssigkeit durch ein Sieb abgegossen und nochmals im Topf mit 100 g Zucker aufgekocht. Manche lassen es vor sich hinsimmern, muss aber nicht. Der Zucker muss vollständig aufgelöst werden und dann kann man es noch etwas köcheln lassen. Bei der kleinen Menge hatte ich etwas Angst, mir verdunstet sonst alles.

Umgefüllt habe ich den Mohnblütensirup in eine kleine Flasche. Haltbar ist es so bis zu einem Jahr.

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Angewendet wird der Sirup bei Reizhusten (drei Teelöffel täglich). Da ich diesen gerade habe, probiere ich das doch gerne mal aus. :) Ganz einfache Sache, wirklich!!! Ich bin begeistert.

 


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Kräuterhexe ahoi!

Ach, was macht mir dieser Sommer Spaß!!! Gestern bin ich mit einer Gruppe Frauen unterwegs gewesen, die ein Geburtstagsgeschenk für meine Freundin eingelöst haben. Ich durfte mit. Bin ja auch kompatibel mit den meisten Menschen, so war es eine wirklich interessante Frauenrunde.

Wir waren unterwegs zu einer Kräuterhexenführung in Sieversheim … irgendwo im Nirgendwo (wo es allerdings zauberhaft ist).

Ich finde es äußerst nützlich, zu wissen, was wo blüht. Und vor allem, was man damit anstellen kann. Vielleicht habe ich aber auch zu viele Endzeitbücher gelesen. Dennoch: ich möchte vorbereitet sein. Egal, ob die Welt irgendwann einen erneuten Urknall erfährt oder ob ich unverhoffterweise doch durch einen Stein in die Vergangenheit falle. :D Nee – Quatsch – aber ihr wisst, was ich meine. Es vermittelt einem einfach ein gutes Gefühl.

 

Unsere Kräuterhexe erklärt uns ein bißchen was über Schafgarbe und Spitzwegerich.

Unsere Kräuterhexe erklärt uns ein bißchen was über Schafgarbe und Spitzwegerich.

 

Natürlich waren es alles moderne Frauen, die tatsächlich vollkommen vergessen hatten, Buch und Stift mitzunehmen. Vieles wurde per Handy dokumentiert. Schon ein wenig strange. Unser Weg mit der Sieversheimer Kräuterhexe führte uns bei mildem Wetter hinaus aus dem Dorf hinauf zur Hexenkanzel.

 

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Rauf zur Hexenkanzel. Nicht umsonst sind wir in der Rheinhessischen Schweiz. Warum ich so weit weg von den anderen bin … *räusper* … ach das ist jetzt mal egal. :’D

 

Die erste Station allerdings war ein Holunderbaum. Die Geschichte, die sie uns erzählte, hat sich mir sehr eingeprägt. Sie sagte, dass Holunderbäume immer menschennah wachsen. Früher hat man gesagt, dass dort die Seelen der Verstorbenen sitzen und über uns wachen.

Kleiner Exkurs extra für Marlene!!! Wir haben uns mit den Blättern des Holunderbaumes die Handgelenke und die Fußgelenke kräftig eingerieben – soll gegen Zecken helfen. Wir sind durch ziemlich viel hohes Gras gewandert – ich hatte keine!!!

Und so bewegte sich die Kräuterwanderung zum Dorf hinaus. Vorbei an Schafgarbe und Spitzwegerich (dessen Blätter schmecken zu Beginn der Saison in Butter geschwenkt nach Steinpilzen. Außerdem helfen die Blätter bei Schnittwunden und auch bei Stichen.) ging es nun denn hinauf zu Hexenkanzel.

 

Hier wurden sie runtergeschubst, die vermeintlichen Hexen. Logisch: war sie tot, war sie keine Hexe. Hat sie wundersamerweise überlebt (die Arme), war sie eine und wurde dennoch umgebracht. Unfassbar manchmal ...

Hier wurden sie runtergeschubst, die vermeintlichen Hexen. Logisch: war sie tot, war sie keine Hexe. Hat sie wundersamerweise überlebt (die Arme), war sie eine und wurde dennoch umgebracht. Unfassbar manchmal …

 

Sehr interessant fand ich auch zu wissen, was genau Beifuss ist. Eine der ältesten Heilpflanzen überhaupt. Wächst wie Unkraut am Wegrand. O_o Einiges hab ich mir auch nicht gemerkt. Da war es einfach sehr schön, sich die Geschichten dazu anzuhören. Mohnblüten und Johanniskraut haben mir auch sehr gut gefallen. Wie Johanniskraut aussieht, wusste ich überhaupt nicht. Wir feiern in ein paar Tagen in Mainz wie jedes Jahr die Johannisnacht mit dem Johannisfest. Und in diesem Jahr werde ich auch ein wenig von dem Kraut sammeln, habe ich beschlossen.

 

Johanniskraut. Wenn man es zerreibt ... wird alles rot.

Johanniskraut. Wenn man es zerreibt … wird alles rot.

Überhaupt hat diese Exkursion in die Wildkräuter die Tore der Hexenküche bei Frau trix wieder mal weit geöffnet. :) Wie das? Nun … das erzähle ich Euch morgen.

Was mich beschäft ist, wie das Wissen um die althergebrachten Kräuter und was uns alles die Natur geben kann, so weit in den Hintergrund rücken konnte. Liegt es daran, dass wir in einer bequemen Zeit leben? Zuviel schulmedizinischer Input? Zu viel Arbeit – mit den eigenen Händen?

Um nochmal zurück zu kommen zum Anfang und den Endzeitgeschichten. Manchmal wird es mir schon ein wenig komisch, wenn ich daran denke, dass ich echt schlecht überleben könnte in der Natur. Ein großes Manko. Noch vor zwei Generationen war es eine Selbstverständlichkeit. Selbst meine Mutter hatte noch weit mehr Wissen von ihrer Mutter mitbekommen. Pech, wenn man in der Aptamil- und sonstiger Wohlstandszeit aufwächst.

Ich fände es äußerst schade, wenn dieses Wissen verschütt geht. Dabei bin ich noch nicht mal ein typischer „Ök“. Oder esoterisch angehaucht. Gar nicht. Vielleicht beginne ich nur, ein wenig aufmerksamer und offener zu werden. Spannende Geschichte. :)

Killefitz gibt es überall. Augen auf beim Kräuterlauf. :D

Killefitz gibt es überall. Augen auf beim Kräuterlauf. :D


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Neunzehn!

Für einen besonderen Menschen.

Danke!

Ich habe gelernt, dass man das Leben

nicht als selbstverständlich hinnehmen sollte.

Danke für so vieles.

Auch für vom Rotwein blaue Lippen in frühen Morgenstunden.

Fürs Durchhalten. Aushalten. Behalten.

Wahrnehmen. Aufnehmen. Festhalten.

Mitlachen. Mitleiden. Gutleiden.

Für zwei wunderbare Kinder.

Neunzehn gute Jahre.

Höhen. Tiefen.

Leben.

Und.

Lieben.

:)