Das Leben ist wild!

Das Maß finden!

6 Kommentare

Wie ich schon vor einigen Wochen anmerkte: Plastikmanagement ist nichts, was von heute auf morgen passiert. Es ist ein Prozess. Im Grunde kann man sich vorstellen, dass man ausnahmsweise schon auf der Spitze des Berges angekommen ist und – ganz anders als man das normalerweise so will – Stück für Stück diesen Berg abtragen möchte, statt ihn in weitere Höhen zu treiben.

Jeder Tag ist eine Herausforderung, aber ich merke, dass jeder Einkauf leichter wird. Der Massenkonsum reduziert sich. Ich habe mich nahezu von Vorratshaltung verabschiedet. Und die Qualität, die sich beim Zubereiten eines Menüs schon in den Zutaten zeigt, spiegelt sich im Essensgenuss wieder.

Im Bad stelle ich immer wieder fest, dass ich nicht viel brauche. Und warum auch? Ich benutze nur Lippenstift. Das Abschminken geht also gut mit Wasser und Seife. Die Plastikbehälter weichen nach und nach.

Heute habe ich in unsere gelbe Tonne geschaut und war wirklich überrascht. Jetzt ist der Punkt gekommen, wo die Minimierung endlich Früchte trägt. Es scheint so, als hieße, den Berg abzutragen, ihn erst einmal zu polstern. Und wenn diese Endpolsterung abgeschlossen ist, in Form von Aufbrauchen des Althergebrachten, kann man gemächlich „absteigen“. :)

Und wisst ihr was? Ich stecke an. In Gesprächen und darauffolgenden Taten bemerke ich auch ein Umdenken bei anderen. Es werden längst vergrabene Nichtplastikschätze von Muttern hervorgeholt. Einkaufsmöglichkeiten werden gefunden. Und Menschen, denen ich das auf den ersten Blick nicht wirklich zutraute, reden von „Bulk“ und wie das Einkaufen früher war.

Ich habe mir bis zu den Sommerferien konsequentes Aufbrauchen zum Ziel gesetzt. Aufbrauchen und Überdenken des Vorhandenen. So langsam trennt sich die Streu vom Weizen und ich merke, dass der Prozess des Ausmistens noch nicht abgeschlossen ist. Es gibt so Zimmer, da fasse ich so ungern etwas an. Aus Angst, die Büchse der Pandora schon wieder einen Hauch weiter zu öffnen. Im Moment muss ich eh langsam machen, denn vor ein paar Tagen habe ich mir den Hals verrenkt. Tut echt weh und ich bin wirklich ziemlich bewegungeingeschränkt.

Vielleicht eine natürliche Ausbremsung. Eine unbewusste Maßnahme der Entschleunigung. Um das Maß der Dinge zu finden …

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

6 Kommentare zu “Das Maß finden!

  1. Was für ein witziger Zufall. Gerade vorhin habe ich ebenfalls einen Beitrag zum Thema „das Maß finden“ geschrieben, der heute abend um 18.00 Uhr veröffentlicht wird. :) Bei mir geht’s vor allem um Konsum, da ich diesen Monat eine „no-spending“-Challenge mache, also außer für Nahrungsmittel versuche kein Geld auszugeben.

    Ich wünsche dir gute Besserung für deinen Rücken und Kraft, um auch die schwierigen Ecken, Schubladen und Zimmer anzugehen!

    Liebe Grüße, Apfelmädchen/Svenja

  2. Hallo Trix!

    Wunderschön geschrieben! Ich habe auch das Gefühl, dass es mit der Zeit leichter wird. Man gewöhnt sich an die Dinge und man muss nicht mehr so viel suchen, um das zu bekommen, was man möchte.

    Aber vor allem – so wie Du schreibst – der Essensgenuss ist viel höher!

    Dir wünsche ich gute Besserung, hoffentlich bist Du bald wieder fit!

    lg
    Maria

  3. Diese ganze Minimalismus-Sache ist ein Prozess. Ich halte für mich nichts von Radikallösungen. Das muss alles wachsen; um so gefestigter ist es. Und bei mir geht das auch in Schüben.

    Witzig, das mit dem Aufbrauchen … da bin ich nämlich auch dran. Ein bisschen Vorratshaltung will ich dennoch betreiben, aber ich muss ja keine drei Monate damit auskommen ;-) So ein paar ‚Büchsen‘ habe ich auch noch …

    Gute Besserung für Hals und Nacken und LG, Franka

    • Das hab ich auch gemerkt, wenn man dem Ganzen Zeit gibt, dann bleibt es auch nachhaltig im Tun. Mal mehr, mal weniger schnell. Der Lehrer meines Sohnes hat mal gesagt: „Es ist ein wichtiger Punkt, zu wissen, wann man schnell arbeiten muss und wann man sich der Qualität halber Zeit lassen sollte“. Recht hat er. :) lg

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