Das Leben ist wild!

Nörgelei!

19 Kommentare

Wenn ich krank bin (jetzt schmerzt mein Hals nicht nur außen, sondern auch innen … und gehustet hab ich auch die ganze Nacht), dann habe ich die Eigenart zu nörgeln. So. Da könnt ihr jetzt mal grad gaaaar nix dran ändern. Und weil nur ein stoisch ruhiger Kater neben mir liegt, den das nicht die Bohne juckt, müsst ihr das jetzt eben mal ausbaden.

Wisst ihr, was mich ankäst, während ich hier so liege und Zeit zum Nachdenken habe, ist, dass sich meine Bemühungen um plastikfrei in manchen Bereichen so schleichend langsam entwickeln. Das ist vielleicht ein Mist. Im Bad fällt derzeit nämlich schneller der Unterwäsche-Badutilities-Waschlappen-Schrank auseinander als dass ich das ganze Duschgel aufbrauchen kann! Das ist aber auch  schwierig, wenn man zu jeder Gelegenheit Duschgel (auch gern für die ganze Familie) geschenkt bekommt. *argh* („Stimmt – ich hatte vergessen, dass ihr ja kein Plastik mehr wollt“) Glücklicherweise isses grad so heiss … der Sprung unter die Dusche kommt da etwas häufiger vor, man will ja seine Nachbarn nicht geruchsmässig in die Flucht schlagen. Obwohl …

Ich red mir das immer schön, denn im Grunde ist es gut, zu entschleunigen und nicht alles auf einmal zu wechseln. Auch fürs Portemonnaie. Aber trotzdem. TROTZdem!!!

Und dann bringt es mich auf die Palme, dass ich immer noch so viel Klamotten hier rumliegen habe, dass das, was sich hier auf dem Geländer vom Bett tummelt, genauer betrachtet, die dreifache Menge dessen ist, was von meinem Mann da hängt (gelogen … die … 7 fache Menge …) Bei ihm hängen zwei Hosen und ein T-shirt. Pffff … Vielleicht bringt mich auch zum Kochen, dass ich so unorganisiert bin und nie – nie – niemals ein ordentlicher Mensch werden KANN! Ich existiere in meinem kleinen Mikrochaos. Für diese Woche habe ich mir vorgenommen: ich werde Herrin über all diese Kleiderberge. Wo kommt das nur alles her? Ich hab doch gar nichts mehr? O_o

Der Kater hat sanft die Augen geschlossen und ruht immer noch unbeeindruckt neben mir. Ich dachte, Katzen spüren die kleinste Gemütsregung und er flüchtet gleich, ob der Gefahr einer drohenden Dosenöffnerexpolosion?! Wer hat eigentlich dieses Wort erfunden. Nicht, dass ich Mutter, Putzfrau, Heilpädagogin, Vergnügungsministerin, Geliebte, Bügelfroillein und was weiss ich denn alles bin: nein!!! Reicht nicht. Jetzt bin ich auch noch ein Dosenöffner. Ich schätze, Katzen würden einen anderen Namen wählen. Jetzt mal ehrlich. Dosi … noch viel beknackter. Gestatten. Mein Name ist Dosenöffner. Dosi Dosenöffner.

Und wenn ich dann nicht mehr krank bin: wieso finden alle Veranstaltungen inkl. Hochzeitstag (’schuldigung, Schatz, falls Du das liest. Du weisst, ich bin krank und da MUSS ich nörgeln) an einem Tag statt? Und zwar alle Veranstaltungen. Für jedes Familienmitglied. Der eine hier, der andere da, die nächsten beiden wieder hier und am besten das Ganze mit einem Kuchen, in Sportlaune, kunstbegeistert, motiviert, engagiert … und überhaupt! Romantisch! Romantisch hab ich glatt vergessen (’schuldigung, Schatz, falls Du das liest. Du weisst, ich bin krank und da MUSS ich nörgeln – und vergesslich werde ich dann eh).

Ich nörgele ja jetzt nur im Kleinen – von der globalen Erderwärmung fang ich gar nicht an. Man soll ja immer brav vor der eigenen Haustür kehren. Was ich auch brav jeden TAG MACHE!!! Denn seit einer Woche fällt die überdimensionierte Fuchsie täglich fünf mal um, das arme Ding, und im Vorgarten sieht es aus wie Bombe. Gestern habe ich dann im Schweisse meines Angesichts die Fuchsie umgetopft. Schluß mit sinnloser Fallerei. Festgemeisselt steht sie da. So. Basta.

Vor der Haustür wird es nicht besser, denn wenn man krank ist, dann hat man so gar keine Lust auf Hausarbeit. Ein elendiger Kreislauf. Und dann regt man sich auf. Und dann wird man nicht gesund. So. Basta. Nochmal.

Und deshalb. Und weil ich mir jetzt die Puste ausgeht und weil ich langsam nicht mehr „und“ schreiben mag, sondern mich dem Tag stellen werde … brav, zivilisert, unfähig vor Halsschmerzen zu reden … hör ich jetzt auf mit der elendigen Nörgelei. So. Basta. Endgültig.

tiger sofa

„Ich mach Dich gesund!“ Janosch

 

 

„Ich mach Dich gesund“  sagte der kleine Bär

;)

Sag doch mal  „Bouillon“ …

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

19 Kommentare zu “Nörgelei!

  1. Gute Besserung! Und Nörgelei muss raus, macht sonst noch mehr kranker. Katzen spüren alles. Offenbar brauchst Du aber gerade einen ruhenden Pol neben Dir, deshalb trollt sich der Gute nicht zum nächsten Ponyhof. Der weiß schon, wo er hingehört!

  2. Ilsebilse, keiner willse…ach watt, nörgeln tut manchmal einfach gut…:-) Gute Besserung, Dosi . LG K

    • Ich hab neulich einen Spruch in einem meiner Lieblingsläden gelesen. Die haben so hippe Schilder mit allerhand Sprüchen drauf: „Wenn ich alt bin, werde ich nur noch nörgeln. Das wird ein Spaß!“ :D

  3. Ach Trixlein! Ich wünsche Dir ganz schnelle gute Besserung!! Bald ist alles wieder gut und dann schmeißte die olle Wäsche einfach in die Maschine! Schwupps!! Alles halb so wild! Küsschen ❤️

    • Das ist wirklich schön, von Dir zu lesen. Als ich es las, hatte ich übrigens gerade tatsächlich die Klage vom Mund in die Hand genommen und alles verräumt und eine Maschine angestellt. :) Der krönende Abschluß war allerdings der Strafzettel für zu schnelles Fahren … ich sammel die Teile in diesem Jahr. argh! lg und Bussi zurück

  4. Oh je bei dem Wetter Halsschmerzen Ich wünsche Dir gute Besserung, und nörgeln ist besser als essen…. :-)……Obwohl Eis bei dem Wetter tut auch gut.

    In welcher Form kaufst du denn Duschgel ? Benutzt du ausschließlich Seife ? Steh gerade auf dem Schlauch….
    Liebe Grüße

    • Ah! Sternchen!!! :) Nörgeln ist besser als essen … ich kann beides, sei versichert. *jammer*

      Also die Sache mit dem Duschgel gehört in die Kategorie „Plastikmanagement“. Es ist so, dass ich Anfang des Jahres plötzlich ein Aha-Erlebnis beim Gemüseeinkauf hatte (alles verpackt) und beschlossen habe, das will ich nicht mehr. So nach und nach verschwindet der Plastikanteil in unserem Haus. Schüsseln … Aufbewahrmöglichkeiten … aber auch in Form von weniger und ausgewähltes Putzmittel und eben die Dinge der täglichen Pflege. Ja – ich habe auch Waschseife. Und Shampoo in Festform. Aber ich muss halt auch das noch vorhandene Zeux aufbrauchen. Es ist zu schade, zum Wegwerfen. Denn ich möchte grundsätzlich weniger Müll produzieren. :) lg

  5. Manchmal muss man solche Gedanken einfach raus lassen, tief durchatmen und sich wieder hinlegen bzw. ausruhen, wenn man krank ist.

    Das Duschzeug kann einem sehr auf die Nerven gehen… meine Schwester schenkt mir „leider“ auch ab und zu etwas. Da ich aber nur sehr wenig brauche, hält sich das Zeug ewig. Wegschmeißen will ich es auch nicht, da geht es mir wie dir.

    Aber irgendwann hast du auch Berge von Plastik-Verpackungen von Duschgel, Schampoo und allem anderen aufgebraucht und näherst dich der Plastikfreiheit wieder ein Stück an. :) Ich denke, du bist schon viel weiter, als viele andere – perfekt ist niemand. Niemand. :)

    • Also … in einem Jahr bin ich bestimmt ganz sicher wirklich und in echt plastikfrei im Bad. Bis dahin heisst es wohl: alle Mann/Frau unter die Dusche!!! :D Hopp!

      Perfekt wär ja auch superlangweilig! ;) lg

  6. Das Gleiche bei mir: Beim Blick in den Waschbeckenunterschrank frustriert festgestellt, dass ich wieder 3 Plastikflaschen geschenkt bekommen habe und unbedingt verbrauchen will. Wie Trix wohl so weiterkommt hab ich mich dann gefragt und reingeschaut. :)

  7. Hallo Trix – und die anderen ungeduldigen!

    Zuerst einmal gute Besserung!

    Und dann meine Info zu Bad. Ich hoffe, es ist nicht zu frustrierend, es eigentlich aufmunternd gemeint so à la „es geht nicht nur mir so“

    Ich habe es innerhalb von einem Jahr noch nicht geschafft, alle Haarshampons und Duschgelflaschen aufzubrauchen. Nicht dass ich den Monstervorrat hatte und auch nicht, dass ich jetzt so mega-pfui bin und nie dusche oder nie Haare wasche. Aber das Zeug hält echt verdammt lange.

    Was ja aus abfalltechnischer Sicht ganz gut ist, weil nicht ganz so viel Plastikmüll anfällt bei den anderen (und derzeit auch noch bei mir)

    Aber es ist ein Ende in Sicht, ich habe gerade die letzte Flasche Duschöl angefangen und nur noch 1 Flasche Haarshampon. Dann kann ich endlich die nächsten Schritte in Richtung plastikfreies Bad setzen.

    Nachtcreme ist auch beinahe aus und habe ich schon eine Naturkosmetik-Nachtcreme gekauft.

    Ich habe es einfach ignoriert und mich auf andere Bereiche konzentriert. Irgendwann kommt es eh von selbst, dass alles verbraucht ist. Der Vorteil ist, ich habe mich nicht um alle Umstellungen gleichzeitig kümmern müssen.

    Immer schön eines nach dem anderen und so konnte ich mich auf ein Ding konzentrieren.

    lg
    Maria

    • Wenn man das so reflektiert betrachtet, hat es tatsächlich was Gutes: man verbraucht weniger, als man denkt im Badezimmer. Hast recht – besser man nimmt die Badumstrukturierung als einen Begleiteffekt mit. ;D

  8. Oh, wie schön: Janosch habe ich immer als Kind auf Video gucken dürfen, wenn ich krank war.

    Und gewisse Sachen aus deinem Post kann ich voll und ganz unterschreiben – ich war heute völlig genervt von allen Aufgaben und im Kleinen von meinem Klamottenberg (ebenfalls ca. 7fach größer als der von meinem Mann). Aber ich bin auf einem guten Weg und das zählt doch!

    lg
    Nanne

  9. Pingback: Best of Plastikfasten | widerstandistzweckmaessig

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