Das Leben ist wild!

Kräuterhexe ahoi!

10 Kommentare

Ach, was macht mir dieser Sommer Spaß!!! Gestern bin ich mit einer Gruppe Frauen unterwegs gewesen, die ein Geburtstagsgeschenk für meine Freundin eingelöst haben. Ich durfte mit. Bin ja auch kompatibel mit den meisten Menschen, so war es eine wirklich interessante Frauenrunde.

Wir waren unterwegs zu einer Kräuterhexenführung in Sieversheim … irgendwo im Nirgendwo (wo es allerdings zauberhaft ist).

Ich finde es äußerst nützlich, zu wissen, was wo blüht. Und vor allem, was man damit anstellen kann. Vielleicht habe ich aber auch zu viele Endzeitbücher gelesen. Dennoch: ich möchte vorbereitet sein. Egal, ob die Welt irgendwann einen erneuten Urknall erfährt oder ob ich unverhoffterweise doch durch einen Stein in die Vergangenheit falle. :D Nee – Quatsch – aber ihr wisst, was ich meine. Es vermittelt einem einfach ein gutes Gefühl.

 

Unsere Kräuterhexe erklärt uns ein bißchen was über Schafgarbe und Spitzwegerich.

Unsere Kräuterhexe erklärt uns ein bißchen was über Schafgarbe und Spitzwegerich.

 

Natürlich waren es alles moderne Frauen, die tatsächlich vollkommen vergessen hatten, Buch und Stift mitzunehmen. Vieles wurde per Handy dokumentiert. Schon ein wenig strange. Unser Weg mit der Sieversheimer Kräuterhexe führte uns bei mildem Wetter hinaus aus dem Dorf hinauf zur Hexenkanzel.

 

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Rauf zur Hexenkanzel. Nicht umsonst sind wir in der Rheinhessischen Schweiz. Warum ich so weit weg von den anderen bin … *räusper* … ach das ist jetzt mal egal. :’D

 

Die erste Station allerdings war ein Holunderbaum. Die Geschichte, die sie uns erzählte, hat sich mir sehr eingeprägt. Sie sagte, dass Holunderbäume immer menschennah wachsen. Früher hat man gesagt, dass dort die Seelen der Verstorbenen sitzen und über uns wachen.

Kleiner Exkurs extra für Marlene!!! Wir haben uns mit den Blättern des Holunderbaumes die Handgelenke und die Fußgelenke kräftig eingerieben – soll gegen Zecken helfen. Wir sind durch ziemlich viel hohes Gras gewandert – ich hatte keine!!!

Und so bewegte sich die Kräuterwanderung zum Dorf hinaus. Vorbei an Schafgarbe und Spitzwegerich (dessen Blätter schmecken zu Beginn der Saison in Butter geschwenkt nach Steinpilzen. Außerdem helfen die Blätter bei Schnittwunden und auch bei Stichen.) ging es nun denn hinauf zu Hexenkanzel.

 

Hier wurden sie runtergeschubst, die vermeintlichen Hexen. Logisch: war sie tot, war sie keine Hexe. Hat sie wundersamerweise überlebt (die Arme), war sie eine und wurde dennoch umgebracht. Unfassbar manchmal ...

Hier wurden sie runtergeschubst, die vermeintlichen Hexen. Logisch: war sie tot, war sie keine Hexe. Hat sie wundersamerweise überlebt (die Arme), war sie eine und wurde dennoch umgebracht. Unfassbar manchmal …

 

Sehr interessant fand ich auch zu wissen, was genau Beifuss ist. Eine der ältesten Heilpflanzen überhaupt. Wächst wie Unkraut am Wegrand. O_o Einiges hab ich mir auch nicht gemerkt. Da war es einfach sehr schön, sich die Geschichten dazu anzuhören. Mohnblüten und Johanniskraut haben mir auch sehr gut gefallen. Wie Johanniskraut aussieht, wusste ich überhaupt nicht. Wir feiern in ein paar Tagen in Mainz wie jedes Jahr die Johannisnacht mit dem Johannisfest. Und in diesem Jahr werde ich auch ein wenig von dem Kraut sammeln, habe ich beschlossen.

 

Johanniskraut. Wenn man es zerreibt ... wird alles rot.

Johanniskraut. Wenn man es zerreibt … wird alles rot.

Überhaupt hat diese Exkursion in die Wildkräuter die Tore der Hexenküche bei Frau trix wieder mal weit geöffnet. :) Wie das? Nun … das erzähle ich Euch morgen.

Was mich beschäft ist, wie das Wissen um die althergebrachten Kräuter und was uns alles die Natur geben kann, so weit in den Hintergrund rücken konnte. Liegt es daran, dass wir in einer bequemen Zeit leben? Zuviel schulmedizinischer Input? Zu viel Arbeit – mit den eigenen Händen?

Um nochmal zurück zu kommen zum Anfang und den Endzeitgeschichten. Manchmal wird es mir schon ein wenig komisch, wenn ich daran denke, dass ich echt schlecht überleben könnte in der Natur. Ein großes Manko. Noch vor zwei Generationen war es eine Selbstverständlichkeit. Selbst meine Mutter hatte noch weit mehr Wissen von ihrer Mutter mitbekommen. Pech, wenn man in der Aptamil- und sonstiger Wohlstandszeit aufwächst.

Ich fände es äußerst schade, wenn dieses Wissen verschütt geht. Dabei bin ich noch nicht mal ein typischer „Ök“. Oder esoterisch angehaucht. Gar nicht. Vielleicht beginne ich nur, ein wenig aufmerksamer und offener zu werden. Spannende Geschichte. :)

Killefitz gibt es überall. Augen auf beim Kräuterlauf. :D

Killefitz gibt es überall. Augen auf beim Kräuterlauf. :D

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

10 Kommentare zu “Kräuterhexe ahoi!

  1. ich als fast-Hexe finde das gut, wenn Frauen / Menschen sich wieder für ihre Umwelt interessieren. Ich glaube einfach, es wurde immer wieder überliefert, das alles gut ist, NUR NICHT die Natur mit ihren Heilkräutern. Der Medizinglaube ist sehr männlich, antibiotisch( lass dir dieses Wort auf der Zunge zergehen!) Bios – das Leben? Ich pflanze langsam , aber sicher immer mehr alte Heilkräuter in meinem Garten- keiner merkt es , weil sie so schön sind. Wunderbare Stauden. Blühende Schönheiten!

  2. Auf so eine Tour hätte ich auch mal total Lust!

  3. Oh wie schön und spannend! Sowas hätte ich auch gerne mitgemacht. Bin auch so eine kleine verkappte Kräuterhexe.

    Aus Johanniskraut kann man das wunderbare Rotöl machen. Mit dem Rezept kam Sohnemann(!) aus der Schule (!!). Einfach Blüten in eine Flasche Stopfen und mit Olivenöl auffüllen, in die Sonne stellen. Leider hat meine Mom mein Johanniskraut als Unkraut identifiziert und entsorgt :-( Muss also wieder neues finden. Sollte jetzt in der Blütezeit nicht so schwer sein :-)

  4. Der Ausflug klingt sehr interessant und im positiven Sinne lehrreich.

    Beim Sammeln von Pflanzen habe ich immer „Angst“, die falsche Pflanze zu erwischen. Andererseits übt das Sammeln auf mich einen ungeheuren Reiz aus und ich bin in dieser Hinsicht kein vollkommen unbeschriebenes Blatt. Ohne meinen „Pflanzenführer“ in Buchform würde ich mich allerdings nicht trauen.

    Deshalb habe ich großen Respekt vor Menschen wie dieser „Kräuterhexe“, die ein so umfassendes Wissen über regionale pflanzen haben. :)

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