Das Leben ist wild!


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Sommerpause …

Vielen lieben Dank für all die Genesungswünsche. Ich habe sie alle gelesen und mich gefreut. :)

Aus gegebenem Anlass muss ich ein bißchen kürzertreten und mache hier Pause. Mein Ziel: das Gleichgewicht finden. Ich steh ein bißchen gesundheitlich neben mir und der Tag ist geprägt von Ausruhen und physiotherapeutisch die Balance  wiedergewinnen. Zudem dürft ihr mich jetzt „Pille“ nennen … ich hab ein ganzes Arsenal an Tabletten, die nun nach der Schockcortisontherapie folgen. Auf dem Foto ist noch die Krankenhausration … öhm. Das sieht jetzt anders aus.

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Nur kurz zum Thema „Cortison“: Wir produzieren dies im Grunde selbst und es gilt als notwendig. Es ist z.B. verantwortlich für unseren Stoffwechsel und kurbelt uns morgens an. Zudem wirkt es Entzündungen entgegen. Grundsätzlich wird – wie ich finde – viel zu viel und vor allem viel zu langzeitbelastet mit Cortison behandelt. In meinem Fall wird eine sogenannte hochdosierte Schocktherapie eingesetzt. Im Moment bin ich dabei, das Medikament wieder auszuschleichen. Das dauert – denn einfach absetzen ist suboptimal. Lässt dummerweise für mein Gewicht nichts Gutes vermuten. Sei es drum: ich muss das jetzt erst einmal durchziehen. Der Rest ergibt sich danach. ;)

Ich hoffe von Herzen, in ein paar Wochen wieder fit zu sein. Bis dahin wünsche ich Euch

einen erholsamen Sommer. Geniesst das Leben, geht raus in die Sonne und das Wichtigste: bleibt gesund!


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Dreh Dich, kleiner Kreisel …

Eigentlich (sic!) sollte jetzt hier ein Bericht meines Wanderwochenendes in der Eifel stehen. Wir haben dort tolle Wanderungen auf den Traumpfaden gemacht. Aber manchmal kommt es anders, als man denkt.

Deshalb kommt erst die unverhoffte Geschichte und ich hoffe in ein paar Tagen dann der Traumpfad. :)

Ich musste das Wochenende nämlich abrupt abbrechen, da sich mein gesundheitlicher Zustand seit Freitag zusehends verschlechterte. :( Leichter Schwindel ab und an wurde zu einem Dauerschwindel nach der großen Tour auf dem Förstersteig. Ich frag mich wirklich, wie ich diese Runde heil hinter mich  konnte. Aber gut. Zu Beginn ging es mir doch recht gut. Wir waren nur im Schatten unterwegs und ich habe sicherlich über drei Liter Flüssigkeit zu mir genommen (Wasser … alkfreies Radler … einen Einkehrkaffee). Also lies sich ein Sonnenstich gleich mal ausschließen.

Abends nach der Wanderung ging nichts mehr. Nur noch hinlegen und knapp 12 Stunden schlafen. Am nächsten Tag habe ich dann meinen Mann gebeten, mich in der Eifel abzuholen. Mir tut es immer furchtbar leid, wenn ich andere Menschen quasi zum Umdisponieren ihrer Pläne bewegen muss und ich leide dann noch dreimal mehr. Ich scheine auch ein Faible für das Verfallenlassen von Zugtickets zu haben. O_o

Am gleichen Tag hat er mich in die Notaufnahme der HSK – Kliniken in Wiesbaden gebracht, wo ich neurologisch und hno-ärztlich untersucht worden bin. Während der langen Wartezeiten, die ich glücklicherweise im Liegen verbringen durfte, erlebt man so einiges. Ich darf sagen – ich bin eine harmlose Patientin!!! Die Geschichten am Wegrand sind wirklich, wirklich weitere Posts wert.

Die neurologischen Test waren skurill in meiner eigenen Interpretation (Auf der Stelle treten – „ich beende dann mal Ihre Reise“ – das Suchen nach der nicht vorhandenen Nasenspitze), das CT ohne Befund, ebenso die Schallung der Halsschlagadern.

Das einzige Mal stur wurde ich, als der HNO mir so ein 30 cm – Rohr vor die Nase hielt und sagte: „Und nun schaue ich noch in ihren Hals rein!“ – „Damit?“ – „Ja!“ … entsetztes, aber wie ich fand doch sehr gebieterisch und resolutes „NEIN!“ meinerseits. „Doch!“ sagte er (und schmunzelt – unfassbar) „ich ziehe jetzt an ihrer Zunge, sie sagen „Aaaahhh“, ich schau rein und es tut auch gar nicht weh!!!“ Wenn er nicht so nett gewesen wäre … *seufz* Und es ging wirklich blitzfix und tat nicht weh. Das kam später, als er den Pfropf vorm Trommelfell entfernte und mich fragte, welchen Beruf ich ausübe. Sowas macht mich immer stutzig. „Sie wollen mich nur ablenken, ich durchschau das schon! Ich schätze, jetzt tun Sie mir wirklich gleich weh!“ …

Dann sagt er, dass der Pfropf (passiert schon mal, sagte meine HNO vor einigen Jahren, wenn man immer auf einer Seite schläft – aber ich geh da jetzt mal nicht weiter drauf ein …) … also dass der Pfropf (es wird nicht besser, auch wenn ich es nochmal schreibe. :’D) nur unterstützend gewirkt hat. Einen Hörsturz schließt er aus, da ich keinen Tinnitus habe und auch nicht halbseitig taub bin. ABER …

einen Infarkt der Gleichgewichtsorgane habe ich. Die glorreiche Auswahl: fünf Tage im KH am Tropf oder eine hochdosierte Cortisonkur, die innerhalb von zehn Tagen ausgeschlichen wird. O_o Hat der gerade „Infarkt“ gesagt – ich meine, ich bin wirklich grad extremst neben der Spur. Hat er. Ich habe mich für die Cortisonkur entschieden. :(

Wenn es nicht besser wird, muss ich morgen an den Tropf.  Ich liege jetzt und neben mir der Kater. Außerdem höre ich meine alten Kinderkassetten. Ich bin ein kindheitsgeprägter ??? Drei Fragezeichen – Fan. Tja … um es mit den Worten von Justus zu sagen:

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„Dies ist wirklich ein spezial gelagerter Sonderfall“

Der Bericht vom Traumpfad – Wochenende folgt im Laufe der Woche. Nun werde ich mal ein bißchen die Füsse still halten (haha – Wortwitz … ) und ein bißchen auf mein inneres Gleichgewicht achten.

Stay tuned … dann erzähle ich Euch Geschichten vom Förstersteig und einer zauberhaften Pension, von einem kuriosen Nudelgericht und wie der Rothschild einfach mal so mitwandern musste, der alte Baron. :)


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Plastik vs. … Rouuund 2!

Es gibt Bereiche, da fällt es mir wirklich schwer, minimalistisch und vernünftig zu handeln. Eindeutig auf Reisen – denn, wann komme ich denn nochmal wieder jemals irgendwann bis ans Ende meiner Tage dort hin??? Ja, oder?!

Vor allem diese kleinen mediterranen Läden haben es mir angetan, in denen man allerlei herzergreifend schöne Dinge kaufen kann. Allein um des Habens Willen.

Ein Faible habe ich für Seifen. Aber auch Küchenkillefitz ist schön. Schöne Schalen, Kochlöffelablegeschalen, Schreibuntensilien … wenn ich könnte, wie ich wollte … alles meins. Aber dann schaltet sich glücklicherweise die Vernunft ein.

 

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Und jetzt das! Ich stelle mein Badezimmer auf plastikfrei um. Und ganz ehrlich, wir können uns bei den Nachbarn in Holland und Frankreich eine bißchen was abgucken bezüglich toller Seifen. Es wird so langsam … aber man muss genau schauen.

Wohlweislich habe ich also an Ostern aus dem kleinen Dorf Veere eine Seife mitgenommen. Obwohl ich eine hatte. Und hier greift: plastikfrei ist nicht gleich besser. Auch hier lohnt genaues Hinschauen und man sollte eher qualitativ hochwertig kaufen.

Zurück zu „und jetzt das!“. Ich wundere mich schon eine zeitlang, aber ich habe zwei Buben, da passiert viel in so einem kleinen Waschbecken. Aber nach reiflicher Überlegung bin ich zu der Überzeugung gekommen: es lag an der Seife und da musste sie gehen. Mein Waschbecken im Gäste-WC sah permanent aus, als ob sich ein Maurer nach getaner Arbeit die Hände gewaschen hat … alles weiss, krümelig und irgendwie komplett blind. Immer eine leicht wasserabweisende „Staub“schicht. Die Seife war der Übeltäter. Ich hatte eine Nivea – Seife gekauft. Super in einer Tonpapierbox, nicht in Plastik eingetütet. Und erschwinglich.

Allerdings störte mich schon gleich der Geruch. O_o Und kennt ihr das? … Die Hände fühlten sich nach dem Waschen irgendwie immer so trocken an. Also schon beim Waschen fehlte das seifig – wohltuende  – flutschige Gefühl. :’D Ihr wisst, was ich meine.

Leider gehört Seife nicht zu den Dingen, die man vor Ort ausprobieren kann. Und gerade da wäre es wünschenswert … So kann ich nur hoffen, nicht permanent falsch zu greifen.

Und dann muss das Teil einfach gehen, es kann nicht sein, dass es Mehrarbeit bedeutet. Ich möchte Händewaschen und nicht auf der Lauer liegen und permanent die wasserabweisende Restseife aus dem Becken kratzen müssen. Deshalb greife ich allerdings nicht auf Flüssigseife im Plastikspender zurück. ;)

Für Seifenstückskeptiker: „Eine Vermehrung ist für Viren eher nicht, für Bakterien und Pilze je nach Inhaltsstoffen der Seife nur sehr eingeschränkt möglich“, sagt Franz Reinthaler vom Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Medizinischen Universität Graz.

Ein Tip von Tanja Heller ist auch gut: wer die Seife nicht in die Hand nehmen mag, nur kurz drüberstreichen mit den wassernassen Fingern, auch das hat beim Aufschäumen eine reinigende Wirkung.

Meine Einschätzung ist, dass es eher so ist, dass sich der unangenehme und bakterienanfällige Schlonz in den Auffangschalen sammelt, also immer schön ausspülen. ;)

Ergo: Seife ist nicht gleich Seife. Die aus Südfrankreich mitgebrachte im Familienbad liegende hat nicht solche Allüren. Jetzt habe ich die Kaffeeseife aus Holland im Gäste-WC deponiert. Hat gleichzeitig noch einen positiven Geruchseffekt. :)

 

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Ich hoffe, die Besucher freut es.  Und mein Waschbecken erst …

Welche Seifen könnt ihr empfehlen? Welche riechen lecker und sauen nicht alles ein? Und ist teuer auch gleichzeitig besser? Fragen über Fragen. Ich freue mich auf Eure Antworten. :)


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Der Tag danach!

Ich habe wenig geschlafen. Ein feierlastiges, kurzweiliges, intensives Wochenende. Und dann auch noch Endspiel. Ich war und werde wohl nie ein eingefleischter Fußballfan. Weder aktiv noch vorm Bildschirm, aber meinen Kindern zuliebe … *seufz*.

Also bin ich müde. Stand der Dinge: Augenringe. Und die Erkenntnis …

 

Heute nacht!!!

Deutschland ist Weltmeister!

Seit meiner Kindheit gibt es immer wieder Momente, in denen sich Ereignisse verknüpfen. Diese Weltmeisterschaft wird wohl für meinen ältesten Sohn immer mit der Tatsache verknüpft sein, dass er  zum Auftakt der diesjährigen WM zwei Milchbackenzähne gezogen bekam.

Dennoch. Er ist kindlich zufrieden. Die Sommerferien stehen vor der Tür. Das Zeugnis ist schon ausgegeben. Draußen ist es schwül. Es hat geregnet und langsam erholt sich der Himmel vom Gewitter. Wir feiern das 65. Weinfest. Mit der Vespa wurde noch schnell Proviant geholt. Es steht alles bereit für das finale Spiel („Mama – die Alten sagen „Endspiel“ – wir sagen „Finale“.“)

Abpfiff. Ein jubelndes Kind im Arm. Es ist spät in der Nacht. Alle sind aufgeregt und doch sooooo sehr müde.

Morgens halb elf in Deutschland!!!

War kein Traum: Deutschland ist Weltmeister!

Ich wecke meinen begeisterungsfähigen Sohn, der in der glücklichen Lage ist, ausschlafen zu können, weil schon vor Monaten ausgerechnet für heute Klassenkonferenzen angesetzt waren.

„Warum weckst Du mich?“ – „Na, weil es schon halb elf ist. Schon spät und der Tag hat längst angefangen. Willst Du aufstehen?“ – „Nein!“ … nuschelt er und dreht sich wieder schlaftrunken um.

Halb elf. Ist es zu fassen? Ich schätze das Jahr, in dem Deutschland zum vierten Mal Weltmeister geworden ist, ist das Jahr, in dem mein Sohn allmählich zum Teenager mutiert. Aufstehen? Ach was … :’D


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Eine Reise wert!

Wie schon angekündigt, steht der Juli im Zeichen der Urlaubsplanung. Natürlich möchte ich etwas von meiner Art zu leben mit in den Urlaub nehmen. Vielleicht passiert das auch ganz unbewusst? Weil wir so sind, wie wir sind.

Ich muss vielleicht noch mal sagen, dass ich kein typischer „Ök“ und auch kein wohl durchdachter „Minimalist“ bin. Ich bin eine stinknormale (leicht chaotische, sicher wilde und auf jeden Fall lebensfrohe) Frau in den Vierzigern. Mit Beruf, mit Alltag, mit Kindern. Und eben interessiert an meiner Umwelt. Und ich stelle sie infrage. Immer öfter.

Die weiteste Reise, die ich unternommen habe, war nach Kalifornien vor 13 Jahren. Es war toll und ich verschwendete damals keinen Gedanken an Nachhaltigkeit. Aber schon in dieser Zeit fand ich die Nationalparks viel staunenswerter als den Rodeo Drive. Die vielspurigen Autobahnen mit der sich erstaunlich langsam bewegenden Automasse strengte mich an … aber der Kojote, der neben mir herlief, ist mir immer noch klar und sehr bewusst im Kopf. Die Sequoias haben mir Kraft gegeben und der Zedernduft ist einer meiner liebsten geworden.

Doch bin ich wohl Europäerin – auch was meine Reiselust anbelangt. Erstaunlich, dass viele Menschen den hintersten Zipfel der Welt kennen, aber nicht, was im Nachbardorf zu erleben ist. Das eigene Land bleibt unerkannt?! Die Nachbarländer uninteressant? Tja … Das eine schließt für mich das andere nicht aus. Wir haben soviel Zeit und wir können soviel reisen und erleben.

Notiz an mich: Meinen Kindern einen Brief schreiben, bevor ich diese Welt als alte Frau verlasse, in dem garantiert steht, dass sie reisen sollen. Es erweitert den Horizont, öffnet das Herz, gibt dem Geist Nahrung. :)

Vielleicht wird dieser Post ein Plädoyer, sich einmal umzuschauen. Unsere europäischen Nachbarn oder unsere innerländischen Landstriche kennenzulernen. Im Zuge der neuen Medien können wir uns die ganze Welt anschauen, aber sie hautnah erleben ist das, was uns gut tut. Intakte oder marode Landstriche. Die Frage: „Woher kommt die Milch?“  mit der Antwort „Aus dem Supermarkt!“ ist leider ja nicht immer als Witz zu verstehen, sondern bittere Realität. Vielen Kindern ist es tatsächlich ein Rätsel. Kühe? Wo gibt es die denn noch?

Und im Ausland? Ich muss nicht immer eine bekannte Diskounterkette direkt im Einzugsgebiet haben. Es ist doch irgendwie wunderbar, die Vielfalt des Urlaubsortes und typisch regionale Köstlichkeiten zu entdecken. Sicher macht man Abstriche, aber genau so gut gewinnt man hin und wieder an kulinarischer Bandbreite. Zu Beginn unserer Camperzeit habe ich immer alle möglichen heimischen Lebensmittel mitgenommen. O_o Heute greife ich mir an den Kopf. (Die einzige Tradition, auf die alle Familienmitglieder hartnäckig bestehen, ist, eine große Portion Bolosauce – zuhause mit Liebe gekocht und eingefroren, damit der erste Abend doch irgendwie gleich wieder wie zuhause ist und alle ankommen können.)

Mit regionalen Lebensmitteln unterstützen wir die ansässigen Infrastrukturen. Cooperativen. Gemüsebauern. Weingüter. Wunderbar! Ich freu mich jetzt schon auf das kroatische Olivenöl und den fangfrischen Fisch (hope so). Und die Tomaten erst  sollen superlecker sein …

Die Camperkultur befindet sich allmählich im Wandel. Nachhaltig geführte Campingplätze werden immer mehr. Wer sich für einen solchen interessiert, schaut gerne mal bei Ecocamping! Wir haben schon öfter auf nachhaltig geführten Campingplätzen geurlaubt und es war immer gut. :)

Oder eben Campingplätze, die sehr naturnah sind, wie in Südfrankreich z.B.! Dort kommt man back to the roots. Man braucht auch nicht wirklich viel und die Lebensqualität steigt mit der gleichzeitigen Abnahme von allerlei „lebensnotwendigem“ Killefitz.

Die Welt im Großen ändern kann ich nicht, aber ich kann sie kennen lernen. Wie es mir gefällt.

Und weil wir beim Kennenlernen sind: wie es der Zufall will, werde ich nächste Woche eine Fairtrade-Town bereisen. Ich wohne sogar neben einer. Mich interessiert, wie das so gelebt wird oder ist am Ende alles „greenwashing“? Wir werden sehen! ;)


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In der Rhön!

Oh was bin ich fertig … aber supererholt. Kennt ihr dieses Gefühl von „zufrieden erschöpft“ sein? Das hat man, wenn man ein Wanderwochenende hinter sich lässt. Das Glücksgefühl, das sich ausbreitet, wenn man am Gipfel angelangt ist oder auf einer besonders schönen Wiese oder in der Einkehr auf ein Stück Kuchen einen Latte Macchiato. :)

Wir haben ein traumhaftes Wochenende in der Rhön verbracht. Man soll es kaum glauben, wie nah manche Schätze liegen. Normalerweise keine zwei Stunden Anfahrt (es sei denn man landet im Freitagsnachmittagsverkehr und fährt um und um den Pudding) und schon befindet man sich in einer waldbedeckten intensiv grünen Landschaft.

Gewohnt haben wir im Rhönschafhotel Krenzer! Bitte unbedingt mal reinschauen. Sensationell freundliches Hotel. Kleines Beispiel: die erste Nacht war für einige von uns etwas suboptimal. Ich z.B. kann sehr schlecht auf diesen Antiallergiekissen schlafen. Gib mir ein Federkissen und die Welt ist in Ordnung. Scheinbar ging das auch einigen anderen so. Eine der Hausdamen hat unser Gespräch über die etwas verkorkste Nach wohl mitbekommen und sprach uns beim Frühstück an. Für die kommende Nacht wurden alle Kissen ausgetauscht. Ohne viel „Federlesen“ :). Und ohne dass man als Gast das Gefühl hat, man geht auf die Nerven. Das Essen war ebenfalls uiuiui! Und hausgemachtes Bier resp. Apfelwein rundeten die schöne Zeit im Hotel ab.

Wir haben uns dort mit einigen lieben Mitwanderern der Alpenüberquerung getroffen. Eine Wanderung wird nochmal so schön, wenn man mit einem Menschen gut laufen UND reden kann. Und wenn das auch noch zwei Menschen sind, die sich in der Botanik eins a auskennen, dann ist das sowieso der Hauptgewinn (zumindest für mich – ich lerne mit Begeisterung).

Wilde Lupinen

Der Hochröhner ist ein Premiumwanderweg, der auf 175 km Länge durch die Röhn führt. Ein Großteil davon geht durch das Biosphärenreservat Rhön. Und auf einem kleinen Teil der Langen Röhn sind wir gelaufen.

Eine abwechslungsreiche knapp 20 km lange Tour, die uns nach einem stetig steilen Anstieg auf den höchsten Punkt am Heidelstein brachte. Grandiose Aussichten hat man hier sowieso auf alle Gebirge rundherum: den Vogelsberg, Hunsrück, Taunus …

Wir haben uns entschlossen, die eigentliche Tour von knapp 16 km noch ein wenig zu erweitern und sind ein Stück zum Stirnberg hinauf und am Hochmoor entlang weiter gegangen. Bestechend sind mit Sicherheit die großen Flächen wilder Lupinen, ein violettes Blumenmeer, welches sich über einen Großteil des Wegverlaufs erstreckt. Ein Traum … zumindest für mich. Ich mag sie sehr. :)

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Gestartet sind wir übrigens am Steinernen Haus, direkt an einem Basaltsee gelegen. Wisst ihr, ich schreibe mal nicht zu ausführlich – ich finde ja immer, ein bißchen überraschen sollte man sich schon vom Wanderweg selbst. :)

Die Milseburg

Wenn ich ehrlich bin, war ich ganz froh, dass die abschließende Wanderung am Sonntag von „die Seele baumeln lassen“ geprägt war. Unglücklicherweise hatten wir am Hotel auf der Terrasse meinen Geldbeutel und den Proviant liegenlassen (ich weiss nicht, was schlimmer für mich war … ich glaube … letzteres. Im Portemonnaie war eh kaum was drin). Das verzögerte unseren Abmarsch vom Waldparkplatz unterhalb der Milseburg noch mal um eine halbe Stunde. Eine halbe Stunde im Schatten auf Baumstämmen sitzen, Girsch anschauen, die Stiche mit Breitwegerich einreiben …

Die Milseburg am Sonntag zu besteigen, ist mit uns noch gefühlt einer Million Menschen eingefallen. Wir waren zwar beim Auf – und Abstieg alleine unterwegs, da wir fern des ausgetretenen Waldweges unterwegs waren (oder antizyklisch), aber oben war es schon recht voll. Dennoch: sehr, sehr lohnenswert.

Dort oben sollte man ohne Hektik sein und man kann wirklich im wahrsten Worte die Seele baumeln lassen. :)

Highlight: ein Schwalbenschwanz! :) Handtellergroß …

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Ich hoffe sehr, dass ich die Ruhe und Erholung noch ein paar Tage mitnehme … und eins steht schon mal fest: dort geht es irgendwann wieder hin.


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Ready for take off?

Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich mit dem Reisen. Ein feines Thema für den Juli, das nicht in einen Post gepackt werden kann.  Liegt nah – jetzt wo der Sommer so herrlich über uns hereinbricht (manchmal. Ab und zu. Für ein paar Tage). Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber ich freue ich auf unseren Urlaub.

Auch, wenn er mir ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn in meiner plastikreduzierten Welt ist das noch eine harte Nuss, die es zu knacken gilt. Ich hab Euch das bisher noch nicht verraten, aber jetzt ist es Zeit, mich zu outen.

Wir sind Camper. So! Jetzt isses raus. „Ja. Und … ?“ fragen sich jetzt einige. Wer schon mal im Wohnwagen unterwegs war, weiss allerdings wahrscheinlich genau, was ich meine. Es ist so, dass Wohnwagen und Auto ein ausbalanciertes Gespann abgeben müssen. Damit unterliegt der Inhalt des Wohnwagens einer gewissen Kilozahl. Sonst sieht das alles sehr schlecht aus. Es ist nicht viel drin im kleinen Schneckenhäuschen, aber wie es der ökologische Teufel im Detail nun mal so will, sind die leichten Sachen vorranig aus all den bösen Stoffen, die ich ja nun vermeiden will. Melamin-Geschirr. Plastikdosen. Kunstoffsalatschüsseln. O_o

Da waren sie noch klein ... lange her! :) Man spielt, mit was man hat.

Da waren sie noch klein … lange her! :) Man spielt, mit was man hat.

Angehen kann ich das Thema allerdings erst, wenn der Camper aus seinem Winterlager heraus ist. Ich hab mir schon das Hirn zermartert. Wirklich. Gut ist, dass es langlebige Dinge sind. Wir haben den Wohnwagen nun schon zehn Jahre und ich glaube, kaputt gegangen ist nicht wirklich was vom Equipment. Manchmal hat die Langlebigkeit des Materials „Kunststoff“ auch durchaus seine Vorteile.

Auf der anderen Seite denke ich mir: naja … besser als permanent zu fliegen. Den Urlaub in Hotelbunkern zu verbringen. Wir reisen nah an der Natur. Minimalistisch sogar. Denn im Lauf der Jahre ist das mitgenommene Gepäck immer weniger geworden. Klar – es gibt auch je nach Campingplatzwahl unterschiedliche Standards. Wer denkt, Campingurlaub ist heile Lagerfeuerwelt, ist hier doch falsch gepolt. Da werden Highend-Grill, Satellitenschüsseln so groß wie LKW-Reifen, Fritteusen, Zweitkühlschränke und die Kapselmaschine für den morgendlichen Genusskaffee eingepackt. Man sieht viel in der Welt des Campings.

Sehr naturnaher Campingplatz in Südfrankreich!

Sehr naturnaher Campingplatz in Südfrankreich!

Für uns war das immer unnötig. Nur die Senseo ist etwas, das mit muss. :) Aber Fernsehen ist nun mal nicht, man kann andere Dinge im Urlaub erleben und das sollten wir auch. Ich schätze, wir nehmen unseren Kindern nichts, indem wir mal einige Wochen auf das Kinderprogramm und die Spielekonsole verzichten. ;) Im Gegenteil.

Um aber auf das Thema „Melamin“ zurückzukommen … ich habe ein bißchen gestöbert und bin auf der Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung fündig geworden. Wen das interessiert, der kann unter dem Stichwort „Melamin“ dort fündig werden. (Ich kann den entsprechenden Link auf Teufel komm raus nicht einsetzen. Warum auch immer … also muss es so gehen)

Weiter habe ich eine Seite gefunden, die Melamin-Geschirr in Deutschland herstellt. Die Qualitätsstandards sind hier natürlich eindeutig besser als bei der Massenware aus Fernost. Die Motive sind ebenfalls den Zeitgeist treffend. ;) Schaut mal hier!

In den kommenden Wochen werde ich den Kreis ein weniger enger ziehen … und mal schauen, was das nachhaltige oder einfach umweltfreundliche und dennoch spass- und erholungmachende Reisen ausmacht.

Achja … dieses Jahr wird es mal nicht Holland. Dieses Jahr geht es wirklich und echt und ohne Sommerstürme und Land unter in die Sonne. Kein Tropfen Regen!!! HA! :) Ich freu mich!