Das Leben ist wild!

Eine Reise wert!

11 Kommentare

Wie schon angekündigt, steht der Juli im Zeichen der Urlaubsplanung. Natürlich möchte ich etwas von meiner Art zu leben mit in den Urlaub nehmen. Vielleicht passiert das auch ganz unbewusst? Weil wir so sind, wie wir sind.

Ich muss vielleicht noch mal sagen, dass ich kein typischer „Ök“ und auch kein wohl durchdachter „Minimalist“ bin. Ich bin eine stinknormale (leicht chaotische, sicher wilde und auf jeden Fall lebensfrohe) Frau in den Vierzigern. Mit Beruf, mit Alltag, mit Kindern. Und eben interessiert an meiner Umwelt. Und ich stelle sie infrage. Immer öfter.

Die weiteste Reise, die ich unternommen habe, war nach Kalifornien vor 13 Jahren. Es war toll und ich verschwendete damals keinen Gedanken an Nachhaltigkeit. Aber schon in dieser Zeit fand ich die Nationalparks viel staunenswerter als den Rodeo Drive. Die vielspurigen Autobahnen mit der sich erstaunlich langsam bewegenden Automasse strengte mich an … aber der Kojote, der neben mir herlief, ist mir immer noch klar und sehr bewusst im Kopf. Die Sequoias haben mir Kraft gegeben und der Zedernduft ist einer meiner liebsten geworden.

Doch bin ich wohl Europäerin – auch was meine Reiselust anbelangt. Erstaunlich, dass viele Menschen den hintersten Zipfel der Welt kennen, aber nicht, was im Nachbardorf zu erleben ist. Das eigene Land bleibt unerkannt?! Die Nachbarländer uninteressant? Tja … Das eine schließt für mich das andere nicht aus. Wir haben soviel Zeit und wir können soviel reisen und erleben.

Notiz an mich: Meinen Kindern einen Brief schreiben, bevor ich diese Welt als alte Frau verlasse, in dem garantiert steht, dass sie reisen sollen. Es erweitert den Horizont, öffnet das Herz, gibt dem Geist Nahrung. :)

Vielleicht wird dieser Post ein Plädoyer, sich einmal umzuschauen. Unsere europäischen Nachbarn oder unsere innerländischen Landstriche kennenzulernen. Im Zuge der neuen Medien können wir uns die ganze Welt anschauen, aber sie hautnah erleben ist das, was uns gut tut. Intakte oder marode Landstriche. Die Frage: „Woher kommt die Milch?“  mit der Antwort „Aus dem Supermarkt!“ ist leider ja nicht immer als Witz zu verstehen, sondern bittere Realität. Vielen Kindern ist es tatsächlich ein Rätsel. Kühe? Wo gibt es die denn noch?

Und im Ausland? Ich muss nicht immer eine bekannte Diskounterkette direkt im Einzugsgebiet haben. Es ist doch irgendwie wunderbar, die Vielfalt des Urlaubsortes und typisch regionale Köstlichkeiten zu entdecken. Sicher macht man Abstriche, aber genau so gut gewinnt man hin und wieder an kulinarischer Bandbreite. Zu Beginn unserer Camperzeit habe ich immer alle möglichen heimischen Lebensmittel mitgenommen. O_o Heute greife ich mir an den Kopf. (Die einzige Tradition, auf die alle Familienmitglieder hartnäckig bestehen, ist, eine große Portion Bolosauce – zuhause mit Liebe gekocht und eingefroren, damit der erste Abend doch irgendwie gleich wieder wie zuhause ist und alle ankommen können.)

Mit regionalen Lebensmitteln unterstützen wir die ansässigen Infrastrukturen. Cooperativen. Gemüsebauern. Weingüter. Wunderbar! Ich freu mich jetzt schon auf das kroatische Olivenöl und den fangfrischen Fisch (hope so). Und die Tomaten erst  sollen superlecker sein …

Die Camperkultur befindet sich allmählich im Wandel. Nachhaltig geführte Campingplätze werden immer mehr. Wer sich für einen solchen interessiert, schaut gerne mal bei Ecocamping! Wir haben schon öfter auf nachhaltig geführten Campingplätzen geurlaubt und es war immer gut. :)

Oder eben Campingplätze, die sehr naturnah sind, wie in Südfrankreich z.B.! Dort kommt man back to the roots. Man braucht auch nicht wirklich viel und die Lebensqualität steigt mit der gleichzeitigen Abnahme von allerlei „lebensnotwendigem“ Killefitz.

Die Welt im Großen ändern kann ich nicht, aber ich kann sie kennen lernen. Wie es mir gefällt.

Und weil wir beim Kennenlernen sind: wie es der Zufall will, werde ich nächste Woche eine Fairtrade-Town bereisen. Ich wohne sogar neben einer. Mich interessiert, wie das so gelebt wird oder ist am Ende alles „greenwashing“? Wir werden sehen! ;)

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

11 Kommentare zu “Eine Reise wert!

  1. Interessante Aussichten, auch für uns Leser. Jeder tut das Seine in den Bereichen Minimalismus und Umweltschutz, keiner kann sein Leben radikal ändern, aber man kann neue Erfahrungen machen (besonders beim Reisen) und gucken, was man Neues erfährt, was man ‚mitnehmen‘ kann, wie man leben kann.
    LG, Franka

    • Wir nehmen so viele Eindrücke aus der medialen Welt auf. Und sollten wirklich nicht vergessen, dass leben bedeutet, die Welt mit eigenen Sinnen zu erfahren. Ich rege gern an zum Selbermachen! :D

  2. In Punkto Reisen stimme ich Dir sowas von zu! Wie kleingeistig manch einer ist…da täte ein bisschen Wandern nach Müllers Lust SEHR gut! Wir bleiben ja in diesem Jahr auch im Inland, und ich freue mich sehr darauf!

    • Ich mag ja beides (ich glaub, da sind wir uns ähnlich) – innerdeutschen als auch europäischen Urlaub. Es gibt so zauberhafte Orte und man muss gar nicht so weit weg dafür. Deine Bilder von Hiddensee waren traumhaft. Da sieht man es ja! :)

  3. Ich war auch ein wenig peinlich berührt, als ich in den USA vor zwei und in Afrika dieses Jahr darauf angesprochen wurde, ob ich schon mal im Schwarzwald oder beim Schloss Neuschwanstein war… In Europa hab ich schon einige Hauptstädte gesehen, aber in Deutschland fehlt mir noch so viel. Es ist eine Schande!!!

    • Dann mal los! Es gibt viel zu entdecken! :)

      Schloss Neuschwanstein habe ich wohl auch noch nicht besucht. Oder die fränkische Schweiz … hmm …

      • Ich war bislang relativ oft in Norddeutschland unterwegs und natürlich hier in NRW, da kommt man ja gut überall hin, aber gerade vom Süden habe ich noch nicht viel gesehen – bin aber auch eher der Typ fürs Meer. Aber ja, nächstes Jahr wird mein Deutschlandjahr inkl. Fahrradtour zu meinen Eltern (160 km eine Richtung, ich hab noch ein bisschen Respekt).

        • Uiuiui – mit dem Rad. Das ist hier im Taunus öhm … für mich irgendwie schwierig. Respekt. :) Radfahren habe ich tatsächlich erst an der holländischen Grenze wohnend lieben gelernt. :)

          • Ich komme von der holländischen Grenze, da wird man quasi mit dem Rad unterm Po geboren – allerdings war ich zwischenzeitig eine ganze Weile abtrünnig, weil ich mich hier in Düsseldorf nicht getraut habe. Inzwischen mache ich mich auf der Straße so breit, wie ich es brauche (auch wenn es nicht immer ungefährlich ist, aber das ist wahrscheinlich immer so, wenn man sich im Straßenverkehr bewegt).

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