Das Leben ist wild!


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Zahnfee! ;)

Es ist noch keine Langzeitstudie, aber für einen kleinen Einblick reicht es sicherlich.

Vor einer Woche habe ich meine herkömmliche Zahncreme (im Moment Weleda Rhitania) gegen ein unscheinbares Pulver ausgetauscht. Zufrieden gemacht hat mich die Alternative aluminiumverpackter Zahnpasta nicht und auch das Pflegegefühl war nicht so gut. Die vorherige (Ajona) war da noch deutlich besser. Aber wie gesagt – noch nicht ganz das Optimum.

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Also habe ich mir in der Apotheke für sehr kleines Geld eine Packung Kaiser Natron gekauft. Man fühlt sich ein bißchen Retro, wenn man den Karton in den Händen hält. Und irgendwie ist fühlt sich das gut an. :)

Bekannt ist Kaiser Natron vor allem als Backpulverersatz. Ist es doch eine wesentliche Zutat desselben. Oder aber als Hausmittel gegen Sodbrennen. Nicht verwechseln sollte man es allerdings mit Waschsoda (verwirrend, weil es in englischsprachen Ländern „Bakingsoda“ genannt wird)!!!

Ich habe mir das Pulver, das in fünf kleinen Einzelpackungen daherkommt, in ein Schraubglas umgefüllt. Zum Zähneputzen gebe ich dann einfach ein bißchen auf den Handrücken (so also fühlen sich Schnupftabaknutzer … ich find es immer noch ulkig) und nehme es dann mit dem vorher angefeuchteten Zahnbürstenkopf auf. Eine kleine Menge reicht vollkommen aus.

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Im allerersten Moment ist es etwas unangenehm … weil salzig. Ich versuche immer, den Geschmack auszublenden und ja nicht auf die Zunge kommen zu lassen. O_o  Das gibt sich mit der Zeit. Aber das Gefühl nach dem Zähneputzen ist einfach sagenhaft. Es fühlt sich durch und durch sauber an.

Fazit: eine einfache plastikeinsparende und umweltverträgliche Alternative!

Wer wissen möchte, wie sich Kaiser Natron noch nutzen lässt, der klicke HIER!

Was ich mich in manchen Momenten frage ist, wann genau wir Menschen angefangen haben, alles so kompliziert zu machen?


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Luxus-Problem!

Die gute Nachricht zuerst:

Gestern war ich nochmals im Krankenhaus und habe bestätigt bekommen, dass mein intaktes mein defektes Gleichgewichtsorgan nahezu komplett kompensiert.

Die schlechte Nachricht:

Mir wird mit aller Regelmässigkeit speiübel – sowohl als Beifahrerin im Auto, als auch beim ersten zarten begleiteten Radfahren. Das meint wohl das „nahezu“.

Die gute Nachricht:

Ich habe ein Medikament gegen Reiseübelkeit erstanden. Das werde ich auch brauchen. Das sind übrigens die großen weissen Dinger auf dem Foto!

Die schlechte Nachricht:

Denn ich habe morgen und am Sonntag jeweils eineinhalb Stunden Fahrt vor mir. Ich schätze … ich nehme auch zwei K$§=#-Beutel mit! O_o

Die gute Nachricht:

Ich fahre, so wie jedes Jahr, mit meinen Mädels zu einem Wellnesswochenende. Hach … ich freu mir ein Loch in den Bauch. Nixtun. Entpannen. Ausruhen. Die Seele baumeln lassen. Und ich habe auch schon sehr minimalistisch gepackt!!! HA!

Die schlechte Nachricht:

Für meinen Schlafi, zwei Oberteile, Unterwäsche, etwas Schmuck (wenn die Kleiderauswahl klein ist, braucht es etwas zum Aufpimpen ;)) … drei Piccolo (für den Mädchen-Wohlfühl-Faktor und eine Zeitschrift (zum Tauschen) und ein Buch (geliehen) sowie ein paar Schuhe …

IST DER KOFFER ZU GROß!!!

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Koffermaße 50x40x19 … zu groß!!!

Selbst der noch nicht eingepackte Kulturbeutel wird sich nicht wirklich reinpressen lassen müssen. Das nenn ich mal ein Luxus-Problem! O_o

Aber irgendwie doch ein Gutes! ;) Schönes Wochenende wünsche ich Euch schon heute am „kleinen Freitag“! Geniesst die Sonnenstrahlen und die letzten warmen Tage. :) … wo auch immer ihr seid. Und wie würde Oliver2.0. jetzt so schön sagen:

Hemd auf! :D


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Kinderzimmerrevolution!

Es gibt einen Bereich unseres Hauses, den ich tunlichst zu erwähnen vermeide, wenn es um die Themen „Minimalismus“ als auch „Plastikmanagement“ geht. Dieser Bereich ist meilenweit davon entfernt gewesen. Lichtjahre. Was red‘ ich … Galaxien.

Das hat sich inzwischen geändert. Dank einer aufwendigen simplen notwendigen Renovierungsaktion meines Mannes. Ganz recht – es geht um die in ihrer Tiefe und Fülle kaum zu erfassenden … Kinderzimmer. O_o

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Gefühlte Millionen von Kisten haben wir aus dem Kinderzimmer des Jüngsten rausgeräumt, als die Renovierung anstand. Unzählige!!!  Wirklich! Ihr wisst – ich bin fast an dem Renovierungschaos verzweifelt.

Und es war schnell klar, dass die nicht alle wieder ins Kinderzimmer zurück kommen sollten.

Wenn wir alle sehr ehrlich zu uns sind, dann wissen wir aber auch, was mit Dingen passiert, die einmal in eine Kiste verpackt wurden.

Man belässt sie dort. Und sie geraten in eine staubige Vergessenheit mitsamt der Kiste, die sie umhüllt. Das geht, wenn es gut läuft, vielleicht mit einer Kellerkiste … aber hier oben im Lebensbereich der Familie und mit gut einem dutzend Kisten ist das nicht machbar. Zumal es auch nicht wirklich dekorativ ist.

Heute stand für mich das Projekt „Kinderzimmer“ an. Das Ziel war es, aus vielen Kisten einige wenige zu machen. Und nach Möglichkeit alle (sic!) Plastikaufbewahrungsmöglichkeiten auszumisten.

Es ist erstaunlich, was da alles in friedlicher Koexistenz in diesen Kisten lebt. Gut, es gibt ganz klare Tendenzen – zum Beispiel darf Lego nicht fehlen. Und alles, was mit Star Wars zu tun hat, ist auch immer ganz oben auf der Lieblingsliste. Aber auch Killefitz wie … Muscheln, Steine, Schnüre, Karten (unfassbar nicht zu zählen wie viele), Murmeln, Bälle (!!!), Blätter, Stifte, undefinierbare Fitzel, Pfeifenreiniger, Korken, Kastanien, Sammelfiguren … Autos natürlich auch und Bücher in rauhen Mengen. Diese habe ich jetzt a) ausgemistet und b) ausgelagert auf den Vorraum der Beiden. O_o

Zum Glück wurden wir nicht überschwemmt mit diesen fiesen lauten Plastikkrachmachern, die es da allerortens gibt. Gekauft haben wir sowas selbst nie. Einige Spielsachen, wie z.B. die Darda-Bahn mit ihren Aufziehautos, sind noch von meinem Mann. Oder die Drücktierchen aus Holz aus meinem Fundus.

Das Ergebnis:

Im Kinderzimmer des Jüngsten steht nun mehr nur noch eine Regaleinheit. Dort werden aktuelle Bücher für sein Lesealter, CDs, Kassetten, seine Musikanlage, Lego, Playmobil, Autos und sein Bastel-/Nähzeux aufbewahrt. Die Aufbewahrungseinheiten für das Lego sind immer noch aus Hartplastik. Überschaubar. Eine Kommode hat er vom großen Bruder geerbt. Dort bewahrt er in einer Schublade sein Kochgeschirr, in ener zweiten seine Legomodelle auf –  und eine Schublade ist noch frei. Auf dem Schreibtisch ist der Killefitz gelandet: Muschelsammlung, Stifte und Karten sowie alles, was eben klein ist und irgendwie immer mal genutzt wird. Blätter, Malbücher, Bügelperlen … all sowas eben. :)

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Das Zimmer des großen Bruders ist frei von Plastikaufbewahrungsmöglichkeiten!!! Ich bin grad stolz wie Oskar. Wir hatten wirklich überall im Haus verteilt Holzkisten, die ich gut nutzen konnte. Er skatet gern, liest viel und hört gern Musik. Dementsprechend minimalistisch ist sein Zimmer geworden. Sein Skateboard hat jetzt ein neues Deck bekommen (das Teil, auf dem man drauf steht) und das alte wollten wir nicht einfach wegschmeissen. Nach einigem Überlegen haben wir es zum Bücherregal umfunktioniert. Es hängt jetzt über seinem Bett und er findet es schon ziemlich cool. ;)

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Es gibt natürlich auch die elektronischen Medien. Das liegt in der Natur der Dinge. Ein gesunder Umgang damit ist wichtig. Und wir haben das Glück, dass sie zwar auf DS und Co. zugreifen können (hier sieht man sogar noch ein Relikt aus alten Tagen), es aber selten und wenn, dann mit Ansage, tun.

Das, was an Spielzeug vorhanden ist, ist eine Ansammlung der vergangenen 12 Jahre. Gerade hier wird mir bewusst, wie schwer mir das Ausmisten und Innehalten gefallen ist. Und statt schon viel früher die Reissleine zu ziehen, habe ich dazu geneigt, Aufbewahrungsmöglichkeiten anzuschaffen.

Mit Sicherheit ist das eine grundsätzliche Tendenz in vielen überfüllten Haushalten. Stauraum schaffen. Aufbewahrungsmöglichkeiten finden. Statt einfach mal auszusortieren und die Dinge auf ihren Nutz – und Lieblingswert hin zu prüfen.

Ausmisten hat den positiven Effekt, dass auch die Kinder genauer hinschauen und Ziele formulieren lernen. Was erwarten sie selbst von ihrem persönlichen Lebensraum? Im Rahmen ihrer Möglichkeiten haben sie nämlich durchaus das Recht, zu entscheiden, wie ihr Zimmer aussehen soll. Sowohl was das Spielzeug als auch die Raumgestaltung anbelangt. Kleines Beispiel: die Farbe stand dieses Mal nicht zur Debatte, aber sie hatten jeder eine Wand, für die sie eine individuelle Tapete aussuchen durften. Ihr persönliches Stück Wand. Das Gefühl von „Ich darf hier mitreden!“ Wie die Möbel stehen sollen, wird grundsätzlich ebenfalls gemeinsam überlegt. Oder welcher Schreibtisch es sein soll. Ich möchte nämlich, dass meine Kinder es lange dort aushalten. ;) Die jetzt gekauften Möbel sollen halten, bis sie ausziehen. Sie sollen sie eine gute Lebensspanne begleiten.

Ah – da fällt mir ein – ein besonderes Thema sind auch „Aufkleber“. Kinder haben den unwiederstehlichen Drang, Aufkleber an die unmöglichsten Stellen zu beppen. Dann kannste den Schrank irgendwann entsorgen, denn welcher Teenager findet einen Schrank beklebt mit glitzernden Einhörnern, den Fußballern der WM 2006  oder mit bunten kleinen Fitzelstierchen noch zeigenswert? Aus diesem Grund haben wir das Aufkleben erlaubt – sie durften alles aufkleben: auf die Innenseite ihres Schranks. Das Thema hat sich erstaunlich schnell erledigt und richtet dort wirklich keinen Schaden an. :)

Am Ende bin ich also auch hier noch nicht. Es ist, wie in allen anderen Wohnbereichen ein Prozess. Hin zu weniger und dafür wert-voller. Weg vom Plastik. Schritt für Schritt …

PS. Kinderzimmerrevolution … Revolution per Definition durch Wiki:

„Eine Revolution ist ein grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel eines oder mehrerer Systeme, der meist abrupt oder in relativ kurzer Zeit erfolgt. Er kann friedlich oder gewaltsam vor sich gehen.“

Noch schlagen wir uns nicht. :D


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Plastikfreie Badezimmerpraxis!

Inzwischen ist einige Zeit vergangen und die Plastikreduktion in den verschiedenen Bereichen unseres Lebens schreitet voran.

„MAAAAAMIIIIII!!!“

Oha. Da hat es aber jemand sehr dringend. Mein Sohn braucht mich und zwar sofort, wie das bei angehenden Teenagern nunmal so ist. „Wir haben kein Duschgel mehr. Und kein Shampoo!“ Der Vorwurf in der Stimme ist nicht zu überhören. Wie so etwas passieren konnte, ist ihm scheinbar ein Rätsel. Das war ja noch nie da. Der Versorgungsstrom wird drastisch unterbrochen. Und das ausgerechnet jetzt, wo duschen doch enorm an Wichtigkeit (noch) zunimmt.

„Du musst neues Duschgel und Shampoo kaufen!“ – Muss ich? Ruhigen Tones kläre ich ihn auf, dass wir sehr wohl Duschgel (ein Restchen des Jungsduschgels steht eh noch in der Dusche) haben. Und zum Thema Shampoo weise ich ihn auf das feste hin. Er murrt, muss aber zugeben, dass ich Recht habe.

Nächste Situation. Der Jüngere duscht. Und ich bin ebenfalls im Bad. „Und womit wasche ich jetzt meine Haare???“ Ich komme mir allmählich ein klein wenig wie ein halbseidener Wanderprediger vor. Nur mit festem Wohnsitz. Nicht lang gefackelt, gebe ich meinem Kind die Anweisung, sich jetzt doch mal unter die Dusche zu stellen und mir die nassen Hände entgegenzustrecken. Dann darf er den Shampoo-Bar das Seifenstück für die Haare zwischen den Händen reiben und ist kindlich überrascht, dass es so derart schäumt. HA! Mit Speck fängt man Mäuse!!! Geht doch.

Was ich also merke, ist, dass es erstmal einfach ist, wenn man sich selbst im Klaren ist, worauf man verzichten möchte oder was man gerne verändern will. Sobald dies aber auf das unmittelbare Umfeld übergreift, ist es an mir, Überzeugunsarbeit zu leisten. Am besten sehr anschaulich …

Was hat sich in unserem Bad getan? Brav haben wir im Laufe des letzten Monats weiter verbraucht. Herkömmliches Shampoo in der Plastikummantelung gibt es nicht mehr. Und auch gebadet (was im Sommer eher selten vorkommt) wird mit fester Seife, die sich wunderbar auflösen lässt und noch dazu schäumt.

Denn irgendwie ist Schaum etwas, dass wichtig zu sein scheint – oder gleichbedeutend mit enormer Sauberkeit zu setzen ist.

Ich muss das gleich vorausschicken, auch wenn manch einer die Nase rümpft: ich halte nichts von übertriebener Sauberkeit. Es gibt klare Grundregeln. Händewaschen nach dem Toilettengang, vor/nach dem Essen und auch beim Nachhausekommen. Mit Seife (das ist wichtig zu erwähnen bei meinen Kindern … ich glaube bei allen Kindern im Übrigen)!!!

Duschen nach dem Sport. Die Rate steigt bei meinen Kindern mit zweimal Training pro Woche und einem Spiel ziemlich an. Na gut – proportional zur Geruchsbildung (vor allem unter den Armen) ist das auch notwendig. O_o

Ansonsten halte ich tägliches Duschen für überbewertet. Es sei denn, man geht einer körperlich anstrengenden Tätigkeit mit viel Schwitzen nach. Ich kenne durchaus auch Menschen, die duschen zweimal täglich. Morgens vor der Arbeit und abends, um den Tages“schmutz“ wegzukriegen, vorm Schlafengehen.

Ich schätze, bis zum Ende des Jahres ist das Plastikduschgel ebenfalls komplett aufgebraucht (noch zwei geschenkte Duschgels stehen im Schrank).

Das Zähneputzen stellt mich noch vor eine kleine Aufgabe. So recht zufrieden bin ich mit den Alutuben auch nicht. Ist zwar schon besser als Plastik, aber das Wahre noch nicht. So bin ich nun also auf der Suche. In die engere Auswahl ist Kaiser Natron gekommen. Ich werde es ausprobieren und berichten.

Alles in allem ist es erfreulich leer in unserem Badezimmer. Wenn man sich einmal auf das Wesentliche besinnt, bemerkt man plötzlich, mit wie wenig man in bestimmten Lebensbereichen auskommen kann. Das heisst nicht, auf „Luxus“ zu verzichten – wenn man denn „Luxus“ klar für sich definieren kann. Das ist bei mir nicht eine teure Creme sondern ein angenehmer Duft, den ich auch plastikfrei bekomme. Eine weiche Haut, die nicht gebunden ist an Tiegel und Dosen in mannigfaltiger Ausführung. ;) Ihr wisst, was ich meine.

Luxus liegt in meinem Fall in der Einfachheit und Klarheit der Dinge. Luxus ist, sich nicht beschweren zu müssen mit einer Vielfalt und Überladenheit gerade im Pflegebereich. Und das ist es auch, was mir an dem Grundgedanken des Minimalismus gefällt: dass ich mich nicht mit Entscheidungen rumschlagen muss, denn das was ich besitze, hat eine genaue Vorüberlegung erfordert. Es ist mit Bedacht angeschafft!

So … und nun geht es erst mal in die Apotheke … Kaiser Natron kaufen. :)


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Sammelsurium!

Sich sammeln!

Millionen Gedanken strömen tagtäglich auf uns ein. Manchen schenken wir bewusst mehr Aufmerksamkeit. Wir folgen ihrem Impuls und geben uns dem Strom der kleinen leitenden Worte, Metaphern, Bilder ganz hin. Andere wiederum blocken wir ab. Sie regen uns auf, bringen uns durcheinander, lenken uns ab. Wir schließen die Augen, atmen durch und … sammeln uns. Das geht besonders gut beim Spazierengehen. Wir lassen unsere Gedanken auslaufen. Weglaufen. Springen. Jagen. Doch dann …

Auf-Sammeln!

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Auf dem Nachhauseweg (vom Spazieren-Gehen) kommen mein Sohn und ich zwangläufig an einer Kastanienallee vorbei. Dieser Ort hat um diese Jahreszeit eine geradezu magische Anziehungskraft. Während mein Sohn sofort beginnt, den Boden mit den Augen abzusuchen, halte ich meine Tasche bereit. Überall um uns herum liegen glänzende, in sich perfekt wirkende Kastanien. Es geht nicht, ich kann nicht nur mit ihm laufen. :D Meine Augen sehen die zauberschönen Kastanien … und plötzlich muss auch ich mich bücken und beginne zu sammeln. Meine Gedanken kommen zur Ruhe.

An-Sammeln!

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Zuhause angekommen werden die Schätze entleert. Ach … und wo wir gleich dabei sind, die aus dem Schulranzen ebenfalls. ;) Sie sammeln sich gleich unserer Gedanken an den eigentümlichsten Stellen und bleiben manchmal sehr lange verborgen, bis wir ihre Wichtigkeit entdecken. Ich muss lächeln …

Ver-Sammeln!

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Da wären wir nun. Mit all unseren Schätzen. Glänzende Kastanien. Urlaubserinnernde Kiefernzapfen und kindgearbeite Birkenscheite. Was damit tun?

Sie versammeln.

Am besten auf dem Esstisch. :)

Ein Sammelsurium.


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Das Zahnradprinzip!

Es bedarf jetzt der Spekulation, wieso ich nicht schon wesentlich früher manche Dinge so konsequent (mehr oder weniger) angegangen bin, deshalb halte ich mich damit nicht auf. Schlußendlich lebe ich im Hier und Jetzt. Und an diesem Punkt stelle ich fest, dass sich, wenn man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst, Vieles ineinander greift.

Zu Beginn meiner Reise war es vor allem das Thema „Ausmisten“ – mich befreien von all dem Kruscht, der um mich herumliegt. Von jedem Zuviel trennen. In dieser Phase bin ich immer noch. Mir kam nämlich mit voller Wucht das Thema „Plastikmanagement“ in den Weg, welches auch ein nicht kleines Maß an Umdenken mit sich brachte.

In den letzten Tagen stelle ich vermehrt fest, dass ich nach dem Zahnradprinzip lebe. Die einzelnen Rädchen „Minimalismus“ und auch „Plastikfreiheit“ oder „Konsumgedanke“ und „Achtsamkeit“ funktionieren alle gemeinsam in einem großen Ganzen.

Quelle: Pinterest

Quelle: Pinterest

Manchmal überfordert mich alles zusammen. So groß der Wunsch nach Einfachheit in meinem Leben ist, so schwierig ist die Umsetzung in manchen Bereichen. Wie gesagt … Zahnräder greifen ineinander. Und ich bin der Uhrmacher, der diese Rädchen am Laufen hält. Sie geschmeidig macht, ihre Funktionen beobachtet und gegebenenfalls anschiebt.

Da heisst es „Sortieren“!!!

Quelle: Pinterest

Quelle: Pinterest

 

Reibungslos läuft das hier auf keinen Fall. Im Moment ist eines dieser Zahnrädchen meine Gesundheit. Mir schwirrt seit 8 langen Wochen der Kopf. Irgendwie ist es kein Spaß, so lange ein Gefühl von Dauerbetrunken zu haben. Damit muss ich klarkommen. Und setze das Zahnrädchen an seinen rechten Platz …

Das nächste Rädchen (gerade ein kleines) hat in feinen Buchstaben „Abnahme“ eingraviert. Leider kaum noch lesbar. Es ist ein wenig abgenutzt und führt ein stiefmütterliches Dasein. Ich setze es an einen Platz, wo es mich an mein Ziel erinnert, aber es gehört momentan eher zum Rand des Zahnradgebildes. Es kostet zuviel Kraft, es gescheit einzufügen.

Ein zentrales Zahnrad ist auf jeden Fall der Umgang mit dem Gesellschaftsproblem „Plastik“ – ich habe in der vergangenen Woche einen Film dazu gesehen, der mich stark beeinflusst hat. Eine Schulgruppe hat untersucht, wie viel Plastik sich in Sand am Strand befindet, im abgelaufenen Wasser der Waschmaschine … und und und. Sehr krass!!! Ich war versucht, sofort alle Klamotten, die nicht aus reiner Baumwolle sind, wegzuschmeissen.

Womit das eine Rad das nächste angekurbelt hat. Es ist einfach immer noch zuviel. Ich möchte nicht in einem leeren Haus leben. Aber ich möchte weniger haben. Durch die Kinderzimmerrenovierungsgeschichte hat sich ein Sperrmülltermin ergeben. Entsorgt wurden vier große und eine kleine Matratze. Zwei Kommoden. Ein Badunterschrank. Einzelteile eines Bollerwagens. Ein Regal. Plastikbehälter. Ein alter Schwalbereifen. Kleinkram.

So greifen sie also ineinander, die Zahnrädchen. Wir können sie auch einfach „Leben“ nennen. Achtsames Leben. Für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl, mir läuft die Zeit davon. Ich kriege nicht alles unter einen Hut. Wenn ich hier drehe, stagniert sinnbildlich das andere. Aber so ist es nicht.

Denn das ist eben das Zahnradprinzip. Das Ineinandergreifen und Anschubsen macht, dass alles in Bewegung ist. Es geht ja gar nicht anders. Und wenn ich nun das eine Rädchen etwas langsamer laufen lasse, bedeutet das nicht, dass es rausgefallen ist oder den Rest ausbremst. Es ist im Fluß. Langsam, beständig …

wie ein Mantra.

Achtsamkeit. Atmen. Weniger. Achtsamkeit. Atmen. Weniger. Achtsamkeit. Atmen. Weniger …

Innehalten und weitergehen. „Your focus determines your reality.“ Leo Babauta. ;)


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Plastikfrei im Ruhrpott?!

Vergangenes Wochenende haben wir meine Schwiegermutter in Henrichenburg – mitten im Ruhrpott – besucht. Schade, dass diesem Lebens-Raum so ein oller rußiger Name anhängt, denn wenn man sich genauer umschaut, bietet er viele interessante Ecken und ist keinesfalls nur grau in grau. Im Gegenteil, alte Alleen mit wunderschönem Baumbestand säumen unseren Weg. Und die Route-Industriekultur zeigt Interessierten ein Stück dessen, was das Ruhrgebiet nun mal ausmachte.

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Hier begegnet man vielerorts alten stillgelegten Zechen. In einer solchen Zeche hat sich „Manufaktum“ niedergelassen. Mit dem Motto „Es gibt sie noch, die guten Dinge“ begibt man sich dort in der alten Kaue (dort haben sich früher die Bergleute umgezogen und arbeitsfertig gemacht – quasi eine Schleuse in den Bergbau) in eine längst vergangen geglaubte Welt.

Das Herz jedes plastikfrei denkenden Menschen mit Hang zu Ästhetik und dem Sinn für gutes altes Handwerk und Gegenstände mit Wert schlägt hier höher. Auch meins. :) Jegliche Ambitionen, den Korb (Wagen gibt es hier nicht) zu füllen, werden allerdings ausgebremst, denn Qualität hat eben seinen Preis. Das stimmt, aber ich sehe es hier doch etwas kritisch, denn bei manchen Produkten frage ich mich, warum das so sein muss und ob es nicht doch ein wenig überteuert ist. O_o

Dennoch habe ich den Ausflug genossen. Und etwas erstanden, was ich schon länger im Blick habe und einmal ausprobieren wollte. Das ist jetzt was für die Frauen unter meinen Lesern. ;) Durch die Blogs geht ab und an das Thema Frauenhygiene. Wie vermeide ich Müll, die durch Binden und Tampons anfallen? Kulmine bietet hierzu einige Alternativen, die wiederverwendbar sind. Bei Manufaktum bin ich dann fündig geworden, denn ich wollte mir das schon gerne mal vorher anschauen – und habe drei Slipeinlagen mitgenommen: in Baumwolle und Naturseide. Preislich drastisch runtergesetzt … das hat mich dann doch gefreut. Im Normalfall kostet eine Slipi so um die 15 – 20 Euro, hier 5. Ich werde sie testen. ;)

Weitere Dinge, die ich in den Korb gepackt habe: eine Dose Klebstoff in der Blechdose, eine Seife (ich entwickle mich zum Seifenjunkie) und einen Strohhut. Der Strohhut ist ein Luxusartikel, den ich mir schon den ganzen Sommer über wünsche. Mir war nicht nach Billigware vom Strassenrand, die ich wahrscheinlich nach dem Urlaub hätte wieder in die Tonne schmeissen können. Ich wollte etwas langlebiges, etwas, dass ich gut bewahren kann – und das mich im Gegenzug wiederum behütet. Der Hut heisst nämlich Hut, weil er Dich behütet. Kann ich grad brauchen.

 

Manufaktum hat in vielen deutschen Großstädten seine Filialen. Schaut doch einfach mal rein und lasst Euch inspirieren … vom Hang zu altem Handwerk und den guten, alten Gebrauchsgegenständen.