Das Leben ist wild!

42 Plastiktüten!

4 Kommentare

Ha! Da wäre mal wieder die allgegenwärtige Antwort auf alle Fragen dieser Welt. ;)

Nein. Im Ernst. Ich erkläre Euch sehr gerne, was es damit auf sich hat.

Ich habe den guten Vorsatz, weniger negativ-eindrucksvolle Fußstapfen auf dieser Erde zu hinterlassen, mit in den Urlaub genommen.

So sind wir also statt zu einen Familienurlaub all inklusive per Flugzeug nach Kroatien mit dem Auto und eigener Behausung gefahren. Schön langsam und mit Zwischenstop am Chiemsee.

Ich hatte ja durchaus Befürchtungen, dass mich die Wohnwagenbestückung etwas aus den Latschen haut, aber a) ist da gar nicht viel drin und b) auch das Plastikzeux ist überschaubar. Da ich nicht mehr Müll als notwendig verursachen will und Urlaub eine temporäre Geschichte ist, kann ich mit dem Melamingeschirr gut leben. Das ist nun mal so … Dafür gibt es auch Gutes: Holzbrettchen, Emailleschüsseln, Bastkörbe  und Edelstahltassen. Alles in allem sowieso sehr wenig Inventar – denn wir geniessen das einfache Leben schon ziemlich.

Kaffee ans Bett ... ganz plastikfrei. :)

Kaffee ans Bett … ganz plastikfrei. :)

Ich kenne Camper, die suchen den Campingplatz nach vielen Kriterien aus  – unter anderem nach den vorhandenen Supermärkten. Denn auch im europäischen Ausland gibt es die großen Discounter. An der Küste Istriens gibt es ALLES. Lasst es Euch gesagt sein. Aber … will ich das?

Nein – ehrlich gesagt nicht. Deshalb kaufen wir meist unsere großen Vorräte in den regionalen Supermärkten. Und frische Sachen gibt es an der Supermarktfrischfleischtheke und in einer der vielen Bäckereien. Auffallend ist, dass inländische Produkte sich preislich massiv von den importierten Sachen abheben. Sie sind wesentlich günstiger.

Auf dem Campingplatz gab es vielleicht 100 m von unserem Stellplatz entfernt einen kleinen Gemüsestand. Dort habe ich jeden zweiten Tag eingekauft. Es scheint, als lieben die Kroaten es, Plastiktüten zu verteilen. Und zwar jedes Produkt in eine eigene. O_o Vielleicht vermittelt es den Eindruck von Hygiene oder Professionalität … wer weiss. So war also mein Eingangssatz zum Kennenlernen:

„Kein Plastik, bitte. No plasticbag, please“

Geht doch auch so ...

Geht doch auch so …

Gespart haben wir dadurch während unseres Urlaubes ca. 42 Plastiktüten. Wenn ich täglich dort eingekauft hätte … dann so um die 80 Tüten. O_o

Und so gab es einiges, wo ich mit den Ohren geschlackert habe … weiteres Beispiel gefällig über den unsinnigen und aberwitzigen Verbrauch von Plastik. In den Bars und Restaurants gab es zwei Kategorien. Diejenigen, die „normal“ dort gegessen haben, bekamen Trinkgefässe aus Glas. Wenn es aber einen Abend wie „All you can eat“ gab, so bekam man dort ausschließlich Plastikbecher.

An der Strandbar generell. Und ich hatte mich schon gefreut, weil die Bardame den Cocktail in „echten“ Gläsern angemixt hatte … tja …

Ein typischer Cocktailabend in a plastic wooohooorld ...

Ein typischer Cocktailabend in a plastic wooohooorld …

Vielleicht noch kurz zur Mülltrennung. Da gibt es die kuriosesten Geschichten. In den ersten Tagen standen überall auf dem Platz an bestimmten Stellen grüne Abfallcontainer. Allet rinn inne Tonne. Plötzlich aber: eine Papiertonne, eine Restmülltonne, eine PET-Tonne (nur für Flaschen) und noch eine … aber ich komm jetzt nicht drauf, für was … Diese spezielle Tonnenansammlung gab es nur und ausschließlich in unserem Bereich. Einmal! Ansonsten auf dem gesamten Platz das alte Bild: eine grüne Tonne. Ich hab es nicht so wirklich verstanden. Wurde da ausgetestet oder auf die Bedürfnisse der strukturierten Mülltrenner eingegangen? Die Leute haben auch fleissig getrennt … aber wenn die Papiertonne eben voll ist … ja was sollste da machen? O_o So zumindest zeigte sich die Müllverteilung dann nach ein paar Tagen im altgewohnten Bild: allet rinn inne Tonne …

Es ist nicht immer leicht, seinen ökologisch korrekten Schuh durchzuziehen.

Ich habe uns dennoch als sehr naturnah und ökologisch nachdenklich wahrgenommen. Wenig Wasserverbrauch (also das mit der Hygiene sollte ich nochmal vertiefen), einfaches landestypisches Essen (auch einen Fischverkauf gab es auf dem Campingplatz!!! Super Sache!!!) ohne Schnörkels, wenig Klamotten, kaum Strom. Ein sehr aufs Wesentliche konzentriertes und reduziertes Leben.

Das, woran wir arbeiten müssen, sind allerdings noch die Fahrtrituale … *schäm* … ich glaube, ein Urlaub wäre keiner, wenn wir nicht einmal auf jeder Fahrt bei Mäcces halten würden. Aber ich bin schließlich auch kein Engel …

nicht wahr. ;)

Advertisements

Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

4 Kommentare zu “42 Plastiktüten!

  1. Das mit den Plastiktüten ist fast überall im Süden so, echt nervig. Und meist gibt es an den Kassen auch gar keine Alternative.
    Auf Sizilien lag das ganze Plastezeug dann auch im Straßengraben, an Bäumen und im Wasser. Fahr ich nicht mehr hin.

    • Richtig – das Alternativlose ist anstrengend. Hier auf dem Markt und im Supermarkt, sofern man es braucht, gibt es wenigstens Papieralternativen. Allerdings ist es immer wieder erstaunlich, wieviele doch zu Plastik greifen.

  2. Ja whow…. Offenbar sind Südländer so mit der Wärme beschäftigt. Nahezu Null Bewusstsein. Da der Tüte zu entgehen ist schon schwierig.

    Ich nutze sowas ja immer als Mülltüte. Aber schätzungsweise ist die bei Dir auch schon abgeschafft?

    • Das haben wir auch immer gemacht. ;) Jede Tüte, die dann doch ihren Weg zu uns findet, wird wiederbenutzt. Und sei es als Müllbeutel.

      Damit hab ich meine jahrzehntelang angesammelten Plastiktüten nach und nach für den Grünen Punkt-Müll abgebaut. Normale Müllbeutel haben wir auch noch. Irgendwo ist die Fiesheitsgrenze für mich gesetzt. Biomüll allerdings verpacke ich in die Samstagszeitung. Funktioniert prima. lg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s