Das Leben ist wild!

Farbtupfer!

7 Kommentare

Hier hat sich gerade etwas verselbständigt. Und ein paar Erkenntnisse sind ebenfalls dabei rausgekommen … ein Lehrstück im Zusammenleben quasi.

Quelle: pinterest

Quelle: pinterest

Schon lange war klar, dass das Kinderzimmer des Jüngsten eine Generalüberholung benötigt in Form von Tapezieren und Streichen.

Das erste Hindernis bei dieser Aktion war tatsächlich die Angst vorm Ausräumen. Der kleine Kerl ist ein Sammler und Jäger wie er im Buche steht. Da kann man einmal monatlich alles alles alles Papier ausräumen und nach drei Tagen stehen und liegen da wieder Kartons, Papiergebilde, Zeitunsausschnitte etc. herum.

Schön ums Lego drumherum drapiert.

Zwischen Muscheln, Steinen und Schrauben.

Aber dieses Mal war es soweit. Das Ende vom Lied war, dass das Zimmer zwar leer war, jetzt aber im Gegenzug das Bruderzimmer, Mamas Frauenzimmer, das Schlafzimmer und der Flur gestoppte voll war. Naja … ist! Immer noch. O_o Kleiner Exkurs … kennt ihr vielleicht Gamma, den Freund von Micky Maus, der alles mögliche aus seiner kleinen Hose zaubert? So in etwas lief das mit dem kleinen Kinderzimmer ab.

Noch ’n Exkurs: Während der Renovierungsarbeiten habe ich „Fast nackt“ von Leo Hickman gelesen, was mich zusätzlich etwas sensibilisiert hat für die Umweltproblematik. Ich geh in meiner Bücherliste etwas näher drauf ein, aber ich habe schon beim Lesen festgestellt, dass es eigentlich ein mit der Zeit gehendes Buch sein müsste. Der Kerl hat das ethisch-korrekt-leben-Projekt in 2003 gemacht und das merkt man deutlich. Seither hat sich doch (ich hoffe sehr, in GB ebenfalls) einiges verändert. Auf jeden Fall bin ich deutlich aufmerksamer durch den Baumarkt gestreift. Es wurde dann auch eine sehr gut getestete mit dem blauen Engel ausgezeichnete Wandfarbe. ;)

Bis dahin schien das ganze Projekt noch einigermaßen im Rahmen zu bleiben. Tapezieren 3 Stunden (per Handwerker … öhm … selbsttapezieren ist irgendwie in unserem Fall nicht so zielführend … öhm … wie die deprimierende Erfahrung schon zeigte). Streichen und trocknen einen weiteren Tag. Einräumen … tja – ungewiss, aber hoffentlich in einem Tag erledigt. Das war am Freitag. Heute steht immer noch alles in alle Räume verteilt, weil als der Raum so schön leer war, kam die Überlegung hinzu: wir haben ja noch im Keller altes Laminat (hm. Fast neues, schon mal ausgelegtes und bei Auszug wieder mitgenommenes von der Oma) liegen. Das liegt da immerhin schon sieben, acht Jahre. Frisst ja kein Brot wie so manches, was hier rumliegt. AAAAAHHHHH!

Und Frau trix (die Zirkusdirektorin … oder Löwenbändigerin … oder Familiendompteuse) muss ja krankheitsbedingt die Füsse wirklich still halten. Das heisst, alles blieb an meinem Mann hängen. Hut ab. Montag nach der Arbeit hat er dann begonnen, den Teppich rauszureissen. Und der war wirklich auf jedem Milimeter angeklebt. Mit Teufelsspucke. Oder zumindest ähnlich festklebend.

Gerade als der mistige Teil der Aktion durch war, stand der Opa vor der Tür. Wie immer  – etwas unpassend, weil absolutes Hauschaos. Aber der ist da irgendwie schmerzfrei, was es anbelangt, zu merken, wann man grad echt stört. Das wiederum stört ihn überhaupt nicht und als er merkt, dass oben der arme Sohn ganz allein das Laminat legen muss, klinkt er sich gleich ein. Jeder Versuch, das zu verhindern von Sohnesseite … misslingt und so wird das also ein Vater-Sohn-Projekt. O_o

Das lautstark um kurz vor Mitternacht endet und mit einem scharfen Puten-Curry beschlossen wird! Wie die Kinder dabei im Elternbett schlafen konnten, bleibt ein Rätsel. Denn ich habe im Stockwerk untendrunter die Säge und den Opa pfeifen gehört. Es gibt Menschen, die sind einfach von Natur etwas lauter …

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An diesem Abend bin ich äußerst angespannt ins Bett gegangen. Der Lärm, das Chaos – all das richtet bei mir einfach ein heilloses Durcheinander im Kopf an. Nicht gut. Die Angst, diesem Chaos nicht Herr werden zu können, ist manchmal übermächtig. Mein Wunsch, zurück in den Wohnwagen zu ziehen, ist groß in solchen Momenten und ich frage mich ernsthaft, wie wir jemals in einer Zweizimmerwohnung leben konnten. So viel Müll und Mist und Kruscht. Das End vom Lied war, dass mein Mann nach viel Trösten und Beruhigen erstmal den Sperrmüll bestellt hat!!!

Und dann haben wir noch das Farbenchaos beseitigt und alles, was man in diesem Zusammenhang aufbewahrt.

Inzwischen hab ich mich wieder beruhigt. Mein Mann hat eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann. Er hat sehr deutlich gemerkt, dass er eine kleine Don Quichote neben sich hat, wenn er selbst nicht auch ein wenig mehr einsichtig ist. Und ich habe, wie auch Leo Hickman, gemerkt, dass ich nicht die ganze Familie reformieren kann und dass alles in kleinen Schritten geht.

Bedeutet aber auch für meine angekündigte Badezimmerschranksanierung: ich lass das. Entweder nimmt das Möbelstück das Sozialkaufhaus und restauriert es oder es geht den Weg alles irdischen. Das Restaurieren überfordert mich im Moment und ich werde es nicht im Keller verstauen. Ich brauche Luft und muss mich von Überflüssigem befreien. Mein Mann versteht das und ist da ganz bei mir.

Glücklicherweise. ;)

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

7 Kommentare zu “Farbtupfer!

  1. Oh jeh. Und so wird aus einem klitzekleinen Projekt doch wieder die Erfindung des Rades plus Mondlandung :-(
    Zum Glück hast Du es überstanden!

  2. Das Leben ist bunt, wild und anscheinend auch chaotisch. Um so wichtiger ist es, nach und nach allen unnötigen Ballast loszuwerden. Allerdings kann man ja nicht alles alleine bestimmen. Das ist sicher das Problem. … Pass gut auf dich auf …

  3. Gute Entscheidung, manchmal muss etwas nicht gegessen werden ,um in der Kloschüssel zu landen, sagte meine Mama immer :-) by the way , bei uns muss dringend auch renoviert werden..ich prokrastiniere mal wieder- schön länger. Aber Los Zimmer ist jetzt kein echtes Kinderzimmer mehr, sondern ein Jugendzimmer…nur die Playmosachen, das Lego und die Briobahn will er noch nicht in den Keller räumen…warten wir es ab… :-)

    • Wir gehören auch zu den Prokrastinierern … und Sammlern und Jägern und Bewahrern … und und und … ist echt viel. Einmal losgetreten, rollt die Lawine. O_o
      lg

  4. Oha…..bei trixens geht´s wieder rund. So richtig still sitzen und ruhe halten geht bei Dir nicht, was? Nicht, dass ich das nicht verstehen könnte – aber so manchmal muss man auch mal Fünfe gerade sein lassen. Das habe ich für mich jedenfalls aus meinen Erfahrungen so gelernt und kann es mal besser und mal schlechter umsetzen ;-) Ich wünsch Dir viel Erfolg bei allem, was noch kommt!!!
    LG Kerstin

    • Ja – rund geht es echt … aber ich versuche tatsächlich, die Füsse betoniert stillzuhalten. Sonst hat das keinen Taug. Mir tut nur mein Mann leid … an dem klebt halt jetzt alles. Und er macht das mit einer grenzenlosen Geduld. Irgendwie hat er es echt nicht leicht mit mir. ;) lg

      • So ist das eben. In guten wie in schlechten Zeiten… Würdest Du im umgekehrten Fall doch auch tun. Schon Dich und sieh zu, dass Du wieder richtig fit wirst.
        Alles Gute!!!!!
        Kerstin

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