Das Leben ist wild!

Plastikfreie Badezimmerpraxis!

17 Kommentare

Inzwischen ist einige Zeit vergangen und die Plastikreduktion in den verschiedenen Bereichen unseres Lebens schreitet voran.

„MAAAAAMIIIIII!!!“

Oha. Da hat es aber jemand sehr dringend. Mein Sohn braucht mich und zwar sofort, wie das bei angehenden Teenagern nunmal so ist. „Wir haben kein Duschgel mehr. Und kein Shampoo!“ Der Vorwurf in der Stimme ist nicht zu überhören. Wie so etwas passieren konnte, ist ihm scheinbar ein Rätsel. Das war ja noch nie da. Der Versorgungsstrom wird drastisch unterbrochen. Und das ausgerechnet jetzt, wo duschen doch enorm an Wichtigkeit (noch) zunimmt.

„Du musst neues Duschgel und Shampoo kaufen!“ – Muss ich? Ruhigen Tones kläre ich ihn auf, dass wir sehr wohl Duschgel (ein Restchen des Jungsduschgels steht eh noch in der Dusche) haben. Und zum Thema Shampoo weise ich ihn auf das feste hin. Er murrt, muss aber zugeben, dass ich Recht habe.

Nächste Situation. Der Jüngere duscht. Und ich bin ebenfalls im Bad. „Und womit wasche ich jetzt meine Haare???“ Ich komme mir allmählich ein klein wenig wie ein halbseidener Wanderprediger vor. Nur mit festem Wohnsitz. Nicht lang gefackelt, gebe ich meinem Kind die Anweisung, sich jetzt doch mal unter die Dusche zu stellen und mir die nassen Hände entgegenzustrecken. Dann darf er den Shampoo-Bar das Seifenstück für die Haare zwischen den Händen reiben und ist kindlich überrascht, dass es so derart schäumt. HA! Mit Speck fängt man Mäuse!!! Geht doch.

Was ich also merke, ist, dass es erstmal einfach ist, wenn man sich selbst im Klaren ist, worauf man verzichten möchte oder was man gerne verändern will. Sobald dies aber auf das unmittelbare Umfeld übergreift, ist es an mir, Überzeugunsarbeit zu leisten. Am besten sehr anschaulich …

Was hat sich in unserem Bad getan? Brav haben wir im Laufe des letzten Monats weiter verbraucht. Herkömmliches Shampoo in der Plastikummantelung gibt es nicht mehr. Und auch gebadet (was im Sommer eher selten vorkommt) wird mit fester Seife, die sich wunderbar auflösen lässt und noch dazu schäumt.

Denn irgendwie ist Schaum etwas, dass wichtig zu sein scheint – oder gleichbedeutend mit enormer Sauberkeit zu setzen ist.

Ich muss das gleich vorausschicken, auch wenn manch einer die Nase rümpft: ich halte nichts von übertriebener Sauberkeit. Es gibt klare Grundregeln. Händewaschen nach dem Toilettengang, vor/nach dem Essen und auch beim Nachhausekommen. Mit Seife (das ist wichtig zu erwähnen bei meinen Kindern … ich glaube bei allen Kindern im Übrigen)!!!

Duschen nach dem Sport. Die Rate steigt bei meinen Kindern mit zweimal Training pro Woche und einem Spiel ziemlich an. Na gut – proportional zur Geruchsbildung (vor allem unter den Armen) ist das auch notwendig. O_o

Ansonsten halte ich tägliches Duschen für überbewertet. Es sei denn, man geht einer körperlich anstrengenden Tätigkeit mit viel Schwitzen nach. Ich kenne durchaus auch Menschen, die duschen zweimal täglich. Morgens vor der Arbeit und abends, um den Tages“schmutz“ wegzukriegen, vorm Schlafengehen.

Ich schätze, bis zum Ende des Jahres ist das Plastikduschgel ebenfalls komplett aufgebraucht (noch zwei geschenkte Duschgels stehen im Schrank).

Das Zähneputzen stellt mich noch vor eine kleine Aufgabe. So recht zufrieden bin ich mit den Alutuben auch nicht. Ist zwar schon besser als Plastik, aber das Wahre noch nicht. So bin ich nun also auf der Suche. In die engere Auswahl ist Kaiser Natron gekommen. Ich werde es ausprobieren und berichten.

Alles in allem ist es erfreulich leer in unserem Badezimmer. Wenn man sich einmal auf das Wesentliche besinnt, bemerkt man plötzlich, mit wie wenig man in bestimmten Lebensbereichen auskommen kann. Das heisst nicht, auf „Luxus“ zu verzichten – wenn man denn „Luxus“ klar für sich definieren kann. Das ist bei mir nicht eine teure Creme sondern ein angenehmer Duft, den ich auch plastikfrei bekomme. Eine weiche Haut, die nicht gebunden ist an Tiegel und Dosen in mannigfaltiger Ausführung. ;) Ihr wisst, was ich meine.

Luxus liegt in meinem Fall in der Einfachheit und Klarheit der Dinge. Luxus ist, sich nicht beschweren zu müssen mit einer Vielfalt und Überladenheit gerade im Pflegebereich. Und das ist es auch, was mir an dem Grundgedanken des Minimalismus gefällt: dass ich mich nicht mit Entscheidungen rumschlagen muss, denn das was ich besitze, hat eine genaue Vorüberlegung erfordert. Es ist mit Bedacht angeschafft!

So … und nun geht es erst mal in die Apotheke … Kaiser Natron kaufen. :)

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

17 Kommentare zu “Plastikfreie Badezimmerpraxis!

  1. Bei Kindern und vor allem Jugendlichen stelle ich es mir wirklich schwierig vor – nicht alle Jugendliche wollen „anders“ sein und vermutlich finden sie es zum Teil auch peinlich, wenn sie sich „anders“ waschen, als alle anderen. Aber ich finde es gut, dass du deinen beiden erklärt hast, wie sie das feste Shampoo/Haarseife benutzen können. :)

    • Gerade für Jungs in seinem Alter ist das schwierig. Ich hab gestern dann auch (für mich schweren Herzens) ein Duschgel für ihn mitgebracht. Er geht ja auch schon mal mit Freunden schwimmen und in der Schule auch, da ist das besser. ;) Das seh ich auch so wie Du. lg

  2. Ich verfolge diese plastikfreien Beiträge schon eine ganze Weile und finde sie sehr faszinierend – auch wenn ich da jetzt so gar keine eigenen Ambitionen habe.
    Aber spannend, mal zu überlegen, was man so alles herumstehen hat und wo überall das Plastikzeug im Alltag auftaucht.
    (Und dann zu überlegen, dass es das ja noch gar nicht so lange gibt und wie das wohl „davor“ alles so lief… *grübel*)

    Wie auch immer…

    Ich wollte eigentlich anmerken, dass ich auch „richtige“ Seife im Badezimmer habe. Und ich sie sehr angenehm finde.
    Ich habe mir sehr trockener Haut zu kämpfen – und da haben die ganzen Duschgels sehr ausgetrocknet. Mit Seife (am liebsten Olivenseife oder Marseiller Seife direkt vom südfranzösischen Markt) passiert das nicht – im Gegenteil, das ist sehr angenehm.
    Folglich habe ich immer ein natur-duftendes Stück Seife in der Dusche und am Waschbecken.

    Shampoo verwende ich jedoch „ganz normal“ aus der Platisk-Flasche.

    Und im Gäste-WC habe ich auch flüssige Handwaschseife, weil ich es einfach angenehmer finde, wenn man als „Gast“ nicht ein benutztes Stück Seife nehmen muss.
    Vielleicht bin ich da „komisch“.

    Und ein letztes:

    was mir aufgefallen ist…
    wenn ich mal anderswo dusche und dann Duschgel verwende, dann merke ich, dass das ein ganz anderes Hautgefühl macht. Nicht wegen Austrocknung oder so. Sondern es fühlt sich irgendwie „rfemd“ an. Nicht so frisch, wie ich es gewohnt bin mit meiner Seife.
    Hingegen meine andere, die die Seifen-Version ausprobieren, dass sie sich nicht so „frisch“ fühlen wir mit Duschgel.
    Da spielt wohl sehr viel Gewohnheit eine Rolle….

    • Es fing ja in der Küche mit einem gewöhnlichen Einkauf an. :) Und je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto blöder fand ich diese ganze Plastikverpackerei. Aber ich muss sagen, dass Badezimmer ist eine Herausforderung und ich bin noch nicht am Ende der Weisheit angelangt. Manche Seifenstücke sind wirklich fies. Dann muss ich aufpassen, dass ich nicht überall, wo ich feste außergewöhnliche Seife sehe, etwas mitnehme (den Konsum will ich ja auch reduzieren). Und so arbeite ich mich voran.
      Für Gäste hat mein Mann eine Seife in Schokoladenform mitgebracht. Da kann man Rippen und Stücke abbrechen. Die leg ich das nächste Mal hin. Mal sehen, wie sie es finden. :)

      • Das ist ja mal eine witzige Idee…
        Das könnte mir auch gefallen. :-)

        Ja…und Seifenkauf kann wirklich süchtig machen.
        Auf dem südfranzösischen Markt kaufe ich immer einen ganzen Rucksack voll, weil ich mich nicht entscheiden kann… ;-))

  3. Du bist sehr konsequent! Hut ab!

  4. Nicht schlecht, dass die Beiden wenigstens probiert haben. Ich stelle es mir ähnlich wie Stadtpflanze garnicht so einfach vor mit Teenagers/Kindern. Mein Mann besteht auf Flüssigseife (und kauft sie sich selbst, wenn sie leer ist). Ich finde das ok, schliesslich ist es meine Entscheidung, plastikärmer zu leben. Ich hoffe, dass es sich irgendwann was abguckt oder ich ihn nebenbei überzeuge.
    Kommst Du gut mit der HAarseife klar? Für welche hast Du Dich entschieden?

    • Zuhause machen sie fast alles mit ein wenig Diskussion! ;) Aber für auswärts habe ich dem Großen ein normales Duschgel gekauft. Das wollte ich ihm jetzt doch nicht „zumuten“.
      Das Jasmin-Shampoo von Lush ist ganz gut, aber für meinen Haartyp noch nicht so ganz das Wahre. Da ist zwar schon Spülung drin, aber das merke ich nicht. Ich spüle manchmal mit einer Essig-Wasser-Mischung nach. Jetzt habe ich mir noch mal eine Alternative geben lassen. Sie waren da sehr freundlich und sehr kundenorientiert. Ich bin mal gespannt.

      Meine Haare sind durch die Autoimmunschwäche der Schilddrüse eh nicht einfach. Und ich musste früher immer mal das Shampoo wechseln, damit sich (hört sich jetzt doof an) die Haare nicht dran gewöhnen konnten.

      • Danke, Trix. Also auch Lush. Irgendwie scheinen die Meinungen bei der Firma so gespalten. Ich war bisher nur einmal in dem Laden. DAs ist schon ein paar Jahre her, doch der Geruch hat mich damals so umgehauen, dass ich nicht wieder reingehen konnte :-) Vielleicht versuche ich es doch noch mal.

        • Das mit dem Geruch empfinde ich auch so. Außerdem kann man sich online die Inhaltsstoffe ansehen und darunter findet man PEG (ein Erdölderivat). Es kann hautirritierend wirken und es besteht auch der Verdacht, krebserregend zu sein. Deswegen kommt diese Firma für mich nicht in Frage. Ich benutze das Shampoo einer Biofirma, aber leider aus einer Plastikflasche. Ich suche also noch …

          • Mir geht es wie Euch. Vieles scheidet geruchstechnisch (irgendwie sehr viel und sehr rosa und sehr blubberprinzessinnenangehaucht) schon mal aus.

            Zu den Inhaltsstoffen muss ich vielleicht sagen, dass ich das Gefühl habe, noch am Anfang meiner Reise zu stehen. Ich war ja vollkommen unbedarft. So nach und nach arbeite ich mich auch da hinein. Aber da waren die Lush-Produkte schon gekauft. Und ich brauche sie natürlich auf. Grds gilt: immer genau schauen, was drin ist.

            Aber ich war ja schon froh, was ohne Plastikverpackung zu bekommen … das ganze Thema gleicht einem großen Dschungel und man muss manche Wege erst mal beschreiten, um dann festzustellen, dass es noch bessere gibt. :) lg

            • Und es ist immer mühsam, sich durch den Dschungel zu kämpfen. Das ist sicher so gewollt; die Konsumenten sollen nicht durchblicken. Ich bin auch erst am Anfang … Aber viele Tropfen höhlen den Stein.
              Dir auch liebe Grüße.

  5. Hallo Trix,
    die ganze Family zu überzeugen ist dann wirklich eine Herausforderung. Ich finde auch nicht, dass man es denen aufdrängen muss, das würde sicher das Gegenteil bewirken (wenn sie mal ausziehen, kaufen sie sich alles, was sie nie haben durften…). Von daher finde ich gut, dass du den Jungs für unterwegs auch Plastikflaschenshampoo kaufst. Ich versuche bei uns einfach so gut es geht mit gutem Beispiel voranzugehen. Auf meinen Mann hats schon abgefärbt.
    Viele Grüße, Marlene

  6. Hallo Trix!

    Da denke ich vor einigen Tagen, warum schreibt die Trix denn schon so lange nicht mehr und schwups muss ich erkennen, auf mysteriöse Weise ist Dein Blog aus meinem Reader geflutscht.

    Jetzt habe ich ewig viel nachzulesen *schluck*

    Außerdem frage ich mich, wie das wirklich passieren konnte. Gut, dass ich mal wieder vorbei geschaut habe um zu sehen, was los ist!

    Bis bald einmal!

    lg
    Maria

  7. Hi Maria! Das ging mir auch schon mal so. Plötzlich war die Benachrichtigungsfunktion eines Blogs von „sofort“ auf „nicht“ geändert. O_o Warum auch immer. Schön, Dich wieder hier zu lesen. Ich dachte auch schon, warum schreibt die Maria denn so lange nicht mehr … :D lg und viel Spaß beim Nachlesen. ;)

    • Hallo Trix!

      Und schon erledigt, alles nachgelesen. Was für ein Glück, denn da hätte ich wirklich viel verpasst.

      Danke für den schönen Beitrag über Deine Jungs im Bad. Bei mir war es ja geradezu umgekehrt. Meine Tochter ist noch vor mir auf Haarseife und Körperseife umgestiegen, da hatte ich von Lush noch gar nix gehört.

      Mir ist Olivenölseife am liebsten und ich habe festgestellt, dass sich die Haut so am besten anfühlt und der Körpergeruch unter den Achseln viel weniger geworden ist, seitdem ich kein Duschgel sondern Olivenölseife verwende.

      Wahrscheinlich soll das die Deoindustrie fördern ;-)

      Seitdem ich die Olivenölseife verwende brauche ich so gut wie kein Deo mehr und rieche trotzdem nicht am Abend. Das finde ich am allerbesten.

      lg
      Maria

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