Das Leben ist wild!

Kinderzimmerrevolution!

7 Kommentare

Es gibt einen Bereich unseres Hauses, den ich tunlichst zu erwähnen vermeide, wenn es um die Themen „Minimalismus“ als auch „Plastikmanagement“ geht. Dieser Bereich ist meilenweit davon entfernt gewesen. Lichtjahre. Was red‘ ich … Galaxien.

Das hat sich inzwischen geändert. Dank einer aufwendigen simplen notwendigen Renovierungsaktion meines Mannes. Ganz recht – es geht um die in ihrer Tiefe und Fülle kaum zu erfassenden … Kinderzimmer. O_o

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Gefühlte Millionen von Kisten haben wir aus dem Kinderzimmer des Jüngsten rausgeräumt, als die Renovierung anstand. Unzählige!!!  Wirklich! Ihr wisst – ich bin fast an dem Renovierungschaos verzweifelt.

Und es war schnell klar, dass die nicht alle wieder ins Kinderzimmer zurück kommen sollten.

Wenn wir alle sehr ehrlich zu uns sind, dann wissen wir aber auch, was mit Dingen passiert, die einmal in eine Kiste verpackt wurden.

Man belässt sie dort. Und sie geraten in eine staubige Vergessenheit mitsamt der Kiste, die sie umhüllt. Das geht, wenn es gut läuft, vielleicht mit einer Kellerkiste … aber hier oben im Lebensbereich der Familie und mit gut einem dutzend Kisten ist das nicht machbar. Zumal es auch nicht wirklich dekorativ ist.

Heute stand für mich das Projekt „Kinderzimmer“ an. Das Ziel war es, aus vielen Kisten einige wenige zu machen. Und nach Möglichkeit alle (sic!) Plastikaufbewahrungsmöglichkeiten auszumisten.

Es ist erstaunlich, was da alles in friedlicher Koexistenz in diesen Kisten lebt. Gut, es gibt ganz klare Tendenzen – zum Beispiel darf Lego nicht fehlen. Und alles, was mit Star Wars zu tun hat, ist auch immer ganz oben auf der Lieblingsliste. Aber auch Killefitz wie … Muscheln, Steine, Schnüre, Karten (unfassbar nicht zu zählen wie viele), Murmeln, Bälle (!!!), Blätter, Stifte, undefinierbare Fitzel, Pfeifenreiniger, Korken, Kastanien, Sammelfiguren … Autos natürlich auch und Bücher in rauhen Mengen. Diese habe ich jetzt a) ausgemistet und b) ausgelagert auf den Vorraum der Beiden. O_o

Zum Glück wurden wir nicht überschwemmt mit diesen fiesen lauten Plastikkrachmachern, die es da allerortens gibt. Gekauft haben wir sowas selbst nie. Einige Spielsachen, wie z.B. die Darda-Bahn mit ihren Aufziehautos, sind noch von meinem Mann. Oder die Drücktierchen aus Holz aus meinem Fundus.

Das Ergebnis:

Im Kinderzimmer des Jüngsten steht nun mehr nur noch eine Regaleinheit. Dort werden aktuelle Bücher für sein Lesealter, CDs, Kassetten, seine Musikanlage, Lego, Playmobil, Autos und sein Bastel-/Nähzeux aufbewahrt. Die Aufbewahrungseinheiten für das Lego sind immer noch aus Hartplastik. Überschaubar. Eine Kommode hat er vom großen Bruder geerbt. Dort bewahrt er in einer Schublade sein Kochgeschirr, in ener zweiten seine Legomodelle auf –  und eine Schublade ist noch frei. Auf dem Schreibtisch ist der Killefitz gelandet: Muschelsammlung, Stifte und Karten sowie alles, was eben klein ist und irgendwie immer mal genutzt wird. Blätter, Malbücher, Bügelperlen … all sowas eben. :)

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Das Zimmer des großen Bruders ist frei von Plastikaufbewahrungsmöglichkeiten!!! Ich bin grad stolz wie Oskar. Wir hatten wirklich überall im Haus verteilt Holzkisten, die ich gut nutzen konnte. Er skatet gern, liest viel und hört gern Musik. Dementsprechend minimalistisch ist sein Zimmer geworden. Sein Skateboard hat jetzt ein neues Deck bekommen (das Teil, auf dem man drauf steht) und das alte wollten wir nicht einfach wegschmeissen. Nach einigem Überlegen haben wir es zum Bücherregal umfunktioniert. Es hängt jetzt über seinem Bett und er findet es schon ziemlich cool. ;)

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Es gibt natürlich auch die elektronischen Medien. Das liegt in der Natur der Dinge. Ein gesunder Umgang damit ist wichtig. Und wir haben das Glück, dass sie zwar auf DS und Co. zugreifen können (hier sieht man sogar noch ein Relikt aus alten Tagen), es aber selten und wenn, dann mit Ansage, tun.

Das, was an Spielzeug vorhanden ist, ist eine Ansammlung der vergangenen 12 Jahre. Gerade hier wird mir bewusst, wie schwer mir das Ausmisten und Innehalten gefallen ist. Und statt schon viel früher die Reissleine zu ziehen, habe ich dazu geneigt, Aufbewahrungsmöglichkeiten anzuschaffen.

Mit Sicherheit ist das eine grundsätzliche Tendenz in vielen überfüllten Haushalten. Stauraum schaffen. Aufbewahrungsmöglichkeiten finden. Statt einfach mal auszusortieren und die Dinge auf ihren Nutz – und Lieblingswert hin zu prüfen.

Ausmisten hat den positiven Effekt, dass auch die Kinder genauer hinschauen und Ziele formulieren lernen. Was erwarten sie selbst von ihrem persönlichen Lebensraum? Im Rahmen ihrer Möglichkeiten haben sie nämlich durchaus das Recht, zu entscheiden, wie ihr Zimmer aussehen soll. Sowohl was das Spielzeug als auch die Raumgestaltung anbelangt. Kleines Beispiel: die Farbe stand dieses Mal nicht zur Debatte, aber sie hatten jeder eine Wand, für die sie eine individuelle Tapete aussuchen durften. Ihr persönliches Stück Wand. Das Gefühl von „Ich darf hier mitreden!“ Wie die Möbel stehen sollen, wird grundsätzlich ebenfalls gemeinsam überlegt. Oder welcher Schreibtisch es sein soll. Ich möchte nämlich, dass meine Kinder es lange dort aushalten. ;) Die jetzt gekauften Möbel sollen halten, bis sie ausziehen. Sie sollen sie eine gute Lebensspanne begleiten.

Ah – da fällt mir ein – ein besonderes Thema sind auch „Aufkleber“. Kinder haben den unwiederstehlichen Drang, Aufkleber an die unmöglichsten Stellen zu beppen. Dann kannste den Schrank irgendwann entsorgen, denn welcher Teenager findet einen Schrank beklebt mit glitzernden Einhörnern, den Fußballern der WM 2006  oder mit bunten kleinen Fitzelstierchen noch zeigenswert? Aus diesem Grund haben wir das Aufkleben erlaubt – sie durften alles aufkleben: auf die Innenseite ihres Schranks. Das Thema hat sich erstaunlich schnell erledigt und richtet dort wirklich keinen Schaden an. :)

Am Ende bin ich also auch hier noch nicht. Es ist, wie in allen anderen Wohnbereichen ein Prozess. Hin zu weniger und dafür wert-voller. Weg vom Plastik. Schritt für Schritt …

PS. Kinderzimmerrevolution … Revolution per Definition durch Wiki:

„Eine Revolution ist ein grundlegender und nachhaltiger struktureller Wandel eines oder mehrerer Systeme, der meist abrupt oder in relativ kurzer Zeit erfolgt. Er kann friedlich oder gewaltsam vor sich gehen.“

Noch schlagen wir uns nicht. :D

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

7 Kommentare zu “Kinderzimmerrevolution!

  1. Da is ja noch nen alter gameboy, cool. Die höchsten Schadstoffbelastungen durch Kunstoffe werden in Kitas gemessen.

  2. Hallo Trix!

    Das Skateboard-Regal finde ich ja absolut genial! Muss ich unbedingt meinem Sohn zeigen, der ist auch so ein begeisterter Skateboard-Fahrer. Wobei er jetzt auf das Longboard umgestiegen ist und mit dem echt ungelaublich schnell fährt. Das ist in der Stadt übrigens noch praktischer als ein Fahrrad, weil er Öffis und Inidividual kombinieren kann.

    Schön sind die Zimmer geworden! Ich bin wirklich begeistert!

    lg
    Maria

  3. Hey Trix, boah, diese Ki-Zi-Ausräum-Aktionen habe ich auch hinter mir. Wie ordentlich, sauber und vor allem wie groß so ein Zimmer doch sein kann..wenn das Chaos besiegt ist. ;) Da fällt mir ein ich habe noch eine ganze Schublade voller Yu-Gi-Oh-Karten…Interesse?? *duckundweg* Luftkussi schicke Claudi

  4. Ja, Kinderzimmer und Spielzeug sind führen mich auch in furchtbare Minimalismus/Nachhaltigkeits-Dilemmata. Das schlimme, ich finde oft Spielzeug selbst ganz toll und schreie schon vorher „Ja“, bevor mein Sohn überhaupt den Wunsch leise erwähnt hat… Aber ich gelobe Besserung und arbeite an mir!

  5. Ohja wir haben auch viele dieser Kisten, die auf dem Boden verstauben… Und dass mit den Aufklebern kenne ich auch. Mein Sohn macht nicht mal vor der 200 Jahre alten Aussteuertruhe meiner Oma Halt!

    • … und weil ich das dumpfe Gefühl hatte, ich kann es irgendwie bestimmt nicht verhindern, haben sie die Schrankinnentür zum „verschönern“ bekommen. Glücklicherweise hat das verhindert, dass sie irgendwo anders geklebt haben. Ich glaube, ich hatte unverschämtes Glück. ;)

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