Das Leben ist wild!

Für Eilige …

18 Kommentare

… aber auch für UmdenkerInnen, MitmacherInnen, WeltverbesserInnen und ganz normale Menschen wie Du und ich! ;)

Seit Tagen denke ich darüber nach, was ein umweltverträgliches Leben so ausmacht. Heute nach einigen Monaten des recht plastikarmen und vor allem achtsamen Lebens überlege ich, was ich all denen, die noch am Beginn stehen (der erste Gedanke ist gepflanzt, aber ach was für ein Umstand), mit an die Hand geben kann.

Es muss doch möglich sein, nicht gleich als verhutzelter Öko mit großen Getreidepatschhänden dazustehen. Als unverbesserlicher Verbesserer.

Quelle: Pinterest

Quelle: Pinterest

 

Schon jetzt merke ich, dass die erste Gruppe vielleicht die wichtigste ist. Für Eilige! Wenn man beginnt umzudenken, finden viele Prozesse auf einmal statt und man will und will und will. Das geht nicht gut. Stattdessen sollte man sich auf kleine Projekte besinnen und eine Prioritätenliste aufstellen. Auf sein Herz hören und aufschreiben, was einem wichtig ist.

Augen öffnen!

Folge einfach ein paar Grundsätzlichkeiten. ;)

  • Discounter sind deprimierend. Sie machen vielen Menschen zwar das Leben auf den ersten Blick einfacher, aber bei genauem Hinschauen wiegen die Nachteile des Billigkonsums in einigen Bereichen ziemlich auf.
  • Iss nicht nur aus Verpackungen. Es gibt soviele Einkaufsmöglichkeiten. LebensMittel bleiben LebensMittel. Auf dem Markt zum Beispiel lässt es sich wunderbar einkaufen. Es ist ein Erlebnis für die Sinne.
  • Kaufe achtsam. Früher bin ich einkaufen gegangen mit einer Liste und mit dem Gedanken: „Könnten wir gebrauchen“. Das mache ich nicht mehr. Die „Könnten wir gebrauchen“ – Dinge sind oft im Schrank verstaubt oder schlecht geworden. „Könnte“ meint sehr oft „kann ich aber nicht“. Man kann sehr gut darauf hören, ob etwas uns „ruft“, weil wir es brauchen oder weil es uns einfach lockt. :D
  • Alternativen finden. Die gibt es meist. Und wenn nicht, dann sollte man sich nicht grämen. Ich habe einfach noch keinen Mozzarella gefunden, der nicht verpackt ist. Aber z.B. nehme ich eben statt eines eingeschweissten Brokkoli eben etwas anders. Plastikfrei leben wollen beinhaltet auch, von eingetretenen Pfaden abweichen. Neue Wege gehen wollen.
  • Und ja – manchmal auch verzichten. Ich verzichte sehr häufig, werde dafür aber auch oft überrascht, welche Wege sich mir auftun.

 

Einfach leben!

Dies ist für mich vielleicht die eindringlichste Erkenntnis, die ich gefunden habe. Und bei der ich merke: es tut mir und meinen Lieben gut. Die Einfachheit des Seins entdecken. Man macht sich so oft abhängig: von dem, was gerade im Trend liegt. Jener Marke, diesem Produkt.

Lebe einfach. Und dies in zweifachem Sinne. Ich mache mir weniger Gedanken. Und ich brauche weniger, um zufrieden zu sein. Nicht noch ein Schneidbrett, keine neue Küchenmaschine, einen siebenunzwanzigsten Topf. Kein Supermakeup, keine fünf Sorten Duschgel und nicht den zwanzigsten Lippenstift. Und wenn ich das Haus verlasse, sehen die Menschen keinen verhutzelten Waldschrat, der ungepflegt durchs Leben läuft oder dem es schlechter geht, weil er kein Highend-Küchengerät sein eigen nennt. ;) Lebe einfach – auch bei der Zubereitung der Mahlzeiten. Es gibt so viele leckere Gerichte … die keine LKW-Flugzeug-Frachtschiff-Spur durch die Welt ziehen, bis sie bei mir auf dem Teller sind. Nutze die vorhandenen Ressourcen.

Warum?

„Alles für eine Tube Zahnpasta weniger“ schrieb mir neulich CL, die ich sehr mag. Und genau so ist es ja! Warum der ganze Aufriss? Ich kann doch die Welt eh nicht verbessern. Oder?

Das habe ich auch nicht vor. Also schon … aber nicht in dem Sinne, wie „ich entwickle einen Masterplan zur Übernahme der Weltherrschaft“. Ich arbeite quasi im Untergrund. Meine Wirkunsstätte ist klein. Der Mikrokosmos umfasst: mich – meine Familie – den Boden, auf dem wir leben – unser nächstes Umfeld. Und ich bin fest davon überzeugt, dass das, was ich tue, sich in kleinen Wellen ausbreitet. Vielleicht ein Gedanke, den ich säe. Überlegungen und Handlungen bleiben selten ohne Folgen. Ich gehe nicht davon aus, dass es plötzlich keine Plastikverpackungen gibt, aber vielleicht eine Umstrukturierung von Verpackungen. Eine Verlagerung, weil der Kunde etwas anderes möchte.

 

Quelle:  Pinterest

Quelle: Pinterest

 

Nicht verbiegen!

Da kann man sich auf den Kopf stellen: ich werde nicht mein eigenes Waschpulver herstellen. Ich kann dem Respekt zollen. Aber für meinen Haushalt ist das nix. Aber mein Beitrag in diesem Bereich ist, dass wir keinen Trockner besitzen. Es geht wunderbar ohne, denn der Wäscheraum ist so warm, dass alles innerhalb eines Tages getrocknet ist. Und wir haben viel Wäsche. Ebenso kann man heute schon gute Waschmittel bekommen, die nicht vor Mikroplastik strotzen. Verbiegt Euch nicht. Bleibt dem, was ihr gut könnt, treu. Ich liebe es, aus den LebensMitteln in Wald und Feld etwas herzustellen. Fruchtaufstriche sind mein Metier. Da fühle ich mich zuhause, aber nicht im chemischen Bereich. Mixturen … Mittelchen … Pülverchen. Gut, wenn es sie schon so gibt. Von Waschsoda und Kaisernatron bin ich begeistert. :D

 

Das Ziel im Blick behalten!

Jahrzehntelang war mein Leben „anders“. Es gibt diesen schönen Spruch „Man muss das Ändern leben“. Es dauert seine Zeit. Aber ein langer Atem und die Freude am Ausprobieren machen, dass es ein kurzweiliger Weg ist. Manchmal tut sich wochenlang nichts. Dann habe ich das Gefühl, es pendelt sich ein. Wir leben mit dem Geänderten. Das Ändern lebt mit uns. Dann wieder kommt ein Schub in Form einer Idee, eines Blogeintrages, eines Berichts, einer Reportage … oder was auch immer. Ein Impuls. Und plötzlich geht der Weg weiter. Das Ändern leben. Schritt für Schritt …

Jetzt ziehe ich noch die Schleife. Es ist nichts für Eilige. Es ist etwas für UmdenkerInnen. Für Menschen mit einer besonderen Art zu leben. Diese ist nicht immer einfach und für manch einen sicher seltsam. Aber sie macht uns aus.

Alles für eine Tube Zahnpasta weniger … :D

 

Quelle: Pinterest

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

18 Kommentare zu “Für Eilige …

  1. Toll geschrieben, mein Kompliment. Das passt zu meinen Gedankengängen und auch zu meinem Leitsatz: Wenn viele kleine Leute viele kleine Dinge tun, kommt Großes dabei heraus.

  2. Das mit den vielen kleinen Dingen, daran glaube ich schon lange. Wie soll es sonst gehen.

    Was mir aber wichtig ist und was du hier angesprochen hast: jeder muss SEINEN Weg gehen. Hauptsache, man tut überhaupt etwas. Mit Geduld und stetigem Bemühen wird das schon. Es gibt eben bestimmte Dinge, die einem nicht liegen. Man muss sich das eingestehen und sich lieber auf das konzentrieren, was man gut kann oder möchte, was einem Freude macht.

    Liebe Grüße, Ingrid

    • Ich muss wirklich umdenken, Wo kam eigentlich „Franka“ her, wenn ich fragen darf. Oder wie ist es entstanden?

      Da sprichst Du was gutes an: auch mal etwas wieder abhaken, weil es nicht meins ist. Das finde ich ganz wichtig. Man muss nicht alles können und machen. ;)

      • Weil einige in Bloggerland viele Monate lang von einem halb-japanischen Ne-o.n.a-z.i ‚verfolgt‘ wurden und der mich in Mails mit meinem richtigen Namen anredete *schauder* wollte ich anonymer werden. aber ich habe nie wirklich an Franka gewöhnt, zumal mich auch etliche unter meinem richtigen Namen kennen. Franka hatte ich mir in Verbindung mit ‚frank und frei‘ vorgestellt. So wollte ich sein und so wollte ich bloggen ;-)
        Liebe Grüße, Ingrid

  3. Sehr schöner Text und auch wichtig. Wenn jeder in seinem ureigensten Kosmos aufräumt, sieht die ganze Welt bald anders aus.
    Oliver 2.0

  4. Toll, einfach nur toll. Bussi Claudi

  5. Hat dies auf Fundstücke aus dem Internet rebloggt und kommentierte:
    So viele gute Gedanken von Trix – Danke!

  6. Ich bekomme auch immer gesagt „Was du da tust ist zu klein, das ändert nichts“. Die wollen das gar nicht sehen manchmal, weil sie dann eine Ausrede haben um bequem zu bleiben.
    Übrigens kann man super mit Kastanien waschen, nix mit Chemie :)

    Liebe Grüße,
    Sandra

    • Und wie riecht die Wäsche danach? Das würde mich interessieren. :) Oder riecht sie gar nicht? Oder nach „Natur“? Und wie oft kann man sie nutzen? Fragen über Fragen!!! :D

  7. Hat dies auf Förderband Nachhaltigkeit rebloggt und kommentierte:
    Für alle, die sich regelmäßig rechtfertigen müssen, warum sie sich solche Umstände machen…
    Für alle, denen ständig erzählt wird, dass ihr Mühen doch nichts bringt…
    Für alle, die Veränderung trotzdem leben…
    Ein paar wirklich gute Gedanken von Trix:

  8. Liebe Trix, ich bin immer noch ein hin und weg von deinem Beitrag. So gut!!! Danke für deine Gedanken! Danke für das zum Waschmittel stehen und für diesen so guten Text (zum immer wieder lesen).
    Liebe, liebe Grüße
    Nanne

  9. „Ich arbeite quasi im Untergrund“, lach! Herrlich! Ja, das Gefühl kenne ich. :) Und du hast schon so viel erreicht!

  10. Toller Beitrag! :) Und ja, es stimmt, zu eilig sollte man es nicht haben ;) Denn das geht nicht von heute auf morgen, dessen werde ich mir auch immer bewusster. Ich habe anfang des Jahres angenfangen, das Plastik aus meinem Leben zu streichen und es tut so gut! Ich werde mir viel bewusster, was das Ausmaß des Konsums evtl. umfassen könnte und ich lebe auch viel bewusster. Ich war auch so ein Lust und Laune Käufer, und manchmal kommt dieser Impuls immer noch. Aber das ist nicht mal mehr halb so schlimm, wie noch vor einigen Monaten!
    Falls du mal reinschauen möchtest, ich habe inzwischen auch ein Blog zu dem Thema gestartet! :) (www.gruenes-einhorn.com)
    Liebe Grüße!

    • Hi! Du hast vollkommen recht … die unbedachten Kaufimpulse gehen zurück. Die Entwicklung hin zu einer achtsamen Lebensweise für einen selbst und seine Umwelt braucht Zeit zur Entwicklung … es ist ein langer Prozess. :) Ich schaue gerne mal bei Dir rein. :) lg

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