Das Leben ist wild!

Welt-Internet-Tag!

Ein Kommentar

Es ist ja heutzutage so, dass fast jeder Tag etwas Bestimmtem zugeordnet wird. Manchmal kann man über Sinn und Unsinn streiten. O_o Neben dem Weltspartag oder dem Tag der Allergien gibt es auch den Tag der Vermissten Kinder, Tag der Arbeit, der Mühlen, des Sonnenschutzes, des Handtuchs, des Kusses und und und …

Heute  – ja heute ist Welt-Internet-Tag. Zeit ein bißchen über diesen Fortschritt nachzudenken. Fluch oder Segen? Ich geb es offen zu: ich bin sehr internetaffin. Dort befindet sich mein ausgelagertes Hirn. Wenn ich etwas wissen will, dann schaue ich sofort nach. Das bringt mich manchmal ein wenig aus dem Konzept. Gerade beim Eintauchen in die Welt der historischen Geschichten geht es mir nämlich oft so, dass ich selbst anfange zu recherchieren. Ich bewege mich in Wikipedia von Ast zu Ast, von Wissenszweiglein zu Wissenszweiglein. Ach – und wer kennt ihn nicht, den schnell gesagten Ausspruch: „Google doch mal …“. Wir suchen nicht mehr. Wir googlen.

 

Vielgenutzt!!! :)

Vielgenutzt!!! :)

 

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Die Welt hat sich verändert. Es gibt viele positive Seiten, die das Internet zu bieten hat. Man kann Informationen finden über alles Mögliche und Unmögliche. War man früher vielleicht mit einem exotischen Hobby allein, finden sich jetzt Gleichgesinnte auf der ganzen Welt. Netzwerke entspinnen sich. Wissensgruppierungen.  Es gibt Menschen, die haben 2000 „Freunde“. Plötzlich werden aus Aussenseitern Szenegurus. Und unser Wissen wächst. Wir haben alles bereist ohne dort gewesen zu sein. Gründen Existenzen, ohne Kapital. Einkaufen ohne einen Laden geschweige denn eine Umkleidekabine zu betreten. Alles ist möglich. Vom Sofa aus. Eigentlich verrückt, oder?

Ich bin zwar internetaffin, bewege mich aber durchaus gern in der realen Welt. Für mich ist das Internet keineswegs ein kleines heimeliges abgestecktes „Wohnzimmer“, in dessen „Regalen“ die Informationen gelagert sind, die ich nur „abgreifen“ muss.

Was macht diese Veränderung mit uns? Wo sind die Geschichtenerzählerinnen hin, die am Lagerfeuer saßen und ihr Wissen weitervermittelten? Dem gedruckten Buch gewichen. Die Angst, die das gedruckte Buch schürte, war vielleicht ebenso groß, wie die Angst, die das Internet heute manchmal schüren kann. Wohin verschwinden die Bücher? Wohin die Geschichten? Na gut … ich schreibe hier ja ab und zu welche auf. Und gebe mein Wissen weiter. Ich frage mich nur, was passiert, wenn dieses Konstrukt auf dem Highlevel zusammen bricht? Wo sind sie dann – all die Daten?

Ist das eine Generationenangst? Meine Kinder bewegen sich mit Begrifflichkeiten dieser medialen Welt völlig normal. In der Schule gibt es keine Tafel. Dort gibt es nun Whiteboards. „Können wir das mal downloaden?“ und „Google doch mal … „. Keine Angst – wir halten die Balance. Und das ist wichtig. Kein ungehinderter Zugang zu dieser großen und auch unheimlichen Welt. Haptische Erfahrungen machen. Nicht nur sehen, wie etwas ist. Sondern fühlen können. Fühlen dürfen.

Und wenn ich es mir genau überlege, bewege ich mich sehr einseitig hier drin. Ich habe zwar eine Ahnung von den dunklen Seiten, aber in diese Materie tauche ich persönlich nicht ein. Es gibt ein dark net, soviel ich weiss. Gewalt und Überwachung sind auch hier präsent. Alles Positive hat auch eine negative Seite. Wir hinterlassen Abdrücke in Form von Worten und Bildern. Codes, Prints, Pixel …

Dann kämpfen zwei Seelen in meiner Brust. Will ich das wirklich? Was soll von mir hier sein? Wer bin ich? Wer sieht mich? Ja – ich will. Will wissen, will erzählen und will sehen. Meinen Horizont erweitern. Dunkel ist, was wir draus machen.

Eine angebrachte Skepsis sollte immer da sein, aber uns nicht abhalten, Nutzen und Wert dieser Wahnsinnserfindung zu erkennen. Neues entdecken, Interessen teilen, Wissen weitergeben. Wisst ihr, ich bin dennoch einfach vorbereitet, wenn das Netz mal zusammenbricht. Ich kann dann immer noch Gerichte zubereiten, ein Regal zimmern, eine Kartoffel anbauen …  und selbst entscheiden, was gut und richtig für mich ist!

Und wenn nicht, dann probiere ich es eben aus. So entstehen die wunderbarsten Sachen. :D

PS. hab ich vergessen: ODER frage einfach meine Mama oder meine Freundin! :D

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

Ein Kommentar zu “Welt-Internet-Tag!

  1. Danke schön! So viele geniale Gedanken – hoffentlich bleibt das alles der Nachwelt erhalten…

    lg
    Maria

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