Das Leben ist wild!

Habseligkeiten!

6 Kommentare

Zwei anstrengende Wochen sind vergangen. Immer, wenn in trixtown großer Markt und Rummel und TamTam ist, steht hier die Welt kopf. Und es ist gleichzeitig der Marker für die vor uns liegende Weihnachtszeit. Alle, die vorher sagen: „Was macht ihr Weihnachten?“ werden rigoros abgebügelt mit den Worten: „Das sehen wir nach Markt“. Weihnachten ist nämlich in unserer Familie nicht wirklich einfach. Und man muss aufpassen, dass nicht irgendjemand angekekst unterm Tannenbaum sitzt und sich den Wachs auf den Kopf tropfen lässt … Aber das ist ein anderes Thema.

Jetzt beginnt die Zeit für meine Kinder, in denen eifrig Bilder ausgeschnitten werden („Du hast da nicht wirklich Paprika hingeklebt?“) und die Wunschzettel an den Weihnachtsmann und das Christkind ständig überarbeitet werden.

Was wünsche ich mir? „Nichts!“ habe ich geantwortet, als mein Mann mich neulich fragte. Stimmt das so? Kann ich sagen: „Ich bin wunschlos glücklich?“ Nun – seit Jahren wünsche ich mir eine Denby „Never drip“. Der Klassiker unter den Teekannen. In einem warmen Braunton. Und einen Gärtner. Den fänd ich auch nicht schlecht. Einen Gärtner für ein Wochenende. Zum Laub einsammeln und Sträucher schneiden und den Garten in seine Wintermontur packen.

Wisst ihr – zum 40sten habe ich eine Haustür geschenkt bekommen (nicht drüber nachdenken …) und da finde ich einen Gärtner jetzt nicht soooo abwegig.

Und sonst? Ein paar Budapester Chelsea Boots von Marc’o Polo. In schwarz. Aus der Kollektion des vergangenen Jahres. Ich hinke hinterher. Und ich kriege sie vorerst nicht, weil ich im Sommer mit meinem Sohn die Verabredung getroffen habe („Mama – so viele Schuhe … O_o), keine Schuhe in 2014 zu kaufen. Und was soll ich sagen? Es klappt super. Manchmal ist es etwas hart, denn Schuhe können wahre Seelenstreichler sein, aber mal ehrlich: brauchen tue ich wirklich keine neuen.

Vor einigen Monaten habe ich auf dem Blog der Konsumrebellin ein leuchtend grünes Zitat entdeckt, dass mich seitdem als eines meiner Lieblingswortschätze begleitet:

Quelle: http://konsumrebellion.wordpress.com/2014/05/16/haben-versus-sein/

 

Laut Wiki und im Verständnis vieler vor allem älterer Menschen bezeichnen Habseligkeiten die letzten armseligen Dinge, die wir besitzen. Das, was wir in der Not noch bei uns haben. Vor fast genau zehn Jahren dann allerdings ist es zum Wort des Jahres gewählt worden, weil der Ausdruck „das weltliche Haben mit dem unerreichbaren Ziel des menschlichen Glücksstrebens “ verbinde.

Habseligkeiten – eine Denby wäre für mich so etwas. Ein Wunsch, der mich schon so lange begleitet, aber immer und immer wieder von „es ist doch nur eine Teekanne“ und „ich brauche sie nicht, ich will sie nur haben“ begleitet wird. Hm. Würde sie mein Sein verändern? Würde sie? Oder würde damit ein so zauberhaftes Wunschbild gleich einer Seifenblase zerplatzen? Weil sie doch tropft? Weil die Farbe scheußlich ist?

Nun – ich habe noch ein paar Wochen, darüber nachzudenken, was ich mir wünsche. Wünsche, die hauptsächlich die Schenkenden beglücken, weil sie sich selbst keine Gedanken mehr machen müssen. Mein Mann weiß, wie er mich glücklich machen kann. Er weiß auch, dass ich kein materielles Geschenk brauche, davon sind wir weit entfernt und uns selbst genug.

Tatsächlich ist es so, dass sich das Denken enorm verändert, wenn man bewusst einkauft. Im Oktober habe ich einen Monat lang nichts gekauft. Und es hat mich nicht gezogen. Meine Versuchungen liegen – äh – eher woanders. Und landen meist auf den Hüften. Ich kann tatsächlich die Spontan – Einkäufe des Jahres an einer Hand abzählen. Manches musste, anderes durfte gekauft werden. Der letzte Kauf gestern war eine Teebox aus Holz. Denn wir haben auch einige Teebeutel hier. Und die ganzen Kartonagen haben mich verrückt gemacht. Der lose Tee lässt sich ja super unterbringen … aber die kleinen Fitzelsdinger. Grmpf …

Gestern endlich war der erste graue Nachmittag, der mich sagen ließ: „Weihnachtszeit liegt in der Luft, wir sollten Tee kochen und die Spekulatius auf den Tisch stellen“.

Mein Sohn antwortete aus vollem Herzen: „Ja!!! Ja. Mama!“ :)

Zeit. Zeit ist etwas, was ich mir wünsche!!! Jetzt hab ich es. HA! Zeit verändert das Sein enorm. :)

 

(… aber nicht, dass daraus jetzt ein Funkwecker wird … O_o )

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

6 Kommentare zu “Habseligkeiten!

  1. Eine Tür? Du hast echt eine Haustüre bekommen? Mann, wie lange ich mir schon eine Haustüre wünsche. Bereits als Kind habe ich davon geträumt, eine eigene Haustüre zu haben. Mit 12 Jahren war es dann so weit… unter dem Christbaum lag eine echte Haustüre! Ich erinnere mich genau – sie war in dunklem Holz und hatte eine feine Holzmaserung. Oben, war ein kleines Fenster mit bläulichem Glas eingesetzt.
    Als ich dann irgendwann 18 war, und selbst Geld verdiente, machte ich meinen Kindheitstraum komplett: ich kaufte mir eine Türklinke dazu. :D

    Oliver 2.0, der heute einen Clown gefrühstückt hat und nun bei Trix in den Kommentaren gewütet hat. :)

    Aber im Ernst: ein guter Artikel. Ich finde es gut, wie Du das durchziehst. Bin auch dabei… zumindest bei den Versuchen.

    • Du Eumel! :’D
      Ich bring sie mit, wenn ich mal beim Blockhaus vorbeitingle. :)

      Und: noch ist ja nicht Weihnachten. Aber ich glaub nicht, dass ich dem Geschenkerausch verfalle. Lg

  2. Witzig, ich überlege mir eine Bredemeijer Teekanne aus Edelstahl zuzulegen, damit mein Tee warm bleibt. Brauchen tue ich sie auch nicht, aber ich finde sie auch noch hübsch.
    Dem Geschenkrausch verfallen werde ich aber auch nicht. Einzig die Kanne interessiert mich momentan, alles andere ich einfach Zeit miteinander zu verbringen.
    LG Nanne

  3. Ein toller Spruch, der mit den Habseligkeiten … wenn ‚haben‘ selig macht. Darf es ja auch ruhig. Minimalist sein heißt ja nicht: Asket sein. Eine Haustüre könnte ich mir auch wünschen, die wäre dann blau und würde nicht zu unserem Häuschen passen ;-) Ich habe mir ja vor Monaten so einen sündhaft teuren Filofax geleistet und ich muss sagen: der macht mich immer noch selig und hat mein Leben verändert. Er liegt gerade da links neben mir und ich habe soeben ein Kärtchen mit dem schönen Zitat von oben beschriftet, zum öfter-mal-lesen.
    Liebe Grüße,
    Ingrid

  4. Oh ja. Zeit ist ein toller Wunsch. Das wünsche ich mir jetzt auch :-)

    LG MCL

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