Das Leben ist wild!

Du bist, was Du isst!

12 Kommentare

Gerade in der kalten Jahreszeit wird das nochmal für mich deutlich. Ich sag es jetzt mal einfach frei heraus: ich werde mit Sicherheit niemals Vegetarierer, geschweige denn, dass ich auf den Superhype „vegan“ aufspringe.

Ich bin, was ich esse: ein von der Evolution geprägter Allesfresser. Hört sich jetzt irgendwie doch eklig an, wenn ich es schreibe. Ich merk es grad selbst. Allesfresser.
Während der vergangenen Wochen, gerade dann, als die kalte Jahreszeit eingeläutet wurde, habe ich einiges gesehen und gelesen zum Thema „achtsamer Umgang mit Lebens-Mitteln“. Im Moment gerade z.B. lese ich „Der Metzger, der kein Fleisch mehr isst …“ von Karl Ludwig Schweisfurth. Das ist insofern sehr interessant, weil es von der Basis aus geschrieben ist. Der Metzger – also derjenige, der das Handwerk der Tierschlachtung gelernt hat – und der Umgang mit dem Tier – von der Massentötung hin zu einem achtsamen Tod und einer artgerechten Haltung. Der Satz geht weiter „… wenn er nicht weiss, wo es herkommt!“

Das zeigt in etwa meinen Weg auf. Den, den ich gerne gehen möchte. Nachdem ich vor ein paar Wochen eine Dokumentation über Hühnerhaltung konventionell vs. artgerecht und biologisch gesehen habe, kann ich kein bißchen Hühnerirgendwas mehr in den Wagen packen. Geht nicht. Ich bring es nicht über mich.
Jetzt muß ich 40 werden, um so zu denken. Wo war das denn vorher, bitteschön??? O_o

Ich glaube, es ist ein Prozess. Allesfresser. Ja – das bin ich. Aber ich möchte wissen, woher die Lebens-Mittel kommen, bevor sie zu Lebens-Mitteln werden. ;) Ich rede nicht mehr von einer Produktpalette. Ich esse doch keine Produkte – ich esse ganz einfach einen Apfel oder ein Rinderhüftsteak. Ehrlich gesagt: ich möchte so vieles wissen. Denn nur das Wissen gibt mir Sicherheit. Seid neugierig!!! Das sage ich schon meinen Kindern!

Und … ich bin ja nicht umsonst etwas kräftiger, als eigentlich der Plan vorsieht. Ich esse unfassbar gern. Anders: ich geniesse unfassbar gern. Und zwar die gesamte Bandbreite. Aber vielleicht ist hier ein Umdenken angesagt.

Als wir noch nicht in einer Überflussgesellschaft zuhause waren, da war unser Essverhalten ein anderes. Fleisch – gutes Fleisch  (der Begriff „ein schönes Stück Fleisch“ ist mir da noch im Kopf) gab es sonntags. Der Braten. Die Roulade. Das war kein Alltagsessen. Das war etwas besonderes, dessen Zubereitung Zeit in Anspruch nahm.

Zeit, die ich unter der Woche nicht immer habe.

Ich möchte das gern ändern. Das Zeitfenster krieg ich nicht umgebaut, aber vielleicht das Verhältnis der Lebens-Mittel, die wir hier zu uns nehmen. Es ist schon jetzt so, dass es nicht täglich Fleisch gibt. Wir vermissen es nicht.

Zumindest nicht über einige Tage. Für diese Woche habe ich mir vorgenommen, mal einen Speiseplan aufzuschreiben, der ausgewogen ist. Einen „Vorbild“-Plan. :D

Essen ist Genuss. Du bist, was Du isst.

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

12 Kommentare zu “Du bist, was Du isst!

  1. Fleisch steht bei mir immer seltener auf dem Speiseplan. Gar nichtmal bewußt, aber irgendwie bin ich weg von dem „Zeug“. Wenn man das mal ne Weile nicht gehabt hat, gehört es einfach nicht mehr dazu und wirkt, wenn es dann mal auf dem Teller liegt, eher befremdlich.
    Oliver 2.0

    • Das lässt mich hoffen. Entweder es wirkt wahrscheinlich befremdlich oder aber es ist ein Geschmackserlebnis positiver Art. :) Heute abend gab es schon Kartoffel-Brokkoli-Auflauf. Könnt ich mich reinsetzen … :)

      • Ja, wenn man sich dann mal zwischendurch ein gutes Steak gönnt, passt das ja. Aber im Alltag benötige ich kein Fleisch mehr. Ist echt Gewöhnung… wie so vieles halt.
        Ich finde auch, dass es mir gut tut.

  2. Alles im Leben scheint ein Prozess zu sein und für mich sind radikale Veränderungen nicht so wirksam. Das gilt auch fürs Essen. Auch ich werde nie Vegetarierin und Veganerin schon gar nicht. Zu Hause essen wir kaum noch Fleisch; wir mögen es einfach nicht mehr so gerne. Wenn wir aus essen gehen, mag ich es schon mal ganz gerne, aber nur in den wenigen Restaurants, die für uns akzeptabel sind. Es gibt doch inzwischen einige, die auf gute Grundstoffe achten und das merkt man auch.
    Aber Fleisch ist für uns inzwischen ein Nebenprodukt geworden, eine Beilage und nicht mehr die Hauptsache. Und der Geschmacks- und Geruchssinn wird empfindlicher …
    Liebe Grüße,
    Ingrid

  3. Finde ich gut :)
    Ich muss nur immer irgendwie lachen und mich wundern, wenn erstmal der Satz fällt „Also vegan ist ja viiiieeeeel zu krass“ und … warum „Superhype?“ Die meisten Veganer sind wegen der gleichen Gedanken wie Du zu ihrer Lebensform gekommen, daran ist nichts „extrem“ oder „hardcore“. Wir essen einfach pflanzlich :) Das ist doch gar nicht so schlimm.
    Also ich meine jetzt auch gar nicht dich persönlich, nur fällt mir sowas immer wieder auf und ich hoffe auf eine Welt, in der irgendwann der übermäßige Fleischkonsum als extrem gilt, und nicht die, die ihn ablehnen.
    Aber ich glaube, wir sind da auf einem ganz guten Weg, und ich freu mich immer sehr, wenn ich solche Gedanken und Überlegungen wie deine lese, denn das kann glaube ich viel ändern.
    Liebe Grüße ohne Hype und Extremismu :)
    *Franziska*

  4. Hi! :) Na – ich finde schon, dass die Ernährungsart „vegan“ inzwischen sehr populär geworden ist, sie schwappt einer Welle gleich über die Welt. Finde ich aber auch erstmal nicht schlimm. Vielleicht bin ich gerade sensibilisiert. Mit absoluten Schlagworten teilt man hier nur die Lager, schätze ich. Alles, was übermässig strapaziert wird, tendiert ja zu Extremen. Letzte Woche war ich auf einem Ernährungsseminar und gerade zum Thema „vegan“ fehlt doch an manchen Stellen eine angemessene Versorgung von Vitaminen (die ich nicht mit Pillen ausgleichen will). Bei Vegetariern hat man das auch lange vermutet. Und kränker als andere Menschen sind sie dennoch nicht. Ich schätze, es ist ein persönlicher Lebensweg, den man geht. Auch in Sachen Ernährung. Fleisch im Überfluss mag ich nicht mehr. Aber Fleisch mag ich dennoch. :D Wie soll ich das jetzt erklären? Knifflig … Vielleicht erklärt es der Begriff „ausgewogen“ ganz gut. Ein wenig hiervon, ein bißchen davon … zum gesund bleiben. Und um die Achtsamkeit auszuprägen. lg :)

  5. Liebe Trix, die angemessene Versorgung mit Vitaminen ist auch bei Fleischessern ganz oft nicht gegeben! Gerade Fleisch heißt ja nicht = Vitaminreich. Es kommt eben auf die abwechslungsreiche und gesunde Ernährung an (mit viel Obst und Gemüse). Und bei gewissen Sachen herrscht ja auch wissenschaftlich Uneinigkeit – z.B. ist Milch jetzt gut oder nicht?

    Nach der intensiven Beschäftigung mit veganer Ernährung ist mir bewusst geworden, wo überall krass viel Milch oder andere tierische Produkte verwendet werden und es leicht anders gehen würde.
    Ich mache ein Mischmasch mittlerweile, die Nanne-Ernährung sozusagen: Ich ernähre mich manchmal vegan, manchmal vegetarisch und ab und zu esse ich mal Salami oder Schinken oder Fisch. Fleisch selbst mag ich nicht mehr.

    Liebe Grüße
    Nanne

    • Hi Nanne! Es ist ein Ernährungsdschungel. Und da bin ich ganz bei Dir: ich picke mir auch von allem etwas heraus. So wie es mir gut tut. Seltsam, dass gerade in diesem Bereich so eine dogmatisierung passiert. Wenn man sich z.B. die Ernährungspyramide anschaut … eieiei … die verändert sich gerade auch wieder sehr. Alles in Maßen!!! :) Glücklicherweise bin ich frei von jeglichen Unverträglichkeiten. Ich sollte es nicht so laut sagen … ;) lg

  6. Hej Trix, ich finde es schön, dass du es so frei raus sagst. Aus mir ist bisher auch noch kein Vegetarier geworden, aber wir kaufen nur noch Biofleisch, dafür weniger davon. Inzwischen hab ich auch schon viele Standard-Rezepte ohne Fleisch im Repartoire, sodass es vielleicht an 1-2 Tagen die Woche was mit Fleisch gibt. Reicht auch, finde ich. Und ich seh das auch immer aus der biologischen Perspektive. Der Mensch ist nun mal ein Allesfresser (was ja auch nicht Fleischfresser bedeutet, wie manche offenbar missverstanden haben!). Ich finde es schön, dass der Trend weg geht von den Dauergrillpartys hin zum Vegetarischen, und dass es auch entsprechende Restaurants gibt. Aber ich mag weder von der einen noch von der anderen Seite dauernd den erhobenen Zeigefinger sehen.
    Liebe Grüße, Marlene

  7. Hallo Trix!

    Dann schau Dir doch bitte den Film „Earthlings“ nicht an. Sonst wirst Du doch noch Veganerin.

    lg
    Maria

    • Die Gefahr besteht nicht. Ich sehe das Leben mit uns darin als grosses Ganzes. Die Nahrungsvielfalt ist etwas, was dazu gehört. Aber: alles in Maßen – nicht in Massen. ;) lg

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