Das Leben ist wild!

„Sie hatte zwei große Lieben …“

9 Kommentare

“ … und einen Schrank voller Schuhe!“

(Carrie Bradshaw)

Tauchen wir heute mal in den trix’schen höchst materialistischen Schuhkosmos ein.

Im vergangenen Jahr hat Maria von widerstandistzweckmässig mal einen Post über Schuhe gebracht. Dieser Post hat mich nachhaltig beschäftigt. Damals habe ich als erstes mal ALLE Schuhe, die ich mein Eigen nenne aus sämtlichen Winkeln des Hauses hervorgeholt.

Da war gerade ein Freund meines Sohnes bei uns. Als er den monumentalen Haufen sah, fiel ihm nichts besseres ein, als vor lauter Schreck mit vor den Mund geschlagener Hand: „Oh mein Gott!“ zu sagen. Äh ja …

An diesem Tag ergab die Sammlung einiges über 70 paar Schuhe. Den Kleinklötterkram nicht mitgezählt. Ich hatte da plötzlich ein sehr schlechtes Gewissen. Und habe mich daran gemacht, die unbrauchbaren, kaputten, unansehnlichen Schühchen … auszusortieren.

Dann ruhte das Thema. War ja auch schon hart genug. Wie kommen einige meiner Leserinnen und Leser mit zehn paar Schuhen aus? Oder weniger?! Das schaffe ich schon mit meinen Wanderstiefeln und Sportschuhen für drinnen und draußen.  Ich meine … Schuhe leben doch im Verbund. Sie finden sich zu ganzen Herden zusammen. Ja – irgendwie doch schon. Die Schuhe, die ich ausgemistet habe, die waren wirklich durch. Und schon teilweise sehr alt.

Hier seht ihr zum Beispiel mein allerältestes paar Schuhe,

welches ich natürlich (sic!!!!!!) nicht weggeworfen habe.

20150112_110015

Diese komplett aus Leder handgenähten Schuhe habe ich vor fast 21 Jahren in Meran gekauft zum damals für mich unfassbaren Preis von 200 DM. Sie waren schon oft beim Schuster (einmal auch, um die Nähte wieder festzuzurren), um Eischen draufschlagen zu lassen. So hält sich die Sohle perfekt.

Sieht schon ein wenig schäbig aus … so auf dem Foto, aber ich trage sie so sehr gerne.

Wie hat sich so etwas entwickelt? Wie kann man denn so viele Schuhe ansammeln? Tja – gute Frage. Ich kenne sehr wohl die Antwort. Sie sind schon immer Seelenbalsam, Frustheiler und Wegbegleiter in schlechten Zeiten gewesen. Oder auch mal das gewisse Extra für den Wow-Effekt. Seelenbalsam, weil man als kräftige Mittzwanzigerin in all den Klamottenläden nichts Passendes findet – selbst nach einem ganzen Tag Shoppingwahnsinn. Frustheiler, weil mal wieder nichts passt. Außer Schuhe, die sind verlässlich. Die gehen immer. Ebenso Bücher. Die nehmen einem dann mit in eine andere Welt und lassen einem das Elend vergessen. Erst mit dreissig habe ich angefangen, mit mir ins Reine zu kommen. Ein Mann, der mich liebt (hat er vorher auch schon acht Jahre), zwei wunderbare Kinder. Und plötzlich stagnierte der Schuhkauf.

In den Thirtysomethings habe ich mich gefunden. Die Kilos ärgern mich immer noch (waren ja auch zeitweise weg), aber ich beginne immer mehr, mich mit mir zu versöhnen.

Und das ist der Moment, in dem wir uns von Dingen, die wir wirklich nicht brauchen, zu trennen vermögen. Einfach mal ausmisten ist da nicht. Nein, nein, Freunde des Minimalismus. Die Zeit muss reifen.

20150112_105922

Heute bin ich bei  43 paar Schuhen. Was bleibt, sind also vor allem hochwertige und langlebige Schuhe. Kennel&Schmenger, Hilfiger, Airsteps, Clarks.  Die gibt man nicht einfach weg. Man pflegt sie. Bringt sie zum Schuster und sie bleiben einem lange, lange erhalten. Letztes Jahr hatte ich übrigens einen stillschweigenden Deal mit meinem Jüngsten: keine Schuhe kaufen in 2014. Für 2015 gibt es einen ähnlichen etwas abgeschwächten Deal (zwei Paare). Ich überlege mir, welche Schuhe ich dringend (nochmal sic!) brauche. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen: ich bin eine Farbneurotikerin. Es gibt Kombinationen, die gehen einfach farblich nicht, deshalb muss das Farbverhältnis bei Schuhen immer ausgewogen sein. ;) Ich brauche: schwarze Booties. Doch! Hab ich glaube ich auch schon drüber geschrieben.

Und daran kann man erkennen, ob ein Wunsch nur ein übermütiges flatteriges Etwas ist, das uns in den Kopf schießt. Dieses „Habenwollen“ – Gefühl. Oder ob der Wunsch sich im Herzen manifestiert hat. :) Vielleicht bräuchte ich auch ein paar klassische schwarze Stiefel. Aber dieser Wunsch flattert noch etwas herum. Mal abwarten.

So sieht das also aus in 2015 mit den Schuhkäufen.

Und so sieht das auch gleich besser aus im Schuhregal. ;)

Advertisements

Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

9 Kommentare zu “„Sie hatte zwei große Lieben …“

  1. Es fällt mir zwar schwer zu glauben, dass bei so vielen Schuhen dieses Jahr wirklich nochmal neue nötig sind – aber ich finde auch, dass du dir den kleinen Luxus durchaus leisten darfst. :)

    (Bei den 70 Paar dachte ich allerdings auch: Oh mein Gott.)

    Entscheidend ist nicht, womit du anfängst, sondern wie du dich von dort aus gesehen weiterentwickelst. :)

  2. Von einer, die sich mit dem Mann zusammen ein Schuhregal teilt, dass noch genug Platz für Schuhe einer dritten Person hätte, weil wir beide so wenig Schuhe habe.
    Ich trage momentan nur drei verschiedene Paar Schuhe, im Sommer kommen noch Schlappen dazu und ein paar Sommerschuhe werde ich mir noch kaufen. Aber das reicht für mich.
    Bevor du jetzt Schnappatmung bekommst, wer Schuhgröße 42/43 hat, der kompensiert lieber mit Taschen und Rucksäcken (früher!). Ich finde kaum etwas blöder, als Schuhe kaufen.
    lg Nanne

    • Ich glaube, jeder Mensch hat etwas, bei dem es ihm leicht fällt, es zu kaufen. Gut, bei Deiner Schuhgröße ist es wahrscheinlich auch oft frustrierend. :( Da sind Taschen eine gute Alternative! ;) lg

  3. Na ja, so viele Schuhe habe ich nicht. Ich komme, glaub ich, auf 20. Davon sind einige im Schrank die ich nicht mehr anziehe, weil sie nicht bequem sind. Rausgeschmissen habe ich sie aber noch ! nicht. :) Meine Stiefel für den richtig, richtig kalten Winter, so mit Schnee und Minustemperaturen habe ich schon seit ein paar Jahren. Die wandern regelmäßig zum Schuster. Gekauft habe ich 2014 überhaupt keine Schuhe. Vllt sollte ich das in diesem Jahr mal wieder machen. Aber erst wird aussortiert. LG Claudi

  4. Hallo Trix!

    Ich bin doch immer wieder total baff, was ein Beitrag von mir alles so bewegen kann! Und besonders toll finde ich, dass Du nicht nur damals sofort einen Beitrag geschrieben hast, sondern sozusagen ein update heute. Freue mich gerade voll und strahle bis zu beiden Ohren!!!

    Was Stadtpflanze schreibt möchte ich unterstreichen – wie es weitergeht ist wichtig, dass aus 70 Paar Schuhen eben nicht 100 sondern 43 werden. Und dass vor allem nicht jedes Jahr noch 10 oder 20 dazu kommen. Bewusste Entscheidungen also und nicht Frustkaufen, wie Du es beschrieben hast.

    Ich habe übrigens 2014 ein Paar Schuhe gekauft – rote Übergangsschuhe. Meine waren hinüber und ich habe sie wieder durch rote ersetzt. Sie sind aus Leder mit Naturkautschuksohle, waren auch im Ausverkauf noch teuer und ich gehe einfach wunderbar damit!

    Für dieses Jahr sind keine Neuanschaffungen geplant, ich hoffe, dass meine Walkingschuhe noch ein paar 100 km durchhalten.

    lg
    Maria

    • Guten Morgen! Naja … manchmal dauert es einfach etwas mit der Umsetzung. Aber der Samen war gelegt. :) Ich bin mir mit den Neuanschaffungen unschlüssig. Mein verändertes Konsumverhalten bringt mich sehr zum Überlegen, wenn ich etwas anschaffen will. Mal schauen, wie sich das entwickelt. lg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s