Das Leben ist wild!

Wohlfühlzonen! Teil 1

5 Kommentare

Wir alle haben unsere Wohlfühlbereiche. Komfortzonen. Orte, an denen wir uns  gut aufgehoben und geborgen fühlen. Nicht den Bauch einziehen müssen. :)

Halt! Wobei … das ist doch die uns am allernächsten liegenste Wohlfühlzone. Unser Körper ist das Haus unserer Seele. Sind wir nicht sorgsam im Umgang mit beiden, so fühlt sich eines über kurz oder lang nicht mehr wohl und wir werden krank.

Nicht alle kennen meine Geschichte, von daher sei nochmal kurz erwähnt, dass ich im vergangenen Sommer einen Ausfall des Gleichgewichtorgans hatte. Ich wurde quasi frontal ausgebremst. Mit Sicherheit nicht ohne Grund. ;)

Auf jeden Fall knappse ich immer noch damit rum. Im Moment sieht mein Wochenplan folgendermaßen aus: montags gehe ich zum Rehabilitationssport. Ich sag Euch … es gibt Muskeln, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie habe. O_o Diese Funktionsgymnastik ist zwar so alt und noch älter als Turnvadder Jahn, aber immer noch hochaktuell, wenn man daliegt und keuchend Beine und Arme herumwedelt. :’D

Dienstag und Freitag haut mir meine liebe Heilpraktikerin Nadeln ins Öhrchen. Nein, nein – sie findet liebevoll die Punkte, die zur Heilung relevant sind und sticht ganz achtsam ins Ohr. Ich könnt manchmal heulen vor Schmerz …

Und um das Paket abzurunden, gehe ich einmal wöchentlich für eine Doppelstunde zur Physiotherapie. Das ist in meinen Augen der härteste Tag für mich in der Woche. Kleinkleine Bewegungsabläufe, um die Halswirbelsäule wieder in eine gute Richtung zu bewegen und dem Rückenmarkskanal mehr Raum zu geben. Und auch, damit die Nervenwurzel nicht mehr so stark tangiert wird. Ich muss nur liegen – und bin abends komplett fertig. Jegliche Energie ist aus mir raus.

Heute haben wir während der Therapiestunde wie so oft über uns, das Menschsein an sich und im Speziellen, geredet. Es gibt Menschen, die brauchen, um sich zu entspannen, ihre Couch. Sie müssen sich und ihren Körper einhüllen können in eine dicke Wohlfühldecke. Abschalten von den Reizen des Alltags.

Ich kann das auch gut. Vor allem brauche ich morgens enorm viel Zeit, bis ich funktioniere. Dennoch ist Bewegung sehr wichtig für mich. Wenn ich gefrustet bin oder mir alles über den Kopf wächst, dann muss ich laufen. Also nicht unbedingt rennen, denn ich brauche die Puste, um in der ersten halben Stunde (gerne im Wald) meinen Frust und alles, was mich beschäftigt, herauszuschimpfen. Ich erzähle jedem Baum und jedem Stein, wie mistig der Tag doch ist. Ein Rohrspatz ist leise gegen mich.

Und urplötzlich befinde ich mich in meiner seelischen Wohlfühlzone. Mein Körper signalisiert mir Schmerzfreiheit. Mein Kopf – mein Monkeymind – leer sich. Die Gedanken laufen sich aus. Und aus einem recht flotten Schritt wird ein entschleunigtes Gehen.

Scheinbar löst Bewegung meine Blockaden. Ich werde weich und das Leben haut mich nicht mehr um. Es kann nur an mir vorbeiziehen. Bis ich genug Kraft getankt habe, um ihm wieder stand zu halten.

Wenn wir auf uns hören, können wir sehr gut erkennen, was uns Ruhe und Kraft gibt.

Innegehalten habe ich zudem in der vergangenen Woche mit der Nahrungsaufnahme. Mein Umgang mit LebensMitteln ist etwas ruhiger geworden in sich. Mein Problem ist, dass ich mich sehr damit beschäftigte, weil es mich stört, dass ich so kräftig bin. Ich kann mich nur schwer so akzeptieren. Und noch mehr stört mich genau dieser Umstand. Diese Nichtakzeptanz meiner Selbst. Ihr seht, alles ist im Prozess.

Das Nicht-Nachnehmen habe ich nicht immer einhalten können. Aber ich bin auf dem Weg. Seit einer Woche habe ich keine Süssigkeiten in mich gestopft und gehe sehr achtsam mit den Mahlzeiten um. Kein Fleisch, viel Gemüse. Interessante Rezepte. Learning by doing. Für die Weighties: ich bin in den Punkten. Meist sogar zwei, drei unter par.

Es ist  gerade ein weiter Weg hin zum gewünschten Komfort der körperlichen Wohlfühlzone. Ich fühle mich wie auf einer Schaukel. Es ist ein beständiges Hin und Her … bis ich mich irgendwann hoffentlich eingeschwungen habe.

Aber ich gehe ihn tapfer. Und ich weiss, wenn die ersten Sonnenstrahlen kommen, weicht die Melancholie und die Wärme spendet zusätzlich Kraft …

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

5 Kommentare zu “Wohlfühlzonen! Teil 1

  1. Rohrspatz, hm? Solange es hilft. Ich brauch auch die Bewegung um nicht durch zu drehen. Was hab ich schon mit meinem Ex-Chef diskutiert … das mag man nicht glauben. Wer auch immer das Gerücht in die Welt gesetzt hat, dass beim Laufen der Kopf leer bzw. man nicht denkt, der ist nie gelaufen. Hinter her – JA! Währenddessen – seltenst.

    • Also … ich kann auch nicht sagen, dass da völlige Gedankenleere eintritt. Es ist eher so, dass sie ruhiger werden. Nicht mehr so hektisch von Gedanke zu Gedanke zu Gedanke. :)

  2. Hallo Trix!

    Das klingt nach einem sehr durch Rehabilitation geprägten Alltag mit so vielen Therapien. Mich macht das immer voll fertig, wenn ich mich so viel mit meinen eigenen Krankheiten beschäftigen muss. Da ist es ganz wichtig, einen freudebringenden Gegenpol zu haben um mein Augenmerk auf etwas zu lenken, was mir Freude macht.

    Im Moment ist das mein Blog und das Lesen anderer Blogs, so wie Deinem.

    Und die Erfahrung mit Gehen habe ich auch gemacht! Leider muss ich dieses Jahr auch unbedingt ein bisschen abspecken, diesmal aus gesundheitlichen Gründen. Es fällt mir als echten Genuss-Esser (so wie Du es vor kurzem beschrieben hast) echt sehr schwer. Rückfälle einprogrammiert.

    lg
    Maria

  3. Hey Trix, ja Wohlfühlzonen sind wichtig. Ich habe im Urlaub in einer Zeitschrift gelesen: “ Deine Wohlfühlzone ist da, wo Du Deinen Bauch ungeniert an die Decke strecken kannst. ;) “ Das passte für mich ganz gut, denn im Hotel hatte ich persönlich für mich keine Wohlfühlzone. Beim Essen fühlte ich mich beobachtet, der Bademantel passte nicht und im Schwimmbad….ohje ….. zwickte und zwackte mein Badeanzug überall. Mein Kissen hatte ich zu Hause vergessen…Ich war nicht so glücklich. LG Claudi

    • Oje – das war Euer Wellnesswochenende, oder? Siehste mal, ich nehm zu sowas nie einen Badeanzug mit. Ich geh dann meist in die Sauna. Nackt und rund ist irgendwie für mich mehr wohlfühliger. ;)

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