Das Leben ist wild!

Kehraus!

15 Kommentare

Auf dem Weg in ein Weniger bei allem möglichen, schwanke ich desöfteren hin und her. Mal liegt der Fokus auf dem ganzen Plastikmist, der einem so über den Weg läuft. Dann bin ich wieder ganz nah beim Weniger an mich umgebenden Dingen. Und meist kommt auch noch das Weniger an Hüftgold dazu. Eine furiose Mischung. O_o

Irgendwie schaffe ich es meist, die Handlungsstränge meines achtsamen (und oft auch chaotischen) Lebens miteinander zu verbinden.

Es tut gut, zu sehen, dass wir uns weiterentwickeln. Auch wenn ich  oft nicht glauben kann, dass Vieles aus dem Haus fliegt – und es trotzdem noch ein langer Weg hin zum Weniger ist.  Ist es aber, seid unbesorgt, alle, die ihr Euch gerade auf dem Weg macht. Mit Familie dankt man Gott auch für die kleinsten Gaben – oder anders ausgedrückt: jede aufgeräumte und überschaubare Ecke und jeder Platz im Haus, der frei atmen kann, ist schon ein Gewinn. ;)

Die vergangene Woche stand im Zeichen des „Kehraus“. Ordnung schaffen, sortieren, entsprechend an die Endstellen zuführen.

Praxis!

Ein großes Bett (mein erstes eigenes – schon über zwanzig Jahre alt und immer noch in Gebrauch. Zudem ein Wanderbett.) kam zu meiner Schwiegermutter. Dafür kam allerdings ein kleines Gästeausziehbett von ihr zu uns. Für den s0 entstandenen Platz eine gute Lösung. Verzichten können wir nicht auf so ein Gästebett … denn wir haben oft und gerne Übernachtunsgäste. ;)

Drei Säcke voller Altkleider (alte Jacken, Bettdecken, Kissen …) gingen zum Roten Kreuz. Ein Sack voller Altlasten wanderten in den Müll. Und auch die Küche muss dann immer noch mal durchforstet werden, so dass unzählige Brettchen, Tassen, etc. zum Sozialkaufhaus wanderten.

Ebenso erging es vier Handtaschen. Einfach mal aussortieren, Mädels. Tut gar nicht weh. Und verschenken! Das macht zudem noch Freude.

Theorie!

Wir leben verschiedene Phasen unseres Lebens aus. Das ist so und wir befinden uns zwangsläufig aufgrund vieler Faktoren immer in der Entwicklung. Vor vielen Jahren habe ich begonnen, Dosen zu sammeln. Und Milchkännchen. Und Bücher. Davon trennt man sich nicht so leicht. Jeder Sammler kann dies vielleicht nachvollziehen: das Finden all dieser schönen Dingen auf den vielen zauberhaften Flohmärkten in aller Herren Länder verbindet uns mit den Stücken. Sie wachsen uns ans Herz. Und sie leben eine Geschichte. Auch wenn ich oft denke: unnütz, so kann ich nicht einfach sagen: weg damit.

Das hängt damit zusammen, dass ich nicht gerne Müll produziere und auch – und vor allem – weil ich die Dinge gerne in Hände geben würde, die sie zu schätzen wissen, so wie auch ich es tue.

Das ist das Dilemma und so kleben all die Dinge an mir. :(

Interessanterweise bereiten mir „Gebrauchsgegenstände“ nicht solche Probleme. Sie werden in ihrer Funktion einfach von jemand anderem weiterbenutzt. Und gut isses.

Der Kehraus stockte also nach dieser rührigen Woche. Und tut es immer noch. Irgendwie stand ich im Schlafzimmer und dachte: das kann ich doch keinem antun. Weder den Dosen. Noch der Umwelt.

Man kann tatsächlich auch ein Haus in ein lebendiges Etwas verwandeln. Der Schlag der Menschen ist überschaubar. Aber die insektenhafte Vielzahl an Kleinkruscht hat das wahre Kommando. Ein unbedachter Moment und die Fensterbank im Schlafzimmer ist übervölkert. Und nicht nur eins. Neeeeiiinnnn – eine Vielzahl unterschiedlichster Dinge. Haargummi – Schraube – Uhr – Dose – Stecker – Hut – Tablett (klein) – Papier – Schnürsenkel – große Kerze – Brille – Spielzeugauto –  … O_o

Äh – irgendwas läuft da falsch. So – und nun sortiert es mal weg. Da biste beschäftigt. Und das ist frustrierend.

Es liegt daran, dass ich Mensch bin. Nein – dass wir Familie sind. Und dass wir hier leben. Und so sind wie wir nunmal sind. Wuselig. Chaotisch. So verschließe ich den Blick vor der Fensterbank im Schlafzimmer. Doof eigentlich. Kleinteile und Minimalgefussel strengt mich enorm an.

So geht also der Weg hin zu einem Weniger an Dingen von Groß nach Klein. Von Außen nach Innen. Und je näher wir uns kommen, um so schwieriger wird das „Sich trennen“.

Jetzt gehöre ich nicht zu denen, die sagen „100 Dinge in 100 Tagen“ – ich kann mich auch wunderbar für 100 Dinge an einem Tag enscheiden. Ein Teil pro Tag langweilt mich derart … und mal ehrlich: ein Teil! Nee. So muss ich wohl einen anderen Weg wählen. Ich brauche einen anderen Rahmen.

Im Februar kümmere ich mich um unser Schlafzimmer. Das nervt mich am meisten. Ich bin hier so gerne. Ich mag unser Bett und ich mag das Licht, dass morgens durch die Fenster hereinfällt. Es ist hell und freundlich … und es soll leerer werden. Nicht nur in den Schränken. ;)

Eine Frau – ein Auftrag. In diesem Sinne. Immer brav weiter auskehren. :D

 

Advertisements

Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

15 Kommentare zu “Kehraus!

  1. Toller Text und ich erkenne mich gefühlte 100 mal wieder! :-) :-)

    • Ja – ich denke auch: ich bin nicht allein damit auf dieser überbordenden Welt. :D Ich bin zudem auch keine Putzfee. Akribische Ordnung kann ich gar nicht. O_o

  2. Die Erklärung zum heutigen Tag: Trix – ich liebe Dich!

    lg
    Maria

  3. Hi liebe Trix, Kehraus.. Ohoho ja. den werde ich in den nächsten Wochen auch vor mir haben….. Dafür gibt es einen super guten Grund. Wir ziehen um. Zwar nur von „oben“ nach „unten“…aber dafür OHNE! Krimskram. Das habe ich mir fest vorgenommen. Das wird ein Kehraus de luxe. ;)

    Tipp: Erstaunter Smiley: erst das kleine o dann den _ und dann das große O. o_O

    Schönen Sonntag für Dich und Deine Lieben.

    • Das sind die besten Voraussetzungen für einen phänomenalen Kehraus. De luxe – gefällt mir!!! Ich glaube übrigens, der Smiley geht andersrum, aber so geht er mir besser von der Hand. :’D

  4. o_0 geht´s jetzt oder nicht?

  5. Ich kehre… Immer noch, seit etwa zwei Jahren. Aber es wird weniger. Von einer extrem gefüllten 3-Zimmer-Wohnung mit Keller und allem Pipapo, zu einer Einzimmerwohnung ohne Keller und ohne Abstellraum. Umzüge habe ich dazu genutzt auszusortieren. Ich war es leid ständig gefühlte Tausend Kisten alleine zu schleppen. Nun fühle ich mich besser, aber fertig bin ich noch nicht. Diverse Sachen gehen in die Kleinanzeigen, entweder zu verschenken, zu verkaufen gegen kleines Geld oder zu tauschen gegen eine Kleinigkeit an Obst oder Gemüse. Gegen anderen Kram tausche ich nicht mehr, das wäre ein wenig sinnlos ;)
    Ein Ziel habe ich mir direkt eigentlich nicht gesteckt, aber es wäre klasse, wenn ich, Möbel mal ausgeschlossen, nur noch ein paar Umzugskartons hätte, die alle in den Van meiner Eltern passen, sollte ich noch mal umziehen. Ein weiteres Ziel wäre nur noch so viel zu besitzen daß es in einen Wagen passt, in ein Wohnmobil. Eigentlich möchte ich nur noch Dinge besitzen die mir etwas bedeuten, oder die ich immer noch benutze. Eigentlich ist das nicht mehr wirklich viel, ich brauche einfach nicht viel… Dennoch schwer auszusortieren.
    Aber es macht mir Spaß und erleichtert :)

  6. Toller Text, liebe Trix!
    Kehraus will ich auch noch machen, zumal hier einige Veränderungen dieses Jahr auch räumlicher Natur anstehen. Aber momentan fällt es mir super schwer, mich aufzuraffen und ins Tun zu kommen. Ich glaube, es sind zu viele Baustellen gleichzeitig und zu hohe Ansprüche.
    Aber ich bin echt froh, wenn hier noch was wegkommt.
    Liebe Grüße
    Nanne

    • Vielleicht brauchst Du einfach den Frühling mit seinen warmen Sonnenstrahlen. :) Dann wird vieles wieder leichter (finde ich). Und es stimmt schon, ich muss mich auch immer auf eines konzentrieren. Es ist als wären drei Schubladen nebeneinander und es kann jeweils nur eine aufgezogen sein, um darin herumzukruscheln. :) lg

  7. Ich bewundere Menschen, die diesen Kehraus bewältigen können – mir fällt so etwas sehr schwer, da ich mich nicht entscheiden kann… Eine allgemeine Schwäche, die beim“Kehraus“ besonders stark auffällt ;-). Also ziehe ich meinen Hut vor Dir – ich finde es einfach toll, weil es zeigt, dass es auch „ohne“ geht. LG Birthe

    • Ach … da schlagen zwei Seelen in meiner Brust. Einerseits kann ich mich wirklich gut trennen (wenn es an der Zeit ist), andererseits habe ich auch einen Hang dazu, mich mit (schönen) Dingen zu umgeben. Es sammelt sich immer wieder an. Mir hilft es, auszusprechen, was ich tun werde. Ich bin wohl ein Projektmacher. :D lg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s