Das Leben ist wild!

Sich im Leben verlieren!

6 Kommentare

Der Februar ist vorbei. Ich muss sagen: glücklicherweise. Es ist so viel an Leben passiert, dass ich mich glatt ein Stück darin verloren habe. Im zweiten Monat des neuen Jahres muss ich ein wenig mehr als üblich auf mich aufpassen. Ich freue mich über den noch so kleinsten Sonnenstrahl. Hege und pflege meine Seele mit Wärme. Und dennoch … dennoch fällt mir alles schwerer. Herz, Kopf und Bauch verlangen nach Licht. In jedweder Form.

Heute weiss ich, es ist bald geschafft und der Frühling kommt mit all seiner Macht. Er nimmt mich wieder mit auf eine glücklichere Reise. Tja – ich bin ein melancholisches Wintermädchen … im Nebel gehe ich verschluppt.

Vereinfachen

Glücklicherweise ist in unserer kleinen Familie eine Art Routine eingekehrt, denn wir befinden uns immer noch auf dem Weg hin zu einem Weniger. Mein Projekt Schlafzimmer gedeiht. Ich habe mich durch eine Vielzahl an Schlafzimmerblogs (das kann auch schiefgehen … *husthust*) getackert. Irgendwie war viel Killefitz unterwegs. Aber ich habe mir dadurch auch Gedanken machen können, was wir ändern können. Ich sage bewusst wir, denn solche Entscheidungen trifft man am besten immer mit dem Partner. ;) Ergo ist alles rausgeflogen, was nichts im Schlafzimmer zu suchen hat. Das hat Zeit gebraucht. Wäsche, Bügelbrett und Co. werden rigoros hinter den Schrank verbannt (wir haben durch die Dachschräge ein verkleinertes Schlafzimmer, jedoch offenbart sich hinter dem Schrank noch ein begehbarer Aufbewahrungsraum). Der Crosser, den mein Mann vom Sperrmüll gerettet hat, ist in den Saunakeller gewandert.  Um der getragenen Kleider Herr zu werden, die sonst immer auf die Bettumrandung geflogen sind, haben wir hinter der Tür eine Garderobe befestigt. Alles in allem wirkt der Raum leer. Man kann freier atmen. Was jetzt noch fehlt, ist Detailarbeit. Ich möchte gern auf die Fensterbänke kleine Sukkulenten stellen. Dadurch bewahre ich den Platz vor all zu eifrigem Zumüllen.

Mir als Chaot hilft allerdings schon ein in Poppes kneifen und beharrliches Aufräumen. Ich fühl mich wie Sysiphos. Aber welche Mutter tut das nicht … O_o

Leiten

Zu Beginn des Jahres habe ich mir als mentales Leitmotiv gesagt: „ich kaufe nichts, was ich nicht brauche“. Dieser Leitgedanke ist eine enorme Erleichterung im Alltag. Manchmal habe ich das Gefühl, das Leben vieler Menschen ist davon bestimmt, ihre Vorräte immer und immer und immer groß zu halten. Warum? Wir dürfen umdenken in unserer Überflussgesellschaft. Ich messe mein Leben nicht daran, wie viele Lebens-Mittel in meinem Kühlschrank und so fort lagern. Ob für in drei, vier Wochen schon das nächste Stück Seife parat liegt. Dies war zu Beginn ein gutes Übungsstück. Sich herunterwirtschaften. Nicht sein Leben. Seine D(r)inglichkeiten. „Ich kaufe nichts.“

Leben

Im Februar habe ich nur gelebt. Die Gesundheit stand ganz weit vorn. Mein Körper ist echt grad nicht in vollster Blüte. :( Und die damit einhergehenden Termine sind einfach wochenfüllend. Dann noch ein kleiner fieser grippaler Infekt. Na – da weisste wo der Frosch die Locken hat. Da noch achtsam sein, kann schwer werden. Mein Kopf wollte da eben nicht so viel im Internet herumschwirren, ich war einfach nicht aufnahmefähig. Mein Telefon versuche ich inzwischen oft auszuschalten. Etwas weg von digitalem Leben. Ich kann das grad nicht. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich ziehe große Kreise um mich als Menschlein herum. Je weiter von mir weg, desto besser. Aber dadurch wird das Denken dummerweise ja nicht ausgeschaltet. Wie ihr lesen könnt, gestaltet sich auch dieser Post so … ich ziehe den Kreis enger. Und komme nun erst bei mir an. Bei meinem im Moment desolaten Zustand. Der Frustration, nicht zu gesunden. Der Frustration, nicht abschalten zu können. Und dabei noch alles andere unter einen Hut zu bekommen. Heute nachmittag werde ich mal mit meinem Mann schauen, wie ich mir einen Meditationsschemel bauen kann. Ich hab das bis jetzt nicht hinbekommen. Das Meditieren. Das Zurückziehen ins Ich. Einfach sitzen? Puh. Schwer. Aber ich weiss, ich brauche Ruhe. Innere Gelassenheit, die mir abgeht. Und dabei bin ich so derart müde. Das wird das März-Projekt. Hineinspüren. Herantasten. Das „Ich“ ins Gleichgewicht bringen.  Und vor allen Dingen wieder mehr „ich kann“ sagen. Das ist eine Herausforderung …

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

6 Kommentare zu “Sich im Leben verlieren!

  1. Hallo Trix!

    Schön, wieder von Dir zu lesen.

    Habe vor kurzem mal geschaut, ob mein Reader noch immer spinnt und ich deshalb so lange nichts von Dir gelesen habe.

    lg
    Maria

  2. Liebe Trix,

    erstmal GUTE BESSERUNG. Ich wünsche dir, dass die Gesundheitsgeschichte mal besser wird.
    Du schreibst, dass du derart müde bist – ich achte seit einem Jahr bewusst darauf, genug Schlaf zu bekommen und wirklich zu achten, dass ich acht Stunden regelmäßig schlafe. Manchmal weniger, weil ich noch nicht müde bin, manchmal mehr, weil ich so müde bin.
    Könntest du daran noch was ändern? Mir hat das so gut getan, ich fühle mich seitdem wesentlich fitter, obwohl ich trotzdem auch mal ne Erkältung mitnehme.

    Liebe Grüße
    Nanne

    • Hallo Nanne! Ich schlafe ja für mein Leben gern und vielleicht schlafe ich einfach zu lang. O_o Allerdings glaube ich eher, dass das bei mir eine Art Wintermüdigkeit ist. Ich mag jetzt endlich den Frühling. Is gut mit grau in grau. Tja … und der Rest … drücken wir die Daumen. Wie sagt meine Lieblingsmasseurin „Du kriegst auch immer noch Pest und Cholera gratis dazu!“ Wie wahr … lg

  3. Liebe Trix,
    ich hab mich in deinem Text ziemlich wieder gefunden. Ich wünsch dir auch erstmal gute Besserung. Ich bin auch immer wieder dauerkrank und natürlich auch schon Frühlingssüchtig und komm mir vor wie sysiophos und und und…

    Ich hoff mal mit Frühling wird wirklich alles besser, auf jeden Fall die Einstellung :-)

    Liebe Grüße,

    Birgit

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