Das Leben ist wild!

Andere Welten!

10 Kommentare

Ohne Bücher wäre meine Welt eine traurige Welt und mit Sicherheit um vieles ärmer. Ich lese, seit ich mit Buchstaben umzugehen und sie aneinanderzureihen vermag. Woher diese Liebe kommt? Ich weiss es nicht. Meine Eltern müssen diesbezüglich ein Kuckuckskind großgezogen haben.

Es ist inzwischen allerdings so, dass ich weit über 1000 Bücher besitze. Ich hab sie mal gezählt, als die Frage anstand: ein neues Bücherregal oder doch lieber einen Ebook-Reader. Ich hab mich für den Ebook-Reader entschlossen. Keine Sorge – ich höre das Aufstöhnen all der Bücherliebhaber bis hierher in mein kleines Refugium in trixtown. ;) Naja – was soll ich sagen. Ich bin dennoch nicht gegen „echte“ Bücher gefeit. Irgendwie schlawinern sie sich ab und an doch ins Haus.

Nichtsdestotrotz stehe, sitze, liege ich seit drei Jahren vor meinen Regalen und gebe der Idee Raum, mich von vielen dieser „anderen Welten“ zu trennen. Es ist einfach Tatsache. Es gibt Bücher, die liest Du nur einmal. Punkt. Ende. Aus. Und es gibt diese Bücher, die Dich nicht mehr loslassen. Die Du jedes Jahr wieder zur Hand nimmst und welche Dich spielend leicht in ihren Bann ziehen können. Ist wie Heimkommen. Irgendwie. Bei mir ist dies z.B. „Der Medicus“ von Noah Gordon. Es gibt bestimmt „bessere“ Bücher, aber irgendein Auslöser muss vorhanden gewesen sein, der macht, dass ich es immer und immer und immer wieder lese.

Vor ein paar Wochen nach langem Reifen des Entschlusses habe ich mich auf einem Bücherflohmarkt angemeldet. Wehmütig? Ja! Mit Sicherheit. Spannend? Und wie. Und ein langer Prozess. Denn wenn man die Bücher in die Hand nimmt, kommen ja auch wieder die Erinnerungen. Meistens zumindest. :)

Mit sechs Bananenkisten voller gut sortierter aneinandergereihter Bücher war es dann letzten Sonntag soweit. Kennt ihr das „Lavendelzimmer“? Ein toller Roman. Es geht um einen älteren Herrn, der eine Buchhandlung auf einem Schiff besitzt. Eine Bücherapotheke, die für jeden das Richtige Mittel hat. So habe ich mich gefühlt. Es hat mir Freude bereitet, mich zu unterhalten und mit anderen „Bücherfreaks“ auszutauschen.

Ich glaube, für mich war dieses persönliche Übergeben eines Buches weit angenehmer als das Einstellen in Tausch- oder Verkaufsportale. Und weil es so Spaß gemacht hat, habe ich mich am Sonntag gleich nochmal zu einem Flohmarkt angemeldet.

Flohmarkt … eine der ältesten Formen des Recyclinggedankens. Crosscycling at it’s best. :D

Wisst ihr, ich habe echt ein Problem mit Chaos und den vielen Dingen, die sich anhäufen. Doch ich merke, dass es gut tut, den Weg der Trennung zu gehen. Aber ich kann nicht täglich ein Ding wie auch immer „entsorgen“. Ich brauche dafür eine Plattform. Und den Austausch. Es tut gut, zu sehen, dass das, wovon ich mich trenne, ja doch für irgendwen noch einen Wert hat. Denn mir war es ja auch mal wertvoll.

Oder ist das zu durchgeknallt???

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

10 Kommentare zu “Andere Welten!

  1. Hallo Trix!

    Ich kann Dich total gut verstehen und deshalb ist für mich auch der Kostnixladen so perfekt, weil ich hier genau dieses Gefühl auch bekomme. Es ist natürlich nicht ganz so persönlich aber wichtig ist mir einfach, dass die Dinge weiterleben dürfen, dass sie jemand anderer brauchen und schätzen kann.

    lg
    Maria

  2. Oh wie schön!
    Unglaublich, du besitzt über 1000 Bücher?! Das wäre für mich ein kleiner Traum! Einen E-Reader würde ich mir nie nie nie kaufen? :D Ist nicht böse gemeint, aber ich kann mich von den echten Büchern einfach nicht trennen. Wir leben in einer Zeit in der alles immer wie mehr Online stattfindet – und Bücher nur noch Online zu lesen wäre für mich nicht vorstellbar. Aber jeder wie er eben mag.

    Die Idee mit dem Flohmarkt finde ich übrigens richtig richtig gut! Es ist so viel schöner, wenn man sieht, wem man damit eine Freude gemacht hat, als wenn man es einfach Online verkauft.

    Du hast einen tollen Blog!
    Alles Liebe
    E.

    • Jetzt werde ich aber rot! Danke für das liebe Kompliment! :)
      Ich habe zwar einen Reader, aber im Leben nicht würde ich mich von all meinen Schätzen trennen. Ich finde, man sollte heutzutage ruhig ein bisschen „old school“ sein. Was, wenn wir plötzlich keinen Strom mehr haben? Gut, dann ist lesen das kleinste Problem. Aber es tröstet einem sicher wunderbar! ;) lg

  3. Hallo Trix,

    ich musste so schmunzeln, als ich das mit den 1000 Büchern und der Schwere des Loslassens gelesen habe. Hätte mir jemand mal vor mehr als vier Jahren gesagt, dass das Aussortieren der ersten Bücher zu einem „Lebenskonzept Minimalismus“ führt – ich hätte gar nicht gewusst, was der meint.
    Am Anfang fiel es mir total schwer, aber ich hatte für mich auch eine gute Lösung gefunden – die Stadtbücherei, der damaligen Nannetown und habe dort Rucksack, um Rucksack hingebracht. Ein Umzug stand bevor. Das war meine Motivation.

    So ein Bücherflohmarkt finde ich aber auch wirklich eine schöne Sachen (vorausgesetzt man kommt nicht mit mehr nach Hause, als man verkauft hat :o)) und so ein persönlicher Kontakt bestimmt total nett.

    Momentan habe ich irgendwie einen Lesehänger, darüber habe ich auch auf dem Blog bisschen geschrieben – kennst du sowas auch? Ich hatte jetzt ein paar nette und gute Bücher gelesen und weiß jetzt lesetechnisch wieder nix mit mir anzufangen :o(
    Liebe Grüße Nanne

    • Das kenne ich. Dann habe ich das Gefühl, ich hab alles schon gelesen. Meist lese ich dann ein Buch, das ich schon kenne und mag. Und plötzlich platzt der Knoten und das Lesen fängt mich wieder ein. :) lg

  4. Überhaupt nicht durchgeknallt. Bücher wegwerfen. Fast unmöglich. Ist mir nur zweimal im Leben leicht gefallen. In dem einen Stand, dass Wasser heilt, wenn man Steine reinlegt. Im anderen etwas von einem jungen Mann mit 12 Followern der davon überzeugt war, sein Vater hätte in 7 Tagen die Welt geschaffen. Beides zu Crazy für mich.

    • Jetzt wo Du es sagst: ein Buch hab ich weggeworfen. Einen Krimi von Karen Slaughter oder wie sie heisst. Ganz gruselig. Das wollte ich keinem mehr antun und habe auch nie wieder was von ihr gelesen. Aber ansonsten … wirklich fast unmöglich! ;)

  5. Warum auch sollte man Bücher wegwerfen? Es gibt immer genug Abnehmer, auch wenn es welche sind, die man gar nicht kennt (Bücherboxen) etc. Es geht mir jedenfalls auch so, dass es ein gutes Gefühl verursacht, wenn die Sachen, die ich aussortiere, noch von jemand anders wertgeschätzt werden.
    Und ich glaube, für Bücher habe ich jetzt mein Konzept gefunden. Darüber muss ich mal etwas schreiben (den Fotobücher-Beitrag habe ich auch nicht vergessen, aber das kann noch dauern).

    Liebe Grüße, Ingrid

  6. Hallo Trix,
    habe heute über drei Ecken Dein Blog entdeckt und lese darin gefühlt seit Stunden zurück.
    Du bist mir soo sympathisch, Du schreibst so ehrlich und authentisch…finde ich klasse :o)
    Ich bin vor kurzer Zeit über Umwege zum Entrümpeln, Reduzieren, Entplastiken gekommen und ich bin noch sehr hin- und hergerissen zwischen recherchieren, staunen, Stirn runzeln, Ideen aufsaugen und wieder verwerfen. Ich will auch jetzt, gleich und sofort ganz viel schaffen und muss mich selbst bremsen, da sich meine Euphorie sonst in Selbstzweifel und Verzettelung umdrehen kann :-/
    Eigentlich ist die ganze Thematik – aus Gründen – wie eine Art Therapie für mich und mir tut das so gut :o)
    Ach übrigens, ich wohne wohl quasi in der Nachbarschaft. Geboren und lange gelebt in Ffm., danach etliche Jahre in Wiesbaden und seit wiederum einigen Jahren Nähe Mainspitz-Dreieck, wobei ich mich hier am unwohlsten fühle, aber das hat mehrere Gründe :-/
    So gesehen reduziere ich auch für einen (hoffentlich bald machbaren) Umzug ;o)

    Lieben Gruß
    Conny

    • Hi Conny! Danke! :) Ich glaube, man kann am besten über die Dinge schreiben, die man selbst erlebt. Das Entrümpeln war auch für mich ein Weg oder eine Therapie – auf jeden Fall sehr bewegend. Im wahrsten Sinne des Wortes. Gerade heute allerdings merke ich, dass ich dazu neige, mich auf etwas auszuruhen. Und schwupp … ist das nächste Chaos vorprogrammiert. ;)
      Ich glaube, ich kann das verstehen mit Deinem Wohnort. Du darfst nicht vergessen, dass Du quasi ein Großstadtmädel bist. Ich denke, ein Umzug ist eine guuuuute Option! lg

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