Das Leben ist wild!

Nichts bleibt …

11 Kommentare

… wie es ist.

Seit ein paar Tagen kekst mich meine Küche an. Im vergangenen Jahr habe ich viel Zeit damit verbracht, sie zu entmisten und zu optimieren. Es ist unfassbar viel Plastikgerümpel und auch sonst nicht mehr gebrauchter Killefitz ausgewandert. Und doch …

bleibt sie nicht so, wie sie soll. Irgendein Kobold (oder mein Mann, oder meine Kinder, oder der Kater – natürlich niiiiieeeemals ich) trägt immer wieder was rein. Puh.

Wie ihr ahnen könnt: es bahnte sich unlängst an, dass ich mal wieder einen Grundkehraus angehen musste. Ein Vormittag nur wir zwei: die Küche und ich. Ich hab gar nicht sooooo viel rauswerfen müssen, nur wieder ordentlich strukturieren. Da ich sehr chaotisch sein kann, haben wir schon mal keine offenen Schränke. Dies war eine wichtige Erkenntnis – weg von offenen Ablageflächen. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt quasi. ;)

Und für den Fall, dass wir alles nur in die Schränke deuen, gibt es auch eine Innenordnung in Form von Kisten.

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So muss ich nichts suchen und kann immer nur die Kiste rausholen, die ich brauche. Es hat außerdem den Vorteil, dass nur eine begrenzte Menge Platz pro Kiste vorhanden ist. Die Vorräte bleiben also überschaubar. Wer genau hinschaut, sieht auch eine Kiste mit der Aufschrift „Fix“. Auch die gibt es. Denn ich liebe Dr. Oetker Pudding … und bis jetzt hab ich mich auch noch nicht an selbstgemachte Sauce Hollandaise rangetraut. Mehr ist da gar nicht mehr drin.

Von der Anrichte und der Fensterbank sind die Gläser mit Vorräten verschwunden. Es sieht merklich ruhiger aus in der Küche. :)

Aber dann … oh weh. Vielleicht kennt die ein oder andere das auch. Wer schon mal Marmeladen selbst herstellt, LebensMittel einkocht oder diese einfach plastikfrei aufbewahren möchte, sammelt Behälter. Gerne aus Glas mit Twist-Off-Deckel. Mein Mann schimpfte neulich schon:“Ich find nix mehr vor lauter Gläsern!!!“ und heute morgen habe ich aus den Tiefen des Gläser-Vasen-Dinge, die wir nicht oft brauchen-Schranks mal alle herausbefördert.

Die nicht in Benutzung sind.

Und sich ansammeln.

Und teilweise … gar keinen Deckel mehr haben. O_o

 

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Okay. Sie haben auch gar nicht alle aufs Bild gepasst. Fakt ist: ich hab die Hälfte von den „Kann ich sicher mal gebrauchen“ – Gläsern entsorgt. Zum einen, weil Gelee irgendwie nicht lecker schmeckt aus kleinen Gurkengläsern. Zum anderen, weil ich gar nicht so viele LebensMittel auf Vorrat haben möchte. Und transportieren muss ich nur einmal pro Woche, wenn ich mein Abendessen mit zur Arbeit nehme. So what?

Das ist nur ein kleines Beispiel, das zeigt, dass wir in unserem Leben nicht davon ausgehen können, dass etwas bleibt, wie es ist. Selbst wenn wir einen Weg für uns gefunden haben, wird es immer wieder Bedingungen, Unwägbarkeiten oder ganz einfach jemand geben, der vielleicht anders denkt, lebt und handelt und uns damit beeinflusst.

Konkret für mein Projekt des Plastikmanagments und auch hin zu einem minimalistischeren Leben bedeutet dies beständige Selbstreflexion. Handeln und überprüfen. Handeln und überprüfen.

Ehrlich gesagt, ich hätte ehrlich gesagt gar nicht gedacht, dass sich soviel neu angesammelt hat. Wie habe ich neulich so treffend gelesen bei marcominimalist: „Die Dinge kommen in dein Leben wie Zahnbelag. Es passiert einfach und scheint ganz natürlich aber nicht gewollt.“

Sie schleichen sich hinterrücks an und irgendwie fühlen wir uns oftmals gar nicht so unwohl. Aber sie sind der Zahnbelag des Lebens. Belegen uns. Und machen, dass sich alles nicht mehr so glatt und sauber und ja … leer anfühlt. Wobei wir uns immer überlegen sollten, was Leere für uns bedeutet und wie sie besetzt ist.

Ich zum Beispiel mag diese Flächenleere. Sie gibt mir ein aufgeräumtes Gefühl. Das Suchen, Schieben und Kruschteln minimiert sich. Die Nerven werden geschont. Ich meine dieses angenehme Gefühl, wenn man nicht mit jeder Faser im Raum aneckt und eingefangen wird.

Dies ist jetzt auch wieder in unserer Winzi-Küche so. Beruhigend. Irgendwie geht das Loslösen immer mit dem Aufräumen einher. So ist es wohl einfach … :)

 

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Autor: trix

Wissenwollerin. Storyteller. Und meist eine etwas ver-rückte Sicht auf die Dinge - vor allem die kleinen am Wegesrand. :)

11 Kommentare zu “Nichts bleibt …

  1. Hallo Trix!

    Das stimmt, man muss wirklich sehr aufpassen, dass sich nichts Neues hinein schleicht hinter dem Rücken.

    Bei mir wird es langsam immer weniger. Vor allem, weil ich kaum noch Vorräte habe. Vor 3 Jahren hatte ich eine unglaubliche Menge davon. Heute sind die Laden halb leer. Das finde ich super!

    lg
    Maria

  2. Stimmt! Man muss sich selbst ständig kontrollieren. Beim weiteren Ausmisten, können dann auch plötzlich Dinge weg, die man beim ersten Ausmisten noch behalten wollte. :)
    Liebe Grüße,
    Oliver 2.0

  3. Das „Ansammeln“ geht wahnsinnig schnell… Es gibt so viele Dinge, Gläser, Behälter, usw., die man doch irgendwann irgendwie sicher noch gebrauchen kann… Da hilft nur der regelmäßige „Kehraus“ – und ein „Komprimieren“, wie ich es nenne ;-). Das hilft dann wieder für eine Weile und ich fühle mich dann auch stets wieder regelrecht befreit. Liebe Grüße Birthe

  4. Gläschen sammele ich auch mit Leidenschaft! Aber mittlerweile nur noch sehr ausgewählte Formen und Größen, weil mir auch bei selbst gekochten Marmeladen und Sirups eine einheitliche Optik wichtig ist.
    Lieben Gruß!

    • Hm. So hab ich das noch nicht gesehen, dabei bin ich in vielen Bereichen doch auch Ästhetikerin (Neurotikerin?). Ich werd das mal beachten und damit mit Sicherheit die Gläschensammelwut eindämmen. :) lg

  5. Danke für einen wichtigen Artikel. Solange wir leben, bleibt die aufgeräumte Küche ein Prozess. Als Single habe ich früher überlegt ob ich auch ohne Küche leben könnte. Mit Familie natürlich nicht sinnvoll.

    Nach deinem Artikel bekomme ich Lust die Küche mal wieder vom Belag zu befreien. Die Idee mit den Kisten ist super. Unsere haben nur keinen Deckel. Es geht so zwar schneller aber es quillt auch vieles drüber.
    Da ich seit ein paar Wochen gänzlich auf extra Zucker verzichten will, könnte da auch vieles mal verschwinden.

  6. Ich muss dringend Marmelade kochen, dann sind auch die Gläser weg, weil ich soviel davon verschenke :-)

  7. Ich denke auch, man benötigt mehrere Durchgänge. Beim ersten habe ich alles Plastik entsorgt und ersetzt, das unmittelbar mit Lebensmitteln in Berührung kam. Jetzt müsste ich noch mal einen zweiten Durchgang machen und ein wenig umorganisieren. Leere Gläser behalte ich nur noch bestimmte und die deponiere ich im Keller.
    LG, Ingrid

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