Das Leben ist wild!


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In der Rhön!

Oh was bin ich fertig … aber supererholt. Kennt ihr dieses Gefühl von „zufrieden erschöpft“ sein? Das hat man, wenn man ein Wanderwochenende hinter sich lässt. Das Glücksgefühl, das sich ausbreitet, wenn man am Gipfel angelangt ist oder auf einer besonders schönen Wiese oder in der Einkehr auf ein Stück Kuchen einen Latte Macchiato. :)

Wir haben ein traumhaftes Wochenende in der Rhön verbracht. Man soll es kaum glauben, wie nah manche Schätze liegen. Normalerweise keine zwei Stunden Anfahrt (es sei denn man landet im Freitagsnachmittagsverkehr und fährt um und um den Pudding) und schon befindet man sich in einer waldbedeckten intensiv grünen Landschaft.

Gewohnt haben wir im Rhönschafhotel Krenzer! Bitte unbedingt mal reinschauen. Sensationell freundliches Hotel. Kleines Beispiel: die erste Nacht war für einige von uns etwas suboptimal. Ich z.B. kann sehr schlecht auf diesen Antiallergiekissen schlafen. Gib mir ein Federkissen und die Welt ist in Ordnung. Scheinbar ging das auch einigen anderen so. Eine der Hausdamen hat unser Gespräch über die etwas verkorkste Nach wohl mitbekommen und sprach uns beim Frühstück an. Für die kommende Nacht wurden alle Kissen ausgetauscht. Ohne viel „Federlesen“ :). Und ohne dass man als Gast das Gefühl hat, man geht auf die Nerven. Das Essen war ebenfalls uiuiui! Und hausgemachtes Bier resp. Apfelwein rundeten die schöne Zeit im Hotel ab.

Wir haben uns dort mit einigen lieben Mitwanderern der Alpenüberquerung getroffen. Eine Wanderung wird nochmal so schön, wenn man mit einem Menschen gut laufen UND reden kann. Und wenn das auch noch zwei Menschen sind, die sich in der Botanik eins a auskennen, dann ist das sowieso der Hauptgewinn (zumindest für mich – ich lerne mit Begeisterung).

Wilde Lupinen

Der Hochröhner ist ein Premiumwanderweg, der auf 175 km Länge durch die Röhn führt. Ein Großteil davon geht durch das Biosphärenreservat Rhön. Und auf einem kleinen Teil der Langen Röhn sind wir gelaufen.

Eine abwechslungsreiche knapp 20 km lange Tour, die uns nach einem stetig steilen Anstieg auf den höchsten Punkt am Heidelstein brachte. Grandiose Aussichten hat man hier sowieso auf alle Gebirge rundherum: den Vogelsberg, Hunsrück, Taunus …

Wir haben uns entschlossen, die eigentliche Tour von knapp 16 km noch ein wenig zu erweitern und sind ein Stück zum Stirnberg hinauf und am Hochmoor entlang weiter gegangen. Bestechend sind mit Sicherheit die großen Flächen wilder Lupinen, ein violettes Blumenmeer, welches sich über einen Großteil des Wegverlaufs erstreckt. Ein Traum … zumindest für mich. Ich mag sie sehr. :)

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Gestartet sind wir übrigens am Steinernen Haus, direkt an einem Basaltsee gelegen. Wisst ihr, ich schreibe mal nicht zu ausführlich – ich finde ja immer, ein bißchen überraschen sollte man sich schon vom Wanderweg selbst. :)

Die Milseburg

Wenn ich ehrlich bin, war ich ganz froh, dass die abschließende Wanderung am Sonntag von „die Seele baumeln lassen“ geprägt war. Unglücklicherweise hatten wir am Hotel auf der Terrasse meinen Geldbeutel und den Proviant liegenlassen (ich weiss nicht, was schlimmer für mich war … ich glaube … letzteres. Im Portemonnaie war eh kaum was drin). Das verzögerte unseren Abmarsch vom Waldparkplatz unterhalb der Milseburg noch mal um eine halbe Stunde. Eine halbe Stunde im Schatten auf Baumstämmen sitzen, Girsch anschauen, die Stiche mit Breitwegerich einreiben …

Die Milseburg am Sonntag zu besteigen, ist mit uns noch gefühlt einer Million Menschen eingefallen. Wir waren zwar beim Auf – und Abstieg alleine unterwegs, da wir fern des ausgetretenen Waldweges unterwegs waren (oder antizyklisch), aber oben war es schon recht voll. Dennoch: sehr, sehr lohnenswert.

Dort oben sollte man ohne Hektik sein und man kann wirklich im wahrsten Worte die Seele baumeln lassen. :)

Highlight: ein Schwalbenschwanz! :) Handtellergroß …

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Ich hoffe sehr, dass ich die Ruhe und Erholung noch ein paar Tage mitnehme … und eins steht schon mal fest: dort geht es irgendwann wieder hin.

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Kleine und große Schritte!

Aus. Vorbei. Finito.

Vor anderthalb Stunden habe ich die letzten Süssis unter die Vampire, Hexen und Skelette gebracht. Nun hat die arme Seele Ruh. Allerheiligen ist ja auch nicht mehr weit.

Und wisst ihr, wo ich mich gerade in diesem Augenblick befinde? Ich verrate es Euch: im Bett. Frau trixen hat Ruh und der Schrittzähler für heute auch. Jaaaaa – ihr wisst, was das heisst. Der Monat Oktober liegt in den letzten Zügen und ich gedenke nicht, heute nochmal einen Fuß vors Bett zu setzen, geschweige denn vor die Haustür (na – das wäre ein Bild … *räusper*).

Viele kleine Schritte! :)

Viele kleine Schritte! :)

Somit kann ich vermelden, dass die Challenge „310000“ beendet ist. Der Käs‘ ist gerollt!!!

Und zwar mit sage und schreibe

Dreihundertfünfzehntausendzweihundertundeinem Schritt!!!

In einer Zahl:

315201

Ohne manchen Spaziergang nach dem Abendessen wäre ich wohl verratzt gewesen und ohne den Urlaub am Edersee hätte ich mir vor allen Dingen ganz schön was überlegen müssen. 10000 Schritte am Tag ist nicht immer einfach. Man muss es einigermaßen planen. So bin ich z.B. dazu übergegangen, zu Fuß zur Arbeit zu gehen statt das Fahrrad zu nehmen. Gibt mal locker hin und zurück mit durch die Gruppe flitzen gute 5000 Schritte. Wenn nichts besonderes anliegt, laufe ich so 8000 Schritte am Tag. Da ist kein Sport einkalkuliert. Und ich merke, dass ich das wieder vermehrt in mein Leben einbauen muss. Und wenn es nur eine halbe Stunde laufen ist. 5 klitzekleine Kilometer am Stück. Eine Runde um den Pudding.

Es ist vollbracht und ich fahre morgen guten Gewissens in mein alljährliches Mädelswellnesswochenende. Und ich finde: das hab ich mir verdient. :’D

Da kann ich dann einfach mal Kraft tanken – bevor es im November heisst: Schubladendenken mal anders. :)


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Auf dem Urwaldsteig!

Nachdem ich es immer noch nicht geschafft habe, von meinem eindrucksvollen Weg über die Alpen zu schreiben, widme ich mich vielleicht den gerade vergangenen Wandertagen auf dem Urwaldsteig. Einfach als kleine Erinnerung für mich … :) Natürlich dürft ihr einfach mitlesen und wer weiss, vielleicht verschlägt es Euch ja auch mal hierher … von wo auch immer …

Vor ein paar Wochen habe ich mir ja ein paar neue Hanwags zugelegt. Dicke robuste Wanderstiefel, die wunderbar für alpines Terrain geeignet sind. Ich wollte sie etwas einlaufen, da kam der Urwaldsteig gerade recht. Übrigens auch immer gut für eine minimalistische Einkehr, denn ich habe währenddessen mit meiner Familie im Wohnwagen gelebt. Mehr Minimalismus gepaart mit Pragmatismus geht nicht mehr. Zumindest für das Pendant zu einer 3-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung auf 15 m² …

Das letzte für einen Van mit Caravan hinten dran sehr steile Stück hin zum Campingplatz war allein schon Abenteuer genug. Wir hatten uns für einen kleinen Campingplatz direkt am Edersee am Rande des Nationalparks Kellerwald entschieden. Da waren wir wohl um diese Jahreszeit einer der wenigen … schon beim Runterfahren dachte ich, dass wir auf keinen Fall mehr den Weg zurück nach oben kommen mit unserem schweren Geschoss hinten dran. :’D Was wir vorfanden war eine sehr enge sächsische Anbindung ans Dauercamping im Petterson-und-Findus-Millieu gepaart mit einem wunderschönen Indian Summer. Kennt ihr Petterson? Nein … googlet mal. Hier ist zumindest das Wohnhaus desselben. Könnte man meinen …

Pettersons Hof am Edersee! Na sowas ...

Pettersons Hof am Edersee! Na sowas …

Wir haben uns bewusst nur fürs Wandern entschieden und einfach mal vorab gehofft, dass die Buben mitziehen. Mit 8 und 11 kann man da schon mal hoffen … zumal sie eigentlich ja gern im Wald sind. Zuhilfe kam uns da, dass wir unverhofft zu Pilzsammlern wurden. Das hat echt einen ziemlichen Abenteuercharakter für Jungs und der Sammeltrieb wird sofort reaktiviert. :)

Drei Wanderwege sind wir gegangen:

1. Kahle-Hardt-Route – Knorreichenstieg

Knorrige Eiche! :)

Knorrige Eiche! :)

 

Der Rundweg ist vom DKV Campingplatz aus ca. 10 km lang. Zuerst einmal muss man an Höhenmetern gewinnen, um dann relativ auf einer Höhe den kleinen aber wunderschönen Pfad begehen zu können. Und er macht seinem Namen alle Ehre. Überall um einen herum zeigt der lichte und in allen Rottönen schimmernde Laubwald kuriose und sehr knorrige Vertreter seiner Art. Während des ersten Teilstücks zur Halbinsel Scheid hinab hat man den Urwald linkerhand und rechts geht es gut 200 m steil bergab zum Edersee. Wir hatten das Glück, dass es zudem die Sonnenseite war und wir den ganzen Tag von Helligkeit und Wärme verwöhnt wurden. Alles in allem eine leichte Runde. Irgendwie gab es immer einen Baum für die Buben zum Klettern und ausreichend Proviant hatten wir auch dabei. Nein – es sind nicht nur Mädchen, die fortwährend „Hunger, Pipi, kalt“ rufen … ;) Fast am Ende der Runde dann stolperten wir unerwartet über zwei Pilze. Wow! Einen Maronenröhrling und einen Steinpilz, wie wir im Nachhinein feststellten. Und da wir immer ein Taschenmesser dabei haben, haben wir sie gleich mitgenommen und waren von diesem Moment an angefixt.

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Hier leben bestimmt Feen …

2. Katzenstein-Route

Im Bärental!

Im Bärental!

Sehr schöne ca. 8 km lange Runde  von Waldeck aus startend. Zumindest war sie so lang für uns, da wir als alte Geocacher noch einen „kleinen“ Abstecher tief hinein ins Bärental gemacht haben, um einen kleine Dose zu heben. ;) Jede dieser Runden hat ihre markanten Punkte und Geschichten. Die eine etwas schöner, die andere nicht. Diese zum Beispiel führte uns an einen Ort, der an eine in Schinderhannesmanier ausgeführte Räuberei (nicht schön) erinnerte, die einen sehr dunklen Anstrich durch die SS bekam, welche 1942 ihre Willkür an einem Platz im Wald demonstrierte und aus Machtbewusstsein heraus sechs Polen einfach so erhängte. Da geht es einem nicht wirklich gut … doch der Weg durch den Wald nimmt einem schnell die schlechten Gedanken. Ebenso wie die wild wachsenden Pflaumen – von denen wir bestimmt zwei Kilo gepflückt hatten (man trägt ja an sonst nichts …)

Dieser Rundweg war vor allem eins: abwechslungsreich. Während der gestrige Weg durch den Wald geradewegs durchplätscherte, ging es hier rauf und runter. Ziemlich runter … und ziemlich rauf … und irgendwie verloren wir ab und an das Wegzeichen aus den Augen. Aber Garmin sei dank … irgendwann kommt man immer auf den rechten Weg.

Während wir gestern noch klitzekleine Pilze gefunden haben, so war dies ein Mekka für Pilzsammler. Meine Hand passte manchmal nicht auf den Schirm. Echt wahr … allerdings waren die Biester so verwurmt, dass sie einfach nicht mehr zu gebrauchen waren. Schade, sehr schade … aber dennoch gab es eine kleine Ausbeute, die abends mit Bandnudeln (wink zu CL, aber nicht selbstgemacht) und Hühnchen einfach lecker schmeckten. Ich muss immer noch lächeln, dass es möglich ist, im tiefsten Urwald per Smartphone quer durch die Republik Nachrichten zu schicken und sich über Pilze und Strickwarenrauswurf zu unterhalten und per Bild zu reporten! :’D

Wir haben das Bärental gestreift und an der Ratzeburg (nix übrig von) ein Pflaumenkernweitspucken gemacht und die Königin (naaa gut – oder den König) der Ratzeburg zu ermitteln.

Wer wird die Ratzeburg halten? Oder wird sie dem kleinen König Weitspucker in die Hände fallen???

Wer wird die Ratzeburg halten? Oder wird sie dem kleinen König Weitspucker in die Hände fallen???

Zu guter Letzt konnten wir die Runde mit einer Seilbahnfahrt als letzte Mitreisende 5 Minuten nach Schluss quasi beenden. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die so unendlich glücklich machen … wie hier eben nicht mehr die 1,5 km rauf nach Waldeck zu kraxeln. Und mit rauf – meine ich rauf!!!

Tolle Runde also!!! :D

Abschließend … nur wegen der Pilze …

3. Hochstein – Route

Die längste gegangene Route. 10 km ca. Vielleicht ein bißchen mehr …

Fliegenpilze wohin auch das Auge blicket ...

Fliegenpilze wohin auch das Auge blicket …ab und an mal den Wegpunkt verloren. 

Von Herzhausen folgt man  der Hauptroute des Urwaldsteigs überwiegend am Edersee entlang. Abschnittsweise verläuft sie durch knorrige Wälder, die immer wieder einen Blick auf den Edersee ermöglichen. Vor der Kehre um ein Bachtal geht es links zum Hochstein. Und irgendwie gelangt man dort zu einer alten Ruine, die komplett vom Wald verschluckt wurde … der Ehrenburg!

Faszinierend; denn schon wieder zeigt sich uns der Wald von einer neuen Seite.

Von relativ breiten Wegen, die dennoch recht duster sind über kleine Pfade, die eher an Wildwechsel erinnern bis hin zu einem lichten Auf und Ab über einen gelben Laubteppich.

Und überall Pilze. Hammer!!! :’D Ich bin echt angefixt. Kleiner Exkurs – heute im Supermarkt gab es Steinpilze. 50 g – getrocknet – 4.99! O_o Unfassbar.

Maronenröhrlinge! *yammi*

Maronenröhrlinge! *yammi*

Wunderschön war unsere Pause an der zugedeckten Ehrenburg. :)

Hier lass Dich nieder ...

Hier lass Dich nieder …

Inklusive kleinem Besucher, der für die Jahreszeit noch recht fit schien. Mal eben schnell die letzten Sonnenstrahlen ausnutzen.

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Alles in allem ging die Zeit recht fix rum. Da wir wettertechnisch wirklich Glück hatten und es nur nachts geregnet hat, war es eine wirklich schöne, wenn auch kurze Zeit am Edersee. Waschbär und Eidechse sagen sich hier „Gute Nacht“ und man muss nicht wirklich jemandem begegnen auf den einsamen Pfaden in einem der letzten Urwalde Europas. Man kann sich einfach berieseln lassen von der Schönheit der lichten Wälder. Ich schwärme, ich weiss. Und es ist eine ganz andere Welt, als die Alpen im Sommer. Aber auf jeden Fall eine schöne … :)

Ade ... Urwaldsteig! :)

Ade … Urwaldsteig! :)