Das Leben ist wild!


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30 Projekte in 52 Wochen!

„Was hältst Du davon, Bob?“

„Bob?“ fragt mein Mann, der dachte, ich hätte die Nachricht irrtümlich (o_O) an ihn geschickt! „Baumeister! Ich stifte die Ideen und DU setzt sie um!“ Zufrieden wie eine Katze am Sahnetopf lächle ich. Denn ich bin handwerklich eine Niete, aber wunderbar in Sachen Flausen im Kopf haben.

Im Moment nervt mich das Haus, in dem wir leben, an. Überall sehe ich seine Schwachstellen. Zu allem Überfluss gab es mehrere Umzüge im Freundeskreis. Ihr erkennt jetzt vielleicht meine Gefühlslage. Gut … ich jammere auf hohem Niveau. Und oftmal denke ich: „brauchen wir nicht!“ Aber dennoch … :(

In den Bädern muss was passieren. In der Winz-Küche, im Garten, in den Schlafzimmern … im Keller … *seufz*.

In der ersten Jänner-Woche haben wir die Keller-Dusche erneuert. Und da merkste sofort, dass Selbermachen können echt eine Option wäre.

30 in 52 schaffen wir nicht, ich weiß, aber ich werde eine Liste machen. Voll mit Punkten, die wir selber umsetzen werden. Für uns. Für das Haus. Ein Plan. Der fehlt uns Chaoten zu oft.

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Und wer weiß, vielleicht entdecke ich ja ein bei mir evolutionär verschütt gegangenes Baumarkt-Gen oder Handwerker – Können.

Wer weiß, wer weiß?!

Liste folgt! Stay tuned! :)

 


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Immer noch in der Spur?

„Du, Schatz! Gell, wir leben schon noch ziemlich plastikfrei?“

„Joah – schon. Es gibt Gewohnheiten, die bleiben einfach bestehen. So ist das auch beim plastikreduzierten Leben.“

Das war vor ein paar Wochen.

Wie ein kleiner Stachel sass das Gespräch in meinem Hinterkopf. Vielleicht liegt es ja am Frühjahrsputzgedanken. Vielleicht aber auch daran, dass der April sich immer so zum Aufräumen anbietet. In jedwelcher Hinsicht. Vielleicht aber bin ich aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht. Gesagt Geschrieben hab ich doch irgendwie schon alles? Oder?

Aber wie ist das eigentlich, wenn der Alltag Einzug hält? Zwischen der Plastikreduktion und mir? Was hat sich denn hier für ein Schlonzie eingeschlichen?

Nunja – der Schlonzie nicht wirklich. Sagen wir mal so: es gibt manchmal Begebenheiten, die lassen einem das gerade geführte Leben nochmal überdenken. Bei mir die gerade ausgebrochene Schuppenflechte. O_o Und die Perubalsam – Kontaktallergie. O_o

Was das mit plastikfreiem Leben und mit der Achtsamkeit im Umgang mit dem Leben und mit sich selbst zu tun hat, ist eine lange Geschichte. Die sich wahrscheinlich in Zwischentönen aufdröselt. Für mich heisst das: ein wenig mehr Schreiben zur Selbstreflexion tut da ganz gut. Und das mache ich ungern ins Blaue hinein.

Jetzt komme ich wieder zum kleinen ärgerlichen Stachel. Und dem April. Ich hab mir gedacht, wenn morgen der Plastikmüll abgeholt wird, dann ist es an der Zeit, mal die Gewohnheiten aufzuräumen. Und ein bißchen darüber zu plaudern.

Und – aber das nur nebenbei, werde ich mein Sportprogramm ein wenig straffen. Im Moment mache ich zwei Mal pro Woche Kraftsport und Rückenschule und gehe einmal Nordic Walken. Ich würde gerne ein bißchen mehr Shape in die ganze Geschichte bringen.  Wie weit das hier einfließt, werden wir auch sehen. :D

Gleich zwei Handlungsstränge auf einmal. Naja – ich bin grade motiviert … und ihr?

:)

 


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Kluge Worte #2

„Es ist gut Dinge zu sammeln,

aber es ist besser, spazierenzugehen!“

Ein Zitat von Anatole France.

Irgendwann einmal habe ich diesen Satz als kleinen Fetzen aus einer Zeitschrift gerupft. Er hängt seit Jahren an meinem Spind auf der Arbeit. Als Mahnung? Als Anregung? Als Impuls?

Ja!


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Nichts bleibt …

… wie es ist.

Seit ein paar Tagen kekst mich meine Küche an. Im vergangenen Jahr habe ich viel Zeit damit verbracht, sie zu entmisten und zu optimieren. Es ist unfassbar viel Plastikgerümpel und auch sonst nicht mehr gebrauchter Killefitz ausgewandert. Und doch …

bleibt sie nicht so, wie sie soll. Irgendein Kobold (oder mein Mann, oder meine Kinder, oder der Kater – natürlich niiiiieeeemals ich) trägt immer wieder was rein. Puh.

Wie ihr ahnen könnt: es bahnte sich unlängst an, dass ich mal wieder einen Grundkehraus angehen musste. Ein Vormittag nur wir zwei: die Küche und ich. Ich hab gar nicht sooooo viel rauswerfen müssen, nur wieder ordentlich strukturieren. Da ich sehr chaotisch sein kann, haben wir schon mal keine offenen Schränke. Dies war eine wichtige Erkenntnis – weg von offenen Ablageflächen. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt quasi. ;)

Und für den Fall, dass wir alles nur in die Schränke deuen, gibt es auch eine Innenordnung in Form von Kisten.

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So muss ich nichts suchen und kann immer nur die Kiste rausholen, die ich brauche. Es hat außerdem den Vorteil, dass nur eine begrenzte Menge Platz pro Kiste vorhanden ist. Die Vorräte bleiben also überschaubar. Wer genau hinschaut, sieht auch eine Kiste mit der Aufschrift „Fix“. Auch die gibt es. Denn ich liebe Dr. Oetker Pudding … und bis jetzt hab ich mich auch noch nicht an selbstgemachte Sauce Hollandaise rangetraut. Mehr ist da gar nicht mehr drin.

Von der Anrichte und der Fensterbank sind die Gläser mit Vorräten verschwunden. Es sieht merklich ruhiger aus in der Küche. :)

Aber dann … oh weh. Vielleicht kennt die ein oder andere das auch. Wer schon mal Marmeladen selbst herstellt, LebensMittel einkocht oder diese einfach plastikfrei aufbewahren möchte, sammelt Behälter. Gerne aus Glas mit Twist-Off-Deckel. Mein Mann schimpfte neulich schon:“Ich find nix mehr vor lauter Gläsern!!!“ und heute morgen habe ich aus den Tiefen des Gläser-Vasen-Dinge, die wir nicht oft brauchen-Schranks mal alle herausbefördert.

Die nicht in Benutzung sind.

Und sich ansammeln.

Und teilweise … gar keinen Deckel mehr haben. O_o

 

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Okay. Sie haben auch gar nicht alle aufs Bild gepasst. Fakt ist: ich hab die Hälfte von den „Kann ich sicher mal gebrauchen“ – Gläsern entsorgt. Zum einen, weil Gelee irgendwie nicht lecker schmeckt aus kleinen Gurkengläsern. Zum anderen, weil ich gar nicht so viele LebensMittel auf Vorrat haben möchte. Und transportieren muss ich nur einmal pro Woche, wenn ich mein Abendessen mit zur Arbeit nehme. So what?

Das ist nur ein kleines Beispiel, das zeigt, dass wir in unserem Leben nicht davon ausgehen können, dass etwas bleibt, wie es ist. Selbst wenn wir einen Weg für uns gefunden haben, wird es immer wieder Bedingungen, Unwägbarkeiten oder ganz einfach jemand geben, der vielleicht anders denkt, lebt und handelt und uns damit beeinflusst.

Konkret für mein Projekt des Plastikmanagments und auch hin zu einem minimalistischeren Leben bedeutet dies beständige Selbstreflexion. Handeln und überprüfen. Handeln und überprüfen.

Ehrlich gesagt, ich hätte ehrlich gesagt gar nicht gedacht, dass sich soviel neu angesammelt hat. Wie habe ich neulich so treffend gelesen bei marcominimalist: „Die Dinge kommen in dein Leben wie Zahnbelag. Es passiert einfach und scheint ganz natürlich aber nicht gewollt.“

Sie schleichen sich hinterrücks an und irgendwie fühlen wir uns oftmals gar nicht so unwohl. Aber sie sind der Zahnbelag des Lebens. Belegen uns. Und machen, dass sich alles nicht mehr so glatt und sauber und ja … leer anfühlt. Wobei wir uns immer überlegen sollten, was Leere für uns bedeutet und wie sie besetzt ist.

Ich zum Beispiel mag diese Flächenleere. Sie gibt mir ein aufgeräumtes Gefühl. Das Suchen, Schieben und Kruschteln minimiert sich. Die Nerven werden geschont. Ich meine dieses angenehme Gefühl, wenn man nicht mit jeder Faser im Raum aneckt und eingefangen wird.

Dies ist jetzt auch wieder in unserer Winzi-Küche so. Beruhigend. Irgendwie geht das Loslösen immer mit dem Aufräumen einher. So ist es wohl einfach … :)

 


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Andere Welten!

Ohne Bücher wäre meine Welt eine traurige Welt und mit Sicherheit um vieles ärmer. Ich lese, seit ich mit Buchstaben umzugehen und sie aneinanderzureihen vermag. Woher diese Liebe kommt? Ich weiss es nicht. Meine Eltern müssen diesbezüglich ein Kuckuckskind großgezogen haben.

Es ist inzwischen allerdings so, dass ich weit über 1000 Bücher besitze. Ich hab sie mal gezählt, als die Frage anstand: ein neues Bücherregal oder doch lieber einen Ebook-Reader. Ich hab mich für den Ebook-Reader entschlossen. Keine Sorge – ich höre das Aufstöhnen all der Bücherliebhaber bis hierher in mein kleines Refugium in trixtown. ;) Naja – was soll ich sagen. Ich bin dennoch nicht gegen „echte“ Bücher gefeit. Irgendwie schlawinern sie sich ab und an doch ins Haus.

Nichtsdestotrotz stehe, sitze, liege ich seit drei Jahren vor meinen Regalen und gebe der Idee Raum, mich von vielen dieser „anderen Welten“ zu trennen. Es ist einfach Tatsache. Es gibt Bücher, die liest Du nur einmal. Punkt. Ende. Aus. Und es gibt diese Bücher, die Dich nicht mehr loslassen. Die Du jedes Jahr wieder zur Hand nimmst und welche Dich spielend leicht in ihren Bann ziehen können. Ist wie Heimkommen. Irgendwie. Bei mir ist dies z.B. „Der Medicus“ von Noah Gordon. Es gibt bestimmt „bessere“ Bücher, aber irgendein Auslöser muss vorhanden gewesen sein, der macht, dass ich es immer und immer und immer wieder lese.

Vor ein paar Wochen nach langem Reifen des Entschlusses habe ich mich auf einem Bücherflohmarkt angemeldet. Wehmütig? Ja! Mit Sicherheit. Spannend? Und wie. Und ein langer Prozess. Denn wenn man die Bücher in die Hand nimmt, kommen ja auch wieder die Erinnerungen. Meistens zumindest. :)

Mit sechs Bananenkisten voller gut sortierter aneinandergereihter Bücher war es dann letzten Sonntag soweit. Kennt ihr das „Lavendelzimmer“? Ein toller Roman. Es geht um einen älteren Herrn, der eine Buchhandlung auf einem Schiff besitzt. Eine Bücherapotheke, die für jeden das Richtige Mittel hat. So habe ich mich gefühlt. Es hat mir Freude bereitet, mich zu unterhalten und mit anderen „Bücherfreaks“ auszutauschen.

Ich glaube, für mich war dieses persönliche Übergeben eines Buches weit angenehmer als das Einstellen in Tausch- oder Verkaufsportale. Und weil es so Spaß gemacht hat, habe ich mich am Sonntag gleich nochmal zu einem Flohmarkt angemeldet.

Flohmarkt … eine der ältesten Formen des Recyclinggedankens. Crosscycling at it’s best. :D

Wisst ihr, ich habe echt ein Problem mit Chaos und den vielen Dingen, die sich anhäufen. Doch ich merke, dass es gut tut, den Weg der Trennung zu gehen. Aber ich kann nicht täglich ein Ding wie auch immer „entsorgen“. Ich brauche dafür eine Plattform. Und den Austausch. Es tut gut, zu sehen, dass das, wovon ich mich trenne, ja doch für irgendwen noch einen Wert hat. Denn mir war es ja auch mal wertvoll.

Oder ist das zu durchgeknallt???


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Kehraus!

Auf dem Weg in ein Weniger bei allem möglichen, schwanke ich desöfteren hin und her. Mal liegt der Fokus auf dem ganzen Plastikmist, der einem so über den Weg läuft. Dann bin ich wieder ganz nah beim Weniger an mich umgebenden Dingen. Und meist kommt auch noch das Weniger an Hüftgold dazu. Eine furiose Mischung. O_o

Irgendwie schaffe ich es meist, die Handlungsstränge meines achtsamen (und oft auch chaotischen) Lebens miteinander zu verbinden.

Es tut gut, zu sehen, dass wir uns weiterentwickeln. Auch wenn ich  oft nicht glauben kann, dass Vieles aus dem Haus fliegt – und es trotzdem noch ein langer Weg hin zum Weniger ist.  Ist es aber, seid unbesorgt, alle, die ihr Euch gerade auf dem Weg macht. Mit Familie dankt man Gott auch für die kleinsten Gaben – oder anders ausgedrückt: jede aufgeräumte und überschaubare Ecke und jeder Platz im Haus, der frei atmen kann, ist schon ein Gewinn. ;)

Die vergangene Woche stand im Zeichen des „Kehraus“. Ordnung schaffen, sortieren, entsprechend an die Endstellen zuführen.

Praxis!

Ein großes Bett (mein erstes eigenes – schon über zwanzig Jahre alt und immer noch in Gebrauch. Zudem ein Wanderbett.) kam zu meiner Schwiegermutter. Dafür kam allerdings ein kleines Gästeausziehbett von ihr zu uns. Für den s0 entstandenen Platz eine gute Lösung. Verzichten können wir nicht auf so ein Gästebett … denn wir haben oft und gerne Übernachtunsgäste. ;)

Drei Säcke voller Altkleider (alte Jacken, Bettdecken, Kissen …) gingen zum Roten Kreuz. Ein Sack voller Altlasten wanderten in den Müll. Und auch die Küche muss dann immer noch mal durchforstet werden, so dass unzählige Brettchen, Tassen, etc. zum Sozialkaufhaus wanderten.

Ebenso erging es vier Handtaschen. Einfach mal aussortieren, Mädels. Tut gar nicht weh. Und verschenken! Das macht zudem noch Freude.

Theorie!

Wir leben verschiedene Phasen unseres Lebens aus. Das ist so und wir befinden uns zwangsläufig aufgrund vieler Faktoren immer in der Entwicklung. Vor vielen Jahren habe ich begonnen, Dosen zu sammeln. Und Milchkännchen. Und Bücher. Davon trennt man sich nicht so leicht. Jeder Sammler kann dies vielleicht nachvollziehen: das Finden all dieser schönen Dingen auf den vielen zauberhaften Flohmärkten in aller Herren Länder verbindet uns mit den Stücken. Sie wachsen uns ans Herz. Und sie leben eine Geschichte. Auch wenn ich oft denke: unnütz, so kann ich nicht einfach sagen: weg damit.

Das hängt damit zusammen, dass ich nicht gerne Müll produziere und auch – und vor allem – weil ich die Dinge gerne in Hände geben würde, die sie zu schätzen wissen, so wie auch ich es tue.

Das ist das Dilemma und so kleben all die Dinge an mir. :(

Interessanterweise bereiten mir „Gebrauchsgegenstände“ nicht solche Probleme. Sie werden in ihrer Funktion einfach von jemand anderem weiterbenutzt. Und gut isses.

Der Kehraus stockte also nach dieser rührigen Woche. Und tut es immer noch. Irgendwie stand ich im Schlafzimmer und dachte: das kann ich doch keinem antun. Weder den Dosen. Noch der Umwelt.

Man kann tatsächlich auch ein Haus in ein lebendiges Etwas verwandeln. Der Schlag der Menschen ist überschaubar. Aber die insektenhafte Vielzahl an Kleinkruscht hat das wahre Kommando. Ein unbedachter Moment und die Fensterbank im Schlafzimmer ist übervölkert. Und nicht nur eins. Neeeeiiinnnn – eine Vielzahl unterschiedlichster Dinge. Haargummi – Schraube – Uhr – Dose – Stecker – Hut – Tablett (klein) – Papier – Schnürsenkel – große Kerze – Brille – Spielzeugauto –  … O_o

Äh – irgendwas läuft da falsch. So – und nun sortiert es mal weg. Da biste beschäftigt. Und das ist frustrierend.

Es liegt daran, dass ich Mensch bin. Nein – dass wir Familie sind. Und dass wir hier leben. Und so sind wie wir nunmal sind. Wuselig. Chaotisch. So verschließe ich den Blick vor der Fensterbank im Schlafzimmer. Doof eigentlich. Kleinteile und Minimalgefussel strengt mich enorm an.

So geht also der Weg hin zu einem Weniger an Dingen von Groß nach Klein. Von Außen nach Innen. Und je näher wir uns kommen, um so schwieriger wird das „Sich trennen“.

Jetzt gehöre ich nicht zu denen, die sagen „100 Dinge in 100 Tagen“ – ich kann mich auch wunderbar für 100 Dinge an einem Tag enscheiden. Ein Teil pro Tag langweilt mich derart … und mal ehrlich: ein Teil! Nee. So muss ich wohl einen anderen Weg wählen. Ich brauche einen anderen Rahmen.

Im Februar kümmere ich mich um unser Schlafzimmer. Das nervt mich am meisten. Ich bin hier so gerne. Ich mag unser Bett und ich mag das Licht, dass morgens durch die Fenster hereinfällt. Es ist hell und freundlich … und es soll leerer werden. Nicht nur in den Schränken. ;)

Eine Frau – ein Auftrag. In diesem Sinne. Immer brav weiter auskehren. :D

 


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Kluge Worte! #1

In einer kleinen Atempause der häuslichen Entrümpelung ist mir folgendes Zitat in die Finger gefallen:

„Die große Herausforderung der Gegenwart besteht darin, das System runterzufahren, ohne das Rad der Zeit zurückzudrehen.

Jeder muss sich entschleunigen, verkleinern und in allen Bereichen weniger konsumieren.

Darum geht’s!“

So – und jetzt fix weiter … ich hab grad einen Run!

Ach – von wem das Zitat ist? Ich war erstaunt. Von

Heike Makatsch! :) Cleveres Mädchen!


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„Sie hatte zwei große Lieben …“

“ … und einen Schrank voller Schuhe!“

(Carrie Bradshaw)

Tauchen wir heute mal in den trix’schen höchst materialistischen Schuhkosmos ein.

Im vergangenen Jahr hat Maria von widerstandistzweckmässig mal einen Post über Schuhe gebracht. Dieser Post hat mich nachhaltig beschäftigt. Damals habe ich als erstes mal ALLE Schuhe, die ich mein Eigen nenne aus sämtlichen Winkeln des Hauses hervorgeholt.

Da war gerade ein Freund meines Sohnes bei uns. Als er den monumentalen Haufen sah, fiel ihm nichts besseres ein, als vor lauter Schreck mit vor den Mund geschlagener Hand: „Oh mein Gott!“ zu sagen. Äh ja …

An diesem Tag ergab die Sammlung einiges über 70 paar Schuhe. Den Kleinklötterkram nicht mitgezählt. Ich hatte da plötzlich ein sehr schlechtes Gewissen. Und habe mich daran gemacht, die unbrauchbaren, kaputten, unansehnlichen Schühchen … auszusortieren.

Dann ruhte das Thema. War ja auch schon hart genug. Wie kommen einige meiner Leserinnen und Leser mit zehn paar Schuhen aus? Oder weniger?! Das schaffe ich schon mit meinen Wanderstiefeln und Sportschuhen für drinnen und draußen.  Ich meine … Schuhe leben doch im Verbund. Sie finden sich zu ganzen Herden zusammen. Ja – irgendwie doch schon. Die Schuhe, die ich ausgemistet habe, die waren wirklich durch. Und schon teilweise sehr alt.

Hier seht ihr zum Beispiel mein allerältestes paar Schuhe,

welches ich natürlich (sic!!!!!!) nicht weggeworfen habe.

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Diese komplett aus Leder handgenähten Schuhe habe ich vor fast 21 Jahren in Meran gekauft zum damals für mich unfassbaren Preis von 200 DM. Sie waren schon oft beim Schuster (einmal auch, um die Nähte wieder festzuzurren), um Eischen draufschlagen zu lassen. So hält sich die Sohle perfekt.

Sieht schon ein wenig schäbig aus … so auf dem Foto, aber ich trage sie so sehr gerne.

Wie hat sich so etwas entwickelt? Wie kann man denn so viele Schuhe ansammeln? Tja – gute Frage. Ich kenne sehr wohl die Antwort. Sie sind schon immer Seelenbalsam, Frustheiler und Wegbegleiter in schlechten Zeiten gewesen. Oder auch mal das gewisse Extra für den Wow-Effekt. Seelenbalsam, weil man als kräftige Mittzwanzigerin in all den Klamottenläden nichts Passendes findet – selbst nach einem ganzen Tag Shoppingwahnsinn. Frustheiler, weil mal wieder nichts passt. Außer Schuhe, die sind verlässlich. Die gehen immer. Ebenso Bücher. Die nehmen einem dann mit in eine andere Welt und lassen einem das Elend vergessen. Erst mit dreissig habe ich angefangen, mit mir ins Reine zu kommen. Ein Mann, der mich liebt (hat er vorher auch schon acht Jahre), zwei wunderbare Kinder. Und plötzlich stagnierte der Schuhkauf.

In den Thirtysomethings habe ich mich gefunden. Die Kilos ärgern mich immer noch (waren ja auch zeitweise weg), aber ich beginne immer mehr, mich mit mir zu versöhnen.

Und das ist der Moment, in dem wir uns von Dingen, die wir wirklich nicht brauchen, zu trennen vermögen. Einfach mal ausmisten ist da nicht. Nein, nein, Freunde des Minimalismus. Die Zeit muss reifen.

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Heute bin ich bei  43 paar Schuhen. Was bleibt, sind also vor allem hochwertige und langlebige Schuhe. Kennel&Schmenger, Hilfiger, Airsteps, Clarks.  Die gibt man nicht einfach weg. Man pflegt sie. Bringt sie zum Schuster und sie bleiben einem lange, lange erhalten. Letztes Jahr hatte ich übrigens einen stillschweigenden Deal mit meinem Jüngsten: keine Schuhe kaufen in 2014. Für 2015 gibt es einen ähnlichen etwas abgeschwächten Deal (zwei Paare). Ich überlege mir, welche Schuhe ich dringend (nochmal sic!) brauche. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen: ich bin eine Farbneurotikerin. Es gibt Kombinationen, die gehen einfach farblich nicht, deshalb muss das Farbverhältnis bei Schuhen immer ausgewogen sein. ;) Ich brauche: schwarze Booties. Doch! Hab ich glaube ich auch schon drüber geschrieben.

Und daran kann man erkennen, ob ein Wunsch nur ein übermütiges flatteriges Etwas ist, das uns in den Kopf schießt. Dieses „Habenwollen“ – Gefühl. Oder ob der Wunsch sich im Herzen manifestiert hat. :) Vielleicht bräuchte ich auch ein paar klassische schwarze Stiefel. Aber dieser Wunsch flattert noch etwas herum. Mal abwarten.

So sieht das also aus in 2015 mit den Schuhkäufen.

Und so sieht das auch gleich besser aus im Schuhregal. ;)


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Weniger!

Dieses kleine Wort kann einem sichtlich an die Nieren gehen. In allen Belangen. Denn oftmals ist es in unserer Überflussgesellschaft, in der auch ich es mir kommod eingerichtet habe, nicht einfach, das Weniger zu leben.

Weniger … ein Vorsatz? Ein Motto? Ein Ziel? Ein Weg?

Jetzt bin ich kein ausgewiesener Minimalist, finde aber ein Weniger im Kleiderschrank als auch in den Räumen, in denen ich mich aufhalte, sehr beruhigend. Überhaupt habe ich schon des öfteren festgestellt: wenn mein Umgebungsbild ruhiger ist, fühle ich mich in mir drin auch aufgeräumter. Und dann fällt es mir leichter, mich von überflüssigen Kilos zu trennen. Von überflüssigen Gedanken ganz zu schweigen.

Vorige Tage habe ich damit angefangen, wieder ein Stück weiter auszumisten. Schluß zu machen. Ungeliebt sind da vor allem

N*E*W*S*L*E*T*T*E*R

Interessanterweise ist es ein ziemlich langer Weg gewesen, bis mir aufgefallen ist, dass ich das einfach abschalten kann. Jetzt lacht nicht … normalerweise klicke ich immer an, dass ich nicht über all den superinformativen Killefitz informiert werden möchte, der mir da noch zusätzlich in Form eines virtuellen Infobriefes zugestellt wird. Das klappt. Aber ich hatte da ein paar „Leichen im Keller“, die ich aus irgendeinem Grund über Jaaaaahre toleriert habe. Unfassbar. Wie das geht?

Ich habe mehrere Email – Postfächer. Aus irgendeinem Grund habe ich mein allererstes Postfach beibehalten. Es ist schon 16 Jahre alt und ich hänge aus wahrscheinlich sentimentalem Grund (oder weil ich mich nicht nur an das große G binden will) daran. Und seit genauso langer Zeit bekomme ich dort diese ungeliebten Infobriefe. Vom Auktionator. Vom Wald-und Wiesenhobby. Und von dem Anbieter des Postfach selber. Und ich lösche sie in regelmässigen Abständen ungelesen. Hab mich damit abgefunden. Aber ich kam nie und nimmer auf die Idee, sie einfach … abzubestellen. Weil ich sie ja nie bestellt hatte. Ergo – sind sie wohl im Service inbegriffen. Also – da hab ich echt auf der Leitung gestanden. Und vor einer Woche dann – da hab ich mir die Mühe gemacht, mal so einen Brief zu öffnen und zum Ende zu scrollen. „Unscribe“ – hach … das geht? Das kleine Zauberwort hat mich sofort eingefangen. Wie einfach sich man manch lästiger Dinge doch entledigen kann. :’D

Was diese kleine Geschichte sagen will? Manchmal ist nur ein kleiner Schritt in Richtung Veränderung notwendig, damit wir uns klarer und besser fühlen können. Hier war es ein Klick. Und vorher ein genauer Blick. Vieles nehmen wir als gegeben hin. Es ist so. Es war schon immer so. Es wird immer so sein. Aber das ist ein falscher Gedanke.

Wir haben ja noch viel Zeit vor uns. Zeit, die wir mit der positiven Veränderung leben können. Ich werde dieses Jahr 42. Vielleicht finde ich ja mit diesem Alter als Leitbild die Antwort auf alle Fragen. Vielleicht bin ich die Antwort. O_o Egal – ich schweife ab. Wenn ich also wieder mal denke: es war schon immer so. Dann führe ich mir vor Augen, dass meine wahrscheinliche Lebenszeit nochmal 40 Jahre andauert. Was können wir nur in dieser Zeit bewegen!!!

Weniger … ein Vorsatz? Ein Ziel? Ein Weg! Ein Weg, den ich in diesem Jahr beschreiten will werde. Im vergangenen Jahr habe ich schon sehr bewusst damit begonnen. Weniger Plastik. Weniger Umweltbelastung. Ich setze dieses Weniger fort. Weniger Klimbim im Ganzen. :)


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Alle Jahre wieder!

Gestern war es soweit. Die Weihnachtskiste wurde aus dem Keller geholt. Schon sehnsuchtsvoll erwartet von den Kindern.

Stufe für Stufe wandert mein Projekt weiter. Im vergangenen Jahr war es so, dass die W-Kiste rigoros aussortiert wurde. Der „Zuviel“-Gedanke hat mich ziemlich beherrscht. In diesem Jahr sind lediglich drei Blechkisten dazugekommen. Weil ich ja so gut wie alle Plastikschüsseln wegsortiert habe, hatte ich jetzt keine Keksaufbewahrungsdosen mehr. O_o So geht es manchmal …

Und ich finde, dass die Behälter schon ordentlich verschlossen sein müssen – wegen dem leckeren Geschmack.

Weiter habe ich mir Gedanken zum Thema „Nachhaltige Weihnachten“ gemacht. Das kommt zwangsläufig. Mit Kindern muss man da allerdings Kompromisse eingehen. Mir ist ein W-Baum gar nicht mal so wichtig, aber die Kinder lieben ihn. Und wenn wir ehrlich sind, sind genau solche Dinge es, die auch für uns als Kinder das Fest zu etwas besonderem gemacht haben. Ein festlich geschmückter Baum, die Keksdosen, die heimlich geöffnet wurden und aus denen die Plätzchen stibitzt wurden. Oder aber auch der Adventskranz. :)

Mit dem Adventskranz „plage“ ich mich schon seit Jahren. Einerseits möchte ich gerne einen Kranz. Und nicht aneinandergereihte Kerzenständer. Dann wiederum nervt es mich furchtbar, dass das Teil an Weihnachten verdörrt ist und man Angst haben muss, dass es beim geringsten Flammenflug die Hütte abfackelt. Ich verrate Euch was: wegen der Verdörrungsgeschichte habe ich vor zehn Jahren auch schon mal einen Plastikkranz gehabt. Das ging zwei Jahre gut, ist überhaupt nicht aufgefallen, außer „wow – sieht Euer Kranz noch toll aus am 24. … und am 30. … und …!“ :’D

Dann lief der Kerzenwachs runter, der Kranz war eingesuddelt und ich hab überlegt: „legst ihn halt in den warmen Backofen, da läuft der Wachs schon runter!“

Tja, was soll ich sagen? Ich hab ihn vergessen. Also … wie ein Kranz sah er danach nicht mehr aus. Eher ein grüner runder Klumpen. O_o Shit happens. Das war das Ende vom Plastikkranz. Und auch das Ende der grünen Aera in Sachen Adventskranz.

Seit Jahren haben wir nun einen Weidenkranz. Geschmückt mit immer dem gleichen Filzschnee und den aneinandergereihten Gewürzen. Als Topping hat er ein paar getrocknete Orangenscheibchen. Und heute merke ich mal wieder, dass ich glücklicherweise in eine schon immer etwas nachhaltige Richtung tendiere. :)

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Dann wäre da natürlich die Tannenbaumfrage. In‘ Wald gehen? Abhacken? Im Supermarkt mit den Wocheneinkäufen einladen? Einen zertifizierten Ökohändler finden? Gar nicht so einfach. Aber es geht. Und ist noch nicht einmal so schwer. :)

ROBIN WOOD ist inzwischen von einer kleinen Gruppe Aktionisten zu einer professionellen, bundesweit engagierten Umweltorganisation geworden. Auf dieser Seite findet ihr Euren Weihnachtsbaum der Wahl.

Dort steht für jedes Bundesland eine kleine Auswahl an Verkaufsstellen mit Tannenbäumen aus ökologischen oder zertifiziertem Anbau. :)

Wir haben immer den Tannenbaumverkäufer vor Ort gewählt. Da konnte man, wenn es schneite, auch den Baum mit dem Schlitten abholen. :) Aber ob er aus nachhaltiger Forstwirtschaft kam, weiss ich leider nicht. Hat sich in diesem Jahr aber erledigt. Wir sind nämlich zu einer Veranstaltung eingeladen und bekommen einen Baum geschenkt. Kleines Dilemma. Dort kann ich jetzt nicht nachhalten, woher er kommt. Aber dafür ergab sich folgendes:

Ich bekam nämlich von meiner (mittlerweile angefixten plastikfreien und nachhaltigen Schwägerin) eine Whatsapp:

*Zum Thema Nachhaltigkeit und Wegwerfgesellschaft … Wir könnten doch eigentlich über ein Weihnachtsbaumsharing nachdenken.*

Wir brauchen den Baum nämlich nur bis zum 20.12., weil wir nach Tirol fahren und da könnten wir ja … weil sie brauchen ihn dann ab dem 21.12. … HA! Das ist natürlich dann doch wieder gut. Bleibt nur die Frage des Transportes. Aber sowas geht zur Not auch mit dem Bollerwagen. trixtown hat schon Kurioseres gesehen. Abgemacht!!! So tun wir es. :)

Und unser restlicher Schmuck? Tja – der besteht schon seit jeher aus vielen selbstgebastelten Teilen. Komplizierten Sternbasteleien aus Papier, Salzteighängerle, Wollengeln und sogar eine kleine Krippe aus Bethlehem ist dabei. Klar – auch ein paar verrückte und bunte Dinge, aber das machte den Baum und die Weihnachtsdekoration ja auch spannend.

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* ja … genau … hier … so mittig …

da stellt ihr Euch jetzt mal die Deko vor … *

Da isse jetzt auch … :D

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„Mama, noch die Kette mit den Heiligen drei Königen, die fehlt.“ … recht hat er – und so hänge ich diese auch noch auf. Aus Papier. Damit die Weihnachtsmänner Gesellschaft haben. So ist das also mit den Erinnerungen. Und den Ritualen. Mein Sohn weiss genau, was sich in dieser Kiste befindet. Und er weiss auch genau, welche Plätzchen gebacken werden müssen: Tsunamis.

Und das machen wir dann nächste Woche … :D