Das Leben ist wild!


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Da ist sie ja!

In grossen Schritten kommt der Herbst. Naja … er kommt. Zumindest insofern, als dass ich schon die erste Kürbiscremesuppe geniessen durfte. Und vielleicht werde ich gerade auch mutiger und probiere mich aus. Wer weiss …

Ich schreibe gerade übers Mobile. Das funktionierte die ganze Zeit nicht. Und mein Ladegerät für den Läppi ist mir verschluppt gegangen. Unfassbar. So sehr bin ich ins reale Leben zurückgekehrt. :)

Das Gewicht ist immer noch Thema! Inzwischen habe ich 8 kg abgenommen und merke, wie mein ganzes Sein dadurch an Lebensqualität gewinnt. Ich achte auf gute LebensMittel. Am Ende ist das Geheimnis tatsächlich: weniger essen, mehr bewegen.

Egal, welches der derzeitig angesagten Modelle zur Gewichtsreduktion man bevorzugt. Und glaubt mir … ich hab da so einiges ausprobiert.

Da ich jetzt weiss, dass ich problemlos per Handy posten kann, kommen auch wieder mehr wilde Gedankenposts. Es hat mir gefehlt. Und meine lieben Leser ebenso.

Jetzt braucht es nur noch ein schickes Bild … ob ich das auch hinbekomme? :’D

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Klappt! Jubdiduh!!! Ich freu mich! :)

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Immer noch in der Spur?

„Du, Schatz! Gell, wir leben schon noch ziemlich plastikfrei?“

„Joah – schon. Es gibt Gewohnheiten, die bleiben einfach bestehen. So ist das auch beim plastikreduzierten Leben.“

Das war vor ein paar Wochen.

Wie ein kleiner Stachel sass das Gespräch in meinem Hinterkopf. Vielleicht liegt es ja am Frühjahrsputzgedanken. Vielleicht aber auch daran, dass der April sich immer so zum Aufräumen anbietet. In jedwelcher Hinsicht. Vielleicht aber bin ich aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht. Gesagt Geschrieben hab ich doch irgendwie schon alles? Oder?

Aber wie ist das eigentlich, wenn der Alltag Einzug hält? Zwischen der Plastikreduktion und mir? Was hat sich denn hier für ein Schlonzie eingeschlichen?

Nunja – der Schlonzie nicht wirklich. Sagen wir mal so: es gibt manchmal Begebenheiten, die lassen einem das gerade geführte Leben nochmal überdenken. Bei mir die gerade ausgebrochene Schuppenflechte. O_o Und die Perubalsam – Kontaktallergie. O_o

Was das mit plastikfreiem Leben und mit der Achtsamkeit im Umgang mit dem Leben und mit sich selbst zu tun hat, ist eine lange Geschichte. Die sich wahrscheinlich in Zwischentönen aufdröselt. Für mich heisst das: ein wenig mehr Schreiben zur Selbstreflexion tut da ganz gut. Und das mache ich ungern ins Blaue hinein.

Jetzt komme ich wieder zum kleinen ärgerlichen Stachel. Und dem April. Ich hab mir gedacht, wenn morgen der Plastikmüll abgeholt wird, dann ist es an der Zeit, mal die Gewohnheiten aufzuräumen. Und ein bißchen darüber zu plaudern.

Und – aber das nur nebenbei, werde ich mein Sportprogramm ein wenig straffen. Im Moment mache ich zwei Mal pro Woche Kraftsport und Rückenschule und gehe einmal Nordic Walken. Ich würde gerne ein bißchen mehr Shape in die ganze Geschichte bringen.  Wie weit das hier einfließt, werden wir auch sehen. :D

Gleich zwei Handlungsstränge auf einmal. Naja – ich bin grade motiviert … und ihr?

:)

 


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Long time, no read!

Vor einigen Wochen dachte ich plötzlich: „Ich stell das jetzt alles ab!“ Und so isses dann auch tatsächlich passiert. Ich gestehe, der Rechner lief kaum. Ich habe mich bewusst vom Wissenwollen und Wissenweitergeben getrennt. Bin ich jetzt meiner Zeit voraus? Keine Ahnung. Der Beweggrund war, dass ich über alles schon geschrieben habe. „Jetzt ist es an der Zeit, sich auf das Leben des Ganzen zu konzentrieren!“

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Was ist passiert in der Zeit?

  • ich habe gelesen! Dazu hatte ich kaum mehr Zeit. Und ich habe versucht, langsam zu lesen. Und auch nochmal in Bücher reinzuschmökern, die ich schon mal gelesen habe (ich mag z.B. Anni und Alois sehr … :))
  • ich habe hingeschaut! Über ein Jahr auf dem Weg hin zu plastikfrei! Wie hat sich unsere kleine Familienwelt verändert? Womit kann ich gut konform gehen, was geht nicht? Das 80-20-Prinzip hat mich nachdenklich gemacht. Also – dass es nicht möglich ist, supergut 100% plastikfrei zu leben und dass einem dieses hehre Ziel doch manchmal zu sehr ausbremst. Lieber 80% und gut, als 100 % und komplett ausgebrannt. ;) Versteht ihr, was ich meine?
  • ich bin genesen. Naja – weitestgehend. Das war vielleicht auch ein Grund, das Schreiben eine zeitlang einzustellen. Mir wurde wieder schwindelig und mir ist durchaus oft der „Kamm geschwollen“. Meine eh schon unzureichend vorhandene Geduld hat sich zunehmend in Luft aufgelöst. Runterschalten. Stehen. Atmen. Besenstrich. Stehen. Atmen. Besenstrich. Warum muss alles in dieser eh schon schnelllebigen Zeit noch schneller gehen?
  • ich habe nicht minimiert. Aber auch nicht dazugekauft. Meine Denke schweift ab von Kaufräuschen. Rauschen … äh. Wie auch immer.
  • ich habe zugenommen. Und bin totunglücklich damit. Wieso verdammt noch eins, will das Gewicht nach oben und nicht nach unten. Ich glaube, mein Stoffwechsel ist komplett im Eimer. :( Ich kann nur noch halten und hoffen, dass ich im Winter nicht durch die Strassen rollen werde. *jammer*
  • ich war glücklich. Und zufrieden. Wenn mich nicht die oben genannten Gedanken quälten.
  • ich habe geerntet. Mein Hochbeet ist ein Traum. Ich hab zwar einiges lernen müssen, aber das ist durchaus spannend. Mangold und Salat ohne Ende. Und jetzt betrachte ich ungläubig die ersten roten Tomaten. Ich find es einfach nur genial!!!
  • ich gackere. Noch nicht. Aber der Hühnereinzugstermin rückt näher. Es werden Zwergwyandotten in einem sanften warmen Braun. Eigentlich gelb. Aber was kann man sich als Hühnerlaie unter gelben Hühnern vorstellen? O_o Die Hühnchen kommen im Oktober. Dann isses endlich soweit. Ich hätte auch schon im Aug/Sept welche haben können, aber ich wollte keine schwarz-weissen Hühnchen.
  • schlußendlich: ich lebe. Einfach so. Denn nichts anderes ist der Sinn des Lebens. :D

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Über den Sommer werden nur vereinzelt kleine Posts auftauchen. Da ich mir noch nicht sicher bin, wohin mich mein Weg führt. Irgendwie möchte ich ja nicht nur von Killefitz und Mumpitz schreiben. ;) Dass es draußen heiß ist, weiß ja jeder selbst, ohne dass es ihm einer sagt. :’D

Ich hatte einfach das Bedürfnis, Euch wissen zu lassen, dass manchmal Pausen sein müssen. Der Fokus sollte Gelegenheit haben, sich umzuorientieren, sonst bleiben wir irgendwann doch einmal stehen. Im schlimmsten Fall vor einer Wand …


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Mit Bedacht!

Erschrocken fährt meine Hand von der Suppenkelle weg. Sanft lege ich den Deckel wieder auf den Topf. Mein Mann guckt mich mit großen Augen an. „Ups“ hauche ich.

Mein Vorsatz ist ja für den Jänner, nicht nachzunehmen. Das ist – um es mal salopp zu sagen – mistigschwer. Wenn es doch so lecker schmeckt. O_o

Und wenn ich dann genau in mich hineinhorche, dann weiß ich sehr wohl: ich habe oftmals keinen Hunger. Es ist die pure Lust am Essen.

Warum ist Essen ein so zentrales Thema für viele Menschen (außer, dass wir es zum Überleben benötigen)? Ich kann mich noch nicht mal damit entschuldigen, Heisshungerattacken (Binge Eating) zu bekommen. Oder Frustessen. Nee – eher Lustessen. Ich esse mit Lust und wenn es schmeckt, dann geniesse ich das sehr. Bis ich platze.

Und dann ist es leider-leider kein Genuss mehr.

Ich fürchte, mein Leben wäre nicht wirklich erfüllt, würde ich mich nur von Rohkost ernähren. Mal ehrlich: kleingeschnippelte Möhrchen sollen mich mit auf eine kulinarische Reise nehmen? Täglich am End? Oh wei – wo soll diese Reise nur hingehen? Ein fluffiger Kaiserschmarrn … eine dunkle Sauce über zartem Fleisch, die die Geschmacksknospen aufgehen lässt, ein zauberhaft zubereitetes Gemüsegratin (oh ich liiiiiebe Gratins). Okay – davon lasse ich mich nur zu gern verführen. :)

leckeres Gemüsegratin ... mal nicht überbacken. :)

leckeres Gemüsegratin … mal nicht überbacken. :)

Wer langsamer isst, hat mehr davon! Tja – ich schätze, das ist der Knackpunkt. Ich bin zu ungeduldig und möchte die Welt in mich aufsaugen. Und stellvertretend dafür „sauge“ ich meine Mahlzeiten auf. Ohne auf Textur und Geschmack zu achten. Und versuche mich zu retten, in dem ich eine zweite Portion auflade.

Gut, bei Gemüse ist das nicht wirklich schlimm. Doch wenn wir ehrlich sind, ist es ja das eher ungesunde, was wir uns gern ein zweites Mal einverleiben. Wenn wir langsam essen, geben wir dem Körper die Chance, all die guten Lebens-Mittel, die da vor uns liegen, bewusst wahrzunehmen. Vorzunehmen. Aufzunehmen.

Seit ein paar Wochen habe ich die Fleischzufuhr erheblich heruntergefahren. Ich esse gerne Fleisch. Aber ich gehe den Weg dahin, es bewusster zu tun. Es ist ein Lebens-Mittel geworden, dass nicht mal eben in den Einkaufswagen fällt. Und es macht mir Spaß, mit gemüse“lastigen“ Gerichten zu experimentieren. Herauszufinden, was es braucht, damit mir das Fleisch nicht fehlt (als Sattmacher im kleinen Bäuchlein). So gibt es Gerichte, da muss ich nachnehmen. Da komme ich nicht um eine zweite Portion herum, denn ich fühle mich nicht gesättigt. Sehr lecker das Ganze, aber satt machend nur wenig.

Und es gibt Gerichte, die erfüllen mich voll und ganz. Jede Faser meiner Seele wird angesprochen und jede Genusszelle angeregt. Mein Bäuchlein ist voll. Und ich fühle mich warm und gesättigt. Kennt ihr das? Oder ist das jetzt blöd ausgedrückt?

Mit Bulgur gefüllte Aubergine mit Tomatentopping. Das erste Mal, dass ich mit Zimt gekocht habe. O_o

Mit Bulgur gefüllte Aubergine mit Tomatentopping. Das erste Mal, dass ich mit Zimt gekocht habe. O_o

Um also für den Rest des Monats die „Kein Nachschlag-Challenge“ gut hinzukriegen, braucht es also etwas mehr. Sonst schaff ich das nicht.

  • langsam essen. Ich muss mir Zeit nehmen. Es hektikt mich niemand, ausser ich mich selbst. Man sollte mindestens mal 20 Minuten an einer Mahlzeit sitzen. Macht das mal. Stoppt mal für Spaß Eure nächste Mahlzeit. Jaaaa – da guckt ihr!!! Gar nicht so einfach.
  • Einfach mal öfter kauen. Pausen machen. Besteck ablegen. Sich Zeit nehmen. Okay – bei Suppe wird es schwierig. Aber sonst …
  • Das mache ich eh nie (oder sehr selten) – aber man kann im Grunde nur eins tun und sich darauf konzentrieren. Also bitte nicht vorm Fernseher, mit Zeitung oder Buch in der Hand oder beim Telefonieren essen. Immer eins nach dem anderen. Alles hat seine Zeit.
  • Den Wert des Gekochten schätzen. Wie jetzt das? Nunja – ich kaufe ja viel auf dem Markt und eher hochwertig. Das sollte ich mir bewusst machen. Das Lebens-Mittel schätzen, dass dort vor mir auf dem Teller liegt. :)

Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich nun in die Küche. Ich krieg irgendwie Hunger. :D Wollen wir doch mal sehen, was es Leckeres gibt.

Aber eben auf eine bedachte Art.


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Wann sich die Mühe lohnt!

Wir leben in einem medizinisch wunderbar versorgten Land. Zumindest ein Großteil der hiesigen Bevölkerung ist bestens ausgestattet. Ich glaube fast, niemand geht so oft in Apotheken und zu Ärzten wie die Deutschen. Hab ich mal irgendwo gelesen. Wurde dann aber auch wieder widerlegt. Hab ich auch gelesen. Was man halt alles so findet – im Gesundheitswesendschungel. Gut – ich geb es zu, dass auch ich das Ärztesystem ab und an hinreichend nutzen musste. Immer befriedigend war es nicht wirklich. Am besten aufgehoben fühle ich mich derzeit bei meiner Freundin und Heilpraktikerin. Ich spreche sehr gut auf Akupunktur an und habe das große Glück, dass meine Krankenkasse offen gegenüber alternativen Heilmethoden ist und ich die Gebühren bis zu einem gewissen Grad abrechnen kann.

Mir geht es gerade allerdings um Grippe, Erkältung oder grippale Infekte. Wenn wir ehrlich sind, ist es ja meist eine simple Erkältung. Eine Grippe rafft mich eher selten dahin.

In 90% aller Fälle verläuft das dann bei mir so, wie es der alte Spruch sagt: „Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage.“ Mit wie ohne Medikamente. Die restlichen 10% sind Ausnahmeerscheinungen. Hartnäckiger Husten zum Beispiel. Bronchialasthmatische Anwandlungen. Da brauche ich etwas länger.

Es ist mir allerdings noch nie in den Sinn gekommen, mich grippeimpfen zu lassen ich und nehme auch keine vorbeugenden, immunstärkenden Nahrungsergänzungsmittel für teuer Geld! Irgendwie vertraue ich da auf meinen Körper, der sich schon wehren wird. Es gab einmal eine Zeit, da habe ich wirklich oft Antibiotika verschrieben bekommen … ich hab mich nicht immer besser dadurch gefühlt. Temporär, ja. Aber ich kann mich noch erinnern, dass alle Sinne einfach abgestumpft sind. Nahrungsmittel wurden zum grauen Einerlei. Das möchte ich nicht mehr und bin nun schon geraume Zeit „davon weg“. ;)

Im vergangenen  Sommer habe ich dann ein wenig vorgesorgt. Linden- und Holunderblüten gesammelt und getrocknet. Mohnsirup und Löwenzahnhonig hergestellt. Meine Familie hat mir dabei geholfen. Für die Buben war es faszinierend zu sehen, was die Mama da in ihrer Hexenkuchl so zaubert. Und by the way waren wir wirklich viel, viel an der frischen Luft.

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Das kommt mir jetzt zugute. Ich arbeite schließlich auf einem Bazillenmutterschiff. Kollegen und Bewohner sind gleichermaßen den Freunden Husten, Schnupfen und Halsweh verfallen. Das Wochenende hab ich endlich das Bett hüten müssen. Sie haben mich erwischt!!! Und nehme nun meinen Mohnblütensirup ein, trinke brav Tee, hab ein Zwiebelpäckchen auf’m Ohr und lese „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen„.

Es scheint so, als brauche der Körper eine kleine Auszeit. Nicht, dass ich in Hektik verfalle. Es gibt kaum Geschenke. Alles ausgelagert. Den Weihnachtsbummel hab ich erfolgreich hinter mich gebracht. Und die Feiertage verbringen wir in den Bergen.

Worauf ich hinaus will: es lohnt die Mühe, sich in der Natur umzusehen. Ich warte immer noch auf den Gau. Wenn wir schmerzmittelresistent sind. Und wenn all die apothekenwichtigen Tröpfchen und Mittel kaum mehr helfen. Sie haben mit Sicherheit bei vielen Krankheiten ihre Berechtigung. Aber wie oft greift man bei simplen Erkältungskrankheiten zu Komplexmittel und Co. als Krankheitszeitraffer. Als Überbrücker und Kleinmacher der körpereigenen Empfindungen. Weil es bequem ist. Und das schlechte Gewissen auf der Arbeit lauthals ruft …

Vielleicht sollten wir uns doch öfter fragen: was hilft mir wirklich?

Hier bin ich ganz nah beim Konsumgedanken und auch bei der Plastikfreiheit (mal von den Inhaltsstoffen abgesehen).

In erster Linie Ruhe!!! Rückzug vom Leben. Zeit, sich fallen zu lassen. Das geht nicht immer, ich weiss … aber streckenweise. Früh zu Bett gehen. Die Wäsche mal Wäsche sein lassen. Obst und Gemüse essen. Sich bekochen lassen. So gerne. Es geht nichts über frische LebensMittel. Ingwertee. Selbstgemacht – ich mag den Duft der frischen Wurzel. Viel Wasser nebenbei. Und frische Luft. :D Die getrockneten Blüten und der Löwenzahnhonig. Da geht was!!!

Jetzt schließt sich der Kreis! Die Mühe lohnt sich also wirklich.  Jetzt. Und im Grunde … immer. ;) Seit achtsam mit Euch. Unsere Gesundheit ist ein wertvolles Gut. Und:

gute Besserung allen Schnupfennasigen da draussen.

 


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Für Eilige …

… aber auch für UmdenkerInnen, MitmacherInnen, WeltverbesserInnen und ganz normale Menschen wie Du und ich! ;)

Seit Tagen denke ich darüber nach, was ein umweltverträgliches Leben so ausmacht. Heute nach einigen Monaten des recht plastikarmen und vor allem achtsamen Lebens überlege ich, was ich all denen, die noch am Beginn stehen (der erste Gedanke ist gepflanzt, aber ach was für ein Umstand), mit an die Hand geben kann.

Es muss doch möglich sein, nicht gleich als verhutzelter Öko mit großen Getreidepatschhänden dazustehen. Als unverbesserlicher Verbesserer.

Quelle: Pinterest

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Schon jetzt merke ich, dass die erste Gruppe vielleicht die wichtigste ist. Für Eilige! Wenn man beginnt umzudenken, finden viele Prozesse auf einmal statt und man will und will und will. Das geht nicht gut. Stattdessen sollte man sich auf kleine Projekte besinnen und eine Prioritätenliste aufstellen. Auf sein Herz hören und aufschreiben, was einem wichtig ist.

Augen öffnen!

Folge einfach ein paar Grundsätzlichkeiten. ;)

  • Discounter sind deprimierend. Sie machen vielen Menschen zwar das Leben auf den ersten Blick einfacher, aber bei genauem Hinschauen wiegen die Nachteile des Billigkonsums in einigen Bereichen ziemlich auf.
  • Iss nicht nur aus Verpackungen. Es gibt soviele Einkaufsmöglichkeiten. LebensMittel bleiben LebensMittel. Auf dem Markt zum Beispiel lässt es sich wunderbar einkaufen. Es ist ein Erlebnis für die Sinne.
  • Kaufe achtsam. Früher bin ich einkaufen gegangen mit einer Liste und mit dem Gedanken: „Könnten wir gebrauchen“. Das mache ich nicht mehr. Die „Könnten wir gebrauchen“ – Dinge sind oft im Schrank verstaubt oder schlecht geworden. „Könnte“ meint sehr oft „kann ich aber nicht“. Man kann sehr gut darauf hören, ob etwas uns „ruft“, weil wir es brauchen oder weil es uns einfach lockt. :D
  • Alternativen finden. Die gibt es meist. Und wenn nicht, dann sollte man sich nicht grämen. Ich habe einfach noch keinen Mozzarella gefunden, der nicht verpackt ist. Aber z.B. nehme ich eben statt eines eingeschweissten Brokkoli eben etwas anders. Plastikfrei leben wollen beinhaltet auch, von eingetretenen Pfaden abweichen. Neue Wege gehen wollen.
  • Und ja – manchmal auch verzichten. Ich verzichte sehr häufig, werde dafür aber auch oft überrascht, welche Wege sich mir auftun.

 

Einfach leben!

Dies ist für mich vielleicht die eindringlichste Erkenntnis, die ich gefunden habe. Und bei der ich merke: es tut mir und meinen Lieben gut. Die Einfachheit des Seins entdecken. Man macht sich so oft abhängig: von dem, was gerade im Trend liegt. Jener Marke, diesem Produkt.

Lebe einfach. Und dies in zweifachem Sinne. Ich mache mir weniger Gedanken. Und ich brauche weniger, um zufrieden zu sein. Nicht noch ein Schneidbrett, keine neue Küchenmaschine, einen siebenunzwanzigsten Topf. Kein Supermakeup, keine fünf Sorten Duschgel und nicht den zwanzigsten Lippenstift. Und wenn ich das Haus verlasse, sehen die Menschen keinen verhutzelten Waldschrat, der ungepflegt durchs Leben läuft oder dem es schlechter geht, weil er kein Highend-Küchengerät sein eigen nennt. ;) Lebe einfach – auch bei der Zubereitung der Mahlzeiten. Es gibt so viele leckere Gerichte … die keine LKW-Flugzeug-Frachtschiff-Spur durch die Welt ziehen, bis sie bei mir auf dem Teller sind. Nutze die vorhandenen Ressourcen.

Warum?

„Alles für eine Tube Zahnpasta weniger“ schrieb mir neulich CL, die ich sehr mag. Und genau so ist es ja! Warum der ganze Aufriss? Ich kann doch die Welt eh nicht verbessern. Oder?

Das habe ich auch nicht vor. Also schon … aber nicht in dem Sinne, wie „ich entwickle einen Masterplan zur Übernahme der Weltherrschaft“. Ich arbeite quasi im Untergrund. Meine Wirkunsstätte ist klein. Der Mikrokosmos umfasst: mich – meine Familie – den Boden, auf dem wir leben – unser nächstes Umfeld. Und ich bin fest davon überzeugt, dass das, was ich tue, sich in kleinen Wellen ausbreitet. Vielleicht ein Gedanke, den ich säe. Überlegungen und Handlungen bleiben selten ohne Folgen. Ich gehe nicht davon aus, dass es plötzlich keine Plastikverpackungen gibt, aber vielleicht eine Umstrukturierung von Verpackungen. Eine Verlagerung, weil der Kunde etwas anderes möchte.

 

Quelle:  Pinterest

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Nicht verbiegen!

Da kann man sich auf den Kopf stellen: ich werde nicht mein eigenes Waschpulver herstellen. Ich kann dem Respekt zollen. Aber für meinen Haushalt ist das nix. Aber mein Beitrag in diesem Bereich ist, dass wir keinen Trockner besitzen. Es geht wunderbar ohne, denn der Wäscheraum ist so warm, dass alles innerhalb eines Tages getrocknet ist. Und wir haben viel Wäsche. Ebenso kann man heute schon gute Waschmittel bekommen, die nicht vor Mikroplastik strotzen. Verbiegt Euch nicht. Bleibt dem, was ihr gut könnt, treu. Ich liebe es, aus den LebensMitteln in Wald und Feld etwas herzustellen. Fruchtaufstriche sind mein Metier. Da fühle ich mich zuhause, aber nicht im chemischen Bereich. Mixturen … Mittelchen … Pülverchen. Gut, wenn es sie schon so gibt. Von Waschsoda und Kaisernatron bin ich begeistert. :D

 

Das Ziel im Blick behalten!

Jahrzehntelang war mein Leben „anders“. Es gibt diesen schönen Spruch „Man muss das Ändern leben“. Es dauert seine Zeit. Aber ein langer Atem und die Freude am Ausprobieren machen, dass es ein kurzweiliger Weg ist. Manchmal tut sich wochenlang nichts. Dann habe ich das Gefühl, es pendelt sich ein. Wir leben mit dem Geänderten. Das Ändern lebt mit uns. Dann wieder kommt ein Schub in Form einer Idee, eines Blogeintrages, eines Berichts, einer Reportage … oder was auch immer. Ein Impuls. Und plötzlich geht der Weg weiter. Das Ändern leben. Schritt für Schritt …

Jetzt ziehe ich noch die Schleife. Es ist nichts für Eilige. Es ist etwas für UmdenkerInnen. Für Menschen mit einer besonderen Art zu leben. Diese ist nicht immer einfach und für manch einen sicher seltsam. Aber sie macht uns aus.

Alles für eine Tube Zahnpasta weniger … :D

 

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Das Zahnradprinzip!

Es bedarf jetzt der Spekulation, wieso ich nicht schon wesentlich früher manche Dinge so konsequent (mehr oder weniger) angegangen bin, deshalb halte ich mich damit nicht auf. Schlußendlich lebe ich im Hier und Jetzt. Und an diesem Punkt stelle ich fest, dass sich, wenn man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befasst, Vieles ineinander greift.

Zu Beginn meiner Reise war es vor allem das Thema „Ausmisten“ – mich befreien von all dem Kruscht, der um mich herumliegt. Von jedem Zuviel trennen. In dieser Phase bin ich immer noch. Mir kam nämlich mit voller Wucht das Thema „Plastikmanagement“ in den Weg, welches auch ein nicht kleines Maß an Umdenken mit sich brachte.

In den letzten Tagen stelle ich vermehrt fest, dass ich nach dem Zahnradprinzip lebe. Die einzelnen Rädchen „Minimalismus“ und auch „Plastikfreiheit“ oder „Konsumgedanke“ und „Achtsamkeit“ funktionieren alle gemeinsam in einem großen Ganzen.

Quelle: Pinterest

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Manchmal überfordert mich alles zusammen. So groß der Wunsch nach Einfachheit in meinem Leben ist, so schwierig ist die Umsetzung in manchen Bereichen. Wie gesagt … Zahnräder greifen ineinander. Und ich bin der Uhrmacher, der diese Rädchen am Laufen hält. Sie geschmeidig macht, ihre Funktionen beobachtet und gegebenenfalls anschiebt.

Da heisst es „Sortieren“!!!

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Reibungslos läuft das hier auf keinen Fall. Im Moment ist eines dieser Zahnrädchen meine Gesundheit. Mir schwirrt seit 8 langen Wochen der Kopf. Irgendwie ist es kein Spaß, so lange ein Gefühl von Dauerbetrunken zu haben. Damit muss ich klarkommen. Und setze das Zahnrädchen an seinen rechten Platz …

Das nächste Rädchen (gerade ein kleines) hat in feinen Buchstaben „Abnahme“ eingraviert. Leider kaum noch lesbar. Es ist ein wenig abgenutzt und führt ein stiefmütterliches Dasein. Ich setze es an einen Platz, wo es mich an mein Ziel erinnert, aber es gehört momentan eher zum Rand des Zahnradgebildes. Es kostet zuviel Kraft, es gescheit einzufügen.

Ein zentrales Zahnrad ist auf jeden Fall der Umgang mit dem Gesellschaftsproblem „Plastik“ – ich habe in der vergangenen Woche einen Film dazu gesehen, der mich stark beeinflusst hat. Eine Schulgruppe hat untersucht, wie viel Plastik sich in Sand am Strand befindet, im abgelaufenen Wasser der Waschmaschine … und und und. Sehr krass!!! Ich war versucht, sofort alle Klamotten, die nicht aus reiner Baumwolle sind, wegzuschmeissen.

Womit das eine Rad das nächste angekurbelt hat. Es ist einfach immer noch zuviel. Ich möchte nicht in einem leeren Haus leben. Aber ich möchte weniger haben. Durch die Kinderzimmerrenovierungsgeschichte hat sich ein Sperrmülltermin ergeben. Entsorgt wurden vier große und eine kleine Matratze. Zwei Kommoden. Ein Badunterschrank. Einzelteile eines Bollerwagens. Ein Regal. Plastikbehälter. Ein alter Schwalbereifen. Kleinkram.

So greifen sie also ineinander, die Zahnrädchen. Wir können sie auch einfach „Leben“ nennen. Achtsames Leben. Für einen kurzen Moment hatte ich das Gefühl, mir läuft die Zeit davon. Ich kriege nicht alles unter einen Hut. Wenn ich hier drehe, stagniert sinnbildlich das andere. Aber so ist es nicht.

Denn das ist eben das Zahnradprinzip. Das Ineinandergreifen und Anschubsen macht, dass alles in Bewegung ist. Es geht ja gar nicht anders. Und wenn ich nun das eine Rädchen etwas langsamer laufen lasse, bedeutet das nicht, dass es rausgefallen ist oder den Rest ausbremst. Es ist im Fluß. Langsam, beständig …

wie ein Mantra.

Achtsamkeit. Atmen. Weniger. Achtsamkeit. Atmen. Weniger. Achtsamkeit. Atmen. Weniger …

Innehalten und weitergehen. „Your focus determines your reality.“ Leo Babauta. ;)