Das Leben ist wild!


7 Kommentare

„Und Sie waschen sie wirklich?“

 

Im letzten Beitrag hat mir Hermine einen Kommentar dagelassen, zum Thema Plastikreduktion. Wie kann das funktionieren?

Aus diesem Grund hab ich mal ein Foto gemacht. :) Vom letzten Einkauf.

20160415_144740

Klar habe ich auch manchmal mehr auf dem Band liegen, aber diesmal war der Wochenendeinkauf klein. LebensMittel des alltäglichen Gebrauchs. Und wie verzichte ich hier am besten auf Plastik?

Was ich wirklich konsequent umgestellt habe: ich gehe kaum noch in die Discounter. Dort finde ich einfach nicht alles. Gut sortiert ist bei uns z.b. der Globus. Da gibt es Frischtheken für Fleisch, Fisch und Käse. Milch im Glas gibt es auch halbfett. Und und und …

Wir haben uns vorher überlegt, können wir das finanziell stemmen? Und … ist es überhaupt teurer? Denn das ist oftmals ein großer Hemmschuh. Plastikfrei = hochpreisig? Und wir haben entschieden: solange es geht, machen wir das so.

Tippeditipp! So geht es!

Gemüse

Es ist eine Unart!!! Echt wahr. Wieso müssen wir Gemüse in Plastik verpacken? Und wieso müssen wir unverpacktes Gemüse auch in Plastik verpacken? Und nicht etwa in eine Tüte … nein, nein mein Freund! Jedes Teil kriegt sein eigenes Zuhause. Und warum? Beim gestrigen Einkauf waren mehrere Zucchinis, ein Salat, ein Bund Möhren, lose Champignons und eine Handvoll Cocktailtomaten. Ach und eine Melone! Die Cocktailtomaten waren eine kleine Herausforderung Hätte ich von dieser grandiosen Umstellung gewusst, hätte ich mir ein Schraubglas mitgenommen, aber gut.

Bisher habe ich nämlich nach dem Motto gelebt: in Plastik verpackt? Nehm ich nicht mit! So sind die gern gegessenen kleinen aromatischen Scheißerlein einfach vom Speiseplan verschwunden. Schade, aber manchmal nicht zu ändern. Und da komm ich doch gestern in die Gemüseabteilung und wooooowwww! Es geht auch anders.

20160415_142251

Ihr seht es selbst. Da musste ich doch gleich zugreifen. Tricky wird der Gemüseeinkauf erst an der Kasse. Manchmal muss ich mich mit Händen und Füßen wehren, weil ich eben einfach auch beim dritten Nachfragen keine Tüte für meine losen Kartoffeln möchte. Ich mache zwar Dreck und bin dann beizeiten etwas unbequem, aber das kann ich inzwischen an mir abprallen lassen. Gestern schaute die Kassiererin als auch die Dame vor und nach mir meine Cocktailtomaten im Wagen an. „Keine Sorge, ich geb sie Ihnen in die Hand!“ – „Wenn Sie das nicht stört!“ – „Nein, ich wasche sie eh!“ Bei der Aktion ist eine runtergehopst. „Heben Sie sie ruhig auf“ – „Und Sie waschen sie wirklich?“ O_o

Also – ihr braucht keine Tüten. Es geht immer! Und manchmal wiegt man dann eben in zwei Portionen. ;)

Milchprodukte

Wir trinken enorm viel Milch. Müsli, Kaffee, mal so … da fällt einiges an. Ich gehöre nicht zur Fraktion der Milchverweigerer. Ich mag sie gerne. Dies ist also ein großer finanzieller Posten. Allerdings vertrage ich die vollfette Variante nicht so gut. Also muss ich zum Globus, denn alle Supermärkte im eigenen Ort schaffen es nicht, zwei Sorten Milch anzubieten. :( Milch, Sahne, Joghurt … geht alles im Glas. Ich habe noch einen weiteren Supermarktfavoriten, da gibt es oft eine Ecke für fast abgelaufene Milchprodukte. Ein guter Spartip für gute Lebensmittel. Denn schlecht sind die LebensMittel deshalb noch lange nicht.

Quelle: Pinterest

Quelle: Pinterest

 

Damit fällt enorm viel Abfall weg, da alles wieder dem Glaspfandsytem zugeführt wird. Im Sommer allerdings ist die Milch-im-Glas-Variante eher suboptimal, da wir festgestellt haben, dass durch die Unterbrechung der Kühlkette die Milch blitzfix schlecht wird. Dann greifen wir doch zum TetraPak.

Da wir nur Butter kaufen, ist die Umverpackung noch ein kleines Übel. Und bei Frischkäse und auch Wurst von der Theke ist es immer noch schwierig. Ich bin irgendwie oft zu latent gestresst für die Auseinandersetzung an der Theke, ob sie es mir in meine Dose packen können. Ich weiß inzwischen, welcher Markt  die Wurst in Plastik und dann nochmal alles zusammen in Plastik verpackt. Es gibt auch die Papieralternative, aber das müsst ihr vor Ort schauen.

Und der ganze Rest

Es gibt neben den plastikverpackten LebensMitteln fast immer die Möglichkeit, eine Alternative zu bekommen. Öl, Mais, Ketchup, Senf, Grillsaucen und auch passierte Tomaten. Wir füllen unseren Ketchup dann von der Riesenflasche in ein Hongiglas um, das macht das Handling für die Buben einfacher. Nudeln, Reis. und Co kriegt man oft in Pappe verpackt. Getränke gibt es in der Glasvariante statt im PET.  Das sind so die Hauptposten. Jede Familie und jeder Mensch für sich hat eigene Vorlieben. Ich würde mich nicht auf Teufel komm raus verbiegen, aber man kann Kompromisse schließen, wenn man diese Art der Plastikvermeidung leben will.

Nur die Katze ist da sichtlich verbohrter. :’D Achja – da wollte ich ja noch was zu schreiben. Der Hund von Bea Johnson! Ehe das untergeht. In einem ganz alten Blog von ihr hat sie darüber berichtet. Sie kaufen nur loses Trockenfutter, wenn ich mir das richtig übersetzt habe. Ab und an kriegt er was vom Tisch. Tja … Mit losem Trockenfutter kann man unseren Kater nicht immer locken. Thema erledigt!

Zurück zum Einkauf von gestern. Was bei mir also übrig blieb, war das Fleisch. Geflügel kriege ich nicht an der Frischtheke! Warum eigentlich??? Und ein Päckchen Frischkäse sowie die Butter. That’s it.

Schwieriger wird es in der Putz – und Kosmetikabteilung. Aber wem sag ich das? Wer gerne experimentiert, kann sich locker viele plastikverpackte Produkte ersparen. Im Netz kursieren inzwischen die vielfältigsten Rezepturen. Wenn man die Zeit hat. Und die kreative Ader. Ich hab sie nicht immer. Aber eine Handseife statt im Spender lose oder eine Zahnbürste aus Holz sind auch hier machbar. Shampoobars, Körperseifen – da geht was. :)

Und danach?

Ganz einfach! Immer Taschen, Körbe und Behälter im Auto dabei haben. Dann braucht man keine Tüte zu kaufen. Ebenfalls eine Unsitte. ;)

Und für immer?

Wir haben auch das Mehrwegplastik umgestellt. In unserem Küchenschrank leben jetzt nur noch ganz wenige Plastikteile. Alle Billigbehälter, überzählige Durchschläge, Schüsseln etc. habe ich ins Sozialkaufhaus gebracht, da ich finde, dass Wegwerfen nicht wirklich eine Lösung darstellt. Irgendwen schert der Plastikkram nicht und er ist froh, überhaupt etwas zu haben. Die Brotdosen sind inzwischen aus Edelstahl (ganz wichtig, denn wenn man das alles per Hand spülen muss, verliert man schnell die Lust … öhm … verliert Frau trixen schnell die Lust). Schüsseln und Schalen aus ebenfalls plastikalternativen Materialien. Schraubgläser sind z.B. super zum Mitnehmen oder auch zum Einfrieren. :)

Damit geht man schon mal die ersten Schritte. Es sind kleine, aber auf ein Jahr gesehen, hat man schon einiges getan.

Probiert es mal aus! :)


12 Kommentare

Einkaufs-Aha!

Bisher gestaltete sich gerade die Plastikmüllvermeidung im Bereich „Käse und Wurst/Fleisch“ eher schwierig.

Markt zu Markt hält dies unterschiedlich. Es gibt Frischfleischtheken, da bekommst Du alles in Plastikfolie verpackt und zusätzlich noch mal in eine Plastiktüte. In unserem Supermarkt ist es so, dass es diese superdünne Folie ist, die mit Papier verbunden ist (ich trenn das zuhause immer). Und das ganze Packerl wird abschließend in eine Papiertüte gesteckt.

Egal wie … es hat mich genervt. Also habe ich heute meine eigenen Dosen mitgebracht. Fragen kostet ja bekanntermaßen nix.

Und ich wurde überrascht. Hatte ich mich doch schon auf eine große Diskussion bezüglich der Lebensmittelhygieneverordnung eingestellt, aber die Marktleiterin war superfreundlich und hat mir erklärt, wie wir das machen können. :)

Ja – und dann bekam ich tatsächlich meine drei Wurstsorten in meine eigenen Dosen verpackt. Allerdings wurde das ganze dann noch in eine Plastiktüte verpackt, die ich wohl als Müllbeutel verwenden kann. Aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung!!!!

20141002_120316

Und auch bei manchen Bäckern geht es voran. Da wir keine Brotschneidemaschine besitzen (außer zur Deko über dem Türsturz), lasse ich mir das Brot immer aufschneiden. So gut wie immer muss ich explizit sagen: bitte keine Plastiktüte.

Aber für einen unserer Bäcker ist das überhaupt kein Thema mehr. Denn dort gibt es den „Brotsafe“. Was daran anders als an einer normalen Tüte ist, weiss ich nicht soooo genau, aber mir gefällt schon, dass sie auf der Tüte darauf hinweisen:

20141001_191043

Mal davon abgesehen, nutze ich alle Papiertüten eh immer, um meinen Biomüll zu verpacken, da ich eine mehrmalige Verwendung einfach gut finde, statt die „Ummantelung“ einfach nur zu entsorgen. Klappt übrigens auch wunderbar mit der Tageszeitung. ;)

 


8 Kommentare

Plastikfrei im Ruhrpott?!

Vergangenes Wochenende haben wir meine Schwiegermutter in Henrichenburg – mitten im Ruhrpott – besucht. Schade, dass diesem Lebens-Raum so ein oller rußiger Name anhängt, denn wenn man sich genauer umschaut, bietet er viele interessante Ecken und ist keinesfalls nur grau in grau. Im Gegenteil, alte Alleen mit wunderschönem Baumbestand säumen unseren Weg. Und die Route-Industriekultur zeigt Interessierten ein Stück dessen, was das Ruhrgebiet nun mal ausmachte.

PicsArt_1410160199258

Hier begegnet man vielerorts alten stillgelegten Zechen. In einer solchen Zeche hat sich „Manufaktum“ niedergelassen. Mit dem Motto „Es gibt sie noch, die guten Dinge“ begibt man sich dort in der alten Kaue (dort haben sich früher die Bergleute umgezogen und arbeitsfertig gemacht – quasi eine Schleuse in den Bergbau) in eine längst vergangen geglaubte Welt.

Das Herz jedes plastikfrei denkenden Menschen mit Hang zu Ästhetik und dem Sinn für gutes altes Handwerk und Gegenstände mit Wert schlägt hier höher. Auch meins. :) Jegliche Ambitionen, den Korb (Wagen gibt es hier nicht) zu füllen, werden allerdings ausgebremst, denn Qualität hat eben seinen Preis. Das stimmt, aber ich sehe es hier doch etwas kritisch, denn bei manchen Produkten frage ich mich, warum das so sein muss und ob es nicht doch ein wenig überteuert ist. O_o

Dennoch habe ich den Ausflug genossen. Und etwas erstanden, was ich schon länger im Blick habe und einmal ausprobieren wollte. Das ist jetzt was für die Frauen unter meinen Lesern. ;) Durch die Blogs geht ab und an das Thema Frauenhygiene. Wie vermeide ich Müll, die durch Binden und Tampons anfallen? Kulmine bietet hierzu einige Alternativen, die wiederverwendbar sind. Bei Manufaktum bin ich dann fündig geworden, denn ich wollte mir das schon gerne mal vorher anschauen – und habe drei Slipeinlagen mitgenommen: in Baumwolle und Naturseide. Preislich drastisch runtergesetzt … das hat mich dann doch gefreut. Im Normalfall kostet eine Slipi so um die 15 – 20 Euro, hier 5. Ich werde sie testen. ;)

Weitere Dinge, die ich in den Korb gepackt habe: eine Dose Klebstoff in der Blechdose, eine Seife (ich entwickle mich zum Seifenjunkie) und einen Strohhut. Der Strohhut ist ein Luxusartikel, den ich mir schon den ganzen Sommer über wünsche. Mir war nicht nach Billigware vom Strassenrand, die ich wahrscheinlich nach dem Urlaub hätte wieder in die Tonne schmeissen können. Ich wollte etwas langlebiges, etwas, dass ich gut bewahren kann – und das mich im Gegenzug wiederum behütet. Der Hut heisst nämlich Hut, weil er Dich behütet. Kann ich grad brauchen.

 

Manufaktum hat in vielen deutschen Großstädten seine Filialen. Schaut doch einfach mal rein und lasst Euch inspirieren … vom Hang zu altem Handwerk und den guten, alten Gebrauchsgegenständen.


6 Kommentare

Intermezzo!

„Cere – a – lien“ sagte der Mann plötzlich neben mir, während ich ratlos ins Supermarktregal schaue auf der Suche nach dem richtigen Produkt. Heute morgen habe ich dann doch mal das Projekt „Wochenendeinkauf“ in Angriff genommen. Ich sehe ihn erstaunt an. „Können Sie mir sagen, was Cere-a-lien sind. Oder heisst es Cerea-lion mit französischem Einschlag? Was ist das nur für ein Wort?“ Ich schaue ihn an, wende mich ihm zu und antworte: „Haferflocken! Naja – sie können auch Frühstücksflocken sagen. All so was.“ „Aber – wo kommt das denn her?“

Die Frage, auf die ich warte, kommt gar nicht (wo sie sich befinden!). „Wissen Sie“, sagt der ältere Herr zu mir, „ich denke mal, Sie kennen sich aus. Ich kann so viele Sprachen. Französisch ist das nicht. Italienisch … ach das könnte sein. Aber nein. Englisch auch nicht. Da wo diese Mauer mit dem vielen … Graffiti … ist, da steht drauf … (ich hab das so verstanden:) ochi … ti amor per sempre …“

Meine Augen werden groß, denn wir entfernen uns um Meilen von den Frühstücksflocken. Ein leichtes Lächeln huscht über mein Gesicht und der Mann erklärt mir freundlich („Das hat jetzt aber nichts mit uns beiden zu tun, nicht dass Sie das denken … nein, es stand nur an der Wand mit dem … Graffiti.“), was die wirklich große Sprayaktion an dieser erstaunlichen Wand heissen soll.

Ich weiss inzwischen auch, dass er Latein schon früh abgegeben hat. Woraufhin ich ihm erkläre, dass ich die Sprachen, die er gerade so liebevoll aufzeigt wirklich nur rudimentär beherrsche. Es geht um italienisch, französisch und … ja doch … latein. Und so jongliert er mit dem graffitigesprayten Text und schwenkt mal ins italienische – aber viel lieber ins französische („ich bin ein bißchen frankophil“). Wort für Wort in jeder Sprache. Eine Kaskade an Ausdrücken umweht mich. Und erklärt mir am Ende:

Ich liebe Sie für immer!

Peng. Zwischen den Regalen im Supermarkt. Jetzt hab ich aber völlig vergessen, was ich hier wollte. Sowas. Diese zauberhaften Worte in den fremden Sprachen …

Wir schauen uns an. Lächeln. Ein erheiternder Augenblick in der Hektik des Alltags. Der alte Charmeur ist sicherlich gut dreissig Jahre älter als ich. „Wissen Sie. Ich dachte, Sie kennen sich vielleicht mit den Cere-a-lien aus.“ „Welche genau suchen Sie denn überhaupt? Im übrigen glaube ich, K.ellogs hat dieses Wort erfunden, ein alles überschwemmender Marketingstreich. Wir reden von Haferflocken. Oder Getreidefrühstücksflocken und all sowas. “ (das ist schon ein kurioses Gespräch)

„Ach. Eigentlich ist das gar nicht so wichtig. Es war einfach schön, sich mit Ihnen zu unterhalten“ …

„Das war es!“ :)

Ich muss immer noch lächeln, als ich schon längst an der Kasse bin! :D


2 Kommentare

Charity Shopping!

Eine Bekannte von mir engagiert sich sehr für die Organisation „Childaid Network„.

Aus diesem Grund erreichte mich vor einigen Wochen eine interessante Einladung zu einem Shoppingnachmittag in der Villa Clementine in Wiesbaden.

Ein wenig hin- und hergerissen war ich ja schon, kaufe ich doch schon seit einigen Monaten so gut wie gar nichts mehr aus purer Shoppinglust heraus. Aber dies hier war und ist ja für einen guten Zweck. Unterstützenswert finde ich. :)

Sandra hatte zu diesem Zweck nun schon das dritte Jahr in Folge diverse Firmen angeschrieben, von denen einige sehr gerne Kleidung kostenfrei zur Verfügung stellten, die dann für den guten Zweck verkauft werden durften. Aber auch private Kleiderspenden wurden angenommen. Alle guten Helferlein (inklusive der musikalischen Untermalung des Shoppingerlebnisses vom Mann am Klavier) waren ehrenamtlich tätig.  Und die intensiven Vorbereitungen des Projektes, die schon im Januar begannen, haben sich ausgezahlt …

Was ist der gute Zweck?

Der Erlös des Charity-Shopping-Events kommt Kindern in Assam zugute. In Guwahati, das in der Teeregion Assam liegt, werden Heime unterstützt, die von Patern der Salesianer Don Boscos geleitet werden. Kurz:

19 Kinder können ein ganzes Jahr beschult werden. Sie bekommen eine Unterkunft, Kleidung, Essen, ärztliche Versorgung und eine liebevolle Betreuung. „Alles drin.“, wie mir Sandra heute morgen stolz schrieb. Ein tolles Ergebnis.

Was war los in der Villa Clementine?

Begrüssung der an die 100 kaufwilligen Damen (ja … ich glaube die Zahl der anwesenden Männer lag unter 10 … der Pianist und auch der Fotograf eingerechnet)

 

pic16944

Unfassbares Gewimmel – egal welches Alter. Es war für jede was dabei. :)

 

20140504_154112

 

20140504_153859

Nach dem Ansturm. Es ist noch einiges übrig geblieben, das nun seinen Weg über verschiedene Verkaufsportale finden wird. :)

 

Achtsamer Umgang ist nicht nur ein Thema, welches sich in Sachen Plastikmanagement oder aber dem ganzen Chemieschrott widerspiegelt, welchen wir tagtäglich durch unsere Abflüsse jagen.

Achtsamer Umgang schließt für mich inzwischen auch den Einkauf von Kleidung ein. Wenn wir ehrlich sind, leben wir auch hier oft im Überfluss. Die schockierende Zählung meiner Schuhe (da bin ich wohl ganz Frau) ergab … nach Aussortierung die stattliche Summe von ca. 50 Paar Schuhen. Meinen Kindern habe ich das Versprechen gegeben (Oh Mama …), in 2014 keine Schuhe mehr zu kaufen. Und 2015 kann ich wahrscheinlich auch dranhängen … urgs. Im Kleiderschrank selbst habe ich ja inzwischen glücklicherweise ziemlich reduziert.

Nunja – ich habe am Sonntag einige Teile eingekauft. Wohlwissend, welchem Zweck das Geld zugute kommt und auch etwas schon mal Getragenes war dabei.

Gerade im Hinblick auf die Tragödie in Bangladesh, die dazu aufruft, genauer hinzuschauen beim Kleiderkauf, sollte uns sensibel machen für das, was wir auf der Haut tragen …

 

und zu welchem Preis.


3 Kommentare

Projekt 52#12

Geht es Euch auch so? Zieht es Euch auch mit aller Macht nach draussen? Mich wie verrückt. Ich sauge die Sonnenstrahlen auf und ärgere mich, wenn es dennoch so fröstelig kalt ist. Aber … er kommt. :)

PicsArt_1395605991171

Ich liebe den Frühling, ist er doch der Vorbote der warmen Jahreszeit und Glücksbringer in vielen bunten Farben. Wenn ich nicht noch tausend andere Dinge zu tun hätte … ich würde meine Zeit im Garten im Liegestuhl inmitten von all dem satten Grün und seinen bunten Farbtupfern verbringen. Aber bis ich dahin kam … passierte noch einiges.

Am Montag war ich zum ersten Mal mit dem Kater beim Tierarzt. Er ist ja ein kleiner Spanier und meine Nachbarin sagte mir, dass er wohl noch nicht alle Impfungen durch hat. Also – gleich zum Checkup mit dem Kerl. Dies lief ziemlich problemlos. Er ist einfach ein gutmütiger kleiner Kerl. Alles gut überstanden … bis … ja bis er nachmittags plötzlich eine dicke Backe hatte! O_o Na super! Wieder beim Tierarzt angerufen und wieder konnten wir gleich vorbei kommen. Die zweite Autofahrt fand er schon nicht mehr soooo toll und den Tierarzt plötzlich mit Spritze Nr. 2 auch nicht mehr so prickelnd. Diagnose: keine Nebenwirkung der Impfung wie von mir befürchtet sondern ein kleiner Kampf mit einer dicken Hummel, die ihn dann ratzfatz in die Backe gebissen hat. Der Sommer kann ja heiter werden. Hoffen wir mal, dass er draus gelernt hat.

Dann war ich – ebenfalls zum ersten Mal – auf der Suche nach Alternativ-Produkten für die Körperpflege. Spannend. Ich war im „Lush“. Ein Laden, in dem man plastikunverpackte Produkte wie Shampoo und Körperseifen und ähnliches bekommt. Ein Shampoo und einen Badezusatz habe ich mitgenommen. Das Shampoo riecht superlecker nach Jasmin. Bei all der Auswahl fand ich nicht viele Seifen gut riechend. Bin da aber auch sehr eigen. Das meiste hatte etwas von Rosa-Blubber-Duft oder wie Kräuterbeet unter der Erde. Nein – besser … der Geruch von feuchten Fussballschuhen, an denen noch Gras dranhängt.  Nicht so verführerisch.

Den Rest der Woche habe ich nur draussen verbracht. Der Garten ruft mit aller Macht. Und möchte gehegt werden. Bei Sonnenschein kein Thema. Mit einem neugierigen und jagdbegeisterten kleinen Kater etwas anstrengend. Jedes Rascheln animiert zu tigerartigen Anfällen und Kampfeslust, wo immer sich das gegnerische Schere-Frauchen-Gespann befindet. Am Ende musste ich ihn einsperren, sonst würde ich heute noch schneiden … :D

Und in den Wald ging es auch … was ich dort gemacht habe, erzähle ich Euch später. Das braucht einen gesonderten Blog. :)

Die Woche abgerundet haben wir mit dem ersten Flohmarktbesuch des Jahres. Ich suche ganz dringend eine sehr, sehr große Steingutschale oder Schüssel. Gefunden habe ich weder sie noch neue Eierbecher. Dafür einen kuriosen Schuhverkäufer mit geschätzt dem Inhalt eines Schuladens. Womit bewiesen wäre, dass Schuhe eindeutig immer im Rudel vorkommen. Meins wäre es nicht. Ich kaufe ja schon viel und gerne Second Hand, aber bei Schuhen hört das auf. Brrrrrrr …

Ihr Lieben – ich begebe mich zufrieden und müdig zur Ruh. Morgen beginnt die letzte Woche der Plastikchallenge. Aber ich habe das Gefühl, noch ganz am Anfang zu stehen, trotz dass ich schon sehr weit vorangekommen bin. Im Grunde genommen kann man sagen, dass der März dem Ausschleichen und Informieren und dem Recherchieren vorbehalten war. Empirisch exakte Müllmessungen sind hier schwierig. Ich habe zwar gewogen, aber ich schätze, dass das April-Ergebnis wesentlich besser wird. Dann fallen die Zusatzentsorgungen nicht mehr so ins Gewicht. :)

Startet gut in die Woche … wo auch immer ihr seid!


6 Kommentare

Genügsamkeit!

Wenn man sich mit dem Thema „Plastikmüllvermeidung“ beschäftigt, wird man zwangsläufig genügsamer. Wir leben  – wie ich schon öfter erwähnte – in einer Zugriffsgesellschaft. Egal, wonach uns der Sinn steht: wir bekommen es innerhalb kürzester Zeit. Wenn nicht aus dem eigenen Garten, dann aus dem nächsten Supermarkt (wir haben fünf große davon). Geht dies nicht, bleibt immer noch die unendliche Bestellweite des Internets. Ist irgendwie anstrengend. Dem Lauf der Zeit haben sich auch Lebensmitteldiscounter wie z.B. Aldi, deren Philosophie es war, nur eine kleine Produktauswahl zu haben, ein Stückweit gebeugt. Ich kann mich erinnern, wie die Frau eines Bekannten, sie kommt aus Vietnam, mal sagte: „Ihr habt hier gar keine Reisauswahl!“. Die beiden habe ich in unseren „Globus“ – Markt geschickt. Unendlich viele Produkte. Da steht man davor und findet vor lauter Körnern den Reis nicht mehr. O_o Wozu frage ich mich. Wozu? Ich rede nicht von drei oder fünf … sondern von ungefähr 30 verschiedenen Sorten.

Markenvielfalt für ökologische „Nichtnachdenker“ ist das Paradies. Für Menschen wie mich, die sich a) gegen Plastikvermüllung entscheiden und b) sowieso schon unentschlossen sind in vielen Bereichen ihres Lebens, ist das eine Qual.

Meine Söhne z.B. dürfen sich immer jeder vier oder fünf Joghurts aussuchen, die sie mitnehmen dürfen. Das kann aufgrund der absolut artenreichen Joghurttheke schon mal ein wenig dauern. Es verhält sich da ähnlich wie vorm Spielzeugregal. ;) Alles, aber auch alles muss genaustens angeschaut und geprüft werden, ob sich nicht noch was besseres findet. Vollgepackt – nach gefühlten zwei Stunden – kamen die Buben zurück. Der Kleine hatte nur Vanillejoghurt mit Smarties. Hm … das funktioniert so nicht. Ich finde es klasse, dass er sich auf ein Experiment eingelassen hat. Die Alternative war nämlich der große Halbliterjoghurt im Glas (Vanille) und die Smarties (Karton) getrennt. Er kann dann wahlweise noch Müsliflakes dazu geben. Für den Großen gab es statt dem kleinen Plastikjoghi ebenfalls eine Halbliterportion im Glas. Mischbar mit Frühstückscerealien.

Die Auswahl ist stark reduziert. Es gibt ja oftmals nur sehr wenige Auswahlmöglichkeiten an Joghurts im Glas. Pur ist es meist sogar nur der vollfette Joghurt. Toller Geschmack. Ich hab es vermisst.

PicsArt_1395047007430

Das langersehnte Eis wurde eine Großpackung statt dem Wunsch nach Eis am Stiel nachzukommen. Mit der richtigen Sorte ist das kein Problem. Auch hier ist genaues Schauen angesagt. Die Qual der Wahl verkleinert sich.  :)

Was ich gesteckt habe: Wurst und Käse. Da weiss ich inzwischen, wo das Plastikvorkommen etwas reduziert ist und kaufe eben dort ein.

Bei vielen chemischen (aber auch im Lebensmittelbereich) Must-haves entscheide ich mich für Großpackungen. Es war uns nicht möglich, Geschirrspülpulver ohne Plastikverpackung zu finden. Der vermeintliche Kartonschnapper entpuppte sich als Mogelpackung. Wir gingen davon aus, dass es wie beim Waschmaschinenpulver ist und das Pulver lose im Karton aufbewahrt wird. Dass dann doch noch eine Umverpackung aus Plastik da war, konnte man von aussen nicht erkennen oder erschütteln.

Wenn ich früher also oftmals auf „Verdacht“ eingekauft habe, ist mir der Spaß inzwischen zu verschwenderisch, da die Produkte, die nicht eingeschweisst sind, oftmals mehr kosten. Ich lasse sie bewusst im Laden.  Finde ich sehr schade. Der Wochenmarkt an sich ist da die beste Alternative. :)

Alles, was jetzt an Plastik rausfliegt, wird soweit möglich durch Glas oder Papier ersetzt, so dass sich dieser Müllberg reduziert.

Was auffällt ist, dass durch die reduzierten Auswahlmöglichkeiten der Kühlschrank bewusst leer bleibt. Der Inhalt ist auf wenige Lebensmittel reduziert. Und es fehlt interessanterweise auch nichts wirklich. Mir wird jetzt erst bewusst, dass ich vieles einfach nur so (mal eben auf Vorrat) da hatte.

Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Thematik „Minimalismus“ mal auf meinen Einkaufswagen beschränkt. Und soll ich Euch was sagen: es stört mich nicht im Geringsten! :) Wenn ich etwas nicht bekomme, fahre ich nicht von Markt zu Markt. Das ist eine Frage der Zeit und der unnötigen Rumgurkerei mit dem Auto. Es gibt selten etwas, was wirklich lebensnotwendig ist. Alternativen gibt es fast immer. Und sei es nur, das schon Vorhandene aufzubrauchen …