Das Leben ist wild!


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Kehraus!

Auf dem Weg in ein Weniger bei allem möglichen, schwanke ich desöfteren hin und her. Mal liegt der Fokus auf dem ganzen Plastikmist, der einem so über den Weg läuft. Dann bin ich wieder ganz nah beim Weniger an mich umgebenden Dingen. Und meist kommt auch noch das Weniger an Hüftgold dazu. Eine furiose Mischung. O_o

Irgendwie schaffe ich es meist, die Handlungsstränge meines achtsamen (und oft auch chaotischen) Lebens miteinander zu verbinden.

Es tut gut, zu sehen, dass wir uns weiterentwickeln. Auch wenn ich  oft nicht glauben kann, dass Vieles aus dem Haus fliegt – und es trotzdem noch ein langer Weg hin zum Weniger ist.  Ist es aber, seid unbesorgt, alle, die ihr Euch gerade auf dem Weg macht. Mit Familie dankt man Gott auch für die kleinsten Gaben – oder anders ausgedrückt: jede aufgeräumte und überschaubare Ecke und jeder Platz im Haus, der frei atmen kann, ist schon ein Gewinn. ;)

Die vergangene Woche stand im Zeichen des „Kehraus“. Ordnung schaffen, sortieren, entsprechend an die Endstellen zuführen.

Praxis!

Ein großes Bett (mein erstes eigenes – schon über zwanzig Jahre alt und immer noch in Gebrauch. Zudem ein Wanderbett.) kam zu meiner Schwiegermutter. Dafür kam allerdings ein kleines Gästeausziehbett von ihr zu uns. Für den s0 entstandenen Platz eine gute Lösung. Verzichten können wir nicht auf so ein Gästebett … denn wir haben oft und gerne Übernachtunsgäste. ;)

Drei Säcke voller Altkleider (alte Jacken, Bettdecken, Kissen …) gingen zum Roten Kreuz. Ein Sack voller Altlasten wanderten in den Müll. Und auch die Küche muss dann immer noch mal durchforstet werden, so dass unzählige Brettchen, Tassen, etc. zum Sozialkaufhaus wanderten.

Ebenso erging es vier Handtaschen. Einfach mal aussortieren, Mädels. Tut gar nicht weh. Und verschenken! Das macht zudem noch Freude.

Theorie!

Wir leben verschiedene Phasen unseres Lebens aus. Das ist so und wir befinden uns zwangsläufig aufgrund vieler Faktoren immer in der Entwicklung. Vor vielen Jahren habe ich begonnen, Dosen zu sammeln. Und Milchkännchen. Und Bücher. Davon trennt man sich nicht so leicht. Jeder Sammler kann dies vielleicht nachvollziehen: das Finden all dieser schönen Dingen auf den vielen zauberhaften Flohmärkten in aller Herren Länder verbindet uns mit den Stücken. Sie wachsen uns ans Herz. Und sie leben eine Geschichte. Auch wenn ich oft denke: unnütz, so kann ich nicht einfach sagen: weg damit.

Das hängt damit zusammen, dass ich nicht gerne Müll produziere und auch – und vor allem – weil ich die Dinge gerne in Hände geben würde, die sie zu schätzen wissen, so wie auch ich es tue.

Das ist das Dilemma und so kleben all die Dinge an mir. :(

Interessanterweise bereiten mir „Gebrauchsgegenstände“ nicht solche Probleme. Sie werden in ihrer Funktion einfach von jemand anderem weiterbenutzt. Und gut isses.

Der Kehraus stockte also nach dieser rührigen Woche. Und tut es immer noch. Irgendwie stand ich im Schlafzimmer und dachte: das kann ich doch keinem antun. Weder den Dosen. Noch der Umwelt.

Man kann tatsächlich auch ein Haus in ein lebendiges Etwas verwandeln. Der Schlag der Menschen ist überschaubar. Aber die insektenhafte Vielzahl an Kleinkruscht hat das wahre Kommando. Ein unbedachter Moment und die Fensterbank im Schlafzimmer ist übervölkert. Und nicht nur eins. Neeeeiiinnnn – eine Vielzahl unterschiedlichster Dinge. Haargummi – Schraube – Uhr – Dose – Stecker – Hut – Tablett (klein) – Papier – Schnürsenkel – große Kerze – Brille – Spielzeugauto –  … O_o

Äh – irgendwas läuft da falsch. So – und nun sortiert es mal weg. Da biste beschäftigt. Und das ist frustrierend.

Es liegt daran, dass ich Mensch bin. Nein – dass wir Familie sind. Und dass wir hier leben. Und so sind wie wir nunmal sind. Wuselig. Chaotisch. So verschließe ich den Blick vor der Fensterbank im Schlafzimmer. Doof eigentlich. Kleinteile und Minimalgefussel strengt mich enorm an.

So geht also der Weg hin zu einem Weniger an Dingen von Groß nach Klein. Von Außen nach Innen. Und je näher wir uns kommen, um so schwieriger wird das „Sich trennen“.

Jetzt gehöre ich nicht zu denen, die sagen „100 Dinge in 100 Tagen“ – ich kann mich auch wunderbar für 100 Dinge an einem Tag enscheiden. Ein Teil pro Tag langweilt mich derart … und mal ehrlich: ein Teil! Nee. So muss ich wohl einen anderen Weg wählen. Ich brauche einen anderen Rahmen.

Im Februar kümmere ich mich um unser Schlafzimmer. Das nervt mich am meisten. Ich bin hier so gerne. Ich mag unser Bett und ich mag das Licht, dass morgens durch die Fenster hereinfällt. Es ist hell und freundlich … und es soll leerer werden. Nicht nur in den Schränken. ;)

Eine Frau – ein Auftrag. In diesem Sinne. Immer brav weiter auskehren. :D

 

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„Sie hatte zwei große Lieben …“

“ … und einen Schrank voller Schuhe!“

(Carrie Bradshaw)

Tauchen wir heute mal in den trix’schen höchst materialistischen Schuhkosmos ein.

Im vergangenen Jahr hat Maria von widerstandistzweckmässig mal einen Post über Schuhe gebracht. Dieser Post hat mich nachhaltig beschäftigt. Damals habe ich als erstes mal ALLE Schuhe, die ich mein Eigen nenne aus sämtlichen Winkeln des Hauses hervorgeholt.

Da war gerade ein Freund meines Sohnes bei uns. Als er den monumentalen Haufen sah, fiel ihm nichts besseres ein, als vor lauter Schreck mit vor den Mund geschlagener Hand: „Oh mein Gott!“ zu sagen. Äh ja …

An diesem Tag ergab die Sammlung einiges über 70 paar Schuhe. Den Kleinklötterkram nicht mitgezählt. Ich hatte da plötzlich ein sehr schlechtes Gewissen. Und habe mich daran gemacht, die unbrauchbaren, kaputten, unansehnlichen Schühchen … auszusortieren.

Dann ruhte das Thema. War ja auch schon hart genug. Wie kommen einige meiner Leserinnen und Leser mit zehn paar Schuhen aus? Oder weniger?! Das schaffe ich schon mit meinen Wanderstiefeln und Sportschuhen für drinnen und draußen.  Ich meine … Schuhe leben doch im Verbund. Sie finden sich zu ganzen Herden zusammen. Ja – irgendwie doch schon. Die Schuhe, die ich ausgemistet habe, die waren wirklich durch. Und schon teilweise sehr alt.

Hier seht ihr zum Beispiel mein allerältestes paar Schuhe,

welches ich natürlich (sic!!!!!!) nicht weggeworfen habe.

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Diese komplett aus Leder handgenähten Schuhe habe ich vor fast 21 Jahren in Meran gekauft zum damals für mich unfassbaren Preis von 200 DM. Sie waren schon oft beim Schuster (einmal auch, um die Nähte wieder festzuzurren), um Eischen draufschlagen zu lassen. So hält sich die Sohle perfekt.

Sieht schon ein wenig schäbig aus … so auf dem Foto, aber ich trage sie so sehr gerne.

Wie hat sich so etwas entwickelt? Wie kann man denn so viele Schuhe ansammeln? Tja – gute Frage. Ich kenne sehr wohl die Antwort. Sie sind schon immer Seelenbalsam, Frustheiler und Wegbegleiter in schlechten Zeiten gewesen. Oder auch mal das gewisse Extra für den Wow-Effekt. Seelenbalsam, weil man als kräftige Mittzwanzigerin in all den Klamottenläden nichts Passendes findet – selbst nach einem ganzen Tag Shoppingwahnsinn. Frustheiler, weil mal wieder nichts passt. Außer Schuhe, die sind verlässlich. Die gehen immer. Ebenso Bücher. Die nehmen einem dann mit in eine andere Welt und lassen einem das Elend vergessen. Erst mit dreissig habe ich angefangen, mit mir ins Reine zu kommen. Ein Mann, der mich liebt (hat er vorher auch schon acht Jahre), zwei wunderbare Kinder. Und plötzlich stagnierte der Schuhkauf.

In den Thirtysomethings habe ich mich gefunden. Die Kilos ärgern mich immer noch (waren ja auch zeitweise weg), aber ich beginne immer mehr, mich mit mir zu versöhnen.

Und das ist der Moment, in dem wir uns von Dingen, die wir wirklich nicht brauchen, zu trennen vermögen. Einfach mal ausmisten ist da nicht. Nein, nein, Freunde des Minimalismus. Die Zeit muss reifen.

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Heute bin ich bei  43 paar Schuhen. Was bleibt, sind also vor allem hochwertige und langlebige Schuhe. Kennel&Schmenger, Hilfiger, Airsteps, Clarks.  Die gibt man nicht einfach weg. Man pflegt sie. Bringt sie zum Schuster und sie bleiben einem lange, lange erhalten. Letztes Jahr hatte ich übrigens einen stillschweigenden Deal mit meinem Jüngsten: keine Schuhe kaufen in 2014. Für 2015 gibt es einen ähnlichen etwas abgeschwächten Deal (zwei Paare). Ich überlege mir, welche Schuhe ich dringend (nochmal sic!) brauche. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen: ich bin eine Farbneurotikerin. Es gibt Kombinationen, die gehen einfach farblich nicht, deshalb muss das Farbverhältnis bei Schuhen immer ausgewogen sein. ;) Ich brauche: schwarze Booties. Doch! Hab ich glaube ich auch schon drüber geschrieben.

Und daran kann man erkennen, ob ein Wunsch nur ein übermütiges flatteriges Etwas ist, das uns in den Kopf schießt. Dieses „Habenwollen“ – Gefühl. Oder ob der Wunsch sich im Herzen manifestiert hat. :) Vielleicht bräuchte ich auch ein paar klassische schwarze Stiefel. Aber dieser Wunsch flattert noch etwas herum. Mal abwarten.

So sieht das also aus in 2015 mit den Schuhkäufen.

Und so sieht das auch gleich besser aus im Schuhregal. ;)


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Here I am …

Gib es zu! :D Du hast jetzt gesungen: „rock you like a hurricane!“

Nein? Oh. Okay. Also ich fühl mich aber gerade so. Erholt und in der Lage das Leben zu rocken. Wie ein Wirbelwind. :) Da ich laut WordPress inzwischen die Oper in Sydney doch auch was öfter fülle, darf ich hier auch mal laut singen. So. Sprach der Rabe, nicht die Nachtigall. :)

2015 ist schon angekommen bei mir. Und heute morgen auch in meinem kleinen wilden Refugium hier. Ich habe nämlich aufgeräumt. Man kann ja nicht alles verrumpeln lassen. ;) Also habe ich heute morgen meine Monatschallenge – Seite aktualisiert. Die hat ein wenig gelitten in der zweiten Jahreshälfte, ABER sie lebt!!! Doch ja! Dieser rote Faden bleibt bestehen (ich bin so schrecklich schlecht im Halten von Vorsätzen, finde aber, dass jeder Mensch Ziele haben sollte). Im Januar werde ich wieder kürzertreten: ich werde mir keinen Nachschlag nehmen. Das passt gut dazu, ein wenig Demut im Leben zu bewahren. Bescheidenheit. Sich selbst genügen. In erster Linie auf dem Teller (Mist, Mist, Mist). Allerdings glaube ich auch, wer dies auf dem Teller beweisen kann, der kann es auch auf viele Lebensbereiche umsetzen.

Achja – und meine Bücherliste. Die 2014er ist abgeschlossen. Ich habe weniger gelesen, als gedacht. Doch wenn das Hirn ein schwindelerregendes Eigenleben führt, dann kann man ihm nicht mehr zumuten als „Lustige Taschenbücher“. Ist so. Die Aufmerksamkeitssspanne eines Flohs konnte ich da nicht überbieten und in Entenhausen ist alles so einfach. Für 2015 habe ich noch viele Geschichten, die mich mitnehmen sollen auf die Reise, hier liegen. :)

Und auch auf der Weniger werden – Seite bin ich gewesen. Die Dark Side of the Moon. Uiuiui. Das tue ich selten. Ich bin mit mir und meinem Körper nicht im Reinen. Fühle mich nicht wohl und mir fehlt die Disziplin und der Wille, dies anzugehen. Aber ehrlich gesagt: ich will auch nicht aus allen Nähten platzen. O_o 2015 gibt mir Zeit und Raum, mich in dieser Hinsicht (ist ja ein immerwährendes Thema) zu aktivieren. Hin zu einem guten Gewicht. Nicht spirrelig, aber gesund. Weniger von allem.

Das sind die Eckdaten. Und ein paar Specials wird es hier auch geben. :D Wäre ja sonst langweilig. Freut Euch auf kleine nachhaltige und plastikfreie Weisheiten, Reisegeschichten, den ultimativen Schuß auf den knallroten Apfel (der folgt schon sehr bald!!! Ist quasi in Arbeit) und ja doch – auch auf das Abwerfen von ungeliebten Pfunden. Wenn ich es mir recht überlege … das wilde Leben besteht ausschließlich aus Specials. Aus Sondereinheiten. Lachenmachern. Nachdenkern. Faszinierenden Alltäglichkeiten.

Ich freu mich …

Quelle: Pinterest

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Farbtupfer!

Hier hat sich gerade etwas verselbständigt. Und ein paar Erkenntnisse sind ebenfalls dabei rausgekommen … ein Lehrstück im Zusammenleben quasi.

Quelle: pinterest

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Schon lange war klar, dass das Kinderzimmer des Jüngsten eine Generalüberholung benötigt in Form von Tapezieren und Streichen.

Das erste Hindernis bei dieser Aktion war tatsächlich die Angst vorm Ausräumen. Der kleine Kerl ist ein Sammler und Jäger wie er im Buche steht. Da kann man einmal monatlich alles alles alles Papier ausräumen und nach drei Tagen stehen und liegen da wieder Kartons, Papiergebilde, Zeitunsausschnitte etc. herum.

Schön ums Lego drumherum drapiert.

Zwischen Muscheln, Steinen und Schrauben.

Aber dieses Mal war es soweit. Das Ende vom Lied war, dass das Zimmer zwar leer war, jetzt aber im Gegenzug das Bruderzimmer, Mamas Frauenzimmer, das Schlafzimmer und der Flur gestoppte voll war. Naja … ist! Immer noch. O_o Kleiner Exkurs … kennt ihr vielleicht Gamma, den Freund von Micky Maus, der alles mögliche aus seiner kleinen Hose zaubert? So in etwas lief das mit dem kleinen Kinderzimmer ab.

Noch ’n Exkurs: Während der Renovierungsarbeiten habe ich „Fast nackt“ von Leo Hickman gelesen, was mich zusätzlich etwas sensibilisiert hat für die Umweltproblematik. Ich geh in meiner Bücherliste etwas näher drauf ein, aber ich habe schon beim Lesen festgestellt, dass es eigentlich ein mit der Zeit gehendes Buch sein müsste. Der Kerl hat das ethisch-korrekt-leben-Projekt in 2003 gemacht und das merkt man deutlich. Seither hat sich doch (ich hoffe sehr, in GB ebenfalls) einiges verändert. Auf jeden Fall bin ich deutlich aufmerksamer durch den Baumarkt gestreift. Es wurde dann auch eine sehr gut getestete mit dem blauen Engel ausgezeichnete Wandfarbe. ;)

Bis dahin schien das ganze Projekt noch einigermaßen im Rahmen zu bleiben. Tapezieren 3 Stunden (per Handwerker … öhm … selbsttapezieren ist irgendwie in unserem Fall nicht so zielführend … öhm … wie die deprimierende Erfahrung schon zeigte). Streichen und trocknen einen weiteren Tag. Einräumen … tja – ungewiss, aber hoffentlich in einem Tag erledigt. Das war am Freitag. Heute steht immer noch alles in alle Räume verteilt, weil als der Raum so schön leer war, kam die Überlegung hinzu: wir haben ja noch im Keller altes Laminat (hm. Fast neues, schon mal ausgelegtes und bei Auszug wieder mitgenommenes von der Oma) liegen. Das liegt da immerhin schon sieben, acht Jahre. Frisst ja kein Brot wie so manches, was hier rumliegt. AAAAAHHHHH!

Und Frau trix (die Zirkusdirektorin … oder Löwenbändigerin … oder Familiendompteuse) muss ja krankheitsbedingt die Füsse wirklich still halten. Das heisst, alles blieb an meinem Mann hängen. Hut ab. Montag nach der Arbeit hat er dann begonnen, den Teppich rauszureissen. Und der war wirklich auf jedem Milimeter angeklebt. Mit Teufelsspucke. Oder zumindest ähnlich festklebend.

Gerade als der mistige Teil der Aktion durch war, stand der Opa vor der Tür. Wie immer  – etwas unpassend, weil absolutes Hauschaos. Aber der ist da irgendwie schmerzfrei, was es anbelangt, zu merken, wann man grad echt stört. Das wiederum stört ihn überhaupt nicht und als er merkt, dass oben der arme Sohn ganz allein das Laminat legen muss, klinkt er sich gleich ein. Jeder Versuch, das zu verhindern von Sohnesseite … misslingt und so wird das also ein Vater-Sohn-Projekt. O_o

Das lautstark um kurz vor Mitternacht endet und mit einem scharfen Puten-Curry beschlossen wird! Wie die Kinder dabei im Elternbett schlafen konnten, bleibt ein Rätsel. Denn ich habe im Stockwerk untendrunter die Säge und den Opa pfeifen gehört. Es gibt Menschen, die sind einfach von Natur etwas lauter …

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An diesem Abend bin ich äußerst angespannt ins Bett gegangen. Der Lärm, das Chaos – all das richtet bei mir einfach ein heilloses Durcheinander im Kopf an. Nicht gut. Die Angst, diesem Chaos nicht Herr werden zu können, ist manchmal übermächtig. Mein Wunsch, zurück in den Wohnwagen zu ziehen, ist groß in solchen Momenten und ich frage mich ernsthaft, wie wir jemals in einer Zweizimmerwohnung leben konnten. So viel Müll und Mist und Kruscht. Das End vom Lied war, dass mein Mann nach viel Trösten und Beruhigen erstmal den Sperrmüll bestellt hat!!!

Und dann haben wir noch das Farbenchaos beseitigt und alles, was man in diesem Zusammenhang aufbewahrt.

Inzwischen hab ich mich wieder beruhigt. Mein Mann hat eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann. Er hat sehr deutlich gemerkt, dass er eine kleine Don Quichote neben sich hat, wenn er selbst nicht auch ein wenig mehr einsichtig ist. Und ich habe, wie auch Leo Hickman, gemerkt, dass ich nicht die ganze Familie reformieren kann und dass alles in kleinen Schritten geht.

Bedeutet aber auch für meine angekündigte Badezimmerschranksanierung: ich lass das. Entweder nimmt das Möbelstück das Sozialkaufhaus und restauriert es oder es geht den Weg alles irdischen. Das Restaurieren überfordert mich im Moment und ich werde es nicht im Keller verstauen. Ich brauche Luft und muss mich von Überflüssigem befreien. Mein Mann versteht das und ist da ganz bei mir.

Glücklicherweise. ;)


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Umbrüche im Grünen! :)

Was ist wann wo zuviel?

Das ist ein zentrales Thema für mich! Nicht nur bezüglich dem Umgang mit Plastik und Vermüllung.

Generell gehen meine Überlegungen dahin, zu reflektieren und zu selektieren: was brauche ich, um mich wohlzufühlen? Vor einigen Monaten habe ich begonnen, das Haus auszumisten. Das geht mal eine längerer Zeit am Stück recht gut, kostet aber auf Dauer sehr viel Energie und Nerven. Ich fahre sehr gut damit, saisonal auszumisten und gezielt an den entsprechenden Stellen mein Hab und Gut zu minimieren.

Aber dennoch stellt sich mir immer wieder die Frage, wohin Minimalismus für mich zielt. Dabei habe ich festgestellt … ich unterscheide zwischen dem mir Nächsten, nämlich all die Dinge, die in den Schränken und Schubladen wohnen. Und die Dinge, die man gerne mal in Hamstermanier einkauft (gerade Duschgel war da ein echt gewichtiges Thema im Einkaufswagen).  Heute weiss ich: brauch ich nicht. Belastet mein Denken und Handeln viel zu sehr.

Dann sind da natürlich die Gegenstände, die ich aufbewahre, schlicht weil ich zu faul bin, sie zu entsorgen. O_o Schaut mal in unsere Garage …

Es gibt gefühlt also eine Million Dinge, die ich hier nicht brauche. Auch meine Mitbewohner aka Familie braucht sie nicht. Sammler und Jäger allesamt die Buben … So bin ich treibende Kraft in dem Bewusstsein, das Leben durch ein kleines Bißchen „Weniger“ lebhafter und vor allem zentrierter zu gestalten.

Jaaa … und jetzt kommen wir zum kleinen Dilemma in meiner Minimalismus-Welt (oder vielmehr meinem Weg dorthin).

Was ist mit den

Herzensdingen? Herzen-angelegenheiten? Herzens-wärmern?  Herz-allerliebstem? Herz-glücklichmachern?

Oder auch mit den Augenschmeichlern?

Erinnerung-bewahrern? Gedanken-gütern? Seelen-streichlern?

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Im Haus wie gesagt, kann ich inzwischen gut selektieren zwischen dem Notwendigen und dem Notverursachendem. Jetzt bin ich gestern den ganzen Tag im Garten gewesen und finde: wenn sich das Auge im Grün verliert, braucht es ein paar Brüche. Seltsamerweise stört es mich überhaupt nicht, wenn da einige Dekorationsstücke oder auch Umbrüche dazukommen. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht immer alles im Gesamten sehen muss, sondern mein Auge als Gradmesser für Herz und Seele und Geist fungiert und so  je nach Standpunkt die einzelnen wirklich rein dekorativen Gartenverschönerer sieht.  Vielleicht ist es auch gar nicht so viel. Gartenzwerge gibt es nicht bei uns, ich sag es nur mal … :’D Es sind mehr beruhigende Stängelchen, Kugeln und sowas, was sich liebevoll in die Beete und ins Gebüsch einbettet.

Und mein Herz hängt tatsächlich an alten Dingen. Genauso wie an fast vergessenen Worten. Ich mag es, wenn die Gegenstände, die mich umgeben, eine Geschichte erzählen können.

Gerne würde ich wissen, was für eine Geschichte mein neuestes Hab und Gut in sich birgt.

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Das kann man doch unmöglich wegwerfen, oder? Also – ich kann es nicht. Heute morgen hat es seinen Weg vom Sperrmüll (!) in der nächsten Straße auf unsere Terrasse geschafft. Ich habe die Waschschüssel gesäubert … und wenn ich weiss, dass es wetterfest ist, kommt es als Vogeltränke in den Garten. Ein kleiner Umbruch im Grünen quasi. ;)

Dawährend es sich einlebt, kann ich mich in der Garage austoben und sehen, was dort an unnützen und platzeinnehmenden Gegenständen so herumlungert. Versteckt und fast vergessen …

Fast …

 


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Einfach!

Uiuiui – ich hab ja so einiges im Kopf. Es sammeln sich immer so viele spannende Projekte an, die ich entweder beginnen oder umsetzen oder erlesen will – oder ich bin schon mittendrin.

2013 war für mich das Jahr, in dem ich begann, mich intensiver mit den Themen Nachhaltigkeit, Einfachheit und dem Weg zum Minimalismus zu beschäftigen. Was kam dabei rum und wie geht es weiter?

Es ist – um es kurz zu machen – ein Riesenthema. Und irgendwie will ich das gar nicht. Der Weg hin zur Einfachheit und zum bewussten Leben in seinem eigenen Mikrokosmos (von der Rettung der Welt reden wir hier mal gar nicht) bedeutet: aufräumen. Müllberge an unbewusstem Einkaufsverhalten, Verschleudern von Ressourcen und Überdenken alter Strukturen sichten und sortieren und ggf. beseitigen. Yeap. Harte Arbeit. Ich bade im Schweiss …

Ich hab echt gedacht, einfach ist einfach. :(

Der Plan für 2014 ist allerdings, dass ich weiter daran festhalte. Wenn ich mich gerade so in meinem Haus umschaue, merke ich, dass ich vieles, was ich oder wir besitze(n), gut durchdacht ist. Anderes weniger brauchbar und die Dinge, die wir gar nicht nutzen, werden deutlich weniger. Raum für Raum für Raum. Und immer wieder neu und von vorne, bis hin zu einer optimalen und außerdem gemütlichen Nutzung all der Dinge, die mit uns leben.

Was habe ich schon geschafft?

Die Küche – ausgemistet. Sowohl was die Arbeitsgeräte als auch die täglich zu nutzenden Dinge anbelangt. Lediglich die Tassenfrage muss ich noch angehen. Seltsam, ich weiss nicht wie es Euch geht, aber ich habe einige Tassen, an denen mein Herz hängt, weil sie so so viele Erinnerungen bergen. Meine favorite Teetasse kommt aus London. Mit Wal drauf. Meine Lieblingskaffeebecher sind ausgemusterte Dunoon-Tassen, die mir mal Frau Gschwendtner geschenkt hat, als ich im Teeladen gearbeitet habe. Die Kinder lieben ihre Weihnachtstassen das ganze Jahr über – nur daraus trinkt sich warmer Kakao am besten … so geht die Liste endlos fort. Und alles, was am Herzen hängt, hat eine Geschichte …

Das Wohnzimmer – nun. Da ging einiges an Nippes den Weg alles Irdischen. Und was blieb, wurde gut verwahrt und zusammengefasst. Ich liebe Steine und habe diese beispielsweise in Gläser zusammengefasst. Ebenso gespülte Fliesen und Scherben, die ich am Strand fand. Und man muss wirklich überdenken, mit was man sich so umgibt. Es ist furchtbar unruhig, wenn überall ein bißchen was rumliegt. Unsere Bank (ihr erinnert Euch) ist nun schon seit dem Schubladen-Projekt im November leer. Und das macht mich stolz (jaaa – das macht es, ehrlich – auch wenn es eine Todsünde ist).

Das Frauenzimmer – ist nun ein gemütliches Frauenzimmer. Alle Kisten ausgeräumt und aussortiert. Sehr gut. Ich merke, dass es ein Zimmer zum Wohlfühlen ist, weil ich mich wesentlich öfter als früher darin aufhalte. Es beruhigt mich ungemein.

Der Kleiderschrank – was soll ich sagen. Ich habe schon einige Monate nichts mehr dazugekauft. Sinnloses. Das einzige ist ein Oberteil und ein Blazer für die Weihnachtsfeiertage. Ansonsten… ach – und nach dem Urlaub eine Jeans, weil ich ja aus allen rausgewachsen bin und mir eine von zweien … am Knie kaputtging. Okay – gut – also doch was gekauft. Aber weg vom Ohne-Nachdenken-Shoppen. Genau so wollte ich das. Und meinen Mann hab ich ebenfalls angesteckt. :) HA!

Die Bäder – ausgemistet und beruhigt. Das Ziel ist im Moment, alle doppelten und dreifachen Dinge aufzubrauchen. Rigoros. Ich muss muss muss weg von diesem Vorratsgehabe. Das tut doch gar nicht not. Schließlich ist nicht zu Erwarten, dass wir in einer Krise landen und plötzlich nichts mehr da ist zum Wohlriechen. Da bin ich noch dran.

Ja – ich weiss – ein Bereich fehlt. Und der ist dann wohl demnäxt dran, auch wenn ich mich fürchte. Wo gehen die Dinge hin, die nicht das Haus verlassen wollen? Die sich vor mir verstecken. Aus den Augen aus dem Sinn, quasi … na, die Klasse? Irgendjemand? Wer weiss es?

Der Keller!!! … und hier kann ich sagen: Fortsetzung folgt. Stay tuned. Bleibt dran. Ich tue es auch.

Dies ist nun ein kleiner Umriss vom Abriss. Ich werde das Thema weiterhin im Auge behalten und ab und an ein Wort darüber verlieren. Ab und an gibt es einen Lesetip dazu. Heute wäre das Frau Ding Dong. Schöner Blog mit interessanten Ideen. :)


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23!

Dreiundzwanzig Kleiderbügel haben gestern meinen Schrank samt dem dazugehörigen draufhängenden Teil verlassen.

Ausgemustert samt Behang! :)

Ausgemustert samt Behang! :)

Diese und eine ganze Armada an Klamotten. Das hat zu einer kompletten Umstrukturierung im Kleiderschrankinnenleben geführt. Plötzlich habe ich einen Überblick bekommen, wie viel ich von was habe. Bisher war das eher ein Gedanke von: T-Shirts hab ich genug, aber weiss der Bäcker, was da noch alles wohnt.

Der Reduktionsgedanke beschäftigt mich ja schon lange. Den unbewussten Anschubser hat mir – glaube ich – Meike Winnemuth verpasst, die vor ein paar Jahren ein Jahr lang ein blaues Kleid trug. Ich mag die Frau Winnemuth echt gern. Ihre Neigung zum Selbstversuch kommt mir sehr entgegen. Es zeugt von Mut, manche Dinge durchzuziehen (okay – vielleicht auch von ein wenig Verrücktheit). Sei es eine Weltreise oder (wie der aus der Zeitung gerupfte Artikel, den ich just vor ein paar Tagen beim Aufräumen fand,  von vor 10 Jahren zeigt) Brasilian Waxing. Sie zieht das durch. Und das Beste: es funktioniert. Es ist in jedem Fall eine Bereicherung. So wie jede Erfahrung eine sein sollte. Egal in welche Richtung sie schlussendlich abzielt.

So arbeitete es also in mir. Von kleinen Sätzen („Du bist ja shoppingsüchtig“) über Artikel bis hin zu medialem Input a la „Shopping Queen“. Faszinierend fand ich z.B., dass es Menschen im Showbiz gibt, die einen echt kleinen Kleiderschrank ihr eigen nennen und dann wiederum die Alltagsfrauen (ist nicht böse gemeint), die ganze Ankleidezimmer haben. Zig Prada – Taschen … Highheels bis zum Abwinken. Wann bitte tragen die das??? O_o Ich besitze schon einiges und ich würde meinen ich bin modeaffin, aber ich erlebe mich ganz oft dabei, bitter zu denken: „Und ich soll shoppingsüchtig sein?“. Danke auch an die vielen Blogs, die ich zum Thema „Minimalismus“ oder auch „Shoppingdiät“ lesen durfte. Der große Hammer ist nicht das Schlagwort sondern die leisen Töne zwischen den Zeilen, die mich bewegen und die es in meinem Köpfchen klicken lassen. ;)

Ein weiterer Baustein im Gedankenmosaik ist das Buch „Frauenzimmer“. Ich habe eine Vorliebe für Coffetablebooks. Allerdings nur bestimmte. Wohnbücher von Terence Conran und welche mit grandiosen Bildern der Geheimnisse der Welt. Vom ersten viele – vom zweiten wenige. Aber da ist auch ein Buch dabei – eben dieses „Frauenzimmer“ aus 2001, das ist heute wie damals zeitlos. Sowohl was die Kleidung als auch die Einrichtung der 16 Designerinnen anbelangt, die darin ihre Haustür und ihre Schranktüren öffnen. Im Laufe der Jahre habe ich schon einige gute Impulse daraus mitgenommen. Aber den Fokus habe ich nie auf die Kleidung gelegt – meist auf das Interieur. Da wäre z.B. Catherine Memmi (kannte und kenn ich soweit auch nicht) – ihre Wohnung und ihr Schrank bestechen durch eine unfassbare farbliche Harmonie. Die Palette besteht nur aus weiss, creme, schwarz, beige und marine. Das ist sowas von beruhigend. Egal ob Kleidung oder Wohnzubehör. DAS WILL ICH AUCH.

Will ich. Krieg ich aber nicht hin. Immerhin lebe ich mit drei Männern zusammen. Die einzige Farbneurotikerin hier im Haus bin ich. Aber ich möchte mich auf den Weg machen. Meinen Mann habe ich angesteckt, er hat gestern seinen Kleiderschrank ebenfalls entrümpelt.

Je nachdem, wie sich der Monat weiterentwickelt, reift es in mir, zu sagen: 2014 mit absolut minimiertem Einkauf. Noch trau ich mich nicht, einen Konsumstop einzulegen. Noch … Ich hab so viele Kleiderleichen oder Killefitz um mich herum. Das strengt mich grad wahnsinnig an. Dazu kommt, dass ich echt einiges an Gewicht zugelegt habe, der Sport liegt immer noch auf Eis. Ich könnte brechen. Aber ich bin ja dabei. Ich lass nicht locker. Für 2013 hab ich es weitestgehend gesteckt, in die Wohlfühlzone reinzukommen. Dafür bin ich gerade zu weit weg vom Thema und lebe nach der Maxime: bloss nicht mehr Hüftgold. Aber auch das wird 2014 wieder im Fokus stehen. Ehrlich gesagt bin ich fest davon überzeugt, dass eins das andere bedingt. Hängt irgendwie alles miteinander zusammen.

In diesem Sinne … wo ich gerade dabei bin … hole ich jetzt noch ein, zwei verstaubte Koffer aus dem Keller (die gehen nach Uganda und bleiben dort – meine Freundin fliegt in zwei Wochen dort runter, um ein wenig nach einem Hilfsprojekt zu schauen) und entrümple alte Handtücher und Decken (so vorhanden) für das Tierheim in MZ. Die Igelchen werden sich freuen. :)