Das Leben ist wild!


9 Kommentare

Mit Bedacht!

Erschrocken fährt meine Hand von der Suppenkelle weg. Sanft lege ich den Deckel wieder auf den Topf. Mein Mann guckt mich mit großen Augen an. „Ups“ hauche ich.

Mein Vorsatz ist ja für den Jänner, nicht nachzunehmen. Das ist – um es mal salopp zu sagen – mistigschwer. Wenn es doch so lecker schmeckt. O_o

Und wenn ich dann genau in mich hineinhorche, dann weiß ich sehr wohl: ich habe oftmals keinen Hunger. Es ist die pure Lust am Essen.

Warum ist Essen ein so zentrales Thema für viele Menschen (außer, dass wir es zum Überleben benötigen)? Ich kann mich noch nicht mal damit entschuldigen, Heisshungerattacken (Binge Eating) zu bekommen. Oder Frustessen. Nee – eher Lustessen. Ich esse mit Lust und wenn es schmeckt, dann geniesse ich das sehr. Bis ich platze.

Und dann ist es leider-leider kein Genuss mehr.

Ich fürchte, mein Leben wäre nicht wirklich erfüllt, würde ich mich nur von Rohkost ernähren. Mal ehrlich: kleingeschnippelte Möhrchen sollen mich mit auf eine kulinarische Reise nehmen? Täglich am End? Oh wei – wo soll diese Reise nur hingehen? Ein fluffiger Kaiserschmarrn … eine dunkle Sauce über zartem Fleisch, die die Geschmacksknospen aufgehen lässt, ein zauberhaft zubereitetes Gemüsegratin (oh ich liiiiiebe Gratins). Okay – davon lasse ich mich nur zu gern verführen. :)

leckeres Gemüsegratin ... mal nicht überbacken. :)

leckeres Gemüsegratin … mal nicht überbacken. :)

Wer langsamer isst, hat mehr davon! Tja – ich schätze, das ist der Knackpunkt. Ich bin zu ungeduldig und möchte die Welt in mich aufsaugen. Und stellvertretend dafür „sauge“ ich meine Mahlzeiten auf. Ohne auf Textur und Geschmack zu achten. Und versuche mich zu retten, in dem ich eine zweite Portion auflade.

Gut, bei Gemüse ist das nicht wirklich schlimm. Doch wenn wir ehrlich sind, ist es ja das eher ungesunde, was wir uns gern ein zweites Mal einverleiben. Wenn wir langsam essen, geben wir dem Körper die Chance, all die guten Lebens-Mittel, die da vor uns liegen, bewusst wahrzunehmen. Vorzunehmen. Aufzunehmen.

Seit ein paar Wochen habe ich die Fleischzufuhr erheblich heruntergefahren. Ich esse gerne Fleisch. Aber ich gehe den Weg dahin, es bewusster zu tun. Es ist ein Lebens-Mittel geworden, dass nicht mal eben in den Einkaufswagen fällt. Und es macht mir Spaß, mit gemüse“lastigen“ Gerichten zu experimentieren. Herauszufinden, was es braucht, damit mir das Fleisch nicht fehlt (als Sattmacher im kleinen Bäuchlein). So gibt es Gerichte, da muss ich nachnehmen. Da komme ich nicht um eine zweite Portion herum, denn ich fühle mich nicht gesättigt. Sehr lecker das Ganze, aber satt machend nur wenig.

Und es gibt Gerichte, die erfüllen mich voll und ganz. Jede Faser meiner Seele wird angesprochen und jede Genusszelle angeregt. Mein Bäuchlein ist voll. Und ich fühle mich warm und gesättigt. Kennt ihr das? Oder ist das jetzt blöd ausgedrückt?

Mit Bulgur gefüllte Aubergine mit Tomatentopping. Das erste Mal, dass ich mit Zimt gekocht habe. O_o

Mit Bulgur gefüllte Aubergine mit Tomatentopping. Das erste Mal, dass ich mit Zimt gekocht habe. O_o

Um also für den Rest des Monats die „Kein Nachschlag-Challenge“ gut hinzukriegen, braucht es also etwas mehr. Sonst schaff ich das nicht.

  • langsam essen. Ich muss mir Zeit nehmen. Es hektikt mich niemand, ausser ich mich selbst. Man sollte mindestens mal 20 Minuten an einer Mahlzeit sitzen. Macht das mal. Stoppt mal für Spaß Eure nächste Mahlzeit. Jaaaa – da guckt ihr!!! Gar nicht so einfach.
  • Einfach mal öfter kauen. Pausen machen. Besteck ablegen. Sich Zeit nehmen. Okay – bei Suppe wird es schwierig. Aber sonst …
  • Das mache ich eh nie (oder sehr selten) – aber man kann im Grunde nur eins tun und sich darauf konzentrieren. Also bitte nicht vorm Fernseher, mit Zeitung oder Buch in der Hand oder beim Telefonieren essen. Immer eins nach dem anderen. Alles hat seine Zeit.
  • Den Wert des Gekochten schätzen. Wie jetzt das? Nunja – ich kaufe ja viel auf dem Markt und eher hochwertig. Das sollte ich mir bewusst machen. Das Lebens-Mittel schätzen, dass dort vor mir auf dem Teller liegt. :)

Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich nun in die Küche. Ich krieg irgendwie Hunger. :D Wollen wir doch mal sehen, was es Leckeres gibt.

Aber eben auf eine bedachte Art.


7 Kommentare

Liebling, wie war die Woche #6

Eigentlich … bin ich hundemüdig. Eigentlich hab ich gerade drei Tage „durchgearbeitet“. Eigentlich wollte ich immer am Ende der Woche meine Zusammenfassung machen. Und weil „eigentlich“ ja eigentlich auch gar kein Wort ist … ist das alles so wie es ist. Und die Zusammenfassung mache ich somit mit halbgeschlossenen Augen. :)

Getragen:

PicsArt_1381078030184

Diese Woche war eine durchaus schwierige Woche. Ich meine … zuhause ist das ja kein Thema. Da knipste schnell ein dilettantisches Foto mit’m Handy, bißchen Blitz, bißchen Glitzer … alles gut. Ist ja auch so gewollt. Aber unterwegs … wo um Himmels Willen krieg ich einen Ganzkörperspiegel her??? Das war die Herausforderung. :’D Und manchmal muss es dann eben auch ein bißchen auf Umwegen funktionieren. Aber hier das Wesentliche: meine Herbstfarben sind zum einen all die schönen weichen wie z.B. senffarbig oder braun in allen Schattierungen. Hört sich erst mal langweilig an, wird aber mit einem dicken roten Klunker schon wieder speziell. :) Naja – am Wochenende bin ich dann mal wieder zu meinen alten Basics zurückgekehrt: viel schwarz zu den Jeans. Und die Regenjacke. War ja wohl flächendeckend von Nöten. Urgs.

Gegessen:

PicsArt_1381078252445

Ich gehöre zu den Menschen, die sich nicht mit Tomatensaucen in ihrer herkömmlichen Art anfreunden können. Irgendwas hau ich da immer mit rein. In diesem Fall … Paprika und ein Schuß Sahne. Yammi!!! Und alles, was es im Bereich Hackes gibt, wird immer mit Tartar zubereitet! :) Zum Frühstück gibt es derweil immer Müsli. Wenn man dann allerdings die halbe Woche außerhäusig essen muss, dann wird es schwierig. Ich kann schwer verstehen, wieso das Essen in Jugendherbergen grundsätzlich immer dröge und schwer ist. Kulinarisch gesehen ist das echt kein Zuckerschlecken. Warum ich in einer Jugendherberge war … erkläre ich weiter unten. Aber eins kann ich sagen: mexikanisch essen kann man wunderbar in Tübingen. Der BBQ Chicken Burger war der Hammer. Die Kartoffelspalten denken sich jetzt alle mal weg. Und die Creme Catalan ist eigentlich (HA!) gar nicht auf dem Foto. Nur der Früchtecocktail. ;)

Gelesen:

Neben dem Tübinger Tagblatt vor allem und mit viel Freude *Die Hüter der Rose* von Rebecca Gablé. Der zweite Band der Waringham – Trilogie. Ich bin mal wieder, wie so oft in den letzten Jahren, in die Geschichte des englischen Königshauses eingetaucht.  Und heute abend kann ich auch sagen … ohne mein Buch und die Möglichkeit ab und an für ein paar kostbare Momente abzutauchen in diese komplett andere Welt, wäre mein Wochenende schwer geworden … wisst ihr was ich damit meine?

Gewogen:

Hallo? Jugendherberge? :’D Die Waage hat nicht in meinen Rucksack gepackt. Aber ich bin viel gelaufen … apropos Laufen … da war doch was!

Gelaufen:

Eine temporäre Rubrik für den Monat Oktober. Die Mission „310000“ … schreitet voran. In der ersten Woche sah der Soll 60000 Schritte vor, wovon ich leider nur 51839 geschafft habe. An einem Abend hab ich dummerweise meinen Schrittzähler zuhause vergessen und bin aber noch einige Schritte durch Frankfurt gestiefelt. Tja … was soll’s. Die höchste Schrittzahl lag bei 12211 und die niedrigste bei 4004. Dann muss ich wohl nächste Woche ein paar Schritte mehr tun. Zu den 70000 kommen noch 8261 dazu.

Gehört und gesehen:

PicsArt_1381078431263

Nun – ich besuche normalerweise in der regulären Spielzeit mit meinen Theaterfrauen einmal im Monat das Hessische Staatstheater in Wiesbaden. Dieser Tage allerdings bin ich überall unterwegs … nur nicht im regulären Theater. Am Samstag habe ich mir also „Mamma Mia“ angeschaut. Den Film liebe ich ja (ich Mädchen, ich) und war gespannt auf das Musical. Was soll ich sagen? Ich bin anfällig für Schauspiele aller Art und  ich lebe oft das mit, was ich dort sehe. Auch wenn die ABBA – Songs in deutsch gesungen wurden, was im ersten Moment etwas gewöhnungsbedürftig und für mich mal mehr und mal weniger gelungen war.  Ich mach es kurz: mir hat es gefallen! Gerne wieder. Ich freu mich schon auf den „König der Löwen“, den ich diesmal mit meiner Familie in HH anschauen darf im nächsten Frühjahr. Eigentlich macht man sowas viel zu selten … Der Musicalbesuch hat viel rausgerissen … denn eigentlich (schon wieder, hach) waren wir in Tübingen. Das Wochenende war so verregnet, dass es keinen großen Sinn machte, mit Rollstuhlfahrern übers Kopfsteinpflaster zu schlittern, außer man sucht das große Abenteuer, fühlt sich zum Superhelden berufen und ist dem Wahnsinn nicht abgeneigt, auszuprobieren, wann festgezogene Bremsen berab dann doch nicht mehr greifen. *aaaahhhh*

Gefreut:

Liebe Care Steen! Du bist mir eine!!! In aller Stille und ohne Vorwarnung trudelte am Wochenende eine Karte ein. Karte? Nein – irgendwas anderes. Aber so ähnlich. Mein erster Gedanke war: „Wer schickt mir denn Blumensamen aus Hamburg?“ *schüttel, schüttel* Drehen, wenden … haptisch komplett erfassen. Nee … keine Blumensamen. Tee. TEE!!! Na – das ist mal eine supergute Idee!!! :) Danke!!! Lieben, lieben Dank!!! Ich muss schon wieder lächeln. :)

Und weil manchmal alles was anders ist, gibt es dafür das tolle Teepostkartenschüttelschepperklapperbild am Ende!!!! :D

Kleine gefüllte Überraschungspostkarte aus Hamburg! :) *freu*

Kleine gefüllte Überraschungspostkarte aus Hamburg! :) *freu*


8 Kommentare

Liebling, wie war die Woche #4

Eine Woche angefüllt mit Schnusten und Hupfen und einigen Einladungen (hach … ich mag ja diese kleinen feinen Abende, in denen das Haus voll mit Freunden ist).

Getragen:

PicsArt_1379883181509

So langsam aber sicher möchte der Herbst einziehen. Kalendarisch isser ja schon da, aber so ganz gebe ich mich ihm noch nicht hin. Dann halt Rock und Strumpfhose. Oder Jeans und Flippis. Oder auch mal Mundschutz und Strickjacke, weil es auf der Wohngruppe doch was kühler ist. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht an die „Kurzgeschichte“ vom Chinesen mit dem irren Schnupfen. Naja … da war er wohl mal wieder. :’D

Gegessen:

PicsArt_1379883356839

„Hat sich bemüht“ ist immer irgendwie Käse. Aber anders kann ich die Woche nicht beschreiben. Ich bin absolut unzufrieden. Der Anfang war noch super … aber gegen Ende waren die Verlockungen einfach phänomenal groß. :( Eins meiner Lieblingsgerichte, wenn es fix gehen muss und ich wenig Punkte zur Verfügung habe, sind Prinzessböhnchen im Speckmantel. Legga! Es gab auch noch Lachs (wie so oft derzeit – ich liebs) in einer Art Auberginen Stir Fry. Und am Wochenende waren immer Gäste da. Das ganz rechts ist eine Tiramisu … und ein Mousse au Chocolat. Tja … was soll ich dazu noch sagen.

Gelesen:

Nachdem ich letzte Woche so derart viel gelesen habe, habe ich es langsam angehen lassen. Und das war auch gut so. In dieser Woche war es *Ein ganzes halbes Jahr* von Jojo Moyes. Himmel, was hab ich Rotz und Wasser geheult.
Allerdings bin ich vorverbildet. Nicht immer ist es von Vorteil, dass man sich mit den Gegebenheiten auskennt. Es stimmt in diesem Falle so nicht ganz. Aber egal. Eine Liebesgeschichte ohne gleich eine Liebesgeschichte zu sein. Sondern viel viel mehr. Ich hab es gern gelesen und war nachhaltig gefangen. Meine Empfehlung: LESEN!!!

Gewogen:

Ach Mist – echt. Ich bin tierisch gefrustet. Warum sind wir Frauen so? Was ist es, was mich in diese verflixte Gewichtskiste presst? Heute morgen habe ich mich gewogen und mein Gewicht geht exorbitant nach oben. Warum zum Bäcker??? Ich trinke täglich knapp 3,5 l und ich wage zu behaupten, dass ich nicht reinschaufele wie eine Irre. Und dennoch. Jetzt muss Schluss sein, sonst ist der gesunde BMI weg. Und dass nach zwei Jahren Plackerei. :'( Mistmistmist. Mist! Kein Ergebnis, denn ich schäme mich furchtbar. Aber gut … man braucht nur nach oben aufs Foto zu schauen. Da haben wir den Salat.

Gehört:

*Swing when you’re winning* – Robbie Williams. Eine gute Wahl. Mit diesem Album hab ich mich dann endlich bekehren lassen damals. Denn ich fand Robbie Williams einfach doof. Aber dieses Album lief den ganzen Sommer im Auto. Klasse!

Getrennt:

Die Küche ist fertig entrümpelt und so ging es weiter im Essbereich. Dort steht ein Vitrinenschrank, in dem sich allerlei Glas sammelt. Wieder mal ein Korb und eine Kiste mit gesammelten Weinfestgläsern, alten (zwar guten, aber blinden) Sektgläsern und und und … kam ins Sozialkaufhaus.

Gefreut:

Der Kater kam nach einer Woche mal wieder vorbei. Er hat mir gefehlt und ich hab mich sehr gefreut, ihn zu sehen. Ich bin wieder gesund geworden. Erkältet sein ist einfach nicht schön. Wir hatten ein tolles Wochenende mit guten Freunden. Ehrlich – ich könnte immer HansdampfinallenGassen haben. Ich mag das einfach. Scheinbar bin ich ein Gesellschaftsmensch, auch wenn ich die stillen Seiten des Lebens mag. :)

PicsArt_1379883552040

Ach … ich bin ein Schussel. Ich habe tatsächlich den ganzen Stapel Postkarten irgendwo im Haus verschlonzt. Naaaa gut. Ich hab halt weitere schöne Karten aussortiert und verschickt. Geht doch. Allerdings sieht bei solchen Aktionen der Esstisch aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, weil ich gleichzeitig schreiben muss, Blog lesen, Tee trinken, Katalog gucken, Rechnungen schreiben und und und … :D Kennt ihr das auch?

So – und nun kann ich wohlgemut schlafen gehen. Ich habe für die nächste Woche den Vorsatz, nicht so viel zu futtern. Es geht einfach nicht so weiter. Dann bin ich natürlich gespannt, wie das Wahlergebnis ausgefallen ist hier bei uns in Hessen. Ehrlich – ich kann diesen Bouffier nicht so wirklich … aber gut. Sieht grad eh rot aus. Mal schauen ;)


7 Kommentare

Denk mal dran!

Gestern war wider Erwarten kein „Denk-mal-dran!“ – Tag. Das mag unter anderem daran gelegen haben, dass ich meine Kenntnisse in Erste Hilfe aufgefrischt und solche Dinge getan habe, wie zu dem wirklich einprägsamen Rhythmus von „Staying Alive“ (und dem dazugehörigen Hüftschwung – geht prima im Knien) die Herz-Lungen-Wiederbelebung praktiziert habe.

„Denk – mal – dran!“ ist eine typische Begleiterscheinung, seit ich abnehme. An was? Na – ans Essen. Ist doch klar. Meine Gedanken drehen sich den größten Teil des Tages um die Nahrungsbeschaffung.  Was frühstücke ich (im Moment … häufig Omlette) … und während ich noch kaue, bin ich gedanklich schon beim Mittagessen … Nachmittagssnack … Abendessen. Und was man sich zwischendrin noch in die Futterluke schieben könnte.

Scheinbar bin ich unterbeschäftigt. Das merk ich ja schon lange, aber das Familienkonstrukt und mein Beruf lassen grad nichts anderes zu.  Und irgendwie bin ich heilfroh, nach zehn Monaten Arbeitsunfähigkeit (kleine OP – schleichender Heilungsprozess) überhaupt wieder was tun zu können. Na egal … ich kann das jetzt nicht ändern. Darum geht es ja auch gar nicht. Es geht um meine Denkmuster und die Frage, was passiert ist, dass sich alles derart um die Nahrungsaufnahme dreht.

Ich erinnere mich noch an früher. Da war die Essenswelt noch in Ordnung. Der Tagesablauf hat die Nahrungsaufnahme vorherbestimmt. In der Schule gab es das Pausenbrot … mittags dann, was Muttern kochte … Mein Vater war Diabetiker und wenn er um fünfe nach Hause kam, stand sein Essen auf dem Tisch. Brave Hausmannskost, die wunderbar satt machte … und rund. Wieso mein Papa ein spindeldürres Männlein war, ist mir unbegreiflich.

Als das Nahrungsumstellungshamsterrad in Aktion trat, begann auch die Kopfkreiselei. Während ich früher gegessen und genossen habe (sorry – keine Heißhungerattacken, nächtliche Fressanfälle und ähnliches), begann ich nun, mir Gedanken zu machen. Was esse ich wann und wieviel von was??? Ein permanentes Gedankenrad wurde in Betrieb genommen und es gibt heute Tage, da könnte ich brechen. Es ist mir zuviel. Ich mag mich nicht immer mit Essen beschäftigen.

Wenn ich nur mal einer guten Fee begegnen würde und einen Wunsch frei hätte, dann wäre es der, dass sie mich aus diesem Kreislauf befreit. Als leicht neurotischer Mensch ist nämlich das Essensgedankenrad perfekt auf mich abgestimmt. Und ich müsste es ja gar nicht – dauernd drüber nachdenken. Schließlich sind die Zeiten vorbei, als es – wie in meiner Kindheit – nur einen Wocheneinkauf gab. Was dann eingekauft wurde, gab es im Lauf der Woche. Schließlich war der nächstgelegene Supermarkt in der nächsten Stadt. Dort, wo ich aufgewachsen bin (1200 Einw.), gab es wie in fast jedem kleinen Taunusdorf einen Bäcker und einen Metzger. Ende peng. Und einen Kaugummiautomaten – wir wollen ja nicht so sein.

Vielleicht aber ist es gerade auch das. Der permanente Zugriff auf mindestens fünf Supermärkte in kürzester Zeit. Das Wissen, wo es all die Leckereien sofort und ohne Umschweife gibt. Andauernder Nachschub, kein Ausfall an Nahrungsmitteln. Dran denken, zugreifen, essen … in einem Ratsch. Gut – bezahlen noch …

Ich habe durchaus den E5 geschätzt (von dem ich auch noch erzählen muss). Sechs Tage über die Alpen zu laufen, ruft einem wieder ins Gedächtnis, wie minimalistisch man leben kann. Wie einfach es ist, sich nur um den nächsten Schritt kümmern zu müssen. Gut – auch hier war meine Frage beim Frühstück, wann wir das nächste Mal etwas zu essen bekommen. Aber das war auch alles. Mit der Antwort zufrieden, bin ich einfach in den Tag gestartet und losgelaufen.

Manchmal ist es gut, seine Denkprozesse zu verändern. Nun – eigentlich ist es immer gut, das zu tun. Man läuft sonst zu oft Gefahr, den immer gleichen Weg zu gehen.

Jetzt hänge ich ja grade in dieser Low Carb Geschichte. Ich versuche das „Denk-mal-dran!“ abzulegen. Zumindest in weiten Teilen. Iss, was Du hast, trix. Nicht perment nachzuschieben und einzukaufen. Irgendwie muss es doch möglich sein, vom Hamsterrad abzuspringen.

Irgendwie …

Denk auch da mal dran!

Denk auch da mal dran!

Den Spruch habe ich bei A Joyful Soul gefunden. Wie so oft über Pinterest! :)