Das Leben ist wild!


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Im W-Rausch!?

Heute wird ein schwieriger Tag. Ich weiss, es ist vielleicht nicht unbedingt zielführend, dies schon vor neun Uhr morgens zu schreiben. Aber heute ist wirklich eine Herausforderung. Und dieses Gefühl schleppe ich schon seit Tagen mit mir rum.

Warum?

Weil ich gleich in die Stadt fahre, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Schwierige Kiste. Wer Kinder hat, weiß, dass man kein minimalistisches Weihnachtsfest (geschweige denn komplett plastikfrei) umzusetzen vermag. Ich zumindest kann es nicht. Die Wünsche meiner Kinder respektiere ich. Öhm … meistens.

Rückblick: „Mama, das ist mein Wunschzettel! Ich hab alles aufgeklebt …“! „–„! „Na gut, die Paprika kannst Du auch weglassen!“. „Ach so, aber über das Induktionskochfeld, den Standmixer und die Edelstahlschüsseln (hach – es bleibt was hängen) sollten wir vielleicht doch dann auch mal reden.“ – „Warum???“ …

Letztes Jahr hat er ein kleines Topfset und eine Pfanne bekommen. Wenn er mal auszieht, ist er ausgerüstet. O_o Aber ein Induktionskochfeld im Kinderzimmer geht jetzt doch einen Tacken zu weit. Dann weiche ich doch lieber auf die Lego-Wünsche aus.

Der Große ist inzwischen vom BMX abgekommen und wünscht sich lieber ein Airbrush-Set. Bücher, Skaterrampen und neue Fußballschuhe … all sowas.

Und ich? Ich wünsch mir immer noch nichts. Aber wenn man Menschen in der Familie hat, die seit Wochen Wunschzettel fordern, dann wird man mürb. Um des Frieden willens. Sonst gibt es irgendeinen Mist, den ich wirklich nicht gebrauchen kann. In meinem Teil der Familie haben wir diese Schenkerei abgestellt. Meine Mutter freut sich, wenn wir an Weihnachten zusammenkommen. Zeit ist ein wichtiges Gut, wenn die Eltern älter werden.

Aber in der Familie meines Mannes wird hartnäckig auf Wunschzettel bestanden. Schwierig. Und da hier der klassische Schwiegertochter – Fall vorliegt, bin ich bei manchen Dingen beugsam. So wünsche ich mir ein Buch. Oder zwei. Und zwar über die Hühnerhaltung. So!!! Und wenn sie möchten, können sie mir einen Gutschein für zwei Hühner meiner Wahl schenken.

:’D Ich würde zu gern die Gesichter sehen.

Oh während ich schreibe, kommen mir noch mehr Ideen. Ich möchte nämlich im Frühjahr ein Hochbeet anlegen. Dafür müssen die alten Rosensträucher (ich höre das Aufstöhnen jetzt überall, aber ich kann mit diesem Rosengedöns nicht) weichen. Da wäre ein Gutschein vom Baumarkt auch nicht schlecht. Ha!

Und im Gegenzug? Denn der ist ja in meinem Fall auch da. Schwierig. Wirklich schwierig. Ihr seht, ich muss schauen, welche Inspiration kommt, wenn ich in der Stadt bin. Hoffentlich steh ich das durch. Meine Lust, mich durch die Menschenmassen zu quälen ist klein. Online bestellen mag ich gerade auch nicht.

Ich bin kniesig.

Ja, das bin ich …


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Habseligkeiten!

Zwei anstrengende Wochen sind vergangen. Immer, wenn in trixtown großer Markt und Rummel und TamTam ist, steht hier die Welt kopf. Und es ist gleichzeitig der Marker für die vor uns liegende Weihnachtszeit. Alle, die vorher sagen: „Was macht ihr Weihnachten?“ werden rigoros abgebügelt mit den Worten: „Das sehen wir nach Markt“. Weihnachten ist nämlich in unserer Familie nicht wirklich einfach. Und man muss aufpassen, dass nicht irgendjemand angekekst unterm Tannenbaum sitzt und sich den Wachs auf den Kopf tropfen lässt … Aber das ist ein anderes Thema.

Jetzt beginnt die Zeit für meine Kinder, in denen eifrig Bilder ausgeschnitten werden („Du hast da nicht wirklich Paprika hingeklebt?“) und die Wunschzettel an den Weihnachtsmann und das Christkind ständig überarbeitet werden.

Was wünsche ich mir? „Nichts!“ habe ich geantwortet, als mein Mann mich neulich fragte. Stimmt das so? Kann ich sagen: „Ich bin wunschlos glücklich?“ Nun – seit Jahren wünsche ich mir eine Denby „Never drip“. Der Klassiker unter den Teekannen. In einem warmen Braunton. Und einen Gärtner. Den fänd ich auch nicht schlecht. Einen Gärtner für ein Wochenende. Zum Laub einsammeln und Sträucher schneiden und den Garten in seine Wintermontur packen.

Wisst ihr – zum 40sten habe ich eine Haustür geschenkt bekommen (nicht drüber nachdenken …) und da finde ich einen Gärtner jetzt nicht soooo abwegig.

Und sonst? Ein paar Budapester Chelsea Boots von Marc’o Polo. In schwarz. Aus der Kollektion des vergangenen Jahres. Ich hinke hinterher. Und ich kriege sie vorerst nicht, weil ich im Sommer mit meinem Sohn die Verabredung getroffen habe („Mama – so viele Schuhe … O_o), keine Schuhe in 2014 zu kaufen. Und was soll ich sagen? Es klappt super. Manchmal ist es etwas hart, denn Schuhe können wahre Seelenstreichler sein, aber mal ehrlich: brauchen tue ich wirklich keine neuen.

Vor einigen Monaten habe ich auf dem Blog der Konsumrebellin ein leuchtend grünes Zitat entdeckt, dass mich seitdem als eines meiner Lieblingswortschätze begleitet:

Quelle: http://konsumrebellion.wordpress.com/2014/05/16/haben-versus-sein/

 

Laut Wiki und im Verständnis vieler vor allem älterer Menschen bezeichnen Habseligkeiten die letzten armseligen Dinge, die wir besitzen. Das, was wir in der Not noch bei uns haben. Vor fast genau zehn Jahren dann allerdings ist es zum Wort des Jahres gewählt worden, weil der Ausdruck „das weltliche Haben mit dem unerreichbaren Ziel des menschlichen Glücksstrebens “ verbinde.

Habseligkeiten – eine Denby wäre für mich so etwas. Ein Wunsch, der mich schon so lange begleitet, aber immer und immer wieder von „es ist doch nur eine Teekanne“ und „ich brauche sie nicht, ich will sie nur haben“ begleitet wird. Hm. Würde sie mein Sein verändern? Würde sie? Oder würde damit ein so zauberhaftes Wunschbild gleich einer Seifenblase zerplatzen? Weil sie doch tropft? Weil die Farbe scheußlich ist?

Nun – ich habe noch ein paar Wochen, darüber nachzudenken, was ich mir wünsche. Wünsche, die hauptsächlich die Schenkenden beglücken, weil sie sich selbst keine Gedanken mehr machen müssen. Mein Mann weiß, wie er mich glücklich machen kann. Er weiß auch, dass ich kein materielles Geschenk brauche, davon sind wir weit entfernt und uns selbst genug.

Tatsächlich ist es so, dass sich das Denken enorm verändert, wenn man bewusst einkauft. Im Oktober habe ich einen Monat lang nichts gekauft. Und es hat mich nicht gezogen. Meine Versuchungen liegen – äh – eher woanders. Und landen meist auf den Hüften. Ich kann tatsächlich die Spontan – Einkäufe des Jahres an einer Hand abzählen. Manches musste, anderes durfte gekauft werden. Der letzte Kauf gestern war eine Teebox aus Holz. Denn wir haben auch einige Teebeutel hier. Und die ganzen Kartonagen haben mich verrückt gemacht. Der lose Tee lässt sich ja super unterbringen … aber die kleinen Fitzelsdinger. Grmpf …

Gestern endlich war der erste graue Nachmittag, der mich sagen ließ: „Weihnachtszeit liegt in der Luft, wir sollten Tee kochen und die Spekulatius auf den Tisch stellen“.

Mein Sohn antwortete aus vollem Herzen: „Ja!!! Ja. Mama!“ :)

Zeit. Zeit ist etwas, was ich mir wünsche!!! Jetzt hab ich es. HA! Zeit verändert das Sein enorm. :)

 

(… aber nicht, dass daraus jetzt ein Funkwecker wird … O_o )


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Projekt 52#7

Die vergangene Woche stand im Zeichen des großen „G“! Geburtstage. Also ehrlich, wenn mir jetzt noch einer ein Stück Kuchen anbietet, dann weiss ich nicht mehr, was ich tue. Es ist zwar schön, zu feiern, aber irgendwann isses auch mal gut. :’D

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Der Kater ist inzwischen schon fast eine Woche bei uns. Das er ein Streuner ist, kann ich so gar nicht behaupten. Jetzt, wo er weiss, dass er bleiben darf, tut er dies auch. :) Er geniesst sichtlich sein Leben. Die Frage ist jetzt nur, wie kann man eine Katzenklappe integrieren, so dass ich nicht dauernd schauen muss, wann er raus und rein will. Raus ist ja das kleinste Problem.

Wie ich schon im letzten Post geschrieben habe, gab es viel zu feiern. Jeden Tag und manchmal sogar zweimal. Einmal davon auch für mich. :) Da ich letztes Jahr genullt habe, war ich dieses Jahr komplett entspannt. Es geht nichts über Freunde, die das genauso sehen. Man sitzt in gemütlicher Runde am Tisch und bedient sich nach Herzenslust an Käse und Würstchen und all so was. Abschneiden, reinbeissen.  Die Geschenke waren ebenfalls wundervoll. Unter anderem hat mir mein Sohn eine Herzkette geschenkt, die er selbst angefertigt hat. Er hat das Herz ausgesägt und geschliffen und schlußendlich angesprüht. Es ist toll. Ein neues rabenschwarzes Schätzchen habe ich auch bekommen. Mein kleiner Asus ist inzwischen komplett ausgenudelt. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich ihn auch noch weiter genutzt, aber mein Mann konnte das latente Genörgel wohl nicht mehr ertragen. :P Und so hat er zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, der Schlingel. Aber einfach ist es nicht. Die neue Windows-Wischoberfläche ist schon sehr speziell und mir wurde am Anfang grottenübel. Dieses Hin- und Herwischen macht mein Hirn wohl nicht so ohne Weiteres mit. Ist ja auch klar, mir wird ja eh überall, wo es schaukelt, schlecht. Wieso sollte es hier anders sein?

Eins der tollsten Geschenke ist ein Essensplaner. Manch einer wird sich jetzt fragen, warum das! Aber ich liebe solche kleinen Essentials. Meine Schwägerin hat sowas am Kühlschrank und einen Einkaufs“zettel“ auch. Ich war schon immer neidisch darauf und sie hat mir jetzt auch einen handgefertigten Plan geschenkt. Juhu!!!

Einen neuen Eintrag in der Bücherliste gibt es ebenfalls: „Bußestunde“ von Arne Dahl. Sehr gutes Buch!

PS. … grad werd ich etwas irre. Unsere Nachbarin und Balous ehemalige Besitzerin klingelt gerade. Nun – wäre ja auch kein Problem, aber das tut sie etwas zu oft in der letzten Zeit. Und immer bin ich noch im Schlafi. Ich bin kein Morgenmensch und vor 9.00 Uhr funktioniere ich zwar, aber deutlich reduziert. Es sei denn, ich muss aus dem Haus, ansonsten trifft man mich auch schon mal im Schlafi an. Irgendwie wird mir das grad zu anstrengend. Der kleine Kerl kann ja da ruhig auf der Terrasse sitzen. O_o Wie ich das Problem angehe (oder ist es noch keins und entwickelt sich erst dazu), muss ich mir noch überlegen.


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Zu Besuch bei Royals!

Puh … ich muss ganz schön viel nachlesen. Aber erst muß ich mal selbst ein paar Worte loswerden. Mir brennt einiges auf der Platte, doch gerade an den Wochenrückblicken merke ich, dass es soviele Themen und Geschichten gibt, die erzählt werden wollen. Turbolent … deshalb fange ich mal bei … heute … an. Heute morgen habe ich mich auf den Weg in die Landeshauptstadt gemacht. Und ja – mit feuerroten Haaren. Genau genommen einem hellen Fuchskupferton meliert mit rot-lila und orangenen Strähnen. :D Isch hab Herbst auf’m Kopp!

Bevor ihr weiterlest … einfach das Video anklicken und erst danach weiterlesen. :D

 

Ich mag Wiesbaden sehr. Und weil ich ja auch ein paar Schritte nachholen möchte, habe ich kurzerhand etwas weiter weg geparkt und konnte durch den Kurpark flanieren. Ein guter Einstieg vor dem Treffen im royalen Kreise. Was hat sie nur getan???

Sie hat von langer Hand geplant, die liebe marmite getroffen. Ihres Zeichens auch bekannt als Prinzessin. :’D Für alle, die sie kennen: sie lebt und es geht ihr gut. :) marmite habe ich bei den Weight Watchern kennengelernt. Online. Meine erste Onlinebekanntschaft, die real wurde. Und wir haben schon einige schöne und tiefe und lustige Gespräche geführt.

Es ist schon Tradition, dass wir uns im Café Maldaner treffen. Das Maldaner ist ein Kaffeehaus, das 1859 eröffnet wurde. Und ich schätze, viel verändert hat sich seitdem dort nicht. Man kommt durch eine schwere hölzerne Drehtür direkt in die Vergangenheit: schwere orientalische Teppiche schlucken den Lärm der Stadt, der mit hereinkommen könnte. Die Bedienungen animieren dazu, sich wie Hans Moser zu benehmen und ein knorziges „Herr Ober, bittschön!“ zu rufen, bevor man sich in einen gediegenen Jugendstilsessel hineinsinken lässt. Alles dort ruft nach der Jahrhundertwende. Der vorletzten, wohlgemerkt. ;)

Die Prinzessin und ich sitzen direkt im Eingangsbereich in einer Nische und kommen ins Reden … sofort. Auch wenn seit dem letzten Treffen sehr viel Zeit ins Land gegangen ist. Es gefällt mir mit und bei ihr.  Hier bei Royals im Wohnzimmer. Und sie hat zudem noch einige königliche Präsente mitgebracht, von denen mir gerade eins im Munde zergeht. Anfang des Jahres bin ich 40 geworden und einige meiner Freunde haben wohl beschlossen, das während des ganzen Jahres zu feiern. :’D So eben die Prinzessin und auch meine liebe CL am anderen Ende von Deutschland. Jetzt ist es vielleicht … suboptimal … wenn aus der Präsenttüte ein Baquett-chen herausschaut. Da guckte der gute Ober etwas irritiert. Wurde aber beruhigt dadurch, dass wir gleich mal ein Frühstück orderten. Die leckere Salzbutter hab ich eingepackt gelassen, aber einen Blick auf die Mirabellenmarmelade quitierte er mit hochgezogener Augenbraue. Öhm …

Ein Morgen im Maldaner vergeht neben dem Quasseln mit Schauen und Staunen. Da sitzt neben uns ein gemütlicher furchtbar runder älterer Herr mit wiener Akzent und beschwert sich zeitweilig darüber (bei uns), dass die Damen des gerade heranrollenden Kaffeeklatsches den Tisch herumbugsiert haben und ihn somit eingequetscht. „Mit dem Hintern, stelln’s sich des amol vor! Mit dem Hintern hat sie ihn geschoben!“ sagt er und nimmt von der freundlichen Bedienung mit weißem Häubchen seinen Kaffee entgegen. Der Trubel des Kaffeekränzchen bleibt auch uns nicht erspart und so lassen wir uns ein bißchen ein auf das Geraschel, Geschiebe und Geplaudere der älteren Damen. Der Ober hat etwas Mühe! „Schätzchen!“ sagt er ganz verzweifelt, weil niemand so genau sagt, wer denn jetzt einen Sekt trinken möchte. „Vielleicht hören sie schlecht“ vermute ich und marmite lacht. Da kommt es auch schon vom Nachbartisch: „Annemarie, sag mal hörst Du schlecht?  Willste jetzt einen Sekt???“ Plötzlich kommt eine Bekannte von unserem Nebenmann und diese gehört – oh Zufall – ebenfalls zum Damenkranz. Busserl hier und Busserl da. Gar nicht so einfach für den Mann in seinemeingequetschten Zustand.

Prinzessin, Pralinen, Präsente ... pigmentierte Haare. :)

Prinzessin, Pralinen, Präsente … pigmentierte Haare. :)

Dawährend kommt unser Frühstück. Hmmmm … und so essen und quasseln wir ganz royal und dekadent in unserer Nische. Der Tisch ist klein und alles kann ich nicht auf einmal auspacken. Mit etwas mehr Platz kommt nach dem Frühstück noch ein kleines Päckchen auf den Tisch. Nein!!! Doch!!! Von CL. Na sowas. Ich sollte vielleicht anmerken, dass es eine ca. 10 m lange Theke gibt, in der sich eine Menge hausgemachter Torten und Kuchen tummeln … und noch eine Fülle der köstlichsten Pralinen. Uiuiui. Als ich das Geschenk denn aus seiner Umhüllung befreit habe, wo es schon seit Februar drin schlummert … tapfere marmite … geht mein Blick unwillkürlich Richtung Theke und zum Ober, der glücklicherweise gerade in den Tiefen des Cafés entschwunden ist. Leckere Pralinen kommen zu

m Vorschein, die gleich mal von uns zweien getestet werden. *yammi* Und das Döschen dazu ist einfach zuckerschnutig. Dosen sind meine Leidenschaft. ;)

Wisst ihr, ich bin sehr, sehr netzaffin. Aber ich liebe genau diese Momente, in denen das reale Leben so sehr präsent ist. Eintauchen und wohlfühlen … mit einem Lächeln auf den Lippen.

Startet gut in die Woche! Wo auch immer ihr seid. Und immer brav lächeln. ;)