Das Leben ist wild!


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Nichts bleibt …

… wie es ist.

Seit ein paar Tagen kekst mich meine Küche an. Im vergangenen Jahr habe ich viel Zeit damit verbracht, sie zu entmisten und zu optimieren. Es ist unfassbar viel Plastikgerümpel und auch sonst nicht mehr gebrauchter Killefitz ausgewandert. Und doch …

bleibt sie nicht so, wie sie soll. Irgendein Kobold (oder mein Mann, oder meine Kinder, oder der Kater – natürlich niiiiieeeemals ich) trägt immer wieder was rein. Puh.

Wie ihr ahnen könnt: es bahnte sich unlängst an, dass ich mal wieder einen Grundkehraus angehen musste. Ein Vormittag nur wir zwei: die Küche und ich. Ich hab gar nicht sooooo viel rauswerfen müssen, nur wieder ordentlich strukturieren. Da ich sehr chaotisch sein kann, haben wir schon mal keine offenen Schränke. Dies war eine wichtige Erkenntnis – weg von offenen Ablageflächen. Gefahr erkannt – Gefahr gebannt quasi. ;)

Und für den Fall, dass wir alles nur in die Schränke deuen, gibt es auch eine Innenordnung in Form von Kisten.

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So muss ich nichts suchen und kann immer nur die Kiste rausholen, die ich brauche. Es hat außerdem den Vorteil, dass nur eine begrenzte Menge Platz pro Kiste vorhanden ist. Die Vorräte bleiben also überschaubar. Wer genau hinschaut, sieht auch eine Kiste mit der Aufschrift „Fix“. Auch die gibt es. Denn ich liebe Dr. Oetker Pudding … und bis jetzt hab ich mich auch noch nicht an selbstgemachte Sauce Hollandaise rangetraut. Mehr ist da gar nicht mehr drin.

Von der Anrichte und der Fensterbank sind die Gläser mit Vorräten verschwunden. Es sieht merklich ruhiger aus in der Küche. :)

Aber dann … oh weh. Vielleicht kennt die ein oder andere das auch. Wer schon mal Marmeladen selbst herstellt, LebensMittel einkocht oder diese einfach plastikfrei aufbewahren möchte, sammelt Behälter. Gerne aus Glas mit Twist-Off-Deckel. Mein Mann schimpfte neulich schon:“Ich find nix mehr vor lauter Gläsern!!!“ und heute morgen habe ich aus den Tiefen des Gläser-Vasen-Dinge, die wir nicht oft brauchen-Schranks mal alle herausbefördert.

Die nicht in Benutzung sind.

Und sich ansammeln.

Und teilweise … gar keinen Deckel mehr haben. O_o

 

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Okay. Sie haben auch gar nicht alle aufs Bild gepasst. Fakt ist: ich hab die Hälfte von den „Kann ich sicher mal gebrauchen“ – Gläsern entsorgt. Zum einen, weil Gelee irgendwie nicht lecker schmeckt aus kleinen Gurkengläsern. Zum anderen, weil ich gar nicht so viele LebensMittel auf Vorrat haben möchte. Und transportieren muss ich nur einmal pro Woche, wenn ich mein Abendessen mit zur Arbeit nehme. So what?

Das ist nur ein kleines Beispiel, das zeigt, dass wir in unserem Leben nicht davon ausgehen können, dass etwas bleibt, wie es ist. Selbst wenn wir einen Weg für uns gefunden haben, wird es immer wieder Bedingungen, Unwägbarkeiten oder ganz einfach jemand geben, der vielleicht anders denkt, lebt und handelt und uns damit beeinflusst.

Konkret für mein Projekt des Plastikmanagments und auch hin zu einem minimalistischeren Leben bedeutet dies beständige Selbstreflexion. Handeln und überprüfen. Handeln und überprüfen.

Ehrlich gesagt, ich hätte ehrlich gesagt gar nicht gedacht, dass sich soviel neu angesammelt hat. Wie habe ich neulich so treffend gelesen bei marcominimalist: „Die Dinge kommen in dein Leben wie Zahnbelag. Es passiert einfach und scheint ganz natürlich aber nicht gewollt.“

Sie schleichen sich hinterrücks an und irgendwie fühlen wir uns oftmals gar nicht so unwohl. Aber sie sind der Zahnbelag des Lebens. Belegen uns. Und machen, dass sich alles nicht mehr so glatt und sauber und ja … leer anfühlt. Wobei wir uns immer überlegen sollten, was Leere für uns bedeutet und wie sie besetzt ist.

Ich zum Beispiel mag diese Flächenleere. Sie gibt mir ein aufgeräumtes Gefühl. Das Suchen, Schieben und Kruschteln minimiert sich. Die Nerven werden geschont. Ich meine dieses angenehme Gefühl, wenn man nicht mit jeder Faser im Raum aneckt und eingefangen wird.

Dies ist jetzt auch wieder in unserer Winzi-Küche so. Beruhigend. Irgendwie geht das Loslösen immer mit dem Aufräumen einher. So ist es wohl einfach … :)

 


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Plastikfrei im Ruhrpott?!

Vergangenes Wochenende haben wir meine Schwiegermutter in Henrichenburg – mitten im Ruhrpott – besucht. Schade, dass diesem Lebens-Raum so ein oller rußiger Name anhängt, denn wenn man sich genauer umschaut, bietet er viele interessante Ecken und ist keinesfalls nur grau in grau. Im Gegenteil, alte Alleen mit wunderschönem Baumbestand säumen unseren Weg. Und die Route-Industriekultur zeigt Interessierten ein Stück dessen, was das Ruhrgebiet nun mal ausmachte.

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Hier begegnet man vielerorts alten stillgelegten Zechen. In einer solchen Zeche hat sich „Manufaktum“ niedergelassen. Mit dem Motto „Es gibt sie noch, die guten Dinge“ begibt man sich dort in der alten Kaue (dort haben sich früher die Bergleute umgezogen und arbeitsfertig gemacht – quasi eine Schleuse in den Bergbau) in eine längst vergangen geglaubte Welt.

Das Herz jedes plastikfrei denkenden Menschen mit Hang zu Ästhetik und dem Sinn für gutes altes Handwerk und Gegenstände mit Wert schlägt hier höher. Auch meins. :) Jegliche Ambitionen, den Korb (Wagen gibt es hier nicht) zu füllen, werden allerdings ausgebremst, denn Qualität hat eben seinen Preis. Das stimmt, aber ich sehe es hier doch etwas kritisch, denn bei manchen Produkten frage ich mich, warum das so sein muss und ob es nicht doch ein wenig überteuert ist. O_o

Dennoch habe ich den Ausflug genossen. Und etwas erstanden, was ich schon länger im Blick habe und einmal ausprobieren wollte. Das ist jetzt was für die Frauen unter meinen Lesern. ;) Durch die Blogs geht ab und an das Thema Frauenhygiene. Wie vermeide ich Müll, die durch Binden und Tampons anfallen? Kulmine bietet hierzu einige Alternativen, die wiederverwendbar sind. Bei Manufaktum bin ich dann fündig geworden, denn ich wollte mir das schon gerne mal vorher anschauen – und habe drei Slipeinlagen mitgenommen: in Baumwolle und Naturseide. Preislich drastisch runtergesetzt … das hat mich dann doch gefreut. Im Normalfall kostet eine Slipi so um die 15 – 20 Euro, hier 5. Ich werde sie testen. ;)

Weitere Dinge, die ich in den Korb gepackt habe: eine Dose Klebstoff in der Blechdose, eine Seife (ich entwickle mich zum Seifenjunkie) und einen Strohhut. Der Strohhut ist ein Luxusartikel, den ich mir schon den ganzen Sommer über wünsche. Mir war nicht nach Billigware vom Strassenrand, die ich wahrscheinlich nach dem Urlaub hätte wieder in die Tonne schmeissen können. Ich wollte etwas langlebiges, etwas, dass ich gut bewahren kann – und das mich im Gegenzug wiederum behütet. Der Hut heisst nämlich Hut, weil er Dich behütet. Kann ich grad brauchen.

 

Manufaktum hat in vielen deutschen Großstädten seine Filialen. Schaut doch einfach mal rein und lasst Euch inspirieren … vom Hang zu altem Handwerk und den guten, alten Gebrauchsgegenständen.


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Soulfood!

Warum behandeln wir nicht jedes Lebensmittel so,

als wäre es etwas besonderes für uns?

Unser persönliches Soulfood!

Ab und an schaue ich ganz gerne Jamie Oliver. Also … nach reiflicher Überlegung und immer wieder Ausprobieren muss ich sagen: ich kann das nicht in 15 oder 30 Minuten kochen, was er mir vorschlägt!!! DAS FUNKTIONIERT SO NICHT!!! Ich nicht. Nein. Nicht ich. Das Chaos – unbeschreiblich. Das Essen – sehr lecker. Die Zeit – nicht einzuhalten.

Das aber nur mal so am Rande. Mir geht es vielmehr darum, wie er mit seinen Lebensmitteln, die er zu wahrscheinlich wahren Gaumenfreuden zubereitet, umgeht. Gestern zum Beispiel habe ich per Zufall mal wieder in eine seiner Sendungen reingeschaut. Er war in den Pyrinäen unterwegs. In alten Dörfern, auf Märkten, bei der Jagd. Ich glaube, die Zubereitung der Linsensuppe war ein Schlüsselerlebnis für mich. Bei mir sieht sie selten so aus. Überhaupt sehen meine Mahlzeiten selten so aus wie in einem 4-Sterne-Restaurant.  Salat ist Salat. Bei ihm ist das ein kleines natürliches Meisterwerk und ich möchte am liebsten sofort durch die (nicht mehr vorhandene) Röhre kriechen auf die andere Seite des Bildschirms mitten hinein ins Geschehen.

Es ist die Liebe zum Kochen und die Wertschätzung der Lebensmittel, die mich sehr angerührt hat. Ja – angerührt. Einfachste Zutaten finden ihren Weg zusammen und werden … Soulfood. Ich meine … Linsensuppe. Pfff. Aber sowas von lecker aussehend.

Warum kann ich das nicht? In der Regel ist es so, dass ich dem Zubereiten einer Mahlzeit 30 Minuten zugestehe (Ausnahmen gibt es … klar Braten oder so). Einfach, robust, kindertauglich. Kein Bohai. Mit Sicherheit spielt da auch rein, dass ich nicht zu den Menschen gehöre, die aus einem Essen die einzelnen Gewürze herausschmecken können. Ich spiele in der Kreisliga, was den Umgang mit Gewürzen anbelangt. Außerdem salze ich nur ungern zuviel. Mir bereiten Gewürze Unbehagen. Lieber mal vorsichtig damit. Nur nicht zuviel reinkippen.

Versteht mich nicht falsch, ich bin eine gute Köchin. Es schmeckt. Aber mir fehlt etwas. :( Die Sendung gestern war sehr nachhaltig. Es gibt so erschreckend viele Kochsendungen und nie hatte ich das Gefühl, mir fehlt hier was. Meist geht es drunter und drüber bei diesen Küchenschlachten, Kochduellen, Geschmacksbattles. Es sieht aus wie auf dem Truppenübungsplatz. Ja, oder? Ich kann dem nichts abgewinnen.

Warum jetzt das? Ich will ehrlich sein. Ich will das auch. Der Weg zum Markt ist ein erster Schritt in diese Richtung. Lebensmittel einfach mal anders wahrnehmen. Eine Erdbeere ist nicht nur Erdbeere. Sie ist Clery oder Alba oder was weiss ich. Und ebenso all die anderen Köstlichkeiten.

Wenn wir diese Lebensmittel mal mit offeneren Augen betrachten würden, würde es uns wahrscheinlich leichter fallen, den Genuss in unsere Küchen einzulassen. Dann bräuchten wir gar nicht mehr all diese Koch-Schlonz-Sendungen (mit sicherlich tollen Köchen auf ihren Gebieten).

Ich glaub, ich mache mich mal auf die Suche nach einem Kochkurs. Ob Jamie einen gibt?

In Sachen Achtsamkeit. Lebensmittelwahrnehmung. Liebe zum Einfachen. Genuss. Ja. Das möchte ich. :)

 

 

Man kann sich übrigens die Sendungen im Land der Wahl hier ansehen: „Jamie in …“


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In der Küche!

Vor ein paar Tagen hat rage von MamaDenkt sich Gedanken über Küchen gemacht. Daraus hat sich ein Blogstöckchen verselbständigt, das ich doch gerne aufgreife (ich hab da Spaß dran). Da ich mich derzeit wirklich viel in meiner Küche aufhalte, habe ich das Thema heute mal aufgegriffen.

Als wir vor einigen Jahren hier in dieses Haus gezogen sind, mussten wir zuerst einige Veränderungen im Küchenbereich vornehmen. Die Küche befindet sich für mich an einem recht stiefmütterlichen Ort. Sie ist klitzeklein und, da sie auf der Nordseite des Hauses liegt, zudem echt dunkel. Sonne kommt dort äußerst selten rein. Sie war komplett abgeschottet vom Rest der Wohnung und wir haben erst mal einen Durchbruch in den Wohnbereich gemacht. Ich schreib mal „Wohnbereich“, denn wir haben kein klassisches Wohnzimmer. Für uns war ein großer Familientisch wichtiger, an dem das Leben tobt, als eine solide Fernseh-Sofa-Kombination. ;)

Die alte Brotschneidemaschine auf der eidottergelben Wand über dem Türsturz. :)

Die alte Brotschneidemaschine auf der eidottergelben Wand über dem Türsturz. :)

Zurück in die Zwergenküche. Einer meiner Lieblingsplätze ist auf der Anrichte. Ihr habt richtig gelesen. Mit einer Tasse warmen Tee und einem Buch kann man dort wunderbar drauf sitzen und z.B. der Suppe beim Köcheln zusehen, gelegentlich umrühren und schauen, was sich vor der Tür so tut (nicht viel, btw). Ein Vorhang hätte alles noch dunkler gemacht und so habe ich bei unseren niederländischen Nachbarn einen Sichtschutz in Form einer selbstklebenden Fensterfolie (im unteren Fensterbereich) mit Muster abgeschaut. Dank u well. :)

Die Eckdaten:

In dem 2.70m auf 2.40m großen Raum befindet sich eine inzwischen zwölf Jahre alte Ikea – Einbauküche mit der Eichenfront „Ulriksdal“ (gibt es nicht mehr). Wir haben sie aus unserer alten Küche mitgenommen und etwas umstrukturieren müssen.

In der Küche gibt es einen winzig kleinen Gang (1.50 m auf 0.80 m), der zum Flur geht.

 

Warum geschlossene Fronten?

Ganz einfach. Bislang war ich ziemlich chaotisch und ich bin absolut keine Putzfee. Wir hatten schon offene Regale und mich hat dieses wilde Rumgestehe schier narrisch gemacht. Ich wollte dieses ganze Sammelsurium hinter verschlossenen Türen und weil ich höchstwahrscheinlich ein wenig neurotische Züge habe, habe ich selbst in den Schränken kleine Kartons, die den Inhalt gut sortieren. Inzwischen ist allerdings viel Kruscht aus den Schränken weggekommen und wahrscheinlich kann über kurz oder lang auf einer Seite die Oberschrankpartie weggenommen werden.

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Was ist mir wichtig an meiner Küche?

Sicherlich kann man locker 10.000 Euronen und mehr für eine wirklich hochwertige und perfekte Küche ausgeben. Küchengeräte, hochwertige Holzarten, maßgerechter Einbau vom Fachmann. Das alles hat seinen Preis. Und teilweise sogar zu Recht. Für jemanden, der das Kochen liebt, ist das legitim. Ich koche. Punkt. Auch so, dass es schmeckt. Aber ich brauche keine Highend-Geräte. Für mich muss meine Küche wohnlich und kinderfreundlich sein. Sie muss Macken abkönnen und den Alltag einer Familie aushalten. Die Schränke müssen ausreichen, um den Inhalt gut und luftig aufnehmen zu können. Meine Küche trägt Kratzer und verschüttete Milch oder mal einen klebrigen Rest Sauce mit Fassung. Sie kann wunderbar ab, wenn die Kinder auf der Anrichte stehen, um sich etwas aus dem Schrank zu holen oder aus dem Fenster schauen. Auf mancher Fete ist sie durch den Durchbruch dennoch das Herz der Party, weil eben Platz auch auf dem engsten Raum ist (und das meine ich wörtlich. Hier ist schon eng, wenn man mal zu zweit rumwerkelt).

Ich wollte keine weisse Küche. Und ich wollte auch keine Hochglanzfront. Das ist nicht praktikabel für eine Familie mit Kindern und einer Katze.

Mir fehlt mit Sicherheit ein wenig Raum – z.B. ein kleiner Tisch wäre prima. Und die Müllbehälter ärgern mich auch oft. Aber gut … Irgendwann habe ich eine Wand eidottergelb gestrichen und kleine Bilderrahmen dran gehängt. Eine alte Brotmaschine hängt über dem Durchbruch und mein Kartoffelpüreestampfer an der Wand. Die Küche lebt und atmet …

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das ist das, was ich von einer guten Küche erwarte, die mich lange begleiten soll. Wir werden wohl zusammen alt. :)


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Happy Halloween?

Manchmal bringt die Natur interessante … Veränderungen zustande. Mutationen, die wir so nicht an jeder Straßenecke finden werden. Absonderlichkeiten.

„Beeindruckend, nicht wahr!“ heisst es bei den X-Men.

Beeindruckend war erst mal nicht das, was ich dachte, als ich den kleinen Kürbis eben in der Küche aufgeschnitten hatte. Eigentlich hab ich mich sogar ziemlich erschrocken, als ich mit dem Löffel die Kerne herausholen wollte und ich mich plötzlich einer Art Sojasprossen auf Betriebsausflug gegenübersah. Halloween wahrscheinlich …

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Okay … dann dachte ich:

„Beeindruckend, nicht wahr!“

 

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… und funkte gleich meinen Mann per whatsapp an, was ich denn bitte jetzt damit machen solle und ob er sowas schon mal gesehen hätte? Ganz der Pragmatiker kam nur ein „EINPFLANZEN“ (ja doch, ich hör doch nicht schlecht) zurück. Das meinte ich aber gar nicht. Eher: muss ich jetzt darben oder kann ich den Kürbis bedenkenlos essen?! Ich hab mich für … essen entschieden.

Vielleicht hab ich mir das nur eingebildet, aber so wirklich schmecken wollte er mir nicht …

Den Kürbis habe ich gestern gekauft – im Tegut. Tja … warum passiert also so etwas? Im Grunde ist es tatsächlich eine Art Mutation. Denn normalerweise keimt ein Kürbis wohl nur innerlich, wenn das Äußere, seine Hülle, vergangen ist. Das, was dort passiert ist, nennt man Viviparie … Im Falle des Kürbis eine Störung der Kommunikation zwischen dem Inneren und der Außenwelt.

Kleiner Artikel, der das besser erklärt, als meine kleine Klugscheisserei. ;)

Und nun koch ich mal die Eier, die mein Sohn morgen mit in die Schule nehmen muss. Hartgekocht. „Kannst auch alle vier gleichzeitig kochen, Mama.“ – „Okay!“ – „Das geht schneller!“ … aaaahhh jaaaa!!!


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Umgesetzt! Noch eine Nachlese …

Okay – aus morgen wurde übermorgen. Aber so ist das manchmal mit dem wilden Leben. Der reale Teil will einfach immer irgendwas von einem. ;)

Doch heute gibt es eine Nachlese zum Thema „Plastikmanagement – die Umsetzung“! Hier geht es vor allem um den Küchenbereich!

 

Was hat sich konkret verändert?

Der große Plastikproduzent wohnt im Supermarkt. Dieser hinterlistige Kerl steckt so gut wie überall. Überall? Nein – es gibt durchaus einige sehr gute Alterntiven. Das stelle ich immer wieder fest, wenn ich heutzutage in unseren Kühlschrank schaue.

Kühlschrank

Ein guter Teil der Familienlebensmittel wohnen – ob sie nun wollen oder nicht – im Kühlschrank. Dort fand sich immer ein Joghurt für die Kinder, Wurst war prima abgepackt, weil schnell zu greifen. Senf in der Tube war platzsparend und hier und da blitze eh immer irgendwas in Plastik durch. Das ist nun weitestgehend vorbei.

  • Joghurt gibt es selektiert im Glas.
  • Sahne ebenso.
  • Senf und Ketchup und auch ein Öl wurde nach Verbrauch im Glas neugekauft.
  • Remoulade, Kapern, Sardellen, Currypaste und all diese eher „seltsamen“ Kühlschrankzutaten sind eh im Glas.

Was sich leider irgendwie nicht gebessert hat, weil mir noch die Dosen fehlen (ich möchte zum Einkaufen auf Edelstahldosen umsteigen und im Kühlschrank zur Aufbewahrung eine Käseglocke nutzen, beides habe ich noch nicht)  ist definitiv der Bereich Wurst/Käse/Frischkäse.

Milch bleibt im Tetrapak. Wir trinken sooo unfassbar viel Milch, das würde den Haushaltsetat sprengen. Bei Joghurt hatte ich ebenfalls diese Bedenken, aber wenn man es mal nachrechnet, ist durch den überlegten Einkauf ein Joghurt im Glas gar nicht teurer. Im Gegenteil.

 

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Vorratsschrank I

Ich kenne ganz viele Menschen, die ihre gekauften Produkte umfüllen. Ein „ichstaunemitoffenemmund“-Erlebnis hatte ich mal, als ich mir eine Tuppersammlung angeschaut habe. In einem mannshohen Küchenschrank. Der Typ bin ich wohl nicht. Ich fühle z.B. grundsätzlich Mehl und Zucker und alle diese Backzutaten nicht um. Damit aber kein Chaos im Schrank entsteht und ich alles gleich parat habe, habe ich mir schon vor 20 Jahren angewöhnt, die Dinge zu kategorisieren und in Kartons zu verpacken. Da passt a) gar nicht so viel rein, dass es schlecht werden kann (ich hatte noch nie irgendwelche Motten) und b) sieht es immer ordentlich aus.

  • Fixe – hab ich sukzessive aufgebraucht. Ich koche so selten damit und der Karton ist lediglich ein Überbleibsel. Das merkt man *räusper* am Verfallsdatum … ich hab ordentlich ausgedünnt.
  • Gewürze. Interessanterweise sind einige davon zur Neige gegangen und ich habe entdeckt, dass ich auch im Glas kaufen kann. Ein bißchen Plastik ist noch vorhanden, aber damit kann ich umgehen. ;)
  • Süssigkeiten. Gibt es überhaupt irgendwas, was nicht in dieses elende Plastik verpackt ist? Irgendwas? Ich sag es ganz ehrlich, ich mach ja gern mal Rumkugeln und so, aber immer wollen meine Kinder auch nicht die selbstgemachten Schokocrossies. ;)

Vorratsschrank II

  • Reis, Couscous, Bulgur und Nudeln gibt es im Karton.
  • Was verkocht wird, wird durch Produkte im Glas ersetzt. Sauerkraut. Ich habe z.B. das erste Mal in meinem Leben Sauerkraut im Glas gekauft. Es gibt nämlich Produkte, die esse ich seit ich denken kann (auch bei Muttern) schon von einer Marke. Die haben aber keins im Glas. Sei tapfer, trix … was Deine Buben können, kannst Du auch.
  • Tomatenmark gibt es in der kleinen Dose. Hier vielleicht eine nette DIY – Idee. Ich habe irgendwann mal die kleinen Dosen von beiden Seiten geöffnet und daraus Serviettenringe gemacht. Toll, wenn man mal eine Pasta-Party macht. ;)

 

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Frühstückscerealien

Wie gut, die habe ich schon lange im Glas aufbewahrt. Mir geht das dauerhafte Aufbewahren in Plastikdosen komplett ab, habe ich gemerkt. Einzige Ausnahmen waren hier: Kaffeepads und Kakao.

  • Seit ich Kakao trinke – und das tue ich, seit ich sechs bin, trinke ich Nesquik. Und ich hing immer an dem alten Karton, bis mein Mann sagte, wir sollten das usselige Teil doch mal austauschen. Und da gab es keinen Karton mehr, sondern nur noch Vollplastik. Aber dennoch haben wir die olle Dose ausgetauscht – in Vollplastik. O_o Jetzt wird der Kaba in einen Glasbehälter befüllt. Und eine Alternative zur Marke gibt es leider nicht! Nicht diskutabel! Nö!
  • Müsli. Schwierig. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich nicht einfach sagen kann (ähnlich wie beim Kaba): Müsli ist Müsli. Das ist es eben nicht. Ich esse nur ausgesuchte Sorten. Und meine Kinder auch. Und selbst, wenn es in Karton verpackt ist, ist die direkte Umverpackung Plastik. :( Warum nur? Ich habe mich jetzt mal für eine Großpackung Kölln entschieden. Die ist wenigstens nur einmal verpackt.
  • Alles andere war eh im Glas … Honig, Marmelade, Erdnussbutter, Nutella (auch nicht zu diskutieren, sorry).

Frisch auf den Tisch!

Das ist alles eine Frage der Recherche. Obst und Gemüse gerne auf dem Markt. Ich mag es sowieso, mich und meine Familie saisonal zu ernähren. Es klappt gut und ist durch die Qualität und den achtsamen und überlegten Einkauf nicht teurer als im Diskounter. Aber man braucht einen gut sortierten Supermarkt, um ohne großen Zeitaufwand Alternativen im Lebensmittelbereich zu finden. Da kommen Feinkost Albrecht und Co. einfach nicht mit. Ich hatte wirklich Angst um ein Loch im Budget, aber dem ist tatsächlich nicht so. Wir essen weniger Fleisch, Wurst und Käse. Es ist vieles selektierter in der Auswahl geworden. Die Qualität verändert sich, genauso wie der Genussfaktor. Lieber weniger als mehr. ;)

Hinzukommt, dass ich eh eine Sammlerin bin. Ich mag es einfach, in den Wald oder in den Garten zu gehen und je nach Saison Pilze, Maroni, Bärlauch und diverse Zutaten für Marmeladen selbst zu pflücken. Und auch das Thema „Jagd“ verändert die Perspektive bezüglich des Fleischkonsums erheblich.

Ich bin auf dem Land großgeworden. Bei uns gab es immer selbstgemachte Marmeladen (ich wusste lange gar nicht, dass die auch eine andere Farbe als dunkles Rot haben können). Diskounter hat meine Mutter gemieden, die waren ihr suspekt. Metzger und Bäcker gehörten einfach dazu, wenn der nächste Supermarkt in der nächsten Stadt ist. Daran erinnere ich mich im Moment oft. ;)

Hardware

Vorweg: ich halte nichts von Neuvermüllung mit Altmaterial. Jeder hat irgendwann im Leben mal die Tupperphase. Sie ist so unausweichlich wie … die Midlife Crisis (ich spreche aus Erfahrung) und die Wechseljahre (hat noch Zeit).  Jedes Mal, wenn ich den Schrank öffne, denke ich an diesen uralten Spruch: „Ein Eierschneider ganz aus Holz, ach das ist mein größter Stolz!“. :’D Aber den hab ich noch nie besessen geschweige denn gesehen. Ist für mich allerdings das Sinnbild all des überflüssigen Killefitzes in den Untiefen der Küchenschränke. Aber ich schweife ab …

  • Brotdosen und Kurzzeitaufbewahrung für Ausflüge ist noch immer in der Plastikvariante vorhanden. All den billigen Klötterkram hab ich weggegeben. Für die Kinder habe ich mir ganz aktuell zu Ostern Edelstahldosen gewünscht. :) Nehme ich etwas zur Arbeit mit, gebe ich es in ein Weckglas.
  • Salatschüsseln und ihre Freunde. Ich hatte schon immer ein Faible für Nichtplastik, da ich mich gerne mit schönen Dingen umgebe. Gerne alte Prilblumenschüsseln, Steingut- oder Emailleschüsseln. Ich habe eine Riesenschüssel, die bekommt meine Mama wieder zurück, da hat mir mein Mann ein Pendant aus Edelstahl spendiert.
  • Zwei Silikonbackformen bleiben, denn mir gehen diese irgendwann anfangenden Rostlauben nicht, die sonst immer fürs Kuchenbacken genutzt wurden. Schwer zu reinigen, immer am Durchrosten. Ich backe wohl zu wenig. Gut – oft wird es ein Blechkuchen und mein Sohn liebt ja Tassenkuchen. Es geht also auch anders.
  • Besteckschublade. Glücklicherweise ist unser Besteck nicht ummantelt. Und auch sonst erstaunlich wenig Plastikgriffe. Allerdings habe ich in der Essig-Öl-Abteilung, wo sich auch zwei Gefässe für Rührlöffel und Co. befinden, mal die Plastiksachen von den Nichtplastiksachen getrennt. Wenn wir ohne auskommen, werden sie outgesourced. :)

Ab und zu mal – Hardware

Schwieriges Thema. Ganz schwierig. Es gibt einen Bereich in unserer Küche, da tanzt das Plastik nachts Samba, wenn alles andere friedlich schläft. Dinge, die nur ab und zu mal rausdürfen. Auch hier: ich komm vom Land. Ich brauch keinen Zickzackzilles oder ein elektrisches Fleischmesser. Aber die Großeltern meines Mannes haben uns da einiges vererbt. Ich oute mich mal: Küchenmaschine (schweinsteuer, die kann nicht einfach weg und ab und zu leistet sie gute Dienste), Eierkocher (echt jetzt), Saftpresse (lektrisch), Saftpresse (tupperisch), Waage, Sandwichmaker, Zickzackzilles, Rührfix, Pürierstab, alte Kaffeemaschine, Bohnenzerkleinerer (ich hab jetzt echt überlegt wie es heißt) – Kaffeemühle (lektrisch).

Das möchte ich nicht entsorgen. Aussortieren ja. Das ist machbar. Aber ganz ohne ist nicht in meinem Sinne. Wo man da anfängt und aufhört, ist ein Prozess. Ich nutze viele dieser Hardware sehr selten, freue mich aber wirklich, wenn ich z.B. Karottensalat in der Maschine zerkleinern oder Orangen ohne großen Kraftaufwand und auch noch ohne Reste auspressen kann.

Das war also der Rundumschlag in Sachen Küche! Sicherlich fällt mir noch ab und zu etwas ein. Doch dem Ziel, Müll zu vermeiden, bin ich konsequent nähergekommen. Im April werde ich noch eine Plastikmüllwiegerunde ausrufen.

In Teil II der „Umgesetzt!“-Reihe dürft ihr mich exklusiv ins Bad begleiten. ;) Und ein bißchen putzen dürft ihr auch herzlich gerne mit mir. :)


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Trenn Dich!

Heute war ich mal wieder im Sozialkaufhaus. Ich tu mich schwer, Dinge einfach wegzuwerfen, obwohl sie noch ihre Funktion voll erfüllen. So kann ich also nicht einfach ausmisten. Denn: ich trenne mich zudem auch äußerst ungern. Nicht umsonst bin ich umgeben von so vielen Dingen des täglichen Lebens. Nützlich oder nicht sei mal dahingestellt.

Während ich also vor einigen Monaten noch dachte – wow – ist ganz leer geworden in der Küche, weiss ich heute: es geht immer noch was. Vorgestern abend habe ich mir nämlich diesen Film von einer Familie aus Hamburg angeschaut, die einen Monat ohne Plastik leben wollte und dabei erheblich ihre Giftstoffwerte im Körper verbesserte. Alles haben sie rausgeschmissen. Beim Zuschauen dachte ich nur: soviel Plastik besitzen wir gar nicht. O_o Und auch bei Familie Krautwaschl aus der Steiermark: ein Nachttischen aus Plastik mit einer Plastiklampe oben drauf??? Öhm … ich schätze, ich bin perse schon anders gepolt. Deshalb gibt es nicht ganz so viel auszutauschen. Wir leben hier viel in Holz und Metall und Stoff. Ich käme jetzt nicht auf die Idee, mich mit Plastikmöbeln zu umgeben. Noch nicht mal mehr auf der Terrasse … Aber gut.

Da bin ich durchs Haus gewandert: klar gibt es offensichtliche Plastikansammlungen. Im Bad und in der Küche. Dann gibt es verstecktes Plastik. In Kleidung und gemischt in Alltagsgegenständen. Nicht zu vergessen die Kabelage, die sich quer durch so ein Haus zieht. Es gibt Grenzen. Mein Anliegen ist nicht, komplett ohne Plastik auszukommen. Es muss familienkompatibel sein. Ich schätze mal, eine Reduktion ist schon mal ein guter Schritt.

Wenn mein Sohn sagt: „Mama, ich nehm gar keinen Joghurt mehr.“ ist das nicht im Sinne des Erfinders. Der Stracciatella-Joghurt war nicht seins. Der Kleine allerdings findet den Vanillejoghi total genial. So muss es Zugeständnisse geben.

Womit ich wieder in der Küche wäre. Ich habe zwei Backschüsseln, eine Salatschüssel, bestimmt sechs Brotdosen, Kinderteller, Becher und Brettchen entsorgt. Alles Plastik. Dazu noch Messer, Backpinsel, Kinderbesteck und Eierbecher. Ebenfalls hauptsächlich Plastik. Gegangen sind btw. noch eine Luftmatratze (selbstaufblasend), ein Toaster, ein altes Holzregal und unzählige Kochbücher und Co. Achja – nicht zu vergessen zehn Spiele und Puzzle. O_o  Und ich dachte, ich hätte schon reduziert. Am schwersten fiel mir, jetzt lacht nicht, mich von einem bestimmt 20 Jahre alten lilafarbenen Plastiksieb zu trennen. Unten schon leicht angeschmolzen. Oft benutzt, viel geliebt. Ein Erinnerungsstück. Das ist einfach aus dem Haushalt meiner Eltern mitgewandert. Aber ich muss sagen – genauso wie bei den Bodumeierbechern, auf die ich immer so stolz war und die ich direkt aus Dänemark importiert habe – nur der Gedanke hält mich auf. Das eigentliche Weggeben ist nicht schlimm. Ich KANN loslassen. Sehr gut sogar.

Im Bad hab ich weitergemacht … nachdem ich am Dienstag bei „Lush“ war und dort eine neue Welt entdeckt habe (und Karmakundin geworden bin :’D), stand der Inhalt unserer Regale ebenfalls wieder auf dem Prüfstand. Auch hier ging ein ganzer Müllsack. Manchmal braucht es einfach zwei Anläufe, um sich zu trennen. Aber die Luft, die der Raum und die Regale plötzlich haben, ist grandios.

Aber nun ist es wieder Zeit für den Garten … genug geräumt. Geht doch auch ein bißchen in die Sonne, hm. :)