Das Leben ist wild!


12 Kommentare

Du bist, was Du isst!

Gerade in der kalten Jahreszeit wird das nochmal für mich deutlich. Ich sag es jetzt mal einfach frei heraus: ich werde mit Sicherheit niemals Vegetarierer, geschweige denn, dass ich auf den Superhype „vegan“ aufspringe.

Ich bin, was ich esse: ein von der Evolution geprägter Allesfresser. Hört sich jetzt irgendwie doch eklig an, wenn ich es schreibe. Ich merk es grad selbst. Allesfresser.
Während der vergangenen Wochen, gerade dann, als die kalte Jahreszeit eingeläutet wurde, habe ich einiges gesehen und gelesen zum Thema „achtsamer Umgang mit Lebens-Mitteln“. Im Moment gerade z.B. lese ich „Der Metzger, der kein Fleisch mehr isst …“ von Karl Ludwig Schweisfurth. Das ist insofern sehr interessant, weil es von der Basis aus geschrieben ist. Der Metzger – also derjenige, der das Handwerk der Tierschlachtung gelernt hat – und der Umgang mit dem Tier – von der Massentötung hin zu einem achtsamen Tod und einer artgerechten Haltung. Der Satz geht weiter „… wenn er nicht weiss, wo es herkommt!“

Das zeigt in etwa meinen Weg auf. Den, den ich gerne gehen möchte. Nachdem ich vor ein paar Wochen eine Dokumentation über Hühnerhaltung konventionell vs. artgerecht und biologisch gesehen habe, kann ich kein bißchen Hühnerirgendwas mehr in den Wagen packen. Geht nicht. Ich bring es nicht über mich.
Jetzt muß ich 40 werden, um so zu denken. Wo war das denn vorher, bitteschön??? O_o

Ich glaube, es ist ein Prozess. Allesfresser. Ja – das bin ich. Aber ich möchte wissen, woher die Lebens-Mittel kommen, bevor sie zu Lebens-Mitteln werden. ;) Ich rede nicht mehr von einer Produktpalette. Ich esse doch keine Produkte – ich esse ganz einfach einen Apfel oder ein Rinderhüftsteak. Ehrlich gesagt: ich möchte so vieles wissen. Denn nur das Wissen gibt mir Sicherheit. Seid neugierig!!! Das sage ich schon meinen Kindern!

Und … ich bin ja nicht umsonst etwas kräftiger, als eigentlich der Plan vorsieht. Ich esse unfassbar gern. Anders: ich geniesse unfassbar gern. Und zwar die gesamte Bandbreite. Aber vielleicht ist hier ein Umdenken angesagt.

Als wir noch nicht in einer Überflussgesellschaft zuhause waren, da war unser Essverhalten ein anderes. Fleisch – gutes Fleisch  (der Begriff „ein schönes Stück Fleisch“ ist mir da noch im Kopf) gab es sonntags. Der Braten. Die Roulade. Das war kein Alltagsessen. Das war etwas besonderes, dessen Zubereitung Zeit in Anspruch nahm.

Zeit, die ich unter der Woche nicht immer habe.

Ich möchte das gern ändern. Das Zeitfenster krieg ich nicht umgebaut, aber vielleicht das Verhältnis der Lebens-Mittel, die wir hier zu uns nehmen. Es ist schon jetzt so, dass es nicht täglich Fleisch gibt. Wir vermissen es nicht.

Zumindest nicht über einige Tage. Für diese Woche habe ich mir vorgenommen, mal einen Speiseplan aufzuschreiben, der ausgewogen ist. Einen „Vorbild“-Plan. :D

Essen ist Genuss. Du bist, was Du isst.


18 Kommentare

Für Eilige …

… aber auch für UmdenkerInnen, MitmacherInnen, WeltverbesserInnen und ganz normale Menschen wie Du und ich! ;)

Seit Tagen denke ich darüber nach, was ein umweltverträgliches Leben so ausmacht. Heute nach einigen Monaten des recht plastikarmen und vor allem achtsamen Lebens überlege ich, was ich all denen, die noch am Beginn stehen (der erste Gedanke ist gepflanzt, aber ach was für ein Umstand), mit an die Hand geben kann.

Es muss doch möglich sein, nicht gleich als verhutzelter Öko mit großen Getreidepatschhänden dazustehen. Als unverbesserlicher Verbesserer.

Quelle: Pinterest

Quelle: Pinterest

 

Schon jetzt merke ich, dass die erste Gruppe vielleicht die wichtigste ist. Für Eilige! Wenn man beginnt umzudenken, finden viele Prozesse auf einmal statt und man will und will und will. Das geht nicht gut. Stattdessen sollte man sich auf kleine Projekte besinnen und eine Prioritätenliste aufstellen. Auf sein Herz hören und aufschreiben, was einem wichtig ist.

Augen öffnen!

Folge einfach ein paar Grundsätzlichkeiten. ;)

  • Discounter sind deprimierend. Sie machen vielen Menschen zwar das Leben auf den ersten Blick einfacher, aber bei genauem Hinschauen wiegen die Nachteile des Billigkonsums in einigen Bereichen ziemlich auf.
  • Iss nicht nur aus Verpackungen. Es gibt soviele Einkaufsmöglichkeiten. LebensMittel bleiben LebensMittel. Auf dem Markt zum Beispiel lässt es sich wunderbar einkaufen. Es ist ein Erlebnis für die Sinne.
  • Kaufe achtsam. Früher bin ich einkaufen gegangen mit einer Liste und mit dem Gedanken: „Könnten wir gebrauchen“. Das mache ich nicht mehr. Die „Könnten wir gebrauchen“ – Dinge sind oft im Schrank verstaubt oder schlecht geworden. „Könnte“ meint sehr oft „kann ich aber nicht“. Man kann sehr gut darauf hören, ob etwas uns „ruft“, weil wir es brauchen oder weil es uns einfach lockt. :D
  • Alternativen finden. Die gibt es meist. Und wenn nicht, dann sollte man sich nicht grämen. Ich habe einfach noch keinen Mozzarella gefunden, der nicht verpackt ist. Aber z.B. nehme ich eben statt eines eingeschweissten Brokkoli eben etwas anders. Plastikfrei leben wollen beinhaltet auch, von eingetretenen Pfaden abweichen. Neue Wege gehen wollen.
  • Und ja – manchmal auch verzichten. Ich verzichte sehr häufig, werde dafür aber auch oft überrascht, welche Wege sich mir auftun.

 

Einfach leben!

Dies ist für mich vielleicht die eindringlichste Erkenntnis, die ich gefunden habe. Und bei der ich merke: es tut mir und meinen Lieben gut. Die Einfachheit des Seins entdecken. Man macht sich so oft abhängig: von dem, was gerade im Trend liegt. Jener Marke, diesem Produkt.

Lebe einfach. Und dies in zweifachem Sinne. Ich mache mir weniger Gedanken. Und ich brauche weniger, um zufrieden zu sein. Nicht noch ein Schneidbrett, keine neue Küchenmaschine, einen siebenunzwanzigsten Topf. Kein Supermakeup, keine fünf Sorten Duschgel und nicht den zwanzigsten Lippenstift. Und wenn ich das Haus verlasse, sehen die Menschen keinen verhutzelten Waldschrat, der ungepflegt durchs Leben läuft oder dem es schlechter geht, weil er kein Highend-Küchengerät sein eigen nennt. ;) Lebe einfach – auch bei der Zubereitung der Mahlzeiten. Es gibt so viele leckere Gerichte … die keine LKW-Flugzeug-Frachtschiff-Spur durch die Welt ziehen, bis sie bei mir auf dem Teller sind. Nutze die vorhandenen Ressourcen.

Warum?

„Alles für eine Tube Zahnpasta weniger“ schrieb mir neulich CL, die ich sehr mag. Und genau so ist es ja! Warum der ganze Aufriss? Ich kann doch die Welt eh nicht verbessern. Oder?

Das habe ich auch nicht vor. Also schon … aber nicht in dem Sinne, wie „ich entwickle einen Masterplan zur Übernahme der Weltherrschaft“. Ich arbeite quasi im Untergrund. Meine Wirkunsstätte ist klein. Der Mikrokosmos umfasst: mich – meine Familie – den Boden, auf dem wir leben – unser nächstes Umfeld. Und ich bin fest davon überzeugt, dass das, was ich tue, sich in kleinen Wellen ausbreitet. Vielleicht ein Gedanke, den ich säe. Überlegungen und Handlungen bleiben selten ohne Folgen. Ich gehe nicht davon aus, dass es plötzlich keine Plastikverpackungen gibt, aber vielleicht eine Umstrukturierung von Verpackungen. Eine Verlagerung, weil der Kunde etwas anderes möchte.

 

Quelle:  Pinterest

Quelle: Pinterest

 

Nicht verbiegen!

Da kann man sich auf den Kopf stellen: ich werde nicht mein eigenes Waschpulver herstellen. Ich kann dem Respekt zollen. Aber für meinen Haushalt ist das nix. Aber mein Beitrag in diesem Bereich ist, dass wir keinen Trockner besitzen. Es geht wunderbar ohne, denn der Wäscheraum ist so warm, dass alles innerhalb eines Tages getrocknet ist. Und wir haben viel Wäsche. Ebenso kann man heute schon gute Waschmittel bekommen, die nicht vor Mikroplastik strotzen. Verbiegt Euch nicht. Bleibt dem, was ihr gut könnt, treu. Ich liebe es, aus den LebensMitteln in Wald und Feld etwas herzustellen. Fruchtaufstriche sind mein Metier. Da fühle ich mich zuhause, aber nicht im chemischen Bereich. Mixturen … Mittelchen … Pülverchen. Gut, wenn es sie schon so gibt. Von Waschsoda und Kaisernatron bin ich begeistert. :D

 

Das Ziel im Blick behalten!

Jahrzehntelang war mein Leben „anders“. Es gibt diesen schönen Spruch „Man muss das Ändern leben“. Es dauert seine Zeit. Aber ein langer Atem und die Freude am Ausprobieren machen, dass es ein kurzweiliger Weg ist. Manchmal tut sich wochenlang nichts. Dann habe ich das Gefühl, es pendelt sich ein. Wir leben mit dem Geänderten. Das Ändern lebt mit uns. Dann wieder kommt ein Schub in Form einer Idee, eines Blogeintrages, eines Berichts, einer Reportage … oder was auch immer. Ein Impuls. Und plötzlich geht der Weg weiter. Das Ändern leben. Schritt für Schritt …

Jetzt ziehe ich noch die Schleife. Es ist nichts für Eilige. Es ist etwas für UmdenkerInnen. Für Menschen mit einer besonderen Art zu leben. Diese ist nicht immer einfach und für manch einen sicher seltsam. Aber sie macht uns aus.

Alles für eine Tube Zahnpasta weniger … :D

 

Quelle: Pinterest

Quelle: Pinterest


22 Kommentare

Für die Tonne!

Wir haben eine Biotonne. Und da landet schon eine Menge. Immer noch. Ärgerlich!

Aber das passiert so schleichend … die Banane, die schon seit 14 Tagen gleich einem Hämatom die Farbe verändert, bis sie kohlrabenschwarz ist. Ist sicher noch gut, isst aber keiner mehr. Brot, dass vertrocknet. Die Wurst, die doch irgendwann um ist.

Wir essen nicht so viel und manchmal, wenn die Gelüste oder was auch immer mit mir durchgeht, dann habe ich doch zuviel an Lebensmitteln gekauft. Meist aus der Lust heraus, tatsächlich. Manchmal aus Gewohnheit (Frischkäse ist alle, brauchen wir wieder …). Brauchen wir das wirklich?

Da hängt tatsächlich noch eine Menge mehr dran. Energie, Arbeit und schlußendlich auch Geld, was da in die Tonne fliegt. Ich glaube nicht, dass in unserem Haushalt ein Drittel aller gekauften Lebensmittel in die Tonne fliegt, aber es ist immer noch genug.

Aus diesem Grund hab ich heute mal den obligatorischen Einkauf abgeblasen und durchforste die Vorräte.

Was schmeisst ihr so weg? Schaut doch mal nach! Mit dem Resterechner will die VERBRAUCHER INITIATIVE Verbraucher auf spielerische Art und Weise für das Thema Lebensmittelverschwendung sensibilisieren.

 DER RESTERECHNER!

Wie können wir das Wegwerfen reduzieren? Gesunder Menschenverstand und achtsamer Umgang mit den vorhandenen Ressourcen setze ich ja irgendwie voraus. Klappt nicht immer. Aber so geht es auch:

Einkaufszettel

Wenn ich ohne losgehe, landet meist mehr oder anderes im Wagen als eigentlich geplant. Wie oft denke ich, dass ich so viel eingekauft habe, aber das Mittagessen ist jetzt irgendwie doch nicht dabei. O_o Wichtiges Utensil also!!!

Ohne Hunger!

Ich weiss ja nicht, wie es Euch so geht, aber wenn ich mit Hunger einkaufe, dann ist tatsächlich nichts mehr sicher im Supermarktregal. Meine Sinne sind dann nur noch aufs JETZT ESSEN programmiert. Die Kekse, drei Bananen mehr … da geht einiges.

Mengenrabatt?

Nimm 2, bezahl 3. Wenn man es genau nimmt, ist das gerade doch nicht falsch hingeschrieben. Oft werden wir dazu verleitet, die Angebote mitzunehmen. Zuviel? Ach – das schaffen wir doch locker. Und dann? Bleibt etwas übrig, wird schlecht und ich habe genaugenommen mehr bezahlt, als ich essen konnte. Eine Milchmädchenrechnung, wenn man es genau nimmt. Es lohnt sich, auf Qualität statt Quantität zu setzen, denn dadurch wird die Wertschätzung für ein Lebensmittel oftmals hochgesetzt.

Hamsterallüren?

Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Hier im Ort gibt es vier Supermärkte. Alle zu Fuß oder per Rad erreichbar. Die Wahrscheinlichkeit eines Gaus ist klein. Ich muss nicht mehr wie in Nachkriegszeiten horten wie ein Hamster. Und von heute auf morgen werden wir auch nicht verhungern. Also wozu brauche ich von vielem die Dinge im Dutzend???

Gut gekauft, besser gelagert!

Es ist nicht nur das Einkaufen, auch die Lagerung ist einen Gedanken wert. Dazu kann ich aber nur sagen: einfach mal googlen, wie man welche Lebensmittel gut und langlebig lagert. Auch das spart eine Menge Lebensmittelmüll.

 

 


7 Kommentare

Soulfood!

Warum behandeln wir nicht jedes Lebensmittel so,

als wäre es etwas besonderes für uns?

Unser persönliches Soulfood!

Ab und an schaue ich ganz gerne Jamie Oliver. Also … nach reiflicher Überlegung und immer wieder Ausprobieren muss ich sagen: ich kann das nicht in 15 oder 30 Minuten kochen, was er mir vorschlägt!!! DAS FUNKTIONIERT SO NICHT!!! Ich nicht. Nein. Nicht ich. Das Chaos – unbeschreiblich. Das Essen – sehr lecker. Die Zeit – nicht einzuhalten.

Das aber nur mal so am Rande. Mir geht es vielmehr darum, wie er mit seinen Lebensmitteln, die er zu wahrscheinlich wahren Gaumenfreuden zubereitet, umgeht. Gestern zum Beispiel habe ich per Zufall mal wieder in eine seiner Sendungen reingeschaut. Er war in den Pyrinäen unterwegs. In alten Dörfern, auf Märkten, bei der Jagd. Ich glaube, die Zubereitung der Linsensuppe war ein Schlüsselerlebnis für mich. Bei mir sieht sie selten so aus. Überhaupt sehen meine Mahlzeiten selten so aus wie in einem 4-Sterne-Restaurant.  Salat ist Salat. Bei ihm ist das ein kleines natürliches Meisterwerk und ich möchte am liebsten sofort durch die (nicht mehr vorhandene) Röhre kriechen auf die andere Seite des Bildschirms mitten hinein ins Geschehen.

Es ist die Liebe zum Kochen und die Wertschätzung der Lebensmittel, die mich sehr angerührt hat. Ja – angerührt. Einfachste Zutaten finden ihren Weg zusammen und werden … Soulfood. Ich meine … Linsensuppe. Pfff. Aber sowas von lecker aussehend.

Warum kann ich das nicht? In der Regel ist es so, dass ich dem Zubereiten einer Mahlzeit 30 Minuten zugestehe (Ausnahmen gibt es … klar Braten oder so). Einfach, robust, kindertauglich. Kein Bohai. Mit Sicherheit spielt da auch rein, dass ich nicht zu den Menschen gehöre, die aus einem Essen die einzelnen Gewürze herausschmecken können. Ich spiele in der Kreisliga, was den Umgang mit Gewürzen anbelangt. Außerdem salze ich nur ungern zuviel. Mir bereiten Gewürze Unbehagen. Lieber mal vorsichtig damit. Nur nicht zuviel reinkippen.

Versteht mich nicht falsch, ich bin eine gute Köchin. Es schmeckt. Aber mir fehlt etwas. :( Die Sendung gestern war sehr nachhaltig. Es gibt so erschreckend viele Kochsendungen und nie hatte ich das Gefühl, mir fehlt hier was. Meist geht es drunter und drüber bei diesen Küchenschlachten, Kochduellen, Geschmacksbattles. Es sieht aus wie auf dem Truppenübungsplatz. Ja, oder? Ich kann dem nichts abgewinnen.

Warum jetzt das? Ich will ehrlich sein. Ich will das auch. Der Weg zum Markt ist ein erster Schritt in diese Richtung. Lebensmittel einfach mal anders wahrnehmen. Eine Erdbeere ist nicht nur Erdbeere. Sie ist Clery oder Alba oder was weiss ich. Und ebenso all die anderen Köstlichkeiten.

Wenn wir diese Lebensmittel mal mit offeneren Augen betrachten würden, würde es uns wahrscheinlich leichter fallen, den Genuss in unsere Küchen einzulassen. Dann bräuchten wir gar nicht mehr all diese Koch-Schlonz-Sendungen (mit sicherlich tollen Köchen auf ihren Gebieten).

Ich glaub, ich mache mich mal auf die Suche nach einem Kochkurs. Ob Jamie einen gibt?

In Sachen Achtsamkeit. Lebensmittelwahrnehmung. Liebe zum Einfachen. Genuss. Ja. Das möchte ich. :)

 

 

Man kann sich übrigens die Sendungen im Land der Wahl hier ansehen: „Jamie in …“


8 Kommentare

Umgesetzt! Noch eine Nachlese …

Okay – aus morgen wurde übermorgen. Aber so ist das manchmal mit dem wilden Leben. Der reale Teil will einfach immer irgendwas von einem. ;)

Doch heute gibt es eine Nachlese zum Thema „Plastikmanagement – die Umsetzung“! Hier geht es vor allem um den Küchenbereich!

 

Was hat sich konkret verändert?

Der große Plastikproduzent wohnt im Supermarkt. Dieser hinterlistige Kerl steckt so gut wie überall. Überall? Nein – es gibt durchaus einige sehr gute Alterntiven. Das stelle ich immer wieder fest, wenn ich heutzutage in unseren Kühlschrank schaue.

Kühlschrank

Ein guter Teil der Familienlebensmittel wohnen – ob sie nun wollen oder nicht – im Kühlschrank. Dort fand sich immer ein Joghurt für die Kinder, Wurst war prima abgepackt, weil schnell zu greifen. Senf in der Tube war platzsparend und hier und da blitze eh immer irgendwas in Plastik durch. Das ist nun weitestgehend vorbei.

  • Joghurt gibt es selektiert im Glas.
  • Sahne ebenso.
  • Senf und Ketchup und auch ein Öl wurde nach Verbrauch im Glas neugekauft.
  • Remoulade, Kapern, Sardellen, Currypaste und all diese eher „seltsamen“ Kühlschrankzutaten sind eh im Glas.

Was sich leider irgendwie nicht gebessert hat, weil mir noch die Dosen fehlen (ich möchte zum Einkaufen auf Edelstahldosen umsteigen und im Kühlschrank zur Aufbewahrung eine Käseglocke nutzen, beides habe ich noch nicht)  ist definitiv der Bereich Wurst/Käse/Frischkäse.

Milch bleibt im Tetrapak. Wir trinken sooo unfassbar viel Milch, das würde den Haushaltsetat sprengen. Bei Joghurt hatte ich ebenfalls diese Bedenken, aber wenn man es mal nachrechnet, ist durch den überlegten Einkauf ein Joghurt im Glas gar nicht teurer. Im Gegenteil.

 

PicsArt_1396015330124

 

Vorratsschrank I

Ich kenne ganz viele Menschen, die ihre gekauften Produkte umfüllen. Ein „ichstaunemitoffenemmund“-Erlebnis hatte ich mal, als ich mir eine Tuppersammlung angeschaut habe. In einem mannshohen Küchenschrank. Der Typ bin ich wohl nicht. Ich fühle z.B. grundsätzlich Mehl und Zucker und alle diese Backzutaten nicht um. Damit aber kein Chaos im Schrank entsteht und ich alles gleich parat habe, habe ich mir schon vor 20 Jahren angewöhnt, die Dinge zu kategorisieren und in Kartons zu verpacken. Da passt a) gar nicht so viel rein, dass es schlecht werden kann (ich hatte noch nie irgendwelche Motten) und b) sieht es immer ordentlich aus.

  • Fixe – hab ich sukzessive aufgebraucht. Ich koche so selten damit und der Karton ist lediglich ein Überbleibsel. Das merkt man *räusper* am Verfallsdatum … ich hab ordentlich ausgedünnt.
  • Gewürze. Interessanterweise sind einige davon zur Neige gegangen und ich habe entdeckt, dass ich auch im Glas kaufen kann. Ein bißchen Plastik ist noch vorhanden, aber damit kann ich umgehen. ;)
  • Süssigkeiten. Gibt es überhaupt irgendwas, was nicht in dieses elende Plastik verpackt ist? Irgendwas? Ich sag es ganz ehrlich, ich mach ja gern mal Rumkugeln und so, aber immer wollen meine Kinder auch nicht die selbstgemachten Schokocrossies. ;)

Vorratsschrank II

  • Reis, Couscous, Bulgur und Nudeln gibt es im Karton.
  • Was verkocht wird, wird durch Produkte im Glas ersetzt. Sauerkraut. Ich habe z.B. das erste Mal in meinem Leben Sauerkraut im Glas gekauft. Es gibt nämlich Produkte, die esse ich seit ich denken kann (auch bei Muttern) schon von einer Marke. Die haben aber keins im Glas. Sei tapfer, trix … was Deine Buben können, kannst Du auch.
  • Tomatenmark gibt es in der kleinen Dose. Hier vielleicht eine nette DIY – Idee. Ich habe irgendwann mal die kleinen Dosen von beiden Seiten geöffnet und daraus Serviettenringe gemacht. Toll, wenn man mal eine Pasta-Party macht. ;)

 

20140328_145303

Frühstückscerealien

Wie gut, die habe ich schon lange im Glas aufbewahrt. Mir geht das dauerhafte Aufbewahren in Plastikdosen komplett ab, habe ich gemerkt. Einzige Ausnahmen waren hier: Kaffeepads und Kakao.

  • Seit ich Kakao trinke – und das tue ich, seit ich sechs bin, trinke ich Nesquik. Und ich hing immer an dem alten Karton, bis mein Mann sagte, wir sollten das usselige Teil doch mal austauschen. Und da gab es keinen Karton mehr, sondern nur noch Vollplastik. Aber dennoch haben wir die olle Dose ausgetauscht – in Vollplastik. O_o Jetzt wird der Kaba in einen Glasbehälter befüllt. Und eine Alternative zur Marke gibt es leider nicht! Nicht diskutabel! Nö!
  • Müsli. Schwierig. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich nicht einfach sagen kann (ähnlich wie beim Kaba): Müsli ist Müsli. Das ist es eben nicht. Ich esse nur ausgesuchte Sorten. Und meine Kinder auch. Und selbst, wenn es in Karton verpackt ist, ist die direkte Umverpackung Plastik. :( Warum nur? Ich habe mich jetzt mal für eine Großpackung Kölln entschieden. Die ist wenigstens nur einmal verpackt.
  • Alles andere war eh im Glas … Honig, Marmelade, Erdnussbutter, Nutella (auch nicht zu diskutieren, sorry).

Frisch auf den Tisch!

Das ist alles eine Frage der Recherche. Obst und Gemüse gerne auf dem Markt. Ich mag es sowieso, mich und meine Familie saisonal zu ernähren. Es klappt gut und ist durch die Qualität und den achtsamen und überlegten Einkauf nicht teurer als im Diskounter. Aber man braucht einen gut sortierten Supermarkt, um ohne großen Zeitaufwand Alternativen im Lebensmittelbereich zu finden. Da kommen Feinkost Albrecht und Co. einfach nicht mit. Ich hatte wirklich Angst um ein Loch im Budget, aber dem ist tatsächlich nicht so. Wir essen weniger Fleisch, Wurst und Käse. Es ist vieles selektierter in der Auswahl geworden. Die Qualität verändert sich, genauso wie der Genussfaktor. Lieber weniger als mehr. ;)

Hinzukommt, dass ich eh eine Sammlerin bin. Ich mag es einfach, in den Wald oder in den Garten zu gehen und je nach Saison Pilze, Maroni, Bärlauch und diverse Zutaten für Marmeladen selbst zu pflücken. Und auch das Thema „Jagd“ verändert die Perspektive bezüglich des Fleischkonsums erheblich.

Ich bin auf dem Land großgeworden. Bei uns gab es immer selbstgemachte Marmeladen (ich wusste lange gar nicht, dass die auch eine andere Farbe als dunkles Rot haben können). Diskounter hat meine Mutter gemieden, die waren ihr suspekt. Metzger und Bäcker gehörten einfach dazu, wenn der nächste Supermarkt in der nächsten Stadt ist. Daran erinnere ich mich im Moment oft. ;)

Hardware

Vorweg: ich halte nichts von Neuvermüllung mit Altmaterial. Jeder hat irgendwann im Leben mal die Tupperphase. Sie ist so unausweichlich wie … die Midlife Crisis (ich spreche aus Erfahrung) und die Wechseljahre (hat noch Zeit).  Jedes Mal, wenn ich den Schrank öffne, denke ich an diesen uralten Spruch: „Ein Eierschneider ganz aus Holz, ach das ist mein größter Stolz!“. :’D Aber den hab ich noch nie besessen geschweige denn gesehen. Ist für mich allerdings das Sinnbild all des überflüssigen Killefitzes in den Untiefen der Küchenschränke. Aber ich schweife ab …

  • Brotdosen und Kurzzeitaufbewahrung für Ausflüge ist noch immer in der Plastikvariante vorhanden. All den billigen Klötterkram hab ich weggegeben. Für die Kinder habe ich mir ganz aktuell zu Ostern Edelstahldosen gewünscht. :) Nehme ich etwas zur Arbeit mit, gebe ich es in ein Weckglas.
  • Salatschüsseln und ihre Freunde. Ich hatte schon immer ein Faible für Nichtplastik, da ich mich gerne mit schönen Dingen umgebe. Gerne alte Prilblumenschüsseln, Steingut- oder Emailleschüsseln. Ich habe eine Riesenschüssel, die bekommt meine Mama wieder zurück, da hat mir mein Mann ein Pendant aus Edelstahl spendiert.
  • Zwei Silikonbackformen bleiben, denn mir gehen diese irgendwann anfangenden Rostlauben nicht, die sonst immer fürs Kuchenbacken genutzt wurden. Schwer zu reinigen, immer am Durchrosten. Ich backe wohl zu wenig. Gut – oft wird es ein Blechkuchen und mein Sohn liebt ja Tassenkuchen. Es geht also auch anders.
  • Besteckschublade. Glücklicherweise ist unser Besteck nicht ummantelt. Und auch sonst erstaunlich wenig Plastikgriffe. Allerdings habe ich in der Essig-Öl-Abteilung, wo sich auch zwei Gefässe für Rührlöffel und Co. befinden, mal die Plastiksachen von den Nichtplastiksachen getrennt. Wenn wir ohne auskommen, werden sie outgesourced. :)

Ab und zu mal – Hardware

Schwieriges Thema. Ganz schwierig. Es gibt einen Bereich in unserer Küche, da tanzt das Plastik nachts Samba, wenn alles andere friedlich schläft. Dinge, die nur ab und zu mal rausdürfen. Auch hier: ich komm vom Land. Ich brauch keinen Zickzackzilles oder ein elektrisches Fleischmesser. Aber die Großeltern meines Mannes haben uns da einiges vererbt. Ich oute mich mal: Küchenmaschine (schweinsteuer, die kann nicht einfach weg und ab und zu leistet sie gute Dienste), Eierkocher (echt jetzt), Saftpresse (lektrisch), Saftpresse (tupperisch), Waage, Sandwichmaker, Zickzackzilles, Rührfix, Pürierstab, alte Kaffeemaschine, Bohnenzerkleinerer (ich hab jetzt echt überlegt wie es heißt) – Kaffeemühle (lektrisch).

Das möchte ich nicht entsorgen. Aussortieren ja. Das ist machbar. Aber ganz ohne ist nicht in meinem Sinne. Wo man da anfängt und aufhört, ist ein Prozess. Ich nutze viele dieser Hardware sehr selten, freue mich aber wirklich, wenn ich z.B. Karottensalat in der Maschine zerkleinern oder Orangen ohne großen Kraftaufwand und auch noch ohne Reste auspressen kann.

Das war also der Rundumschlag in Sachen Küche! Sicherlich fällt mir noch ab und zu etwas ein. Doch dem Ziel, Müll zu vermeiden, bin ich konsequent nähergekommen. Im April werde ich noch eine Plastikmüllwiegerunde ausrufen.

In Teil II der „Umgesetzt!“-Reihe dürft ihr mich exklusiv ins Bad begleiten. ;) Und ein bißchen putzen dürft ihr auch herzlich gerne mit mir. :)