Das Leben ist wild!


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Lass es gut werden …

Ein Tag, der von mir aus nicht sein müsste … ich bin gerade ziemlich aufgeregt und schreibe jetzt einfach, damit ich ruhiger werde und einfach da sein kann für meinen kleinen Kater. :'(

Im August letzten Jahres stand das Kerlchen einfach im Wohnzimmer und sprang auf meinen Schoß. Seitdem hat er sich mein Herz und das aller Familienmitglieder erobert. Im Februar, einen Tag vor meinem Geburtstag, ist er dann ganz meiner geworden. Und ich gehöre ihm. Mit Haut und Haaren.

Heute morgen kam er nach einer durchlebten (und mit Sicherheit furchtbaren) Nacht nach Hause und hat sich unter den Esstisch gelegt … nichts gefressen. Hm. Bei näherer Betrachtung haben wir festgestellt, dass sein linkes Auge komplett milchig ist. Blutunterlaufen … Da rutscht einem das Herz ziemlich in die Hose. Und glücklicherweise hat unser Tierarzt heute offen. Also – den Kater eingepackt und gleich hin. Ich bin ein Nervenbündel.

Es sieht nicht gut aus. Irgendwie hat er sich das Auge verletzt – er hat auch eine Schramme quer über der Nase. Also scheint ihn einer von diesen miesen dicken unfassbar bescheuerten Katern im Revier erwischt zu haben (Entschuldigung – aber ich muss jetzt schimpfen). Und zwar unglücklich. Der TA hat ihm gleich eine Spritze verpasst, Augentropfen ebenfalls und ihn uns mitgegeben. Mit Tropfen, Schmerzmitteln, Antibiose und der Nummer der Augenklinik in Frankfurt, falls es sich verschlimmert.

Schnelles Handeln war angesagt. Es steht auf Messers Schneide, ob er das Augenlicht behält. :'(((

Jetzt sitzen wir hier … ich schreibe und er liegt vor mir auf dem Teppich.

Es ist eine Ironie des Schicksals … ich lieb ihn ja auch, wenn er nur ein Auge behält. Schließlich kenne ich das. Mein Mann hat auch sein Augenlicht linksseitig verloren. Mit elf Jahren. Der Klassiker. Ein Pfeil hat ihn getroffen. Heute weiss ich, wie sich seine Eltern gefühlt haben müssen.

Ich schätze, man kann das nicht verstehen, wenn man selbst kein Tier hat. Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Tiere sind einfach da. Man hält kein großes Geschiss um sie. Wenn sie sterben, dann gehört das zum großen Kreislauf des Lebens.

Und dennoch … sie schleichen sich ins Herz hinein, verankern sich fest und geben alles an Hingabe und Liebe, was sie haben. Selbst so eigene Tiere wie Katzen. Und man kann gar nicht anders, als sich zu sorgen und sich zu kümmern.

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Langsam werde ich ruhiger … er schläft. Und gerade stand einer der Revierkater am Fenster und hat nach ihm geschaut. O_o So nah ist dieser Kater noch nie rangekommen. Erstaunlich.

Bitte, bitte … lass alles gut werden …

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Neunzehn!

Für einen besonderen Menschen.

Danke!

Ich habe gelernt, dass man das Leben

nicht als selbstverständlich hinnehmen sollte.

Danke für so vieles.

Auch für vom Rotwein blaue Lippen in frühen Morgenstunden.

Fürs Durchhalten. Aushalten. Behalten.

Wahrnehmen. Aufnehmen. Festhalten.

Mitlachen. Mitleiden. Gutleiden.

Für zwei wunderbare Kinder.

Neunzehn gute Jahre.

Höhen. Tiefen.

Leben.

Und.

Lieben.

:)


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Intermezzo!

„Cere – a – lien“ sagte der Mann plötzlich neben mir, während ich ratlos ins Supermarktregal schaue auf der Suche nach dem richtigen Produkt. Heute morgen habe ich dann doch mal das Projekt „Wochenendeinkauf“ in Angriff genommen. Ich sehe ihn erstaunt an. „Können Sie mir sagen, was Cere-a-lien sind. Oder heisst es Cerea-lion mit französischem Einschlag? Was ist das nur für ein Wort?“ Ich schaue ihn an, wende mich ihm zu und antworte: „Haferflocken! Naja – sie können auch Frühstücksflocken sagen. All so was.“ „Aber – wo kommt das denn her?“

Die Frage, auf die ich warte, kommt gar nicht (wo sie sich befinden!). „Wissen Sie“, sagt der ältere Herr zu mir, „ich denke mal, Sie kennen sich aus. Ich kann so viele Sprachen. Französisch ist das nicht. Italienisch … ach das könnte sein. Aber nein. Englisch auch nicht. Da wo diese Mauer mit dem vielen … Graffiti … ist, da steht drauf … (ich hab das so verstanden:) ochi … ti amor per sempre …“

Meine Augen werden groß, denn wir entfernen uns um Meilen von den Frühstücksflocken. Ein leichtes Lächeln huscht über mein Gesicht und der Mann erklärt mir freundlich („Das hat jetzt aber nichts mit uns beiden zu tun, nicht dass Sie das denken … nein, es stand nur an der Wand mit dem … Graffiti.“), was die wirklich große Sprayaktion an dieser erstaunlichen Wand heissen soll.

Ich weiss inzwischen auch, dass er Latein schon früh abgegeben hat. Woraufhin ich ihm erkläre, dass ich die Sprachen, die er gerade so liebevoll aufzeigt wirklich nur rudimentär beherrsche. Es geht um italienisch, französisch und … ja doch … latein. Und so jongliert er mit dem graffitigesprayten Text und schwenkt mal ins italienische – aber viel lieber ins französische („ich bin ein bißchen frankophil“). Wort für Wort in jeder Sprache. Eine Kaskade an Ausdrücken umweht mich. Und erklärt mir am Ende:

Ich liebe Sie für immer!

Peng. Zwischen den Regalen im Supermarkt. Jetzt hab ich aber völlig vergessen, was ich hier wollte. Sowas. Diese zauberhaften Worte in den fremden Sprachen …

Wir schauen uns an. Lächeln. Ein erheiternder Augenblick in der Hektik des Alltags. Der alte Charmeur ist sicherlich gut dreissig Jahre älter als ich. „Wissen Sie. Ich dachte, Sie kennen sich vielleicht mit den Cere-a-lien aus.“ „Welche genau suchen Sie denn überhaupt? Im übrigen glaube ich, K.ellogs hat dieses Wort erfunden, ein alles überschwemmender Marketingstreich. Wir reden von Haferflocken. Oder Getreidefrühstücksflocken und all sowas. “ (das ist schon ein kurioses Gespräch)

„Ach. Eigentlich ist das gar nicht so wichtig. Es war einfach schön, sich mit Ihnen zu unterhalten“ …

„Das war es!“ :)

Ich muss immer noch lächeln, als ich schon längst an der Kasse bin! :D


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Arm sind wir nicht.

Sind wir aber auch zufrieden?

Gerade habe ich das Buch „Anni und Alois. Arm sind wir nicht“ ausgelesen. Ein Buch über ein seit über 50 Jahren verheiratetes Ehepaar, das alleine auf einem Einödhof in den bayerischen Alpen lebt. Beide knapp 80 Jahre alt. Kaum – naja – im neuzeitlichen Sinne gesehen – Komfort. Keine Toilette, Heizung … Bad … Auto …

Was sie essen, bauen sie weitestgehend selbst im eigenen Garten an. Sogar Tabak pflanzt die Anni für ihren Alois, denn die Rente ist knapp bemessen.

Sind wie zufrieden? Augenscheinlich schon. Es wird nicht gejammert, jeder hat seine Aufgabe und sie kennen sich und ihr Leben in – und auswendig. Es hat mich nachdenklich gemacht.

Bin ich zufrieden? Weitestgehend ja. Es gab eine Zeit vor ca. 2 Jahren, da bin ich mal kurz aus meinem Leben ausgebrochen, Faden verloren, Ziel nicht mehr gesehen. Und auch nicht mehr das kleine Glück am Wegesrand. Sense. Basta. Midlifemumpitz. Oder was auch immer. Es war mir nicht möglich, zu sehen, was die Welt mir in meinem direkten Umfeld bietet. Ich wollte es auch nicht sehen.

Warum nur war mir meine Welt nicht mehr genug. Ich lebe im Wohlstand. Sowohl gesellschaftlich, als auch materiell. Ich liebe und werde geliebt. Mein Job macht mir Freude und ich habe Interessen, denen ich nachgehen kann. Ab und an sehe ich mir ein Stück von der Welt an. Mir geht es gut und ich habe Zugriff auf so viele Dinge, die ich will. Gebrechen, die mich plagen, sind händelbar. Doch gehe ich in mich, dann brauche ich definitiv nicht viel, um das innere Glück zu spüren. Diese allumfassende Zufriedenheit, die man nicht erzwingen kann. Diese, die sich einfach einstellt.

Anni und Alois sind ein bißchen wie der Tiger und der Bär, nur dass noch keiner den Weg nach Panama gesucht hat. Sie brauchen es nicht, denn sie haben erkannt, dass es dort, wo sie sind, am schönsten für sie ist. Auch wenn es nicht immer einfach ist. Wenn man mal streitet oder aber die Arbeit gerade nicht gut von der Hand geht. Ich bin ja eher wie der Tiger, der herumstreunt und ab und an das Glück auf der anderen Wiese sucht.

Um dort festzustellen, dass es hier, wo meine ursprüngliche Welt ist, doch einfach wunderbar ist. Je mehr ich loslasse von all demüberflüssigen Pröll in meinem Leben, von unnützen Dingen und Menschen (ja auch Menschen), die mich beschweren und mein Leben ungut beeinflussen, desto freier und unbelasteter fühle ich mich.

Was brauche ich, um zufrieden zu sein. Seien wir ehrlich. Nicht viel.


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Cakepops!

Also – es geht schon mal damit los, dass ich mir den Namen nicht merken kann. Cakepops. Cupcakes. Cakecups.

Richtig – es heisst Cakepops! Und sind *tadaaa*  Kügelchen Küchlein am Stiel. Und Frau trix hat sich, wie vom großen Sohn gewünscht, in die Küche begeben und kleine Geburtstagslollis gebacken. Weil ich eine brave Mami bin und weil ich meinem Sohn nach Möglichkeit solche Herzenswünsche erfülle.

Aus dem Urlaub haben wir schon eine Cakepops-Form mitgebracht. Und Stiele. Im Nachhinhein hätte ich noch zwei Formen mitnehmen sollen, das verringert den Zeitfaktor erheblich, aber gut – man lernt aus seinen Fehlern. ;)

So ist das Kind also vergangenen Samstag stolze 11 Jahre alt geworden. Wir haben in alten Fotoalben geblättert und uns wirklich fast vor Lachen weggeschmissen oder auch das ein oder andere Tränchen der Rührung verdrückt. Die Tränchen wegen dem schnell groß gewordenen Kind und das Lachen, weil wir Eltern so unfassbar jung und bedingt strassentauglich (nach heutiger Sicht und mit dem heutigen Modeverständnis) aussahen. :’D

Aber jetzt zu den Cakepops! Im Grunde geht es ganz einfach. Man bereitet einen ganz einfachen Rührteig zu. Es reicht die halbe der normalen Menge (ich hab natürlich nicht mitgedacht und war nach fast 40 Cakepops soweit, dass ich aus dem Restteig einen einfachen Boden gebacken hab und einen Schmandkuchen gezaubert hab … )

Teig brav ins Körbchen! :)

Teig brav ins Körbchen! :)

Das sieht nur so groß aus – in Wahrheit haben die Kugeln am Ende die Größe von Chupa Cups!!! Deckel drauf und ab in den Backofen – nach zwanzig Minuten sind die Kügelchen erstaunlich gut gelungen.

Knubbelige Kugeln!

Knubbelige Kugeln!

Bis hierhin fand ich die Sache noch recht einfach – dann kam der Teil mit der Geduld, der mir wahrlich nicht liegt. Nachdem ich alle Kugeln mit Stielen versorgt hatte … hieß es nämlich einfach nur WARTEN! Super Sache. Wir wollten eigentlich auch nochmal ins Bett …

Nachdem die Ungeduld mit mir durchgegangen ist, habe ich doch zwei, drei Lollis verziert. Aber ehrlich. Ausser dass die Lollis (weil mein Mann es gut meinte und versuchte, die Cakepops zum Trocknen auf eine Pappschachtel zu stecken und die Teile sich dann in der Küche zu schokoladentriefenden Geschossen mit Glitzerperlchen und Smartiesbelag herausstellten) ein Eigenleben führten (Runterruschten am Stiel, weil wohl zu schwer …) gibt das einfach nix. Lieber die Teile sicher einpacken und schlafengehen. Verzieren geht auch noch am nächsten Tag wunderbar … (wie ich jetzt weiss)

Das Leben ist bunt!

Das Leben ist bunt!

Inzwischen ist das Geburtstagswochenende ja rum … und ich darf die Form erst mal eine Weile einmotten. Wobei … Weihnachten steht ja dann auch bald vor der Tür! ;)

PS. es ist durchaus eine Wissenschaft für sich. Ich glaub fast, ich bin das Ganze sehr individuell angegangen, wenn ich mich so durch die Cakepop-Sites des Internet durchzappe. Man kann den Rührteig auch backen und dann in kleine Kugeln bröseln und formen. Man kann auch hyperdolle Frostings um die Kugeln pappen. Und man kann alle möglichen irren Motive und Dekorationen hinbekommen … ja genau … kann. Ich war schon irre stolz auf meine kleinen Kreationen. Und geschmeckt haben sie allemal – weil die wichtigste Zutat Mamas Liebe war!!! ;)