Das Leben ist wild!


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Plastik und bio!

Es gibt durchaus Grenzen in meinem Bemühen um ein nachhaltiges Leben. Chapeau für all die fleissigen Bienchen, die verschiedene Pflegeprodukte oder aber Haushaltsmittelchen selbst herstellen. Ich hab dafür kein Händchen. Und keine Zeit.

Deshalb versuche ich, in Bereichen, wo mir das Selbstherstellen abgeht, ökologisch korrekte Alternativen zu finden. Und da bin ich bei einem für mich großen Aufreger gekommen. Was von außen noch gut aussieht … hat meistens noch eine zweite Verpackung … verstecktes Plastik.

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Außen in Pappe und dann … kommt oftmals doch Plastik raus :(

 

Zum Beispiel Teebeutel. Manchmal muss es einfach fix gehen und da sind Teebeutel, die ich in den Biomüll entsorgen kann super. Bio-Beutelchen sind sogar noch besser. Und dann geht der Ärger los. Wieso sind so viele Bioteesorten in Plastik verpackt??? Das versteh ich nicht. Will man hier das Besondere hervorheben? Besonderer Tee – besondere Verpackung? Wenn man das Aroma schützen will, kann man ja meinetwegen auch noch eine separate Umverpackung aus Papier nehmen. Geht doch auch. Wenn man unbedingt auf den Verbraucher eingehen will.

Das gilt übrigens für viele biologische Lebensmittel … zu 90 % in Plastik verpackt. Doof. Echt doof. Leider haben wir hier im Rhein-Main-Gebiet noch keinen Laden, in dem man ohne Verpackung einkaufen kann. So wird ein zerowaste-Leben schon fast zur Unmöglichkeit. Und gesetzt den Fall in einer Großstadt wie Frankfurt eröffnet ein Laden, dann werde ich dort nicht hinfahren, denn irgendwie steht auch Fahrt und Zeit nicht in Relation mit dem Ergebnis. :(

Dasselbe beim Waschmittel. Ich verzichte doch nicht auf herkömmliches Waschmittel (kommt übrigens ohne Plastikverpackung aus), um dann mit dem nachhaltigeren Produkt mehr Müll zu produzieren. Da will ich das Gesamtpaket: gut fürs Wasser – gut für die Müllvermeidung. Ich habe neulich mal die Firma Sodasan angeschrieben, bis jetzt aber noch keine Antwort darauf erhalten. Leider … Ich sag Bescheid, wenn sie mir erklären können, warum sie ihr Pulver nochmal in eine Plastiktüte packen. Und sie sind ja nicht allein damit.

So suche ich und hab ein ungutes Gefühl beim Kauf von Bioprodukten. Ein deutlicher  Minuspunkt. :( Ehrlich gesagt – für mich muss es nicht immer bio sein. Das funktioniert so einfach nicht. Ich persönlich finde, wenn man ein ökologisch wertvolles Produkt herstellt, sollt man dies in aller Konsequenz tun. Das fängt beim Saatgut an und hört bei der Verpackung auf.

Ich hab jetzt also doch viel gesucht und bin bei folgenden Produkten gelandet:

Wasserenthärter von Sodasan – in der Papiertüte

Waschmittel von Frosch – ohne Plastikumverpackung

Spültabs von dm – da löst sich alles auf und ist umweltverträglich abbaubar

und für den Tee to go

Yogi-Tee – Verpackung nicht aus Plastik

 

Wie ist Euer Umgang mit dem Thema? Verzichtet ihr schon mal auf Bio der Verpackung wegen oder welches ist für Euch das kleinere Übel? Wie kompromissbereit seid ihr?


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Die Milch macht’s!

Wenn man seinen Plastikmüll reduzieren will, so funktioniert das in vielen Bereichen ganz gut, denn die Alternativen sind flächendeckend gesät. Für jeden Geldbeutel und für jeden Anspruch. Soviel zum Vorteil der Überflussgesellschaft in der wir derzeit leben. Qualität ist ein anderes Thema.

Bei einigen Produkten stellt sich dies schwieriger dar. Dumm, wenn diese Produkte zu den Hauptmüllverursachern im Haushalt gehören. Wie bei uns das Katzenfutter. Wer eine Katze hat (oder auch einen Hund), der weiss, wie empfindlich sie reagiert, wenn man ihr das bevorzugte Futter vorenthält. O_o Mal davon abgesehen, dass es so gut wie immer in der Konserve oder im Plastikbeutelchen zu kaufen ist. Wir haben nach der Übernahme von Konserve auf 100g-Einzelpackungen umgestellt. Der Kater frisst die Portionen auf – es entsteht weniger Lebensmittelmüll. Aber die Packungen sind halt da. Und täglich das Metzgerfleisch zu barfen (zerkleinern), das kann ich zumindest mir nicht leisten.

Den Löwenanteil an Verpackungsmüll allerdings hält unsere tägliche Milch. Wir gehören zu den Menschen, die keine LebensMittel-Allergien haben. Keine Intoleranzen. Nichts. Nada. Und unsere Kinder trinken seit ihrem 1. Lebensjahr jeden Morgen ihren Becher warmen Kakao. Immer. Bei zwei Kindern und bei zwei Erwachsenen, die täglich einen Becher Milchkaffee (auch mal zwei trinken), ist man schnell auf 1 l täglich. Am Wochenende auch mal mehr oder wenn Besuch kommt.

Quelle: Pinterest

Quelle: Pinterest

Und dann ist es da, das Dilemma. Wenn wir unseren Milchbedarf in Glasflaschen decken, wird die Milch schnell zum Luxusprodukt. :( Wenn ich ja wüsste, dass der Bauer das Geld dafür bekommt, ist es nochmal was anderes. Neue Artikel zu dem Thema bringen einem nicht weiter. Fakt ist, dass die Molkereien einen Großteil des Gewinns abgreifen und nicht jede Molkerei den geforderten Mindestsatz für die Milch an den Bauern abgibt.

Wir trinken wohl immer 1,5% – Milch. Schwierig in Glasflaschen zu bekommen. Von Vollmilch kriegen die Kinder als auch ich Magengrimmen.

Ehrlich gesagt: ich weiss nicht, was ich tun soll. Jedes LebensMittel hat seinen Preis. Und den zahle ich gern. Wenn es gerechtfertigt oder nachvollziehbar ist.

1.25 Euro für Milch in Glasflaschen kann ich das nicht. Hmpf. Da bin ich noch nicht weichgeklopft genug …


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Einkaufs-Aha!

Bisher gestaltete sich gerade die Plastikmüllvermeidung im Bereich „Käse und Wurst/Fleisch“ eher schwierig.

Markt zu Markt hält dies unterschiedlich. Es gibt Frischfleischtheken, da bekommst Du alles in Plastikfolie verpackt und zusätzlich noch mal in eine Plastiktüte. In unserem Supermarkt ist es so, dass es diese superdünne Folie ist, die mit Papier verbunden ist (ich trenn das zuhause immer). Und das ganze Packerl wird abschließend in eine Papiertüte gesteckt.

Egal wie … es hat mich genervt. Also habe ich heute meine eigenen Dosen mitgebracht. Fragen kostet ja bekanntermaßen nix.

Und ich wurde überrascht. Hatte ich mich doch schon auf eine große Diskussion bezüglich der Lebensmittelhygieneverordnung eingestellt, aber die Marktleiterin war superfreundlich und hat mir erklärt, wie wir das machen können. :)

Ja – und dann bekam ich tatsächlich meine drei Wurstsorten in meine eigenen Dosen verpackt. Allerdings wurde das ganze dann noch in eine Plastiktüte verpackt, die ich wohl als Müllbeutel verwenden kann. Aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung!!!!

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Und auch bei manchen Bäckern geht es voran. Da wir keine Brotschneidemaschine besitzen (außer zur Deko über dem Türsturz), lasse ich mir das Brot immer aufschneiden. So gut wie immer muss ich explizit sagen: bitte keine Plastiktüte.

Aber für einen unserer Bäcker ist das überhaupt kein Thema mehr. Denn dort gibt es den „Brotsafe“. Was daran anders als an einer normalen Tüte ist, weiss ich nicht soooo genau, aber mir gefällt schon, dass sie auf der Tüte darauf hinweisen:

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Mal davon abgesehen, nutze ich alle Papiertüten eh immer, um meinen Biomüll zu verpacken, da ich eine mehrmalige Verwendung einfach gut finde, statt die „Ummantelung“ einfach nur zu entsorgen. Klappt übrigens auch wunderbar mit der Tageszeitung. ;)

 


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Aus dem Leben einer …

Hausfrau!

*schluck* … Ja. Das muss man erst mal schreiben als weltoffene, aus dem Haus gehende und alles andere als konventionelle Dame von Welt trixtown.

Naja, wenn ich jetzt mal wirklich ehrlich bin, war „Hausfrau“ noch nie meine Hauptbeschäftigung. Ich mache das nur rein nebenberuflich. Nur, weil irgendeiner ja den Job übernehmen muss. Ach – und ich teile ihn mir. Prozentual gesehen gehen von dem echt harten Job nämlich ein paar Kinderarbeitsstunden (Zimmer aufräumen, Wäschekorbbefüllen, Altglas gegen Barzahlung wegtragen) und (hier kann man nur Dunkelziffern in den Raum werfen, aber es gibt sie) Männerarbeitsstunden (die ich vor allem im Winter beim Schneeschippen, aber auch bei so lästigen Dingen wie Fensterputzen nicht missen möchte) ab.

Die Stellenbeschreibung einer Hausfrau ist nicht schnell mal so gesagt und ich möchte auch nur teilweise darauf eingehen. Es wäre sonst ein unerschöpfliches Thema. Wenden wir uns also folgender Rubrik zu:  kümmern, dass das Haus einigermaßen in besuchsfähigem Zustand und auch sonst wohnlich hergerichtet ist. Ein Unterabsatz dieser speziellen Rubrik ist dem Thema: „Wie putze ich anständig und solide?“ gewidmet. Die einzelnen Bausteine dieser Thematik werden von Generation zu Generation in jahrmillionenalter Tradition weitergereicht. Ihr merkt es schon, ich werde schon jetzt Satz für Satz für Satz immer tiefer staubkörnchengleich in die Sache hineinbugsiert. HA. Ihr aber auch.

Jede/r hat Tips und Tricks und spezielle Anwendungsverfahrungen auf Lager, die innerfamiliär geheimnisvoll gehegt und gehütet werden. Der eine schwört auf jenes Zaubermittel, die andere liebt hingegen das andere Pülverchen.

Als junges Mädel schon war ich da wohl etwas revoluzzerhaft. Ich kann gar nicht sagen, was meine Mutter als Zaubermittelchen genutzt hat. Vielleicht war ich aber auch schon immer auf diesem Ohr taub. Das könnte ein Grund sein, warum ich nicht wirklich im Ranking der besten 100 Hausfrauen der Sparte „Putz&Teufel“ rangiere. Und doch … das Thema interessiert mich mehr und mehr. Es hat scheinbar auch im Laufe der Jahre latent an meiner Ehre gekratzt.

 … ähm … ja … seht selbst:

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und auch gerne genutzt wird

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aber wirklich der Hammer ist das hohe Aufkommen von

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Und das ist mit Sicherheit noch nicht alles. Das hat nichts mehr mit Mundpropaganda oder mit jahrtausendealter Überlieferung (ihr wisst schon – von der Trommel über die Lagerfeuergeschichten bis zur Werbepause) zu tun. Auch nicht, wenn man komplett mit der Zeit geht. Mit dem Strom fliesst. O_o

Tückisch, das Ganze. Fast könnte man von einer Kompensierung schlechten Gewissens reden. Denn auf Werbung falle ich im Allgemeinen auch nicht herein.

Woher kommt bloß diese wirklich total unnötige Hortung der verschiedensten Mittel und Pulver und überhaupt? (Und was schreibt sie hier überhaupt?)

Wisst ihr – nachdem ich nun eine völlig unspektakuläre April-Challenge zu Ende bringe (ich habe den Garten sommerfein hergerichtet und die Beete aufgehübscht), ist es vielleicht an der Zeit, dem Plastikmanagement mal auf Hausfrauenart die Zähne zu zeigen. Der Mai widmet sich der Reduktion all der überflüssigen Mittelchen. Sind sie denn tatsächlich überflüssig? Was ist hilfreich? Was kann weg? Womit wird Geld gescheffelt? Die Frage nach der Umweltbelastung beantwortet sich in diesem Fall meist von selbst.

Es ist wie bei so vielem. Was brauche ich wirklich? Und – geht es nicht vielleicht auch anders? Vielleicht komme ich hier ein Stück den Wurzeln näher. Denn meine Urgroßmutter hatte doch mit Sicherheit nicht so eine Auswahl an strahlender und glänzender Zauberei. Aber ihr Job in Sachen Hausfrau war wahrscheinlich ungleich härter.

… in diesem Sinne …

Kleines PS. – das Plastik-Müllaufkommen im Hause trix lag im April bei unter 3 kg. Sehr gut. Es wird. Es kann aber auch noch besser. Yeap!


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Umgesetzt! Noch eine Nachlese …

Okay – aus morgen wurde übermorgen. Aber so ist das manchmal mit dem wilden Leben. Der reale Teil will einfach immer irgendwas von einem. ;)

Doch heute gibt es eine Nachlese zum Thema „Plastikmanagement – die Umsetzung“! Hier geht es vor allem um den Küchenbereich!

 

Was hat sich konkret verändert?

Der große Plastikproduzent wohnt im Supermarkt. Dieser hinterlistige Kerl steckt so gut wie überall. Überall? Nein – es gibt durchaus einige sehr gute Alterntiven. Das stelle ich immer wieder fest, wenn ich heutzutage in unseren Kühlschrank schaue.

Kühlschrank

Ein guter Teil der Familienlebensmittel wohnen – ob sie nun wollen oder nicht – im Kühlschrank. Dort fand sich immer ein Joghurt für die Kinder, Wurst war prima abgepackt, weil schnell zu greifen. Senf in der Tube war platzsparend und hier und da blitze eh immer irgendwas in Plastik durch. Das ist nun weitestgehend vorbei.

  • Joghurt gibt es selektiert im Glas.
  • Sahne ebenso.
  • Senf und Ketchup und auch ein Öl wurde nach Verbrauch im Glas neugekauft.
  • Remoulade, Kapern, Sardellen, Currypaste und all diese eher „seltsamen“ Kühlschrankzutaten sind eh im Glas.

Was sich leider irgendwie nicht gebessert hat, weil mir noch die Dosen fehlen (ich möchte zum Einkaufen auf Edelstahldosen umsteigen und im Kühlschrank zur Aufbewahrung eine Käseglocke nutzen, beides habe ich noch nicht)  ist definitiv der Bereich Wurst/Käse/Frischkäse.

Milch bleibt im Tetrapak. Wir trinken sooo unfassbar viel Milch, das würde den Haushaltsetat sprengen. Bei Joghurt hatte ich ebenfalls diese Bedenken, aber wenn man es mal nachrechnet, ist durch den überlegten Einkauf ein Joghurt im Glas gar nicht teurer. Im Gegenteil.

 

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Vorratsschrank I

Ich kenne ganz viele Menschen, die ihre gekauften Produkte umfüllen. Ein „ichstaunemitoffenemmund“-Erlebnis hatte ich mal, als ich mir eine Tuppersammlung angeschaut habe. In einem mannshohen Küchenschrank. Der Typ bin ich wohl nicht. Ich fühle z.B. grundsätzlich Mehl und Zucker und alle diese Backzutaten nicht um. Damit aber kein Chaos im Schrank entsteht und ich alles gleich parat habe, habe ich mir schon vor 20 Jahren angewöhnt, die Dinge zu kategorisieren und in Kartons zu verpacken. Da passt a) gar nicht so viel rein, dass es schlecht werden kann (ich hatte noch nie irgendwelche Motten) und b) sieht es immer ordentlich aus.

  • Fixe – hab ich sukzessive aufgebraucht. Ich koche so selten damit und der Karton ist lediglich ein Überbleibsel. Das merkt man *räusper* am Verfallsdatum … ich hab ordentlich ausgedünnt.
  • Gewürze. Interessanterweise sind einige davon zur Neige gegangen und ich habe entdeckt, dass ich auch im Glas kaufen kann. Ein bißchen Plastik ist noch vorhanden, aber damit kann ich umgehen. ;)
  • Süssigkeiten. Gibt es überhaupt irgendwas, was nicht in dieses elende Plastik verpackt ist? Irgendwas? Ich sag es ganz ehrlich, ich mach ja gern mal Rumkugeln und so, aber immer wollen meine Kinder auch nicht die selbstgemachten Schokocrossies. ;)

Vorratsschrank II

  • Reis, Couscous, Bulgur und Nudeln gibt es im Karton.
  • Was verkocht wird, wird durch Produkte im Glas ersetzt. Sauerkraut. Ich habe z.B. das erste Mal in meinem Leben Sauerkraut im Glas gekauft. Es gibt nämlich Produkte, die esse ich seit ich denken kann (auch bei Muttern) schon von einer Marke. Die haben aber keins im Glas. Sei tapfer, trix … was Deine Buben können, kannst Du auch.
  • Tomatenmark gibt es in der kleinen Dose. Hier vielleicht eine nette DIY – Idee. Ich habe irgendwann mal die kleinen Dosen von beiden Seiten geöffnet und daraus Serviettenringe gemacht. Toll, wenn man mal eine Pasta-Party macht. ;)

 

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Frühstückscerealien

Wie gut, die habe ich schon lange im Glas aufbewahrt. Mir geht das dauerhafte Aufbewahren in Plastikdosen komplett ab, habe ich gemerkt. Einzige Ausnahmen waren hier: Kaffeepads und Kakao.

  • Seit ich Kakao trinke – und das tue ich, seit ich sechs bin, trinke ich Nesquik. Und ich hing immer an dem alten Karton, bis mein Mann sagte, wir sollten das usselige Teil doch mal austauschen. Und da gab es keinen Karton mehr, sondern nur noch Vollplastik. Aber dennoch haben wir die olle Dose ausgetauscht – in Vollplastik. O_o Jetzt wird der Kaba in einen Glasbehälter befüllt. Und eine Alternative zur Marke gibt es leider nicht! Nicht diskutabel! Nö!
  • Müsli. Schwierig. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich nicht einfach sagen kann (ähnlich wie beim Kaba): Müsli ist Müsli. Das ist es eben nicht. Ich esse nur ausgesuchte Sorten. Und meine Kinder auch. Und selbst, wenn es in Karton verpackt ist, ist die direkte Umverpackung Plastik. :( Warum nur? Ich habe mich jetzt mal für eine Großpackung Kölln entschieden. Die ist wenigstens nur einmal verpackt.
  • Alles andere war eh im Glas … Honig, Marmelade, Erdnussbutter, Nutella (auch nicht zu diskutieren, sorry).

Frisch auf den Tisch!

Das ist alles eine Frage der Recherche. Obst und Gemüse gerne auf dem Markt. Ich mag es sowieso, mich und meine Familie saisonal zu ernähren. Es klappt gut und ist durch die Qualität und den achtsamen und überlegten Einkauf nicht teurer als im Diskounter. Aber man braucht einen gut sortierten Supermarkt, um ohne großen Zeitaufwand Alternativen im Lebensmittelbereich zu finden. Da kommen Feinkost Albrecht und Co. einfach nicht mit. Ich hatte wirklich Angst um ein Loch im Budget, aber dem ist tatsächlich nicht so. Wir essen weniger Fleisch, Wurst und Käse. Es ist vieles selektierter in der Auswahl geworden. Die Qualität verändert sich, genauso wie der Genussfaktor. Lieber weniger als mehr. ;)

Hinzukommt, dass ich eh eine Sammlerin bin. Ich mag es einfach, in den Wald oder in den Garten zu gehen und je nach Saison Pilze, Maroni, Bärlauch und diverse Zutaten für Marmeladen selbst zu pflücken. Und auch das Thema „Jagd“ verändert die Perspektive bezüglich des Fleischkonsums erheblich.

Ich bin auf dem Land großgeworden. Bei uns gab es immer selbstgemachte Marmeladen (ich wusste lange gar nicht, dass die auch eine andere Farbe als dunkles Rot haben können). Diskounter hat meine Mutter gemieden, die waren ihr suspekt. Metzger und Bäcker gehörten einfach dazu, wenn der nächste Supermarkt in der nächsten Stadt ist. Daran erinnere ich mich im Moment oft. ;)

Hardware

Vorweg: ich halte nichts von Neuvermüllung mit Altmaterial. Jeder hat irgendwann im Leben mal die Tupperphase. Sie ist so unausweichlich wie … die Midlife Crisis (ich spreche aus Erfahrung) und die Wechseljahre (hat noch Zeit).  Jedes Mal, wenn ich den Schrank öffne, denke ich an diesen uralten Spruch: „Ein Eierschneider ganz aus Holz, ach das ist mein größter Stolz!“. :’D Aber den hab ich noch nie besessen geschweige denn gesehen. Ist für mich allerdings das Sinnbild all des überflüssigen Killefitzes in den Untiefen der Küchenschränke. Aber ich schweife ab …

  • Brotdosen und Kurzzeitaufbewahrung für Ausflüge ist noch immer in der Plastikvariante vorhanden. All den billigen Klötterkram hab ich weggegeben. Für die Kinder habe ich mir ganz aktuell zu Ostern Edelstahldosen gewünscht. :) Nehme ich etwas zur Arbeit mit, gebe ich es in ein Weckglas.
  • Salatschüsseln und ihre Freunde. Ich hatte schon immer ein Faible für Nichtplastik, da ich mich gerne mit schönen Dingen umgebe. Gerne alte Prilblumenschüsseln, Steingut- oder Emailleschüsseln. Ich habe eine Riesenschüssel, die bekommt meine Mama wieder zurück, da hat mir mein Mann ein Pendant aus Edelstahl spendiert.
  • Zwei Silikonbackformen bleiben, denn mir gehen diese irgendwann anfangenden Rostlauben nicht, die sonst immer fürs Kuchenbacken genutzt wurden. Schwer zu reinigen, immer am Durchrosten. Ich backe wohl zu wenig. Gut – oft wird es ein Blechkuchen und mein Sohn liebt ja Tassenkuchen. Es geht also auch anders.
  • Besteckschublade. Glücklicherweise ist unser Besteck nicht ummantelt. Und auch sonst erstaunlich wenig Plastikgriffe. Allerdings habe ich in der Essig-Öl-Abteilung, wo sich auch zwei Gefässe für Rührlöffel und Co. befinden, mal die Plastiksachen von den Nichtplastiksachen getrennt. Wenn wir ohne auskommen, werden sie outgesourced. :)

Ab und zu mal – Hardware

Schwieriges Thema. Ganz schwierig. Es gibt einen Bereich in unserer Küche, da tanzt das Plastik nachts Samba, wenn alles andere friedlich schläft. Dinge, die nur ab und zu mal rausdürfen. Auch hier: ich komm vom Land. Ich brauch keinen Zickzackzilles oder ein elektrisches Fleischmesser. Aber die Großeltern meines Mannes haben uns da einiges vererbt. Ich oute mich mal: Küchenmaschine (schweinsteuer, die kann nicht einfach weg und ab und zu leistet sie gute Dienste), Eierkocher (echt jetzt), Saftpresse (lektrisch), Saftpresse (tupperisch), Waage, Sandwichmaker, Zickzackzilles, Rührfix, Pürierstab, alte Kaffeemaschine, Bohnenzerkleinerer (ich hab jetzt echt überlegt wie es heißt) – Kaffeemühle (lektrisch).

Das möchte ich nicht entsorgen. Aussortieren ja. Das ist machbar. Aber ganz ohne ist nicht in meinem Sinne. Wo man da anfängt und aufhört, ist ein Prozess. Ich nutze viele dieser Hardware sehr selten, freue mich aber wirklich, wenn ich z.B. Karottensalat in der Maschine zerkleinern oder Orangen ohne großen Kraftaufwand und auch noch ohne Reste auspressen kann.

Das war also der Rundumschlag in Sachen Küche! Sicherlich fällt mir noch ab und zu etwas ein. Doch dem Ziel, Müll zu vermeiden, bin ich konsequent nähergekommen. Im April werde ich noch eine Plastikmüllwiegerunde ausrufen.

In Teil II der „Umgesetzt!“-Reihe dürft ihr mich exklusiv ins Bad begleiten. ;) Und ein bißchen putzen dürft ihr auch herzlich gerne mit mir. :)


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Genügsamkeit!

Wenn man sich mit dem Thema „Plastikmüllvermeidung“ beschäftigt, wird man zwangsläufig genügsamer. Wir leben  – wie ich schon öfter erwähnte – in einer Zugriffsgesellschaft. Egal, wonach uns der Sinn steht: wir bekommen es innerhalb kürzester Zeit. Wenn nicht aus dem eigenen Garten, dann aus dem nächsten Supermarkt (wir haben fünf große davon). Geht dies nicht, bleibt immer noch die unendliche Bestellweite des Internets. Ist irgendwie anstrengend. Dem Lauf der Zeit haben sich auch Lebensmitteldiscounter wie z.B. Aldi, deren Philosophie es war, nur eine kleine Produktauswahl zu haben, ein Stückweit gebeugt. Ich kann mich erinnern, wie die Frau eines Bekannten, sie kommt aus Vietnam, mal sagte: „Ihr habt hier gar keine Reisauswahl!“. Die beiden habe ich in unseren „Globus“ – Markt geschickt. Unendlich viele Produkte. Da steht man davor und findet vor lauter Körnern den Reis nicht mehr. O_o Wozu frage ich mich. Wozu? Ich rede nicht von drei oder fünf … sondern von ungefähr 30 verschiedenen Sorten.

Markenvielfalt für ökologische „Nichtnachdenker“ ist das Paradies. Für Menschen wie mich, die sich a) gegen Plastikvermüllung entscheiden und b) sowieso schon unentschlossen sind in vielen Bereichen ihres Lebens, ist das eine Qual.

Meine Söhne z.B. dürfen sich immer jeder vier oder fünf Joghurts aussuchen, die sie mitnehmen dürfen. Das kann aufgrund der absolut artenreichen Joghurttheke schon mal ein wenig dauern. Es verhält sich da ähnlich wie vorm Spielzeugregal. ;) Alles, aber auch alles muss genaustens angeschaut und geprüft werden, ob sich nicht noch was besseres findet. Vollgepackt – nach gefühlten zwei Stunden – kamen die Buben zurück. Der Kleine hatte nur Vanillejoghurt mit Smarties. Hm … das funktioniert so nicht. Ich finde es klasse, dass er sich auf ein Experiment eingelassen hat. Die Alternative war nämlich der große Halbliterjoghurt im Glas (Vanille) und die Smarties (Karton) getrennt. Er kann dann wahlweise noch Müsliflakes dazu geben. Für den Großen gab es statt dem kleinen Plastikjoghi ebenfalls eine Halbliterportion im Glas. Mischbar mit Frühstückscerealien.

Die Auswahl ist stark reduziert. Es gibt ja oftmals nur sehr wenige Auswahlmöglichkeiten an Joghurts im Glas. Pur ist es meist sogar nur der vollfette Joghurt. Toller Geschmack. Ich hab es vermisst.

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Das langersehnte Eis wurde eine Großpackung statt dem Wunsch nach Eis am Stiel nachzukommen. Mit der richtigen Sorte ist das kein Problem. Auch hier ist genaues Schauen angesagt. Die Qual der Wahl verkleinert sich.  :)

Was ich gesteckt habe: Wurst und Käse. Da weiss ich inzwischen, wo das Plastikvorkommen etwas reduziert ist und kaufe eben dort ein.

Bei vielen chemischen (aber auch im Lebensmittelbereich) Must-haves entscheide ich mich für Großpackungen. Es war uns nicht möglich, Geschirrspülpulver ohne Plastikverpackung zu finden. Der vermeintliche Kartonschnapper entpuppte sich als Mogelpackung. Wir gingen davon aus, dass es wie beim Waschmaschinenpulver ist und das Pulver lose im Karton aufbewahrt wird. Dass dann doch noch eine Umverpackung aus Plastik da war, konnte man von aussen nicht erkennen oder erschütteln.

Wenn ich früher also oftmals auf „Verdacht“ eingekauft habe, ist mir der Spaß inzwischen zu verschwenderisch, da die Produkte, die nicht eingeschweisst sind, oftmals mehr kosten. Ich lasse sie bewusst im Laden.  Finde ich sehr schade. Der Wochenmarkt an sich ist da die beste Alternative. :)

Alles, was jetzt an Plastik rausfliegt, wird soweit möglich durch Glas oder Papier ersetzt, so dass sich dieser Müllberg reduziert.

Was auffällt ist, dass durch die reduzierten Auswahlmöglichkeiten der Kühlschrank bewusst leer bleibt. Der Inhalt ist auf wenige Lebensmittel reduziert. Und es fehlt interessanterweise auch nichts wirklich. Mir wird jetzt erst bewusst, dass ich vieles einfach nur so (mal eben auf Vorrat) da hatte.

Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Thematik „Minimalismus“ mal auf meinen Einkaufswagen beschränkt. Und soll ich Euch was sagen: es stört mich nicht im Geringsten! :) Wenn ich etwas nicht bekomme, fahre ich nicht von Markt zu Markt. Das ist eine Frage der Zeit und der unnötigen Rumgurkerei mit dem Auto. Es gibt selten etwas, was wirklich lebensnotwendig ist. Alternativen gibt es fast immer. Und sei es nur, das schon Vorhandene aufzubrauchen …


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Plastikmanagement!

So – der März ist angebrochen. Mein erster Einkauf ist gehalten und ich habe über die Faschingstage nur Getränke und Zutaten für eine Suppe eingekauft. Dankenswerterweise habe ich im Supermarkt das, was ich noch benötigte unverpackt bekommen. :)

Beim samstäglichen Frühstück habe ich mein Vorhaben mit meiner Familie besprochen und es wurden gleich mehrere Fragen ausdiskutiert.

Ein Haushalt komplett ohne Plastik?

Das funktioniert so nicht. Ich würde mal sagen, dass mein Sohn auswandern würde, wenn er ohne Lego auskommen müsste. Und auch die Tupperdosen haben sich in den letzten 10 Jahren als äußerst praktisch erwiesen. Und haltbar. Ich schätze, inzwischen sind sie ausgespült und ihre Beständigkeit spricht trotz Material für sie. Ich kann auch den Vorteil von z.B. Blechdosen nicht herausfinden. Heisst in dem Fall. Erst mal das Plastik, welches vorhanden ist, auf seinen Nutzen hin prüfen. Es ist nicht so, dass ich durch Entrümpelung ein plus an Müll verursachen will, wenn doch die Dinge, die wir im Haushalt benötigen, sinnvoll erscheinen.

Neumüllvermeidung!

Wir haben uns darauf geeinigt, dass sich das Projekt auf eine Vermeidung von Neuplastik beschränkt. Weitestgehend. Wie gesagt, ich werde kein Shampoo anrühren. Und ich bin grad wirklich froh, dass wir aus dem Windelalter heraus sind. O_o Dazu hat der Familienrat ein wenig hin- und her überlegt, wo Plastik vermieden werden kann. Das Gros ist sicherlich in der Lebensmittelverpackung sowie im Beautybereich zu finden. Wobei ich z.B. gelernt habe, dass ein Tetrapak zu 90 % aus Papier besteht. Hier muss ich mich wohl mal kurz outen: mein Mann arbeitet bei Tetrapak. Super … jetzt haben wir einen kleinen Interessenkonflikt. Alles nicht so einfach.

Neue Wege!

Meine Kinder waren gleich voll dabei. Sie sind so erzogen, dass Müll in die Tonne und nicht auf die Strasse gehört. Was dann mit dem Müll passiert, erschließt sich ihnen natürlich so noch nicht. Zumindest nicht, dass sich ein Kind darüber groß Gedanken macht. Nun haben wir eine Liste erstellt, was wir verändern möchten und wo überall Plastikmüll zu finden ist, den es unter Umständen zu vermeiden gilt. Der Frühstückstisch ist da recht anschaulich. Was kann ausgetauscht werden, was muss unbedingt bleiben?! Glücklicherweise wird Nutella in Glas verpackt. Und auch die Marmelade und der Honig sind in einer positiven Umverpackung. :) Da wir viel Gemüse und Obst essen, werde ich als erstes Mal bei den örtlichen Bauern schauen, wie man da auch unter der Woche an frische Sachen kommt. Der Eierbauer meines Vertrauens fährt nämlich unter der Woche rum und verkauft an der Haustür. Das wäre prima. Denn einmal in der Woche ein Gemüseeinkauf funktioniert nicht. Und ich könnte es verpackungsfrei bekommen. Vom Wagen ins Haus tragen kann ich es auch ohne Tüte! :D

Das sind die ersten Überlegungen. Man kommt zwangsläufig vom Hölzchen aufs Stöckchen. Ich werde jetzt in den kommenden Tagen mein Einkaufsverhalten mal überprüfen. Die Frage ist auch: was kostet der Spaß? Beim Wasser hab ich gemerkt, da komm ich billiger weg. Interessant. Bei der Milch muss ich echt abwägen. Wir trinken mindestens einen Liter pro Tag. Am Wochenende können das auch mal 2-3 Liter täglich werden. Vor allem hab ich bisher nur Vollmilch im Glas gefunden und die vertrage ich nicht. Schon seit bestimmt 15 Jahren trinke ich die nicht mehr. O_o Ja nun. Der Start in Sachen Plastik – Challenge wird wohl eine Orientierungswoche werden. :) Und im Vordergrund steht: nützlich oder überflüssig. Ganz ohne – das sehe ich jetzt schon  – geht es zumindest in unserem Haushalt nicht.

Einen positiven Nebeneffekt hat es – auch das Thema, wie ich optimiere ich den Haushalt minimalistisch gesehen, schreitet dadurch weiter voran. :)