Das Leben ist wild!


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Das Frauenzimmer (chaos)!

Ehrlich? Nachdem ich den letzten Blog geschrieben habe und mich entsetzlich dem Gedanken hingegeben habe, dass ich das Zimmer niemals nicht wieder wohnlich hinkriege, bin ich aus dem Frauenzimmer raus und hab die Tür zugemacht. Den restlichen Tag. Und den ganzen folgenden Tag. Und erst am morgen des heutigen Tages hatte ich die Kraft, die Tür wieder zu öffnen.

Kennt ihr dieses Gefühl, dass sich das Chaos setzen muss und man selbst Luft holen sollte, bevor man sich einer ungeliebten Aufgabe widmet? Also – diesmal hat sich nicht gesetzt. Aber hilft ja alles nichts. Rein ins Chaos. Einfach rein und machen. Anpacken. Nach vorne gehen. Alles, was nicht mir gehört, hab ich in den Flur gelegt und zwar so, dass ein Durchkommen kaum mehr möglich war und meine Kinder zwang, den Krempel in die Hand zu nehmen und dorthin zu bringen, wohin er gehört. Und meinen Mann selbstredend ebenfalls.

Kinderklamotten. Drei Tüten  (was machen die nur bei mir?) habe ich in den Keller verfrachtet. Ich weiss, das ist nur eine Verschiebung. Aber das gucke ich wann anders durch. Einen guten Teil Kinderklamotten hab ich gleich entsorgt. Damit war die Truhe fast leer.

Altpapier. Der zweite große Vermüllungsfaktor und für Sammler eine echte Herausforderung. Und für Leute wie mich, die nicht diszipliniert genug sind, ihre Papiere gleich wegzuheften. Wie lange muss man eigentlich Kontoauszüge aufbewahren? Ernsthaft!!! Ich hab zwar vor einigen Jahren auf Online-Kontoauszüge umgestellt, aber es flattern dennoch immer mal welche ins Haus, wenn ich diese nicht online abrufe und abspeichere. Was nicht gleich ins Altpapier wanderte, habe ich unterteilt in die Hauptpostrumliegehaufen: Bank, Krankenkasse und Versicherung. Und ein Fach für Rechnungen und so.

Kleinkruscht. Was soll ich dazu sagen. Zwei große Mülltüten. Weg. Eine weitere mit Plastikmüll. Weg. Die Riesenkiste, die schon seit Monaten prall gefüllt dort stand. Weg. Und nun? Eine in sich ruhendes Zimmer.

Es tut der Seele und vor allem dem Auge gut. :)

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Das Chaos hat einen Namen!

Was hab ich nur getan???

Ungeschminkt kann man das nicht zeigen. Da hab ich doch in diesem Monat „Schubladendenken“! Na – von denken kann nicht mehr die Rede sein. Was ich schon von Anfang an ahnte – das geht nicht ohne Blessuren ab. Deshalb habe ich mit kleinen Schubladen angefangen. Das ist überschaubar. Das ist schnell beendet. Da haste ein Erfolgserlebnis, das Dich in ungeahnte hausfraulich positiv behaftete Höhen katapultiert.

Apropos Höhen. Das einzige Zitat, welches mir dazu einfällt, wo ich mich jetzt befinde, lautet:

„To infinity and beyond“

Hab ich nach langem Zögern doch endlich die beiden Kisten in meinem Frauenzimmer (ganz wichtig) geöffnet. *jammer* Das ist ein Raum, der nur mir gehört. In einer Familie, in der sich die Mitglieder derselben überall ausbreiten, ist so ein Raum sehr wichtig. Nur ich und ein paar Bücher und meine Papiere und ein Tisch und eine Lampe und … ja und … was sich angesammelt hat. Aber ich will nicht maulen. Vor einem Jahr sah dieser Raum aus wie eine Müllhalde. Nicht wissend, ob ich mich von meinem Mann trenne, jemand erschiesse oder aus dem Fenster springe, habe ich dort auf einer Matraze geschlafen (und ca. 10 Stunden täglich gesessen) und mein depressives Gemüt gepflegt. Und geweint. So sehr viel geweint. Doch irgendwann kam der Punkt – ich glaube, es war dieses Jahr im Januar, da hab ich gedacht: „Verdammter Mist!“ So will ich nicht mehr sein. Alles hat seine Zeit. Trauer genauso wie Freude. Und dann habe ich die Medikamente abgesetzt, mich rigoros von Menschen befreit, die mir nicht gut tun, bin in die Berge gefahren und mich wieder berappelt. Hin zu meinem eigentlichen Gemüt. Positiv. Kraftvoll. Klar. Na gut – und chaotisch. Jetzt bin ich abgeschweift.

Auf jeden Fall stagnierte die Geschichte. Zwei Kisten sollten es noch sein, die ich ausräumen wollte. Ogottogottogott. Jetzt isses also soweit und gestern abend hab ich das Land nicht mehr gesehen. Pandora hat alles rausgelassen, was nur geht. :’D

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Es wird. Ganz langsam. Aber so etwas kann man nur häppchenweise angehen. Ich tauche wieder auf. Sicher.

Und wie gesagt: dieses Bild musste ich tatsächlich arg verzerren. Es ist das bei weitem schlimmste Ausmass an „Schublade“, das hier existiert. Vielleicht klappt es bis Sonntag. Drückt die Daumen. Dann kommt dasselbe Bild – klar und deutlich. Hoffe ich. ;)


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Wurzeln!

Heute komme ich endlich mal in Ruhe zum Lesen all der Kommentare …

Ja – Pandoras Box. So etwas hat vermutlich jeder und ich glaube, unabhängig vom Geschlecht, umschleicht man sie mehr oder weniger intensiv. Man kann sie ignorieren – aber ich schätze mal ganz trocken, dass man über kurz oder lang versucht ist, sie zu öffnen.

Schick in Strick ...

Schick in Strick …

Um der Sache auf den tiefen Grund zu gehen, muss ich mal wieder in meine Kindheit wandern. Man muss wissen, ich bin ein Landmädchen. Aufgewachsen im tiefsten Taunus, in einem kleinen Dorf mit knapp 1200 Einwohnern. Damals wahrscheinlich noch weniger – aber in meiner Kindheit entstand das Neubaugebiet. Das ist es heute sicherlich immer noch, auch wenn die Besiedlung des Dorfteils vor zwanzig oder noch mehr Jahren abgeschlossen wurde. :’D

Groß geworden bin ich in einem wirklich alten Haus (400 Jahre alt) im Dorfkern. Aber nicht, dass das in den 70ern irgendwo im Taunus geschätzt wurde. Nee. Fachwerk gibt es eindeutig nicht dort. Alles wird akkurat verputzt. Und alter „Ramsch“ aus Familienbesitz wurde mit der Neudeckung des alten Daches komplett über die Wupper gegeben (heulen könnt ich … welche Schätze da wohl auf dem Dachboden schlummerten). Es wurde nichts oder kaum etwas bewahrt. Da waren meine Eltern leider schon immer sehr pragmatisch. Das häusliche Innenleben war aufgeräumt. Anders kann ich es nicht sagen. Wir Kinder haben draussen gespielt – im Sandkasten der Baustelle, mit Holzklötzen und diversen Teilen der Baustelle als Kaufladen, auf de‘ Gass‘ und im Wald.

Vor der Sanierung. Der alte Teil des Hauses.

Vor der Sanierung. Der alte Teil des Hauses.

Mein Spielsachenfundus, soweit ich mich sehr genau erinnere:

  • 2 Playmobilpferde (mit Männlein)
  • 1 kleines Plastikbauernhaus (so wie bei *Heidi*)
  • ein paar Spielzeugautos
  • eine Barbie und unverhofft eine Barbieküche. Und ein paar Klamöttchen für sie. Der Rest wurde gebastelt. Aktenkoffer aus Streichholzschachtel. Plattenhüllen aus Pappe etc. etc.
  • Rollschuhe
  • einen Kuscheltierhund in gelb/schwarz und einen kleinen weissen Panda.
  • einen Schlitten
  • ein Fahrrad (Klapprad – mitwachsend – heute wahrscheinlich kultig, damals echt bescheuert)

Ich glaube, das war es im Großen und Ganzen. Durch die Konfirmation hatte ich das Geld für eine Sanyo-Stereoanlage bestehend aus Bausteinen (revolutionär – alle anderen hatten Schneider-Kompaktanlagen) zusammen. Die gibt es heute noch – ebenso wie eine Menge Platten. Naja – und was braucht ein Teenager mehr.

Fernsehen gab es irgendwie recht viel. Ich schätze, ich war wie so viele Kinder der 70er ein Kind, das mit *Nils Holgerson*, *Heidi* aber auch *Dalli Dalli*, *Der große Preis* und *Disco* aufgewachsen ist.

Eins meiner Hobbys war lesen. Wir hatten eine Bücherei im Dorf – das heisst, meine Bücher waren ausgelagert. 10 Pfennige pro Buch – ca. zehn pro Woche. Das zweite kindheitsbegleitende Hobby war das Reiten. Allerdings lag der Reitstall im nächsten Dorf. Ich kann mich noch an den Weg mit dem Fahrrad dorthin über die Felder und durch den Wald erinnern. Im Winter auch gerne mal zu Fuß. Über die Feldwege liess es sich so schlecht radeln … und ja – wir hatten deftig-heftige Winter.

Achja – ich hatte einen Füller. Pelikan. Blau. Silberne Kappe. Und fand damals schon bei all diesen Dingen – aber bei diesem Füller am allermeisten, dass es ungerecht ist für die Verdoppelungen, da man sie nicht nutzen kann. Und das finde ich heute noch. Mein zweiter Füller kam irgendwann in der 7. Klasse dazu … ein schwarzer Lamy. Tja – und heute schreibe ich am liebsten mit meinem Mont Blanc. Man entwickelt sich weiter. :’D Ist aber auch ein Liebhaberstück. Egal. Ich schweife ab.

Die Kleidung, die wir so auf dem Dorf trugen, war praktisch und gut. Aber es kam halt echt wenig dazu. Wenn man den Supermarkt im nächsten Städtchen hat und dieses recht klein ist, hat man ein Bekleidungsgeschäft, in das man gehen kann. Und einen Schuhladen. Boah – was war das für ein Kulturschock, als wir das erste Mal alleine ohne Eltern mit dem Bus in einer einstündigen Fahrt (und nein – der Bus hielt nicht an jeder Milchkanne) nach Wiesbaden gefahren sind. Geld in der Tasche und dann vor lauter Schauen und Staunen doch nichts kaufen. Oder zumindest wurde alles sehr genau ausgewählt.

Ja- und heute? Heute lebe ich mitten im Rhein-Main-Gebiet. Frankfurt, Wiesbaden, Mainz. Dazu verschiedene Einkaufszentren – alle in greifbarer Nähe. Supermärkte im Ort: fünf.

Noch Fragen – Hauser?

Ginge ich meiner innersten Neigung nach, würde ich gut in einem Bauwagen leben. Ich fand das schon immer eine klasse Idee und hätte sehr, sehr gerne mit Peter Lustig getauscht. An die Inhalte der Serie kann ich mich dagegen gar nicht mehr erinnern. Aber an das hochziehbare Bett … Deshalb geniesse ich den Wohnwagen so. Klein. Überschaubar und … keine unnötigen Verdoppelungen.

Denn wo liegen sie begraben? Hinter den Türen und in den Schubladen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wieviele Kugelschreiber es hier im Haus gibt. Aber schlußendlich nutzen kann ich doch eh nur einen.

Und ja – der Gedanke, dass das Entrümpeln und Ausmisten letztenendes eine Art ist, Entscheidungen zu treffen, erscheint mir schlüssig. Denn das ist etwas, was schon von jeher lange reifen muss bei mir. Und deshalb habe ich so oft gesagt „ich bewahr es erstmal auf“ und „man weiss ja nie“. Bei der „Verantwortung“, die sich zudem auf die Besitztümer einer Familie überträgt, überlegt man tatsächlich zweimal. Denn – manchmal hängt das Herz des anderen daran. Das sollte bedacht werden.

Es ist notwendig, ab und an mal einen Blick hineinzuwerfen in Pandoras Box und herauszufinden, was man dort alles herausholen und sich davon verabschieden kann. Oder an was das Herz wirklich, wirklich mit allen Fasern hängt.

Ich denke, der minimalistische Gedanke umfasst für mich nicht, karg zu leben. Ich bin ein Genussmensch. Aber er umfasst für mich, mit von unnötigen Dingen zu trennen. Denn sie beschweren mich. Und wenn sie könnten, würden sie sich höchstwahrscheinlich selbst beschweren: nämlich darüber, dass sie eh nur ungenutzt herumliegen. ;)


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Pandoras Box!

Das Haus. Nicht groß, aber Platz für vier. Wer wohnt dort? Ein kleiner Messie! Einer, der gerade ins Teenageralter und -dasein gerutscht ist. Ein Sammler. Eine Chaotin. Und ab und an ein kleiner grauer Kater, der sich das beste Plätzchen aussucht.

Beim Blick über die manchmal sehr in den Vordergrund tretende Unordnung … und beim zweiten Blick in die komplett überfüllten Schubladen … bricht die Chaotin in Verzweiflung aus und ruft:

„WARUM STÖRT DAS IMMER NUR MICH???“

Die einfache männliche Antwort …

„Weil immer nur Du die Büchse der Pandora öffnest!“

Mist. Mist. Mist.

F.S Church *Pandoras Box*

F.S Church *Pandoras Box*