Das Leben ist wild!


12 Kommentare

Nachgedacht! Eine Nachlese …

Die Monatschallenge „Plastikmanagement“ neigt sich dem Ende zu. Und gleichzeitig ist es erst der Anfang der Reise. Da ich unmöglich alles in einen Post packen kann, muss ich ein wenig unterteilen. Der gedankliche Teil kommt zuerst, der praktische folgt hernach. :)

Während des vergangenen Monats habe ich für mich persönlich gemerkt, dass der Umgang mit den Dingen, mit denen wir uns umgeben,  immens wichtig ist. Zum einen möchte ich schöne, praktische und bezaubernde Gegenstände haben und zum anderen wurde mir wieder einmal klar: ich brauche nicht viel. Ich bin echt kein „Öko“ – wahrscheinlich weit davon entfernt. Zwar naturverbunden, aber ich habe durchaus einen Sinn für die praktische und auch formschöne Seite des Wohnens. Ich möchte dabei geniessen und nicht zurückkehren ins 19te Jhd.! Auf jeden Fall zahnt mein Gedanke des Minimalismus mit der Reduktion des Plastikhaushalts ineinander. Nicht alles, was ich in Plastik weggegeben habe, kam in einem Ersatzmaterial zurück. Aber ich möchte auch gesund leben und dies an meine Kinder weitervermitteln. Sie haben ein gutes Verständnis dafür, woher die Lebensmittel kommen, die wir verbrauchen. Es muss nicht immer bio sein, regional finde ich manchmal fast wichtiger. Der Bauernhof um die Ecke ist anschaulicher als die Bio-Ananas beispielsweise. Es ist auch ganz gut, mal zu erkennen: Erdbeeren wachsen nun mal nicht im Februar! ;) Zumindest nicht hier.

Es gab für mich zwei Hauptfragen in diesem Monat (neben all denen, die sich währenddessen auftaten!).

Kann man beim Kauf von alltäglichen Dingen und Lebensmitteln den Plastikmüll auf ein Kleinstmögliches reduzieren?

Da bin ich wohl echt blauäugig rangegangen. Und das merkte ich schon so ziemlich beim ersten Schritt in den Supermarkt. Nicht jeder Supermarkt ist geeignet für den plastikfreien Familieneinkauf. Bei Feinkost Albrecht war ich überhaupt gar nicht im vergangenen Monat, da dort ja so gut wie alles in Konserve oder Plastik umverpackt ist. Meine Spielplätze waren der Wochenmarkt, der Biobauernhof und der große und außerordentlich gut sortierte Supermarkt im nächsten Dorf. Bäcker natürlich auch. Metzger nicht, merke ich gerade.

Plastikmanagement sollte auf jeden Fall familienkompatibel sein, sonst fährt das Projekt ziemlich schnell gegen die Wand. Wenn die Kinder unzufrieden sind und nicht verstehen, was da plötzlich an Umstrukturierung passiert, werden sie nicht so ohne weiteres mehr mitziehen. Der Spaß und die Freude am Entdecken neuer Möglichkeiten spielt Kindern zu. Sie machen das gerne. Forschen, Entdecken, Wissenwollen.

So sind wir also oftmals im Familienverbund einkaufen gegangen. Die Buben sollten bewusst mitschauen und aussuchen. Spannend.

Man kann ergo nicht „einfach mal so“ umstellen. Der Monat war geprägt von Recherche. Ich habe wahnsinnig viel gelesen und bin auf die Reise gegangen durch mehrere Blogs zum Thema Nachhaltigkeit. Man findet, wenn man das möchte, wirklich viele gute Anregungen und Ideen. Und das Beste: man ist nicht allein. Irgendeinen Tip für irgendeine vermeintlich unlösbare Aufgabe findet sich immer. Manchmal dauert es eben etwas … ;)

Und so kann ich sagen: ja, es ist möglich, den neu hinzukommenden Plastikmüll zu reduzieren. Ehrlich gesagt, ich habe mich nicht mit der stundenlangen und räumlichen Suche nach unverpackten LMs begeben. Was es nicht gab, das hab ich einfach weggelassen und eine Alternative gesucht. Geht prima. Ich habe fast den ganzen Monat den Müll gewogen, aber ich schätze, ein einigermaßen repräsentatives Ergebnis gibt es erst im April. Denn interessanterweise hat sich vieles geleert und ich habe quasi einiges an Verpackungsaltlasten ensorgen müssen. Einmal Kuchl aufräumen und konsequent Dinge aufbrauchen und schwupp ist der Müllberg wieder gewachsen.

Kann man denn in einer Plastikwelt, wie die, in der wir  leben, zurück oder hin zu alternativen Materialien und sind sie genauso funktional und auch noch haltbar? 

Während der Grundgedanke ja war: ich reduziere lediglich meinen Plastikabfall, hatte ich plötzlich ein großes Interesse, auch das Plastik, das es fest installiert im Haushalt gibt, zu reduzieren. Es hat sich einfach verselbständigt. Denn durch die Recherche kamen all die Informationen bezüglich der Schadstoffe hinzu. Das hat mich vor wenigen Wochen überhaupt gar nicht tangiert. O_o Aber je mehr ich in die Materie eintauchte, desto doofer fand und finde ich es. Nun denn – dann tausche ich eben auch hier aus. Schüsseln und Aufbewahrungsmöglichkeiten standen hier an erster Stelle.  Maria von wiederstandistzweckmässig hat in ihrem Blog das schöne Wort „Ökobilanz“ ins Spiel gebracht. Nach Möglichkeit habe ich also versucht, schon Vorhandenes zu nutzen. Naja  und im Moment gibt es eben z.B.  noch keine neu ausgewiesene Backschüssel. Und außerdem stelle ich fest: ich habe gar nicht so viel Hardware in Plastik,  da ich schon immer auf natürliche Materialen stehe. Aber ich schätze, eine Tupperphase macht wohl jeder mal mit im Leben. Für mich war klar: ich gehe jetzt nicht in den nächsten Laden und kaufe Neuware nach.  Das widerstrebt meinem Minimalismusgedanken. Also habe ich erst mal eine große Fuhre zum Sozialkaufhaus gebracht. Dort kann es sicher irgendjemand weiter gebrauchen. Und wenn schon kaufen, dann hier oder auf dem Flohmarkt schon vorhandene Dinge und nicht neu hergestellt. So schließt sich der Kreislauf.  :)

Das Thema ist einfach sehr faszinierend. Ich hänge noch einen Monat dran. Denn ich hätte sonst das Gefühl, die Sache nicht gescheit zu Ende gebracht zu haben. Wobei … ist so etwas Allumfassendes jemals zu Ende? Ist es nicht vielmehr so, dass sich ein Grundgefühl einstellt, für einen gesünderen Mikrokosmos?

Rein theoretisch kann ich praktisch alles! Dieses war der erste Streich … und der zweite folgt sogleich morgen!!!

Advertisements


8 Kommentare

Ein Monat ohne …

Süssigkeiten!

Es geht nicht nur darum, seinen Überfluss an Hab und Gut zu reduzieren. Im Grunde ist es ein ganzheitliches Umstrukturieren seiner Gewohnheiten hin zu mehr Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt.

Der Entschluss, eine „Keine Süssigkeiten“ – Challenge durchzuziehen während des „Jeden Monat …“ Projektes reift schon länger. Der Dezember ist, um von Süssigkeiten und Schokolade absolut müde zu werden, eine gute Wahl. Überall wird man damit bombadiert, bis es einem gelinde gesagt im Halse steckenbleibt. Zuviel. Schokoladenoverflow. Im Januar dann kann ich leichteren Herzens darauf verzichten als in anderen Monaten.

Gerne würde ich gleichzeitig noch die 7-Minutes-Workouts einbauen, von denen ich bei awesomatik gelesen habe, aber ich schätze, zwei Dinge in einem Monat, die den inneren Schweinehund bezwingen müssen, sind ziemlich heftig. Im Januar also nun der Schokoladenverzicht. Zudem habe ich ja immer noch meinen Schrittzähler im Hosenseckel, um die alltägliche Bewegung zu pushen.

Zenhabits, wo ich auch gerne lese, gibt die Empfehlung, es einfach zu halten. Je komplizierter ein Unternehmen wird, umso schwieriger wird die kontinuierliche Umsetzung dessen. Wenn ich mir also 27 Ziele vornehme, sind mindestens 25 zum Scheitern verurteilt, weil die Konzentration auf jeden zusätzlichen Punkt die Umsetzung der Kernaufgabe erschwert.  Ein Stück vom Kuchen reicht also völlig. Ein Ziel. Ein Monat.

Wichtig ist für mich persönlich für jede Zielsetzung, jede Challenge, jedes Unternehmen: ich schreibe es auf. Gedanken sind gut, das geschriebene Wort ist besser. Irgendwie habe ich das Gefühl, es erlangt dadurch an Konsistenz und verpufft nicht im Alltag oder in meinen Lebensumständen. Vielleicht bin ich deshalb auch ein latenter Listenjunkie. Es geht mir einfach leichter von der Hand. Mal davon abgesehen, dass ich unwahrscheinlich vergesslich bin.

PicsArt_1388694447853

Kennt ihr noch Luzie, den Schrecken der Straße? Sie hat ihren eigenen „Countdown“ für den ersten Schultag gemacht, indem sie kleine Aufkleber aufpinnt. Für jeden vergangenen Tag einen. Soweit ich mich erinnere. Nun. So etwas hilft mir beim Bewältigen von Aufgaben recht gut. Im jetzigen Fall sind es überschüssige Holzspiesschen, die ich mal für eine Currywurstparty geschenkt bekam. Auf diese Spiesschen schreibe ich mir wohl kleine Motivationssprüche oder so. Und jeden geschafften Tag wechselt eines von einem Behälter zum nächsten. Oder in den Müll. Weg ist weg. Und eines nicht mehr allzu fernen Tages … hat man es unversehens geschafft.

Wie waren nun die ersten zwei Tage „ohne“? Wenn ich etwas zu tun habe, geht es gut. Ich habe das Gefühl, es gibt Tageszeiten, an denen es schwieriger ist, nicht in Versuchung zu geraten. Ja – schon am zweiten Tag. Oder gerade dann, weil ich in eine Art Entzug reinrutsche.

Im Alltag sind drei Dinge wichtig: eine Alternative zu haben – griffbereit. In meinem Fall Schoko-Tee von Yogi. Oder Schoko-Chili von Salus. Legga! Satt zu sein. Äuerst wichtig, sonst dreh ich hohl. Also habe ich immer Obst im Haus. Und als letztes die Reduktion von … wie nenne ich es jetzt? Nun – zum Beispiel das Frühstück. Ich esse immer das Gleiche – und habe die Zutaten dafür im Haus. Entweder Rührei. Oder Porridge. Damit reduziere ich das Gedankenmachen darum und kann mich um anderes kümmern. War das jetzt verständlich?

So – und damit mache ich mir noch einen Tee und begebe mich mit meinem Lied von Eis und Feuer ins kuschelige Bett. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. :D

PS. ja – ich lese immer noch daran … *seufz*