Das Leben ist wild!


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„Sie hatte zwei große Lieben …“

“ … und einen Schrank voller Schuhe!“

(Carrie Bradshaw)

Tauchen wir heute mal in den trix’schen höchst materialistischen Schuhkosmos ein.

Im vergangenen Jahr hat Maria von widerstandistzweckmässig mal einen Post über Schuhe gebracht. Dieser Post hat mich nachhaltig beschäftigt. Damals habe ich als erstes mal ALLE Schuhe, die ich mein Eigen nenne aus sämtlichen Winkeln des Hauses hervorgeholt.

Da war gerade ein Freund meines Sohnes bei uns. Als er den monumentalen Haufen sah, fiel ihm nichts besseres ein, als vor lauter Schreck mit vor den Mund geschlagener Hand: „Oh mein Gott!“ zu sagen. Äh ja …

An diesem Tag ergab die Sammlung einiges über 70 paar Schuhe. Den Kleinklötterkram nicht mitgezählt. Ich hatte da plötzlich ein sehr schlechtes Gewissen. Und habe mich daran gemacht, die unbrauchbaren, kaputten, unansehnlichen Schühchen … auszusortieren.

Dann ruhte das Thema. War ja auch schon hart genug. Wie kommen einige meiner Leserinnen und Leser mit zehn paar Schuhen aus? Oder weniger?! Das schaffe ich schon mit meinen Wanderstiefeln und Sportschuhen für drinnen und draußen.  Ich meine … Schuhe leben doch im Verbund. Sie finden sich zu ganzen Herden zusammen. Ja – irgendwie doch schon. Die Schuhe, die ich ausgemistet habe, die waren wirklich durch. Und schon teilweise sehr alt.

Hier seht ihr zum Beispiel mein allerältestes paar Schuhe,

welches ich natürlich (sic!!!!!!) nicht weggeworfen habe.

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Diese komplett aus Leder handgenähten Schuhe habe ich vor fast 21 Jahren in Meran gekauft zum damals für mich unfassbaren Preis von 200 DM. Sie waren schon oft beim Schuster (einmal auch, um die Nähte wieder festzuzurren), um Eischen draufschlagen zu lassen. So hält sich die Sohle perfekt.

Sieht schon ein wenig schäbig aus … so auf dem Foto, aber ich trage sie so sehr gerne.

Wie hat sich so etwas entwickelt? Wie kann man denn so viele Schuhe ansammeln? Tja – gute Frage. Ich kenne sehr wohl die Antwort. Sie sind schon immer Seelenbalsam, Frustheiler und Wegbegleiter in schlechten Zeiten gewesen. Oder auch mal das gewisse Extra für den Wow-Effekt. Seelenbalsam, weil man als kräftige Mittzwanzigerin in all den Klamottenläden nichts Passendes findet – selbst nach einem ganzen Tag Shoppingwahnsinn. Frustheiler, weil mal wieder nichts passt. Außer Schuhe, die sind verlässlich. Die gehen immer. Ebenso Bücher. Die nehmen einem dann mit in eine andere Welt und lassen einem das Elend vergessen. Erst mit dreissig habe ich angefangen, mit mir ins Reine zu kommen. Ein Mann, der mich liebt (hat er vorher auch schon acht Jahre), zwei wunderbare Kinder. Und plötzlich stagnierte der Schuhkauf.

In den Thirtysomethings habe ich mich gefunden. Die Kilos ärgern mich immer noch (waren ja auch zeitweise weg), aber ich beginne immer mehr, mich mit mir zu versöhnen.

Und das ist der Moment, in dem wir uns von Dingen, die wir wirklich nicht brauchen, zu trennen vermögen. Einfach mal ausmisten ist da nicht. Nein, nein, Freunde des Minimalismus. Die Zeit muss reifen.

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Heute bin ich bei  43 paar Schuhen. Was bleibt, sind also vor allem hochwertige und langlebige Schuhe. Kennel&Schmenger, Hilfiger, Airsteps, Clarks.  Die gibt man nicht einfach weg. Man pflegt sie. Bringt sie zum Schuster und sie bleiben einem lange, lange erhalten. Letztes Jahr hatte ich übrigens einen stillschweigenden Deal mit meinem Jüngsten: keine Schuhe kaufen in 2014. Für 2015 gibt es einen ähnlichen etwas abgeschwächten Deal (zwei Paare). Ich überlege mir, welche Schuhe ich dringend (nochmal sic!) brauche. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen: ich bin eine Farbneurotikerin. Es gibt Kombinationen, die gehen einfach farblich nicht, deshalb muss das Farbverhältnis bei Schuhen immer ausgewogen sein. ;) Ich brauche: schwarze Booties. Doch! Hab ich glaube ich auch schon drüber geschrieben.

Und daran kann man erkennen, ob ein Wunsch nur ein übermütiges flatteriges Etwas ist, das uns in den Kopf schießt. Dieses „Habenwollen“ – Gefühl. Oder ob der Wunsch sich im Herzen manifestiert hat. :) Vielleicht bräuchte ich auch ein paar klassische schwarze Stiefel. Aber dieser Wunsch flattert noch etwas herum. Mal abwarten.

So sieht das also aus in 2015 mit den Schuhkäufen.

Und so sieht das auch gleich besser aus im Schuhregal. ;)


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Plastikfrei im Ruhrpott?!

Vergangenes Wochenende haben wir meine Schwiegermutter in Henrichenburg – mitten im Ruhrpott – besucht. Schade, dass diesem Lebens-Raum so ein oller rußiger Name anhängt, denn wenn man sich genauer umschaut, bietet er viele interessante Ecken und ist keinesfalls nur grau in grau. Im Gegenteil, alte Alleen mit wunderschönem Baumbestand säumen unseren Weg. Und die Route-Industriekultur zeigt Interessierten ein Stück dessen, was das Ruhrgebiet nun mal ausmachte.

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Hier begegnet man vielerorts alten stillgelegten Zechen. In einer solchen Zeche hat sich „Manufaktum“ niedergelassen. Mit dem Motto „Es gibt sie noch, die guten Dinge“ begibt man sich dort in der alten Kaue (dort haben sich früher die Bergleute umgezogen und arbeitsfertig gemacht – quasi eine Schleuse in den Bergbau) in eine längst vergangen geglaubte Welt.

Das Herz jedes plastikfrei denkenden Menschen mit Hang zu Ästhetik und dem Sinn für gutes altes Handwerk und Gegenstände mit Wert schlägt hier höher. Auch meins. :) Jegliche Ambitionen, den Korb (Wagen gibt es hier nicht) zu füllen, werden allerdings ausgebremst, denn Qualität hat eben seinen Preis. Das stimmt, aber ich sehe es hier doch etwas kritisch, denn bei manchen Produkten frage ich mich, warum das so sein muss und ob es nicht doch ein wenig überteuert ist. O_o

Dennoch habe ich den Ausflug genossen. Und etwas erstanden, was ich schon länger im Blick habe und einmal ausprobieren wollte. Das ist jetzt was für die Frauen unter meinen Lesern. ;) Durch die Blogs geht ab und an das Thema Frauenhygiene. Wie vermeide ich Müll, die durch Binden und Tampons anfallen? Kulmine bietet hierzu einige Alternativen, die wiederverwendbar sind. Bei Manufaktum bin ich dann fündig geworden, denn ich wollte mir das schon gerne mal vorher anschauen – und habe drei Slipeinlagen mitgenommen: in Baumwolle und Naturseide. Preislich drastisch runtergesetzt … das hat mich dann doch gefreut. Im Normalfall kostet eine Slipi so um die 15 – 20 Euro, hier 5. Ich werde sie testen. ;)

Weitere Dinge, die ich in den Korb gepackt habe: eine Dose Klebstoff in der Blechdose, eine Seife (ich entwickle mich zum Seifenjunkie) und einen Strohhut. Der Strohhut ist ein Luxusartikel, den ich mir schon den ganzen Sommer über wünsche. Mir war nicht nach Billigware vom Strassenrand, die ich wahrscheinlich nach dem Urlaub hätte wieder in die Tonne schmeissen können. Ich wollte etwas langlebiges, etwas, dass ich gut bewahren kann – und das mich im Gegenzug wiederum behütet. Der Hut heisst nämlich Hut, weil er Dich behütet. Kann ich grad brauchen.

 

Manufaktum hat in vielen deutschen Großstädten seine Filialen. Schaut doch einfach mal rein und lasst Euch inspirieren … vom Hang zu altem Handwerk und den guten, alten Gebrauchsgegenständen.


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Charity Shopping!

Eine Bekannte von mir engagiert sich sehr für die Organisation „Childaid Network„.

Aus diesem Grund erreichte mich vor einigen Wochen eine interessante Einladung zu einem Shoppingnachmittag in der Villa Clementine in Wiesbaden.

Ein wenig hin- und hergerissen war ich ja schon, kaufe ich doch schon seit einigen Monaten so gut wie gar nichts mehr aus purer Shoppinglust heraus. Aber dies hier war und ist ja für einen guten Zweck. Unterstützenswert finde ich. :)

Sandra hatte zu diesem Zweck nun schon das dritte Jahr in Folge diverse Firmen angeschrieben, von denen einige sehr gerne Kleidung kostenfrei zur Verfügung stellten, die dann für den guten Zweck verkauft werden durften. Aber auch private Kleiderspenden wurden angenommen. Alle guten Helferlein (inklusive der musikalischen Untermalung des Shoppingerlebnisses vom Mann am Klavier) waren ehrenamtlich tätig.  Und die intensiven Vorbereitungen des Projektes, die schon im Januar begannen, haben sich ausgezahlt …

Was ist der gute Zweck?

Der Erlös des Charity-Shopping-Events kommt Kindern in Assam zugute. In Guwahati, das in der Teeregion Assam liegt, werden Heime unterstützt, die von Patern der Salesianer Don Boscos geleitet werden. Kurz:

19 Kinder können ein ganzes Jahr beschult werden. Sie bekommen eine Unterkunft, Kleidung, Essen, ärztliche Versorgung und eine liebevolle Betreuung. „Alles drin.“, wie mir Sandra heute morgen stolz schrieb. Ein tolles Ergebnis.

Was war los in der Villa Clementine?

Begrüssung der an die 100 kaufwilligen Damen (ja … ich glaube die Zahl der anwesenden Männer lag unter 10 … der Pianist und auch der Fotograf eingerechnet)

 

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Unfassbares Gewimmel – egal welches Alter. Es war für jede was dabei. :)

 

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Nach dem Ansturm. Es ist noch einiges übrig geblieben, das nun seinen Weg über verschiedene Verkaufsportale finden wird. :)

 

Achtsamer Umgang ist nicht nur ein Thema, welches sich in Sachen Plastikmanagement oder aber dem ganzen Chemieschrott widerspiegelt, welchen wir tagtäglich durch unsere Abflüsse jagen.

Achtsamer Umgang schließt für mich inzwischen auch den Einkauf von Kleidung ein. Wenn wir ehrlich sind, leben wir auch hier oft im Überfluss. Die schockierende Zählung meiner Schuhe (da bin ich wohl ganz Frau) ergab … nach Aussortierung die stattliche Summe von ca. 50 Paar Schuhen. Meinen Kindern habe ich das Versprechen gegeben (Oh Mama …), in 2014 keine Schuhe mehr zu kaufen. Und 2015 kann ich wahrscheinlich auch dranhängen … urgs. Im Kleiderschrank selbst habe ich ja inzwischen glücklicherweise ziemlich reduziert.

Nunja – ich habe am Sonntag einige Teile eingekauft. Wohlwissend, welchem Zweck das Geld zugute kommt und auch etwas schon mal Getragenes war dabei.

Gerade im Hinblick auf die Tragödie in Bangladesh, die dazu aufruft, genauer hinzuschauen beim Kleiderkauf, sollte uns sensibel machen für das, was wir auf der Haut tragen …

 

und zu welchem Preis.


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Liebling, wie war die Woche? #1

Die Woche war ereignisreich. Das auf jeden Fall.

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Irgendwie war es die Woche der schweren Schuhe. Ich hatte nicht mehr oft meine Flippies an … stattdessen habe ich mir einen Wunsch erfüllt und mir noch ein paar Hanwags gekauft (die dicken Dinger auf dem zweiten Bildchen) … glaubt mir, bei 25°C in alpinen Bergstiefeln die Hausarbeit zu meistern, ist eine Herausforderung. Aber irgendwie muss ich die schicken Treter ein wenig einlaufen, da es nächste Woche zum Wandern in die Pfalz geht. Ansonsten hab ich ein olles Pink Floyd T-Shirt rausgekramt. Das Album kam übrigens in meinem Geburtsjahr raus. ;) Weitere Basics: Mavi – Jeans und Adelheid-Tüschört  T-Shirt!

Gegessen:PicsArt_1378044734563Eine kleine Auswahl aus meinem im Moment recht kohlehydratarmen Lebensmittelalltag. Lachs-Brokkoli-Champingnon-Auflauf. Nürnberger an Feldsalat-RoteBete-Blattspinat-Salat. Kichererbseneintopf. Und ein Porridge mit Nektarinen (ja- fällt was raus … aber war lecker) – ach … und Eier. Gefühlte eine Million Eierchen – bevorzugt mit Lachs und Pilzen. :)

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Er hat mich gefunden, wie es aussieht. Da ist das Kerlchen vor einigen Tagen sehr neugierig in mein Leben spaziert. Der kleine Gast ist heute den ganzen Tag dageblieben. Hm … warum macht er das? Das ist die Frage, die mich nonstop beschäftigt. Und? Was mache ich? Nämlich morgen, wenn das Kerlchen wieder kommt. Hunger hat er augenscheinlich nicht – sieht auch nicht unterernährt aus. Er trägt ein Halsband und eine Erkennungsmarke – also ganz verloren scheint er nicht zu sein. Er tankt einfach Ruhe und Kraft bei uns. Abwarten, wie es sich entwickelt. Heute abend ist er wieder gegangen mit Einbruch der Dämmerung.

Gelesen:

*Der Übergang* von Justin Cronin.

Eine Mischung aus Mad Max und einem Vampir-Western. Und ein wenig *The Stand* von Stephen King. Zu Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich es lesen wollte, aber es hat mich schnell eingefangen. Justin Cronin schreibt gut. Dass ich ein wenig Angst vor den imaginären Monstern unterm Bett bekommen hab, ist meiner unfassbaren Phantasie geschuldet. Huuuuu ….

Gewogen:

Tja – allen Mühen zum Trotz stehe ich noch bei 66.2kg. Ich muss eindeutig wieder mehr Sport machen. Aber ich bleibe dran. Mein Ziel ist bis Ende des Jahres wieder die 63 zu haben. Das ist ein Anfang.

Gehört:

Ich habe seit langem mal wieder in mein CD-Regal gegriffen. Und zwar blind. Und so habe ich das Album *Naked* von Scarlet gehört. Immer noch schön und passend zum schönen Wetter.

Getrennt:

Von einem r noch verpackten Tatoo – Halsband Kette. Ihr wisst nicht was das ist … :’D – ihr wollt es eigentlich auch nicht. Was mich damals zu diesem Kauf veranlasst hat. Keine Ahnung.  Bestimmt Fasching! BESTIMMT!!! Ich hab es einer meiner Bewohnerinnen geschenkt. :)

Und von einer Lotion und einer Creme in Geschmacksrichtung Limone-Bergamotte oder so. Ich bin ja sehr eigen mit den Produkten, die ich benutze. War ein Geburtstagsgeschenk … und naja – einfach wegwerfen wollte ich es nicht. Und meine Kollegin hat sich drüber gefreut. ;)

Gefreut:

Über die Tiffybag! Tja … was das wohl ist? Das, meine Lieben, verrate ich ein anderes Mal. Eine faszinierendes Teilchen! HA! :D


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Liebling, wie war die Woche?

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Die Woche startet und ich hab gleich Flausen im Kopf, die allerdings schon einige Zeit reifen. Ich würde nämlich gern ein wenig Struktur in mein Chaos bringen (guter Witz, ich weiss). Es gibt – sagen wir mal so – diverse Schwachstellen in meinem kleinen gut eingerichteten Leben.

  • mein Kleiderschrank. Irgendwie hab ich immer zuwenig und zeitweise fühle ich mich stark shoppoholisiert. Ich will immerzu haben, haben, haben. Deshalb ist es meist eine schlechte Idee, mich alleine in die Stadt zu lassen. Geschäfte üben eine magische Wirkung auf mich aus. Vor allem Klamottenläden. Als bekennender Pinterest-Junkie ist das nicht besser geworden, im Gegenteil.
  • mein Kühlschrank. Na – vielmehr die Auswirkung auf mein Gewicht. Wie ihr wisst, esse ich gern. Und wie auch wisst, bin ich nicht naturschlank, habe eine Abnehmgeschichte hinter mir und versuche nun, diszipliniert und gradlinig (auch ein guter Witz, ich weiss) mein Gewicht zu halten oder sogar noch ein klitzewinziwenig zu reduzieren.
  • meine Ideen drumherum. Mir schwirrt soviel im Kopf rum. Ich lese unfassbar viel und nehme allerlei nutzloses Wissen auf wie ein Schwamm. Seltsamerweise genau das bestens hängen. Sinnvolle Informationen scheinen spurlos an mir vorbeizufliessen. Ja – das geht. Glaubt es mir. Diese etwas nutzlosen Informationen möchte ich an Euch weitergeben. In diesem Fall – diejenigen, die mich betreffen, die aber vielleicht Anregungen für Euch werden können. :) Liebenswert, oder nicht?!

Der „Liebling, wie war die Woche?“ – Post in Wort und tadaaaa Bild (!!!) kommt pünktlich sonntags … wann sonst? Nur – ich dachte, ich bereite Euch schon jetzt drauf vor. Vorfreude ist doch die schönste Freude!!! Ich hab noch mehr Ideen, aber irgendwo muss man ja anfangen, um Ordnung zu schaffen. Vielleicht lache ich mich in 10 Jahren mal darüber schief. :) Oder erfreue mich daran, dass mein Geschmack schon immer supergut und schräg war.

Aufgeregte Grüsse!!!