Das Leben ist wild!


7 Kommentare

„Und Sie waschen sie wirklich?“

 

Im letzten Beitrag hat mir Hermine einen Kommentar dagelassen, zum Thema Plastikreduktion. Wie kann das funktionieren?

Aus diesem Grund hab ich mal ein Foto gemacht. :) Vom letzten Einkauf.

20160415_144740

Klar habe ich auch manchmal mehr auf dem Band liegen, aber diesmal war der Wochenendeinkauf klein. LebensMittel des alltäglichen Gebrauchs. Und wie verzichte ich hier am besten auf Plastik?

Was ich wirklich konsequent umgestellt habe: ich gehe kaum noch in die Discounter. Dort finde ich einfach nicht alles. Gut sortiert ist bei uns z.b. der Globus. Da gibt es Frischtheken für Fleisch, Fisch und Käse. Milch im Glas gibt es auch halbfett. Und und und …

Wir haben uns vorher überlegt, können wir das finanziell stemmen? Und … ist es überhaupt teurer? Denn das ist oftmals ein großer Hemmschuh. Plastikfrei = hochpreisig? Und wir haben entschieden: solange es geht, machen wir das so.

Tippeditipp! So geht es!

Gemüse

Es ist eine Unart!!! Echt wahr. Wieso müssen wir Gemüse in Plastik verpacken? Und wieso müssen wir unverpacktes Gemüse auch in Plastik verpacken? Und nicht etwa in eine Tüte … nein, nein mein Freund! Jedes Teil kriegt sein eigenes Zuhause. Und warum? Beim gestrigen Einkauf waren mehrere Zucchinis, ein Salat, ein Bund Möhren, lose Champignons und eine Handvoll Cocktailtomaten. Ach und eine Melone! Die Cocktailtomaten waren eine kleine Herausforderung Hätte ich von dieser grandiosen Umstellung gewusst, hätte ich mir ein Schraubglas mitgenommen, aber gut.

Bisher habe ich nämlich nach dem Motto gelebt: in Plastik verpackt? Nehm ich nicht mit! So sind die gern gegessenen kleinen aromatischen Scheißerlein einfach vom Speiseplan verschwunden. Schade, aber manchmal nicht zu ändern. Und da komm ich doch gestern in die Gemüseabteilung und wooooowwww! Es geht auch anders.

20160415_142251

Ihr seht es selbst. Da musste ich doch gleich zugreifen. Tricky wird der Gemüseeinkauf erst an der Kasse. Manchmal muss ich mich mit Händen und Füßen wehren, weil ich eben einfach auch beim dritten Nachfragen keine Tüte für meine losen Kartoffeln möchte. Ich mache zwar Dreck und bin dann beizeiten etwas unbequem, aber das kann ich inzwischen an mir abprallen lassen. Gestern schaute die Kassiererin als auch die Dame vor und nach mir meine Cocktailtomaten im Wagen an. „Keine Sorge, ich geb sie Ihnen in die Hand!“ – „Wenn Sie das nicht stört!“ – „Nein, ich wasche sie eh!“ Bei der Aktion ist eine runtergehopst. „Heben Sie sie ruhig auf“ – „Und Sie waschen sie wirklich?“ O_o

Also – ihr braucht keine Tüten. Es geht immer! Und manchmal wiegt man dann eben in zwei Portionen. ;)

Milchprodukte

Wir trinken enorm viel Milch. Müsli, Kaffee, mal so … da fällt einiges an. Ich gehöre nicht zur Fraktion der Milchverweigerer. Ich mag sie gerne. Dies ist also ein großer finanzieller Posten. Allerdings vertrage ich die vollfette Variante nicht so gut. Also muss ich zum Globus, denn alle Supermärkte im eigenen Ort schaffen es nicht, zwei Sorten Milch anzubieten. :( Milch, Sahne, Joghurt … geht alles im Glas. Ich habe noch einen weiteren Supermarktfavoriten, da gibt es oft eine Ecke für fast abgelaufene Milchprodukte. Ein guter Spartip für gute Lebensmittel. Denn schlecht sind die LebensMittel deshalb noch lange nicht.

Quelle: Pinterest

Quelle: Pinterest

 

Damit fällt enorm viel Abfall weg, da alles wieder dem Glaspfandsytem zugeführt wird. Im Sommer allerdings ist die Milch-im-Glas-Variante eher suboptimal, da wir festgestellt haben, dass durch die Unterbrechung der Kühlkette die Milch blitzfix schlecht wird. Dann greifen wir doch zum TetraPak.

Da wir nur Butter kaufen, ist die Umverpackung noch ein kleines Übel. Und bei Frischkäse und auch Wurst von der Theke ist es immer noch schwierig. Ich bin irgendwie oft zu latent gestresst für die Auseinandersetzung an der Theke, ob sie es mir in meine Dose packen können. Ich weiß inzwischen, welcher Markt  die Wurst in Plastik und dann nochmal alles zusammen in Plastik verpackt. Es gibt auch die Papieralternative, aber das müsst ihr vor Ort schauen.

Und der ganze Rest

Es gibt neben den plastikverpackten LebensMitteln fast immer die Möglichkeit, eine Alternative zu bekommen. Öl, Mais, Ketchup, Senf, Grillsaucen und auch passierte Tomaten. Wir füllen unseren Ketchup dann von der Riesenflasche in ein Hongiglas um, das macht das Handling für die Buben einfacher. Nudeln, Reis. und Co kriegt man oft in Pappe verpackt. Getränke gibt es in der Glasvariante statt im PET.  Das sind so die Hauptposten. Jede Familie und jeder Mensch für sich hat eigene Vorlieben. Ich würde mich nicht auf Teufel komm raus verbiegen, aber man kann Kompromisse schließen, wenn man diese Art der Plastikvermeidung leben will.

Nur die Katze ist da sichtlich verbohrter. :’D Achja – da wollte ich ja noch was zu schreiben. Der Hund von Bea Johnson! Ehe das untergeht. In einem ganz alten Blog von ihr hat sie darüber berichtet. Sie kaufen nur loses Trockenfutter, wenn ich mir das richtig übersetzt habe. Ab und an kriegt er was vom Tisch. Tja … Mit losem Trockenfutter kann man unseren Kater nicht immer locken. Thema erledigt!

Zurück zum Einkauf von gestern. Was bei mir also übrig blieb, war das Fleisch. Geflügel kriege ich nicht an der Frischtheke! Warum eigentlich??? Und ein Päckchen Frischkäse sowie die Butter. That’s it.

Schwieriger wird es in der Putz – und Kosmetikabteilung. Aber wem sag ich das? Wer gerne experimentiert, kann sich locker viele plastikverpackte Produkte ersparen. Im Netz kursieren inzwischen die vielfältigsten Rezepturen. Wenn man die Zeit hat. Und die kreative Ader. Ich hab sie nicht immer. Aber eine Handseife statt im Spender lose oder eine Zahnbürste aus Holz sind auch hier machbar. Shampoobars, Körperseifen – da geht was. :)

Und danach?

Ganz einfach! Immer Taschen, Körbe und Behälter im Auto dabei haben. Dann braucht man keine Tüte zu kaufen. Ebenfalls eine Unsitte. ;)

Und für immer?

Wir haben auch das Mehrwegplastik umgestellt. In unserem Küchenschrank leben jetzt nur noch ganz wenige Plastikteile. Alle Billigbehälter, überzählige Durchschläge, Schüsseln etc. habe ich ins Sozialkaufhaus gebracht, da ich finde, dass Wegwerfen nicht wirklich eine Lösung darstellt. Irgendwen schert der Plastikkram nicht und er ist froh, überhaupt etwas zu haben. Die Brotdosen sind inzwischen aus Edelstahl (ganz wichtig, denn wenn man das alles per Hand spülen muss, verliert man schnell die Lust … öhm … verliert Frau trixen schnell die Lust). Schüsseln und Schalen aus ebenfalls plastikalternativen Materialien. Schraubgläser sind z.B. super zum Mitnehmen oder auch zum Einfrieren. :)

Damit geht man schon mal die ersten Schritte. Es sind kleine, aber auf ein Jahr gesehen, hat man schon einiges getan.

Probiert es mal aus! :)


12 Kommentare

Einkaufs-Aha!

Bisher gestaltete sich gerade die Plastikmüllvermeidung im Bereich „Käse und Wurst/Fleisch“ eher schwierig.

Markt zu Markt hält dies unterschiedlich. Es gibt Frischfleischtheken, da bekommst Du alles in Plastikfolie verpackt und zusätzlich noch mal in eine Plastiktüte. In unserem Supermarkt ist es so, dass es diese superdünne Folie ist, die mit Papier verbunden ist (ich trenn das zuhause immer). Und das ganze Packerl wird abschließend in eine Papiertüte gesteckt.

Egal wie … es hat mich genervt. Also habe ich heute meine eigenen Dosen mitgebracht. Fragen kostet ja bekanntermaßen nix.

Und ich wurde überrascht. Hatte ich mich doch schon auf eine große Diskussion bezüglich der Lebensmittelhygieneverordnung eingestellt, aber die Marktleiterin war superfreundlich und hat mir erklärt, wie wir das machen können. :)

Ja – und dann bekam ich tatsächlich meine drei Wurstsorten in meine eigenen Dosen verpackt. Allerdings wurde das ganze dann noch in eine Plastiktüte verpackt, die ich wohl als Müllbeutel verwenden kann. Aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung!!!!

20141002_120316

Und auch bei manchen Bäckern geht es voran. Da wir keine Brotschneidemaschine besitzen (außer zur Deko über dem Türsturz), lasse ich mir das Brot immer aufschneiden. So gut wie immer muss ich explizit sagen: bitte keine Plastiktüte.

Aber für einen unserer Bäcker ist das überhaupt kein Thema mehr. Denn dort gibt es den „Brotsafe“. Was daran anders als an einer normalen Tüte ist, weiss ich nicht soooo genau, aber mir gefällt schon, dass sie auf der Tüte darauf hinweisen:

20141001_191043

Mal davon abgesehen, nutze ich alle Papiertüten eh immer, um meinen Biomüll zu verpacken, da ich eine mehrmalige Verwendung einfach gut finde, statt die „Ummantelung“ einfach nur zu entsorgen. Klappt übrigens auch wunderbar mit der Tageszeitung. ;)

 


6 Kommentare

Intermezzo!

„Cere – a – lien“ sagte der Mann plötzlich neben mir, während ich ratlos ins Supermarktregal schaue auf der Suche nach dem richtigen Produkt. Heute morgen habe ich dann doch mal das Projekt „Wochenendeinkauf“ in Angriff genommen. Ich sehe ihn erstaunt an. „Können Sie mir sagen, was Cere-a-lien sind. Oder heisst es Cerea-lion mit französischem Einschlag? Was ist das nur für ein Wort?“ Ich schaue ihn an, wende mich ihm zu und antworte: „Haferflocken! Naja – sie können auch Frühstücksflocken sagen. All so was.“ „Aber – wo kommt das denn her?“

Die Frage, auf die ich warte, kommt gar nicht (wo sie sich befinden!). „Wissen Sie“, sagt der ältere Herr zu mir, „ich denke mal, Sie kennen sich aus. Ich kann so viele Sprachen. Französisch ist das nicht. Italienisch … ach das könnte sein. Aber nein. Englisch auch nicht. Da wo diese Mauer mit dem vielen … Graffiti … ist, da steht drauf … (ich hab das so verstanden:) ochi … ti amor per sempre …“

Meine Augen werden groß, denn wir entfernen uns um Meilen von den Frühstücksflocken. Ein leichtes Lächeln huscht über mein Gesicht und der Mann erklärt mir freundlich („Das hat jetzt aber nichts mit uns beiden zu tun, nicht dass Sie das denken … nein, es stand nur an der Wand mit dem … Graffiti.“), was die wirklich große Sprayaktion an dieser erstaunlichen Wand heissen soll.

Ich weiss inzwischen auch, dass er Latein schon früh abgegeben hat. Woraufhin ich ihm erkläre, dass ich die Sprachen, die er gerade so liebevoll aufzeigt wirklich nur rudimentär beherrsche. Es geht um italienisch, französisch und … ja doch … latein. Und so jongliert er mit dem graffitigesprayten Text und schwenkt mal ins italienische – aber viel lieber ins französische („ich bin ein bißchen frankophil“). Wort für Wort in jeder Sprache. Eine Kaskade an Ausdrücken umweht mich. Und erklärt mir am Ende:

Ich liebe Sie für immer!

Peng. Zwischen den Regalen im Supermarkt. Jetzt hab ich aber völlig vergessen, was ich hier wollte. Sowas. Diese zauberhaften Worte in den fremden Sprachen …

Wir schauen uns an. Lächeln. Ein erheiternder Augenblick in der Hektik des Alltags. Der alte Charmeur ist sicherlich gut dreissig Jahre älter als ich. „Wissen Sie. Ich dachte, Sie kennen sich vielleicht mit den Cere-a-lien aus.“ „Welche genau suchen Sie denn überhaupt? Im übrigen glaube ich, K.ellogs hat dieses Wort erfunden, ein alles überschwemmender Marketingstreich. Wir reden von Haferflocken. Oder Getreidefrühstücksflocken und all sowas. “ (das ist schon ein kurioses Gespräch)

„Ach. Eigentlich ist das gar nicht so wichtig. Es war einfach schön, sich mit Ihnen zu unterhalten“ …

„Das war es!“ :)

Ich muss immer noch lächeln, als ich schon längst an der Kasse bin! :D


6 Kommentare

Genügsamkeit!

Wenn man sich mit dem Thema „Plastikmüllvermeidung“ beschäftigt, wird man zwangsläufig genügsamer. Wir leben  – wie ich schon öfter erwähnte – in einer Zugriffsgesellschaft. Egal, wonach uns der Sinn steht: wir bekommen es innerhalb kürzester Zeit. Wenn nicht aus dem eigenen Garten, dann aus dem nächsten Supermarkt (wir haben fünf große davon). Geht dies nicht, bleibt immer noch die unendliche Bestellweite des Internets. Ist irgendwie anstrengend. Dem Lauf der Zeit haben sich auch Lebensmitteldiscounter wie z.B. Aldi, deren Philosophie es war, nur eine kleine Produktauswahl zu haben, ein Stückweit gebeugt. Ich kann mich erinnern, wie die Frau eines Bekannten, sie kommt aus Vietnam, mal sagte: „Ihr habt hier gar keine Reisauswahl!“. Die beiden habe ich in unseren „Globus“ – Markt geschickt. Unendlich viele Produkte. Da steht man davor und findet vor lauter Körnern den Reis nicht mehr. O_o Wozu frage ich mich. Wozu? Ich rede nicht von drei oder fünf … sondern von ungefähr 30 verschiedenen Sorten.

Markenvielfalt für ökologische „Nichtnachdenker“ ist das Paradies. Für Menschen wie mich, die sich a) gegen Plastikvermüllung entscheiden und b) sowieso schon unentschlossen sind in vielen Bereichen ihres Lebens, ist das eine Qual.

Meine Söhne z.B. dürfen sich immer jeder vier oder fünf Joghurts aussuchen, die sie mitnehmen dürfen. Das kann aufgrund der absolut artenreichen Joghurttheke schon mal ein wenig dauern. Es verhält sich da ähnlich wie vorm Spielzeugregal. ;) Alles, aber auch alles muss genaustens angeschaut und geprüft werden, ob sich nicht noch was besseres findet. Vollgepackt – nach gefühlten zwei Stunden – kamen die Buben zurück. Der Kleine hatte nur Vanillejoghurt mit Smarties. Hm … das funktioniert so nicht. Ich finde es klasse, dass er sich auf ein Experiment eingelassen hat. Die Alternative war nämlich der große Halbliterjoghurt im Glas (Vanille) und die Smarties (Karton) getrennt. Er kann dann wahlweise noch Müsliflakes dazu geben. Für den Großen gab es statt dem kleinen Plastikjoghi ebenfalls eine Halbliterportion im Glas. Mischbar mit Frühstückscerealien.

Die Auswahl ist stark reduziert. Es gibt ja oftmals nur sehr wenige Auswahlmöglichkeiten an Joghurts im Glas. Pur ist es meist sogar nur der vollfette Joghurt. Toller Geschmack. Ich hab es vermisst.

PicsArt_1395047007430

Das langersehnte Eis wurde eine Großpackung statt dem Wunsch nach Eis am Stiel nachzukommen. Mit der richtigen Sorte ist das kein Problem. Auch hier ist genaues Schauen angesagt. Die Qual der Wahl verkleinert sich.  :)

Was ich gesteckt habe: Wurst und Käse. Da weiss ich inzwischen, wo das Plastikvorkommen etwas reduziert ist und kaufe eben dort ein.

Bei vielen chemischen (aber auch im Lebensmittelbereich) Must-haves entscheide ich mich für Großpackungen. Es war uns nicht möglich, Geschirrspülpulver ohne Plastikverpackung zu finden. Der vermeintliche Kartonschnapper entpuppte sich als Mogelpackung. Wir gingen davon aus, dass es wie beim Waschmaschinenpulver ist und das Pulver lose im Karton aufbewahrt wird. Dass dann doch noch eine Umverpackung aus Plastik da war, konnte man von aussen nicht erkennen oder erschütteln.

Wenn ich früher also oftmals auf „Verdacht“ eingekauft habe, ist mir der Spaß inzwischen zu verschwenderisch, da die Produkte, die nicht eingeschweisst sind, oftmals mehr kosten. Ich lasse sie bewusst im Laden.  Finde ich sehr schade. Der Wochenmarkt an sich ist da die beste Alternative. :)

Alles, was jetzt an Plastik rausfliegt, wird soweit möglich durch Glas oder Papier ersetzt, so dass sich dieser Müllberg reduziert.

Was auffällt ist, dass durch die reduzierten Auswahlmöglichkeiten der Kühlschrank bewusst leer bleibt. Der Inhalt ist auf wenige Lebensmittel reduziert. Und es fehlt interessanterweise auch nichts wirklich. Mir wird jetzt erst bewusst, dass ich vieles einfach nur so (mal eben auf Vorrat) da hatte.

Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Thematik „Minimalismus“ mal auf meinen Einkaufswagen beschränkt. Und soll ich Euch was sagen: es stört mich nicht im Geringsten! :) Wenn ich etwas nicht bekomme, fahre ich nicht von Markt zu Markt. Das ist eine Frage der Zeit und der unnötigen Rumgurkerei mit dem Auto. Es gibt selten etwas, was wirklich lebensnotwendig ist. Alternativen gibt es fast immer. Und sei es nur, das schon Vorhandene aufzubrauchen …


7 Kommentare

Auf dem Markt!

Heute strahlt die Welt. Die Sonne und die Kälte ergeben zusammen ein wunderbares Team und lassen mich gut in den Tag starten. Mal abgesehen von der aufziehenden Erkältung, die ich schon im Keim mit Angocin ersticken werde! HA!

Schon die ganze Woche freue ich mich auf den Mainzer Wochenmarkt. Der Domplatz wird immer schon früh in warmes Sonnenlicht getaucht und die Farbenvielfalt ist überwältigend. Ich habe aus dem Keller den Rattankorb herausgekramt. Ich finde, er passt zu einem Wochenmarktspaziergang. Noch schnell zur Bank und dann tauche ich ein mit allen Sinnen.

Zuerst einmal muss ich mich orientieren. Lasse mich leiten von Gerüchen und Gesprächen. So tauche ich immer weiter ein in diese frische Welt. Vorbei an dem Stand mit frischem Obstsaft und an dem Honigstand. Ui. Da muss ich die Ohren spitzen, da redet jemand im tiefsten „pälzisch“. Ich mag die Pfalz. ;) Weiter geht es über das Kopfsteinpflaster zu all den bunten Blumenständen.

20140307_110604-1

Schon hier könnte ich all die Farbenpracht als kleinen Seelenschmeichler mit nach Hause nehmen. :) Aber ich habe ja nur ein kleines Körbchen … also weiter.

Langsam nähere ich mich dem Ziel meiner Begierde. Ich war schon früher hier und meine Schwägerin ist immer ganz begeistert. Um nicht ganz planlos zu sein, habe ich mir sogar zu hause noch einen Einkaufszettel vorbereitet. Sonst wird man hier unter Umständen komplett konfus und packt alles ein, was der Stand zu bieten hat. Einfach weil es so gut und furchtbar gesund aussieht.

20140307_111846

Diese Radieschen sind der Hammer. Und ganz uneingepackt. Tja … geht doch. Weiter finden noch den Weg in meinen Korb ein Riesensalat, eine Gurke, Chilis, Mangold, Frühlingszwiebeln, Möhren und Trauben. Als ich sagte: „Bitte uneingepackt!“ war das kein Thema. Im Gegenteil.

Obst war etwas schwierig. Da habe ich tatsächlich nur die Trauben mitgenommen.

20140307_105739-1

Körbchen voll. Pause verdient. Die Sonne wärmt mich und ich geniesse meinen Ausflug in die Stadt in der Sonne mit einem leckeren Milchkaffee. Das Leben ist schön.

IMG-20140307-WA0000

Fast finde ich es schade, dass ich dennoch in den Supermarkt muss. Ich hätte einiges auch auf dem Markt bekommen, aber irgendwo sind Grenzen. Wobei … die Tomaten hab ich schlichtweg vergessen. :D

Mein Supermarkteinkauf war klein, aber nicht ganze ohne Verpackung. Es gibt durchaus Produkte, die möchte ich nicht wechseln.

Aber seht selbst. Ich fand das schon mal ganz gut. :) Die Tomaten haben etwas für Verwirrung gesorgt. Oder war das am Ende ich? Ich weiss nur, dass ich es extrem lästig finde, wenn ich unter fünf Sorten Tomaten welche auswähle und das Preisschild für Verwirrung sorgt. Am Ende bin ich mit einem Arm voll Tomaten raus aus dem Markt ohne nochmal an der Kasse gewesen zu sein. Die Dame vom Service hat das ziemlich unkonventionell geregelt und ich hab dann – ganz noch dem Basar-Marktfeeling unterlegen – einfach mitgemacht. Also – ich hab schon welche bezahlt, aber am Ende ausgetauscht und pi – x – Daumen gewogen. O_o

20140307_124609

Mein Einkaufswagen: links alles, was „ungut“ verpackt ist. Katzenfutter geht wohl nicht anders. Reibekäse. Ein Päckchen Butterschmalz (morgen gibt es Kartoffelpfannkuchen), bißchen Frühstückswurst. Kartoffeln (auf dem Markt in der Menge einzeln abzuwiegen ist irgendwie suboptimal). Müsli für die Buben – da habe ich mich für eine Großpackung mit nur einer Umverpackung entschieden. Ich schätze, es ist beschichtetes Papier. Dagegen stehen die „gut“ verpackten Lebensmittel. Das Toastbrot gab es frisch vom Bäckerladen. Mehl. Joghurt und Sahne im Glas. Obst und Tomaten unverpackt. Und zum Austesten Backmischung für selbstgemachte Brötchen. :) Und bei den Eiern sind es welche von freilaufenden Hühnern. Irgendwie sind mir die auch durchgegangen.

Alles in allem bin ich recht zufrieden. : )


11 Kommentare

Obst oder Plastik?

Was davon kauf ich hier eigentlich??? Das frag ich mich manchmal. Gut, ab und an kaufe ich auch auf dem Biobauernhof. Aber auch dort findet man, wenn man sich umschaut, vermehrt plastikverpackte Produkte. Zum Einpacken habe ich allerdings die Wahl: Papiertüte oder Plastikbeutel.

Im Supermarkt sieht das schon anders aus. Egal ob Discounter oder nicht. Denn ich kann rein finanziell gesehen nicht alles frisch vom Markt oder vom Biobauernhof einkaufen. O_o Doch manchmal frage ich mich wirklich, wie das geht: da besteht der Großteil der Ware aus frischen Produkten und genau das erhöht den Plastikanteil um ein Vielfaches.

Was habe ich wohl gekauft? Obst und Gemüse? Oder doch vielmehr Plastik. O_o

Was habe ich wohl gekauft? Obst und Gemüse? Oder doch vielmehr Plastik. O_o

Eigentlich ein schlechter Scherz. Plastikverpackungen schützen das Lebensmittel vor Keimen und Schmutz. Und gibt uns dafür gleich mal ’ne Portion Weichmacher mit. Na herzlichen Glückwunsch. :( Wenn man sich die Lebensmittelskandale in den vergangenen Jahren anschaut, ist es eigentlich kein Wunder, dass der Mensch so langlebig ist. So vollgepumpt wie wir sind. Und das Stück Plastik, dass wir dafür verantwortlich zeichnen, hat noch eine größere Lebensspanne.

Ich hab jetzt mal alles ausgepackt. Das schlechte Gewissen sitzt mir im Nacken. :( Gut fühle ich mich nicht in meiner Plastikwelt. Ich bin doch keine Barbie …

Plasticplanet. In der Tat … hm. Umdenken ist hier gefragt. Von jedem einzelnen ein kleines Stück.


7 Kommentare

Denk mal dran!

Gestern war wider Erwarten kein „Denk-mal-dran!“ – Tag. Das mag unter anderem daran gelegen haben, dass ich meine Kenntnisse in Erste Hilfe aufgefrischt und solche Dinge getan habe, wie zu dem wirklich einprägsamen Rhythmus von „Staying Alive“ (und dem dazugehörigen Hüftschwung – geht prima im Knien) die Herz-Lungen-Wiederbelebung praktiziert habe.

„Denk – mal – dran!“ ist eine typische Begleiterscheinung, seit ich abnehme. An was? Na – ans Essen. Ist doch klar. Meine Gedanken drehen sich den größten Teil des Tages um die Nahrungsbeschaffung.  Was frühstücke ich (im Moment … häufig Omlette) … und während ich noch kaue, bin ich gedanklich schon beim Mittagessen … Nachmittagssnack … Abendessen. Und was man sich zwischendrin noch in die Futterluke schieben könnte.

Scheinbar bin ich unterbeschäftigt. Das merk ich ja schon lange, aber das Familienkonstrukt und mein Beruf lassen grad nichts anderes zu.  Und irgendwie bin ich heilfroh, nach zehn Monaten Arbeitsunfähigkeit (kleine OP – schleichender Heilungsprozess) überhaupt wieder was tun zu können. Na egal … ich kann das jetzt nicht ändern. Darum geht es ja auch gar nicht. Es geht um meine Denkmuster und die Frage, was passiert ist, dass sich alles derart um die Nahrungsaufnahme dreht.

Ich erinnere mich noch an früher. Da war die Essenswelt noch in Ordnung. Der Tagesablauf hat die Nahrungsaufnahme vorherbestimmt. In der Schule gab es das Pausenbrot … mittags dann, was Muttern kochte … Mein Vater war Diabetiker und wenn er um fünfe nach Hause kam, stand sein Essen auf dem Tisch. Brave Hausmannskost, die wunderbar satt machte … und rund. Wieso mein Papa ein spindeldürres Männlein war, ist mir unbegreiflich.

Als das Nahrungsumstellungshamsterrad in Aktion trat, begann auch die Kopfkreiselei. Während ich früher gegessen und genossen habe (sorry – keine Heißhungerattacken, nächtliche Fressanfälle und ähnliches), begann ich nun, mir Gedanken zu machen. Was esse ich wann und wieviel von was??? Ein permanentes Gedankenrad wurde in Betrieb genommen und es gibt heute Tage, da könnte ich brechen. Es ist mir zuviel. Ich mag mich nicht immer mit Essen beschäftigen.

Wenn ich nur mal einer guten Fee begegnen würde und einen Wunsch frei hätte, dann wäre es der, dass sie mich aus diesem Kreislauf befreit. Als leicht neurotischer Mensch ist nämlich das Essensgedankenrad perfekt auf mich abgestimmt. Und ich müsste es ja gar nicht – dauernd drüber nachdenken. Schließlich sind die Zeiten vorbei, als es – wie in meiner Kindheit – nur einen Wocheneinkauf gab. Was dann eingekauft wurde, gab es im Lauf der Woche. Schließlich war der nächstgelegene Supermarkt in der nächsten Stadt. Dort, wo ich aufgewachsen bin (1200 Einw.), gab es wie in fast jedem kleinen Taunusdorf einen Bäcker und einen Metzger. Ende peng. Und einen Kaugummiautomaten – wir wollen ja nicht so sein.

Vielleicht aber ist es gerade auch das. Der permanente Zugriff auf mindestens fünf Supermärkte in kürzester Zeit. Das Wissen, wo es all die Leckereien sofort und ohne Umschweife gibt. Andauernder Nachschub, kein Ausfall an Nahrungsmitteln. Dran denken, zugreifen, essen … in einem Ratsch. Gut – bezahlen noch …

Ich habe durchaus den E5 geschätzt (von dem ich auch noch erzählen muss). Sechs Tage über die Alpen zu laufen, ruft einem wieder ins Gedächtnis, wie minimalistisch man leben kann. Wie einfach es ist, sich nur um den nächsten Schritt kümmern zu müssen. Gut – auch hier war meine Frage beim Frühstück, wann wir das nächste Mal etwas zu essen bekommen. Aber das war auch alles. Mit der Antwort zufrieden, bin ich einfach in den Tag gestartet und losgelaufen.

Manchmal ist es gut, seine Denkprozesse zu verändern. Nun – eigentlich ist es immer gut, das zu tun. Man läuft sonst zu oft Gefahr, den immer gleichen Weg zu gehen.

Jetzt hänge ich ja grade in dieser Low Carb Geschichte. Ich versuche das „Denk-mal-dran!“ abzulegen. Zumindest in weiten Teilen. Iss, was Du hast, trix. Nicht perment nachzuschieben und einzukaufen. Irgendwie muss es doch möglich sein, vom Hamsterrad abzuspringen.

Irgendwie …

Denk auch da mal dran!

Denk auch da mal dran!

Den Spruch habe ich bei A Joyful Soul gefunden. Wie so oft über Pinterest! :)