Das Leben ist wild!


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42 Plastiktüten!

Ha! Da wäre mal wieder die allgegenwärtige Antwort auf alle Fragen dieser Welt. ;)

Nein. Im Ernst. Ich erkläre Euch sehr gerne, was es damit auf sich hat.

Ich habe den guten Vorsatz, weniger negativ-eindrucksvolle Fußstapfen auf dieser Erde zu hinterlassen, mit in den Urlaub genommen.

So sind wir also statt zu einen Familienurlaub all inklusive per Flugzeug nach Kroatien mit dem Auto und eigener Behausung gefahren. Schön langsam und mit Zwischenstop am Chiemsee.

Ich hatte ja durchaus Befürchtungen, dass mich die Wohnwagenbestückung etwas aus den Latschen haut, aber a) ist da gar nicht viel drin und b) auch das Plastikzeux ist überschaubar. Da ich nicht mehr Müll als notwendig verursachen will und Urlaub eine temporäre Geschichte ist, kann ich mit dem Melamingeschirr gut leben. Das ist nun mal so … Dafür gibt es auch Gutes: Holzbrettchen, Emailleschüsseln, Bastkörbe  und Edelstahltassen. Alles in allem sowieso sehr wenig Inventar – denn wir geniessen das einfache Leben schon ziemlich.

Kaffee ans Bett ... ganz plastikfrei. :)

Kaffee ans Bett … ganz plastikfrei. :)

Ich kenne Camper, die suchen den Campingplatz nach vielen Kriterien aus  – unter anderem nach den vorhandenen Supermärkten. Denn auch im europäischen Ausland gibt es die großen Discounter. An der Küste Istriens gibt es ALLES. Lasst es Euch gesagt sein. Aber … will ich das?

Nein – ehrlich gesagt nicht. Deshalb kaufen wir meist unsere großen Vorräte in den regionalen Supermärkten. Und frische Sachen gibt es an der Supermarktfrischfleischtheke und in einer der vielen Bäckereien. Auffallend ist, dass inländische Produkte sich preislich massiv von den importierten Sachen abheben. Sie sind wesentlich günstiger.

Auf dem Campingplatz gab es vielleicht 100 m von unserem Stellplatz entfernt einen kleinen Gemüsestand. Dort habe ich jeden zweiten Tag eingekauft. Es scheint, als lieben die Kroaten es, Plastiktüten zu verteilen. Und zwar jedes Produkt in eine eigene. O_o Vielleicht vermittelt es den Eindruck von Hygiene oder Professionalität … wer weiss. So war also mein Eingangssatz zum Kennenlernen:

„Kein Plastik, bitte. No plasticbag, please“

Geht doch auch so ...

Geht doch auch so …

Gespart haben wir dadurch während unseres Urlaubes ca. 42 Plastiktüten. Wenn ich täglich dort eingekauft hätte … dann so um die 80 Tüten. O_o

Und so gab es einiges, wo ich mit den Ohren geschlackert habe … weiteres Beispiel gefällig über den unsinnigen und aberwitzigen Verbrauch von Plastik. In den Bars und Restaurants gab es zwei Kategorien. Diejenigen, die „normal“ dort gegessen haben, bekamen Trinkgefässe aus Glas. Wenn es aber einen Abend wie „All you can eat“ gab, so bekam man dort ausschließlich Plastikbecher.

An der Strandbar generell. Und ich hatte mich schon gefreut, weil die Bardame den Cocktail in „echten“ Gläsern angemixt hatte … tja …

Ein typischer Cocktailabend in a plastic wooohooorld ...

Ein typischer Cocktailabend in a plastic wooohooorld …

Vielleicht noch kurz zur Mülltrennung. Da gibt es die kuriosesten Geschichten. In den ersten Tagen standen überall auf dem Platz an bestimmten Stellen grüne Abfallcontainer. Allet rinn inne Tonne. Plötzlich aber: eine Papiertonne, eine Restmülltonne, eine PET-Tonne (nur für Flaschen) und noch eine … aber ich komm jetzt nicht drauf, für was … Diese spezielle Tonnenansammlung gab es nur und ausschließlich in unserem Bereich. Einmal! Ansonsten auf dem gesamten Platz das alte Bild: eine grüne Tonne. Ich hab es nicht so wirklich verstanden. Wurde da ausgetestet oder auf die Bedürfnisse der strukturierten Mülltrenner eingegangen? Die Leute haben auch fleissig getrennt … aber wenn die Papiertonne eben voll ist … ja was sollste da machen? O_o So zumindest zeigte sich die Müllverteilung dann nach ein paar Tagen im altgewohnten Bild: allet rinn inne Tonne …

Es ist nicht immer leicht, seinen ökologisch korrekten Schuh durchzuziehen.

Ich habe uns dennoch als sehr naturnah und ökologisch nachdenklich wahrgenommen. Wenig Wasserverbrauch (also das mit der Hygiene sollte ich nochmal vertiefen), einfaches landestypisches Essen (auch einen Fischverkauf gab es auf dem Campingplatz!!! Super Sache!!!) ohne Schnörkels, wenig Klamotten, kaum Strom. Ein sehr aufs Wesentliche konzentriertes und reduziertes Leben.

Das, woran wir arbeiten müssen, sind allerdings noch die Fahrtrituale … *schäm* … ich glaube, ein Urlaub wäre keiner, wenn wir nicht einmal auf jeder Fahrt bei Mäcces halten würden. Aber ich bin schließlich auch kein Engel …

nicht wahr. ;)

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Im Urlaub – Kroatien!

Was alles geschah, bevor der Zirkus seine Pforten wieder öffnete. Ein kleiner Rückblick. :) Wie ihr wisst, habe ich gerade über ökologisch vertretbare Urlaube und meine Urlaubsvorbereitungen geschrieben. Was also ist draus geworden?

Nach einer Woche Krankenhausaufenthalt und absolutem Inputstreik haben wir dann doch beschlossen, in den Urlaub zu fahren. Mit Auto und Wohnwagen hat man alle Zeit der Welt. Nur … wir wechseln uns normalerweise ab, aber jegliche Fortbewegungsmöglichkeiten mit Rad und Einbindung in den Strassenverkehr fallen für mich als Lenkerin durch das Handicap eines nicht funktionsfähigen Gleichgewichtorgans auf unbestimmte Zeit aus.

Wir sind zwei Tage gefahren, um an unser Ziel Kroatien – genauer Istrien – noch genauer Vrsar zu gelangen. Ehrlich? Ich war durch. Das Gute war, dass mir die Autofahrt durch die Bewegung den Schwindel abgenommen hat, der Nachteil allerdings war, dass sofort mit dem Aussteigen mein Körper das Schwindeln potenziert hat. O_o Das brauchte einige Tage, um sich wieder zu normalisieren. Und meine Hauptbeschäftigung im Urlaub war untypischerweise tatsächlich: Nixtun. Im Liegestuhl die Seele baumeln lassen. Schön im Schatten. Täglich ins warme wunderbare Meer hineingehen hat sich als Wohltat für mich herausgestellt.

Allerdings haben wir noch nie – nie – nie so wenig von einem Land kennengelernt wie dieses Mal. Weil wir doch allesamt etwas verpeilt waren vorm Urlaub, ist uns das ein oder andere Essential auch noch zuhause verschluppt gegangen und gar nicht erst mit in den Urlaub. Sodass wir z.B. ohne Reiseführer unterwegs waren (was noch das kleinere Übel war). Kein Peil von Sprache und Umgebung. Na toll. Und das Internet wollten wir bewusst mal Internet sein lassen. So wenig Input wie möglich eben.

Ich fasse mich deshalb auch kurz. Wie wird es werden, auf Plastik zu verzichten im Urlaub und ökologisch einigermaßen im Einklang mit Land und Leuten einzukaufen? Es geht – wenn man das möchte. :) Aber Geduld …

Der Campingplatz „Valkanela“ ist zumindest was nächtliche Ruhe angeht für uns ein Reinfall. Hier ist immer Highlife. Da muss ich schon beim Buchen geistig etwas neben der Spur gewesen sein, dass ich das nicht in den Bewertungen als für so wichtig genommen habe. Aber Tatsache … dieses Manko bedeutet eindeutig das „Aus“ für ein Wiederkommen. Unfassbar … Jede Bar bietet Lifemusik bis Mitternacht (Der Alleinunterhalter hat echt Glück, dass ich ein verträglicher Mensch bin) und ab dann dudelt im Hafen gegenüber oder irgendwo auf dem Meer ein Diskoschiff. Bis fünf Uhr morgens. Aber irgendwann hört man auch das nicht mehr. :( Und als wäre das noch nicht genug für arme ruhesuchende Urlauber:  jede Nacht hatten wir den Gesang der Zwerohreule.

Wiki sagt:“Abgesehen von der Verwechslungsmöglichkeit mit den Rufen der Geburtshelferkröte ist der Gesang der Zwergohreule unverwechselbar. Er ist ein peilsenderartiges, fast immer einsilbiges, etwas nasales und nicht besonders lautes „Djü“, das in Abständen von zwei bis 3,5 Sekunden oft stundenlang wiederholt wird. Zuweilen geht dem Hauptton ein Anlaut voraus, sodass der Ruf zweisilbig erscheint. Die Gesangsaktivität beginnt kurz nach Sonnenuntergang und endet in der Morgendämmerung.“ Da weisste Bescheid.

Wir haben beschlossen: wir erholen uns tagsüber.

Ausgiebig. :D

Im Gegensatz zu anderne südlichen Ländern ist hier alles grün. Auch Bourgainvilles wachsen in Hülle und Fülle. :)

Im Gegensatz zu anderne südlichen Ländern ist hier alles grün. Auch Bourgainvilles wachsen in Hülle und Fülle. :)

 

Aufgrund meiner Krankheit und der Ruhe, die ich wirklich brauchte, sind wir lediglich einmal nach Rovinj und einmal nach Pula gefahren. Mit Stop am Limski Fjord. Reichte völlig für mein armes Köpfchen. Wie gerne hätten wir die Naturparks erkundet und wären wandern gegangen. Das machen wir beim nächsten Mal. :D Versprochen.  In Pula sind wir auf einem Flohmarkt gelandet. Das ist wohl hier eher selten. Für mich ein Glücksfall: ich habe zwei kleine Emaille-Schüsseln für den Wohnwagen gekauft. Uuuuunnnndddd: einen Henkelmann!!! Ha! Davon mehr im zweiten Teil des Reiseberichts (das passt nicht alles hier rein).

Das Amphietheater in Pula!

Das Amphietheater in Pula!

Ich glaube fast, für die Kinder waren zweieinhalb Wochen schnorcheln auch nicht die schlechteste Alternative. Unterbrochen von Tretbootausflügen zu den vorgelagerten Inselchen der Bucht. Seespinnen, Seeigel, kleine Sepias und allerlei adriatypische Fischarten sind immer ein Highlight. Okay  – vor den Krebsen hab ich schon ordentlich Respekt. Ich bin nämlich auch geschnorchelt. Ein bessere Physiotherapie kann man sich nicht vorstellen: steiniger unebener Untergrund und schnorcheln! :)

Einfacher Steg ... die Leute hier halten echt wenig Geschiss.

Einfacher Steg … die Leute hier halten echt wenig Geschiss.

Am Geburtstag unseres Großen haben wir eine Piratentour gemacht. Sundown with the Dolphins. Die See war dankenswerterweise flach wie ein Spiegel, sonst wäre das im wahrsten Sinne des Wortes übel für mich ausgegangen, da mir normalerweise schon auf dem Steg schlecht wird.

Sundown ... zauberhaft. Und gleichzeitig ging der Vollmond auf ...

Sundown … zauberhaft. Und gleichzeitig ging der Vollmond auf …

Delphine zu sehen, wie sie in aller Seelenruhe durch das Meer gleiten, war für mich ein Highlight. Schade ist nur, dass dies ein touristisches Angebot ist. Morgens um halb fünf fahren Scharen von Touristen auf kleinen Motorbooten hinaus aufs Meer. Abends nur die Hälfte davon … was auch schon reicht. Die Tiere sind unbeeindruckt und wenn sie nicht mehr wollen, sind sie einfach weg … Die Wahrscheinlichkeit, Delphine zu sehen, ist hoch, aber nicht 100 %. Gut so. ;)

Abgelenkt wurden wir nur kurzzeitig von dem Ausruf eines Mitausflüglers: „Die sind ja alle nackt!“ :’D Also – ich bade ja schon mal nackt ab und an in Holland. Und ich gehe in die Sauna. Und unsere Kinder wachsen ebenfalls recht tolerant auf. Aber das war schon strange. Ein Ausflugsboot mit Nudisten inmitten bekleideter Delphinbeobachter. Delphine?  Äh … wo waren nochmal die Delphine???

Meinen Sohn hat das auch sichtlich beeindruckt. Am nächsten Tag … „Mama, wie heisst nochmal dieser Stamm?“ – „Welcher Stamm???“ – „Na, die Nackten. Wie heissen die noch?“ – „Nudisten!“ Ich fall gleich vom Sitz vor Lachen … „Stamm“ ist gar nicht so schlecht als Eselsbrücke gewählt. Aber wir sind hier eben keinesfalls im Regenwald. „Ah – Nudisten. Stimmt!“

Aber wie war das jetzt mit dem Versuch, Plastik einzusparen und überhaupt?

Dazu mehr morgen, wenn sich der Kreis versprochen enger zieht. :) Lest wieder rein, wenn ihr mögt. :D


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Eine Reise wert!

Wie schon angekündigt, steht der Juli im Zeichen der Urlaubsplanung. Natürlich möchte ich etwas von meiner Art zu leben mit in den Urlaub nehmen. Vielleicht passiert das auch ganz unbewusst? Weil wir so sind, wie wir sind.

Ich muss vielleicht noch mal sagen, dass ich kein typischer „Ök“ und auch kein wohl durchdachter „Minimalist“ bin. Ich bin eine stinknormale (leicht chaotische, sicher wilde und auf jeden Fall lebensfrohe) Frau in den Vierzigern. Mit Beruf, mit Alltag, mit Kindern. Und eben interessiert an meiner Umwelt. Und ich stelle sie infrage. Immer öfter.

Die weiteste Reise, die ich unternommen habe, war nach Kalifornien vor 13 Jahren. Es war toll und ich verschwendete damals keinen Gedanken an Nachhaltigkeit. Aber schon in dieser Zeit fand ich die Nationalparks viel staunenswerter als den Rodeo Drive. Die vielspurigen Autobahnen mit der sich erstaunlich langsam bewegenden Automasse strengte mich an … aber der Kojote, der neben mir herlief, ist mir immer noch klar und sehr bewusst im Kopf. Die Sequoias haben mir Kraft gegeben und der Zedernduft ist einer meiner liebsten geworden.

Doch bin ich wohl Europäerin – auch was meine Reiselust anbelangt. Erstaunlich, dass viele Menschen den hintersten Zipfel der Welt kennen, aber nicht, was im Nachbardorf zu erleben ist. Das eigene Land bleibt unerkannt?! Die Nachbarländer uninteressant? Tja … Das eine schließt für mich das andere nicht aus. Wir haben soviel Zeit und wir können soviel reisen und erleben.

Notiz an mich: Meinen Kindern einen Brief schreiben, bevor ich diese Welt als alte Frau verlasse, in dem garantiert steht, dass sie reisen sollen. Es erweitert den Horizont, öffnet das Herz, gibt dem Geist Nahrung. :)

Vielleicht wird dieser Post ein Plädoyer, sich einmal umzuschauen. Unsere europäischen Nachbarn oder unsere innerländischen Landstriche kennenzulernen. Im Zuge der neuen Medien können wir uns die ganze Welt anschauen, aber sie hautnah erleben ist das, was uns gut tut. Intakte oder marode Landstriche. Die Frage: „Woher kommt die Milch?“  mit der Antwort „Aus dem Supermarkt!“ ist leider ja nicht immer als Witz zu verstehen, sondern bittere Realität. Vielen Kindern ist es tatsächlich ein Rätsel. Kühe? Wo gibt es die denn noch?

Und im Ausland? Ich muss nicht immer eine bekannte Diskounterkette direkt im Einzugsgebiet haben. Es ist doch irgendwie wunderbar, die Vielfalt des Urlaubsortes und typisch regionale Köstlichkeiten zu entdecken. Sicher macht man Abstriche, aber genau so gut gewinnt man hin und wieder an kulinarischer Bandbreite. Zu Beginn unserer Camperzeit habe ich immer alle möglichen heimischen Lebensmittel mitgenommen. O_o Heute greife ich mir an den Kopf. (Die einzige Tradition, auf die alle Familienmitglieder hartnäckig bestehen, ist, eine große Portion Bolosauce – zuhause mit Liebe gekocht und eingefroren, damit der erste Abend doch irgendwie gleich wieder wie zuhause ist und alle ankommen können.)

Mit regionalen Lebensmitteln unterstützen wir die ansässigen Infrastrukturen. Cooperativen. Gemüsebauern. Weingüter. Wunderbar! Ich freu mich jetzt schon auf das kroatische Olivenöl und den fangfrischen Fisch (hope so). Und die Tomaten erst  sollen superlecker sein …

Die Camperkultur befindet sich allmählich im Wandel. Nachhaltig geführte Campingplätze werden immer mehr. Wer sich für einen solchen interessiert, schaut gerne mal bei Ecocamping! Wir haben schon öfter auf nachhaltig geführten Campingplätzen geurlaubt und es war immer gut. :)

Oder eben Campingplätze, die sehr naturnah sind, wie in Südfrankreich z.B.! Dort kommt man back to the roots. Man braucht auch nicht wirklich viel und die Lebensqualität steigt mit der gleichzeitigen Abnahme von allerlei „lebensnotwendigem“ Killefitz.

Die Welt im Großen ändern kann ich nicht, aber ich kann sie kennen lernen. Wie es mir gefällt.

Und weil wir beim Kennenlernen sind: wie es der Zufall will, werde ich nächste Woche eine Fairtrade-Town bereisen. Ich wohne sogar neben einer. Mich interessiert, wie das so gelebt wird oder ist am Ende alles „greenwashing“? Wir werden sehen! ;)


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Ready for take off?

Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich mit dem Reisen. Ein feines Thema für den Juli, das nicht in einen Post gepackt werden kann.  Liegt nah – jetzt wo der Sommer so herrlich über uns hereinbricht (manchmal. Ab und zu. Für ein paar Tage). Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber ich freue ich auf unseren Urlaub.

Auch, wenn er mir ein wenig Kopfzerbrechen bereitet, denn in meiner plastikreduzierten Welt ist das noch eine harte Nuss, die es zu knacken gilt. Ich hab Euch das bisher noch nicht verraten, aber jetzt ist es Zeit, mich zu outen.

Wir sind Camper. So! Jetzt isses raus. „Ja. Und … ?“ fragen sich jetzt einige. Wer schon mal im Wohnwagen unterwegs war, weiss allerdings wahrscheinlich genau, was ich meine. Es ist so, dass Wohnwagen und Auto ein ausbalanciertes Gespann abgeben müssen. Damit unterliegt der Inhalt des Wohnwagens einer gewissen Kilozahl. Sonst sieht das alles sehr schlecht aus. Es ist nicht viel drin im kleinen Schneckenhäuschen, aber wie es der ökologische Teufel im Detail nun mal so will, sind die leichten Sachen vorranig aus all den bösen Stoffen, die ich ja nun vermeiden will. Melamin-Geschirr. Plastikdosen. Kunstoffsalatschüsseln. O_o

Da waren sie noch klein ... lange her! :) Man spielt, mit was man hat.

Da waren sie noch klein … lange her! :) Man spielt, mit was man hat.

Angehen kann ich das Thema allerdings erst, wenn der Camper aus seinem Winterlager heraus ist. Ich hab mir schon das Hirn zermartert. Wirklich. Gut ist, dass es langlebige Dinge sind. Wir haben den Wohnwagen nun schon zehn Jahre und ich glaube, kaputt gegangen ist nicht wirklich was vom Equipment. Manchmal hat die Langlebigkeit des Materials „Kunststoff“ auch durchaus seine Vorteile.

Auf der anderen Seite denke ich mir: naja … besser als permanent zu fliegen. Den Urlaub in Hotelbunkern zu verbringen. Wir reisen nah an der Natur. Minimalistisch sogar. Denn im Lauf der Jahre ist das mitgenommene Gepäck immer weniger geworden. Klar – es gibt auch je nach Campingplatzwahl unterschiedliche Standards. Wer denkt, Campingurlaub ist heile Lagerfeuerwelt, ist hier doch falsch gepolt. Da werden Highend-Grill, Satellitenschüsseln so groß wie LKW-Reifen, Fritteusen, Zweitkühlschränke und die Kapselmaschine für den morgendlichen Genusskaffee eingepackt. Man sieht viel in der Welt des Campings.

Sehr naturnaher Campingplatz in Südfrankreich!

Sehr naturnaher Campingplatz in Südfrankreich!

Für uns war das immer unnötig. Nur die Senseo ist etwas, das mit muss. :) Aber Fernsehen ist nun mal nicht, man kann andere Dinge im Urlaub erleben und das sollten wir auch. Ich schätze, wir nehmen unseren Kindern nichts, indem wir mal einige Wochen auf das Kinderprogramm und die Spielekonsole verzichten. ;) Im Gegenteil.

Um aber auf das Thema „Melamin“ zurückzukommen … ich habe ein bißchen gestöbert und bin auf der Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung fündig geworden. Wen das interessiert, der kann unter dem Stichwort „Melamin“ dort fündig werden. (Ich kann den entsprechenden Link auf Teufel komm raus nicht einsetzen. Warum auch immer … also muss es so gehen)

Weiter habe ich eine Seite gefunden, die Melamin-Geschirr in Deutschland herstellt. Die Qualitätsstandards sind hier natürlich eindeutig besser als bei der Massenware aus Fernost. Die Motive sind ebenfalls den Zeitgeist treffend. ;) Schaut mal hier!

In den kommenden Wochen werde ich den Kreis ein weniger enger ziehen … und mal schauen, was das nachhaltige oder einfach umweltfreundliche und dennoch spass- und erholungmachende Reisen ausmacht.

Achja … dieses Jahr wird es mal nicht Holland. Dieses Jahr geht es wirklich und echt und ohne Sommerstürme und Land unter in die Sonne. Kein Tropfen Regen!!! HA! :) Ich freu mich!


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Neulich. Unterwegs.

Wie ihr wisst, bin ich inzwischen begeisterte Markt – Gängerin. Es ist herrlich. Aus der anfänglichen Unsicherheit (oute ich mich als Supermarkteinkäuferin? Hab ich alles dabei, was ich für einen anständigen Markteinkauf benötige?) ist ein gemütlicher Gang über einen wunderbar lebenslustigen Markt geworden.

Ich geh fast „nackt“ – also ohne irgendwelche „Notwendigkeiten“, die sich vermehrt in der Handtasche tummeln würden (die ja jetzt nicht mit von der Partie ist). Nur meinen Korb und ein bis zwei Jutebeutel habe ich dabei. Geldbeutel und Telefon sind meist in der Jackentasche. Sehr befreiend. Selbst das Handy ist manchmal gar nicht mit von der Partie. Vor drei Jahren noch war das nicht denkbar.

Heute möchte ich Euch mit durch die Stadt nehmen. Dazu brauche ich aber dann doch mein „Bilder festhaltendes kleines Auge“. Es hat sich ein Ritual eingebürgert, wenn ich zum Markt fahre. Meist finde ich einen Parkplatz etwas weiter weg vom Ort des Geschehens, so dass ich noch ein stück weit durch die Stadt schlendern muss kann. Ich lass mir Zeit, denn ich schaue mich gerne um.

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Dieser Bücherschrank steht übrigens auf dem Karmeliterplatz in Mainz!

Mein Weg führt mich an einem der inzwischen schon vermehrt vorhandenen Bücherschränke vorbei. Jedes Mal sieht es dort anders aus. Auf dem Rückweg hatte sich jemand des kleinen Stoffhundes angenommen und ihn wohl verwahrt hinter das Glas zu den Büchern gelegt. Dafür war das Venyl weg. :)

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Man könnte sich auch mal etwas unkonventionell ausruhen, wenn man das mag. Eine freakige Alternative zur herkömmlichen Parkbank und für all die Mütter mit Söhnen, die nicht wissen, wohin mit all den verflixten Boards, eine tolle DIY-Idee. :’D

Wenn ich fertig bin mit meinen Markt-Besuch schlendere ich durch die Stadt zurück – inzwischen gönne ich mir den zeitlichen Freiraum, mich in ein Café zu setzen und mich mit einem Kaffee zu belohnen verwöhnen.

Mein Blick fällt auf ein kleines Kunstwerk. Das passiert einem nur in der Stadt.

 

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Schon seit vielen Jahren kaufe ich keine Tageszeitung mehr. Zeitschriftenabos sind alle ebenfalls abbestellt. Nur noch samstags flattert sie per Abo ins Haus (samt Kindertageszeitung). Dann habe ich Zeit und Muße zum Stöbern und genauer Hineinlesen. Deshalb ist es umso schöner, ein bißchen durch die Tagesezeitung vor Ort im Café zu blättern. Finde ich besser, als mit gezücktem Smartphone dort zu sitzen. Ich lasse es inzwischen ganz bewusst weg.

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Ach … ich könnte das jeden Tag machen.

Wobei … dann wäre es vielleicht gar kein kleiner Urlaub vom Alltag mehr, oder? :)


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Am Meer!

Schön war es.

Klammheimlich haben wir uns ab durch die Mitte gemacht. ;) Deshalb war hier ein klitzekleinwenig Ruhe angezeigt.

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Wir sind spontan für ein paar Tage in die Niederlande (Noord – Beveland) gefahren. Wer sich verkleinern möchte oder einfach mal ausprobieren, wie es sich mit „wenig“ anfühlt, der ist dort in einem kleinen Ferienhäuschen wunderbar aufgehoben und merkt wahrscheinlich sehr schnell, wie gut das tut.

 

ist das nicht zauberhaft. Diese knatschroten Tulpen und das strahlende Grün? Okay ... hier ist nichts in Unordnung.

 

Schon unter diesem Blickpunkt haben wir nur sehr minimalistisch gepackt. Ein kleiner und ein großer Koffer für vier Personen inkl. Bettwäsche. Und dennoch haben wir den kleinen Koffer ungenutzt wieder mitgenommen. O_o Na gut – da wurden dann auch noch die Spiele reingepackt und ein bißchen Klötterkram. Aber dennoch … manchmal frage ich mich, für wen das „Backup“-Klamotten-Paket denn eigentlich  ist?!

Das kleine Eiland mit seinen gefühlten fünf Dörfern ist sehr ruhig. Die Touristensaison hat noch nicht begonnen. Überall hängen bunte orangefarbene Wimpel. Bald ist Königstag. Und in vielen kleinen Ecken findet man viele kleine Kuriositäten. :)

 

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Wir hatten zauberhaftes Wetter und eine glückseligmachende Ruhe. Unsere Buben sind inzwischen so groß, dass sie lange schlafen, sich selbst beschäftigen und sogar morgens Spaß am Brötchenholen haben (yessss!!!). Da schmeckt der Kaffee im Bett gleich nochmal so gut. Ich habe die Zeit sehr genossen. Lange Spaziergänge am leeren Strand. Und die Seele baumeln lassen.

 

Am Abend hatten die Stiefelchen durchaus ihre Daseinsberechtigung. Tagsüber ... eher nicht.

 

So sehr ich Holland manchmal ob des Wetters auf den Mond schießen könnte, so überrascht es mich doch auch immer wieder mit Sonne und Wärme, wenn man sie gar nicht erwartet. Ich habe sofort ein Zuhausegefühl, wenn ich die kleinen Backsteinhäuschen sehe und die Gärten mit üppiger Blumenpracht. Natürlich. Verwegen. Und irgendwie so gar nicht akkurat (meistens) sondern wie ein alter Bauerngarten, der zum Verweilen einlädt.

 

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Heute hat mich der Alltag wieder. Das Haus fühlt sich sehr groß und voll an. Ich selbst fühle mich voll und rund an. :(

 

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Und wieder einmal hinterfrage ich, warum wir alles immer so anhäufen müssen in unserer Überflussgesellschaft. Wozu dieses und jenes? Eine kleine Auszeit in eine reduzierte Welt kann einem schnell erden und mit kleinen Dingen zufrieden machen.

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Mit dem Drachen fliegen die Sorgen davon. 4m Elliot Sigma.

 

Was braucht der Mensch wirklich um glücklich zu sein? ;)


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Liebling, wie war die Woche? #7 & 8

Heute morgen darf ich liegen bleiben. In meinem Bett. Da war ich nun echt gefühlt lange nicht mehr.  Blauäugig wie ich bin dachte ich damals (also vor etwas mehr als einer Woche), dass ich meinen Asus einpacke und einfach mit in den Urlaub nehme. Internetanbindung hat man ja fast überall heutzutage …  nur vielleicht nicht im hintersten Zipfel Hessens. Da hat man anderes zu tun, als das Land mit Glasfaserkabeln zu durchziehen, damit Mensch auch am ruhigsten Zipfel noch per Laptop in die Welt schauen kann …

Deshalb ein Wochenrückblick in fast nur Bildern … und wahrscheinlich das Versprechen, dass ein paar Blogs zum Erlebten folgen werden. Das ist zuviel, um es in einen Post zusammen zu packen.

Here we go …

Getragen:

PicsArt_1381944548810In Woche # 7 hat a) der Herbst Einzug gehalten und b) war es die letzte Arbeitswoche. Zurück aus Tübingen stand gleich am vorletzten Schultag abends eine Fete an. Deshalb das etwas eigenwillige Kleidungsensemble mittig. Aber eins sag ich Euch … die Wanderschuhe sind nach wie vor bequem. Egal zu welchem Anlass man die Botten aufträgt. :D

PicsArt_1382293668325Spieglein, Spieglein an der Wand … im Wohnwagen oder anderswo. Woche #8 musste ich mal wieder feststellen, wie toll es ist, wenn man eine Freundin hat, die ein Faible für Spiegel hat. Die stehen überall herum. Unter anderem auch das Riesenteil … da kann man alles fotografieren. Hammer. Ansonsten war es der Minispiegel im Wohnwagen. Aber eigentlich geht es ja um die Klamottenwahl. *räusper* Herbstlich, dick eingemummelt … am Edersee auf dem Urwaldsteig und von dort quer durchs Ruhrgebiet an die holländische Grenze zu fast sommerlichen 20°C. Ist was schwierig aus dem kleinen Köfferchen heraus zu leben bei solchen Extremen. Hat aber geklappt. Während ich also den Urwaldsteig in dicken Klamottis gewandert bin, war es dann in Holland das T-Shirt mit Fleece. Meist ohne Fleece …

Gegessen:

PicsArt_1381944211637#7 … Maroni, Muscheln, Brokkoli und Nudeln …

PicsArt_1382293880277#8 … im WoWa … das was man so findet, Äpfelchen, Pilze, Pilze … und okay … auch mal einen Döner!

PicsArt_1382293978429und immer noch in #8 – man könnte glauben, sie war doppelt so lang wie die vorangegangenen Wochen: ein leckerer Gemüseauflauf, holländische Frites speciaal, Maroni und … man glaubt es kaum … Pilze. Ich muss dazu sagen, dass die Maronen und auch die Pilze immer selbstgesammelt sind. Ein irres Gefühl (vor allem am Tag danach, wenn man sicher sein kann, dass die Pilze tatsächlich gut waren. CL – es waren Maronenröhrlinge … :’D)

Gelesen:

Endlich die *Hüter der Rose* zu Ende und gleich eingestiegen mit *Das Spiel der Könige* – ebenfalls Rebecca Gablé.  Teil 3 der Waringham-Trilogie. Ich lieb’s …

Gelaufen:

Unfassbar viel. Ich kann Euch sagen, dass mich die Wanderwoche um einiges nach vorne katapultiert hat. Durch Wälder könnte ich stunden lang laufen.  Höchstschrittzahl 17030 … eieiei. Außerdem hab ich beschlossen, langsam wieder mit dem Laufen anzufangen. Also joggen kann man das ja wirklich nicht nennen. Ich hoffe, ich kann den inneren Schweinehund an den Hörnern packen und mit rausschleifen.

Gehört und gesehen:

PicsArt_1382294180113Wenn man in wenigen Tagen vom Edersee und Natur pur umswitcht in die Großstadt rüber nach Düsseldorf und dann auch noch das Land wechselt und mal eben in Holland rumgondelt … sieht man eine Menge. Hier nur ein kleiner Ausblick. Der Rest in Wort und Bild folgt.

Gehört habe ich  Colectivo … eine „viel“mehrköpfige Band aus Düsseldorf. Hört sich ein bißchen an wie die Jazzkantine. Funkt, Hip Hop, Jazz und R’n’B … ich konnte es nicht so ganz zuordnen. ;) Leider hab ich keine Videos von ihnen bei yt gefunden. Hat großen Spaß gemacht. Die Location war zudem interessant. Wir waren in der Eisbar. Fühlte sich dort an wie in einem Iglu. Alles ganz in weiss gehalten und mit Glasbausteinen in blaues Licht getaucht. Ulkig. Das Ganze gehörte an diesem Abend zu dem Perlfisch. Naja … schaut selbst ;)

So – dann lasse ich es in dieser Woche mal etwas ruhiger angehen. Wollen mal schauen, wie es sich entwickelt. Bleibt gesund und startet gut in die Woche! :)