Das Leben ist wild!


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Geht doch!

„Und wie zum Teufel füttert sie ihren Hund???“

Diese Frage beschäftigt mich. Und ich komme auch gleich darauf zurück. Zuerst mal: das Projekt „weniger Plastik“ reloaded läuft gut. Ich merke, dass ich ja doch bei vielem immer noch sehr achtsam war. Es sind die unbedachten und stressigen Momente im Familienleben oder aber auch die manchmal bequemeren Wege, die ein + in der Plastiktonne verzeichnen.

Es geht ja immer mal das 80/20 – Prinzip herum. Und nach anfänglichem „ich will die kompletten 100 %“ bin ich inzwischen dort auch angekommen. Liegt daran, dass ich meine Zeit inzwischen anders nutzen möchte, als nur und ausschließlich mit der Recherche, wo ich denn jetzt unverpacktes Toilettenpapier herkriege (und alles andere ist hier keine Option – btw). Und auch der Kater macht es nicht unbedingt leichter.  Katzenfutter und Süssigkeiten sind der größte Plastikfaktor in unserem Haushalt. Würde ich mal sagen.

Und wir beherzigen ja auch weiterhin die vielen kleinen plastikvermeidenden Handlungsweisen.

Milch im Glas, Wasser aus dem Hahn, Schorle im Glas, Gemüse und Obst saisonal und unverpackt (und demnäxt auch wieder aus dem eigenen Hochbeet). Konsequente Mitnahme von Jutebeuteln und Verpackungsmaterialien. Taschentücher aus der Box.

Im sanitären Bereich wandelt sich allerdings das plastikfreie Bild wieder. Seit 1 1/2 Jahren schlage ich mich mit einer extremen Hausveränderung an den Händen herum. Langes Experimentieren hat die Sache eingegrenzt. Psoriasis. Aaaaahhhh. Hat meine Schwester superheftig, aber ich war bislang verschont. Ausgelöst wurde die ganze Sache wahrscheinlich – aber wer weiß das schon genau – durch eine Kontaktallergie. Gegen Perubalsam. Nochmal AAAAAHHHHH! What the hell is this? Ja, gell – fragt ihr Euch auch. Die Kurzfassung: Perubalsam ist ein Naturprodukt, eine Art Harz, welcher in Südamerika gewonnen wird. Inhaltsstoffe – gefühlt eine Million. Wo enthalten? In allem! Zimt, Vanille, Zitrus … allerhand Kosmetika mit Duftstoffen. Benzoate zum Beispiel gehören mit in diesem Stoff. Da wirste mal kurz irre. Ach wie schön wär hier eine Birkenpollenallergie. Rappizappi auf den Punkt gebracht.

Jetzt habe ich alle unverpackten Seifen und Shampoobars weitestgehend wieder entsorgt. Und es wird besser! O_o Jetzt bin ich also wieder auf der Suche. Und es regt mich a weng auf.

Aber das sollte nur ein kleiner Exkurs sein – die Sache mit dem Badezimmer beschreibe ich noch mal näher.

Wie ihr seht – es geht.

Die Frage, die mich allerdings schon seit Tagen beschäftigt, ist „was futtert der Hund?“. Und zwar der Hund von Bea Johnson. Bei uns ist das Tierfutter ein extrem hoher Müllposten. Das Geld, um meinem Kater täglich das Fleisch zu barfen, also kleinzuheckseln, habe ich nicht. Wie macht sie das in ihrem kliniksch runtergefahrene zero waste – Haushalt. Mit einem Einmachglas Müll im Jahr? O_o Oder gibt es in Amerika eine Alternative? Die wäre hier die Marktlücke schlechthin. Oder aber steh ich grad auf dem Schlauch???

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Quelle : Pinterest

Diese und andere Fragen werden wir klären. Seid gewiss! :)

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Die Milch macht’s!

Wenn man seinen Plastikmüll reduzieren will, so funktioniert das in vielen Bereichen ganz gut, denn die Alternativen sind flächendeckend gesät. Für jeden Geldbeutel und für jeden Anspruch. Soviel zum Vorteil der Überflussgesellschaft in der wir derzeit leben. Qualität ist ein anderes Thema.

Bei einigen Produkten stellt sich dies schwieriger dar. Dumm, wenn diese Produkte zu den Hauptmüllverursachern im Haushalt gehören. Wie bei uns das Katzenfutter. Wer eine Katze hat (oder auch einen Hund), der weiss, wie empfindlich sie reagiert, wenn man ihr das bevorzugte Futter vorenthält. O_o Mal davon abgesehen, dass es so gut wie immer in der Konserve oder im Plastikbeutelchen zu kaufen ist. Wir haben nach der Übernahme von Konserve auf 100g-Einzelpackungen umgestellt. Der Kater frisst die Portionen auf – es entsteht weniger Lebensmittelmüll. Aber die Packungen sind halt da. Und täglich das Metzgerfleisch zu barfen (zerkleinern), das kann ich zumindest mir nicht leisten.

Den Löwenanteil an Verpackungsmüll allerdings hält unsere tägliche Milch. Wir gehören zu den Menschen, die keine LebensMittel-Allergien haben. Keine Intoleranzen. Nichts. Nada. Und unsere Kinder trinken seit ihrem 1. Lebensjahr jeden Morgen ihren Becher warmen Kakao. Immer. Bei zwei Kindern und bei zwei Erwachsenen, die täglich einen Becher Milchkaffee (auch mal zwei trinken), ist man schnell auf 1 l täglich. Am Wochenende auch mal mehr oder wenn Besuch kommt.

Quelle: Pinterest

Quelle: Pinterest

Und dann ist es da, das Dilemma. Wenn wir unseren Milchbedarf in Glasflaschen decken, wird die Milch schnell zum Luxusprodukt. :( Wenn ich ja wüsste, dass der Bauer das Geld dafür bekommt, ist es nochmal was anderes. Neue Artikel zu dem Thema bringen einem nicht weiter. Fakt ist, dass die Molkereien einen Großteil des Gewinns abgreifen und nicht jede Molkerei den geforderten Mindestsatz für die Milch an den Bauern abgibt.

Wir trinken wohl immer 1,5% – Milch. Schwierig in Glasflaschen zu bekommen. Von Vollmilch kriegen die Kinder als auch ich Magengrimmen.

Ehrlich gesagt: ich weiss nicht, was ich tun soll. Jedes LebensMittel hat seinen Preis. Und den zahle ich gern. Wenn es gerechtfertigt oder nachvollziehbar ist.

1.25 Euro für Milch in Glasflaschen kann ich das nicht. Hmpf. Da bin ich noch nicht weichgeklopft genug …


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Einkaufs-Aha!

Bisher gestaltete sich gerade die Plastikmüllvermeidung im Bereich „Käse und Wurst/Fleisch“ eher schwierig.

Markt zu Markt hält dies unterschiedlich. Es gibt Frischfleischtheken, da bekommst Du alles in Plastikfolie verpackt und zusätzlich noch mal in eine Plastiktüte. In unserem Supermarkt ist es so, dass es diese superdünne Folie ist, die mit Papier verbunden ist (ich trenn das zuhause immer). Und das ganze Packerl wird abschließend in eine Papiertüte gesteckt.

Egal wie … es hat mich genervt. Also habe ich heute meine eigenen Dosen mitgebracht. Fragen kostet ja bekanntermaßen nix.

Und ich wurde überrascht. Hatte ich mich doch schon auf eine große Diskussion bezüglich der Lebensmittelhygieneverordnung eingestellt, aber die Marktleiterin war superfreundlich und hat mir erklärt, wie wir das machen können. :)

Ja – und dann bekam ich tatsächlich meine drei Wurstsorten in meine eigenen Dosen verpackt. Allerdings wurde das ganze dann noch in eine Plastiktüte verpackt, die ich wohl als Müllbeutel verwenden kann. Aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung!!!!

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Und auch bei manchen Bäckern geht es voran. Da wir keine Brotschneidemaschine besitzen (außer zur Deko über dem Türsturz), lasse ich mir das Brot immer aufschneiden. So gut wie immer muss ich explizit sagen: bitte keine Plastiktüte.

Aber für einen unserer Bäcker ist das überhaupt kein Thema mehr. Denn dort gibt es den „Brotsafe“. Was daran anders als an einer normalen Tüte ist, weiss ich nicht soooo genau, aber mir gefällt schon, dass sie auf der Tüte darauf hinweisen:

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Mal davon abgesehen, nutze ich alle Papiertüten eh immer, um meinen Biomüll zu verpacken, da ich eine mehrmalige Verwendung einfach gut finde, statt die „Ummantelung“ einfach nur zu entsorgen. Klappt übrigens auch wunderbar mit der Tageszeitung. ;)

 


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Genügsamkeit!

Wenn man sich mit dem Thema „Plastikmüllvermeidung“ beschäftigt, wird man zwangsläufig genügsamer. Wir leben  – wie ich schon öfter erwähnte – in einer Zugriffsgesellschaft. Egal, wonach uns der Sinn steht: wir bekommen es innerhalb kürzester Zeit. Wenn nicht aus dem eigenen Garten, dann aus dem nächsten Supermarkt (wir haben fünf große davon). Geht dies nicht, bleibt immer noch die unendliche Bestellweite des Internets. Ist irgendwie anstrengend. Dem Lauf der Zeit haben sich auch Lebensmitteldiscounter wie z.B. Aldi, deren Philosophie es war, nur eine kleine Produktauswahl zu haben, ein Stückweit gebeugt. Ich kann mich erinnern, wie die Frau eines Bekannten, sie kommt aus Vietnam, mal sagte: „Ihr habt hier gar keine Reisauswahl!“. Die beiden habe ich in unseren „Globus“ – Markt geschickt. Unendlich viele Produkte. Da steht man davor und findet vor lauter Körnern den Reis nicht mehr. O_o Wozu frage ich mich. Wozu? Ich rede nicht von drei oder fünf … sondern von ungefähr 30 verschiedenen Sorten.

Markenvielfalt für ökologische „Nichtnachdenker“ ist das Paradies. Für Menschen wie mich, die sich a) gegen Plastikvermüllung entscheiden und b) sowieso schon unentschlossen sind in vielen Bereichen ihres Lebens, ist das eine Qual.

Meine Söhne z.B. dürfen sich immer jeder vier oder fünf Joghurts aussuchen, die sie mitnehmen dürfen. Das kann aufgrund der absolut artenreichen Joghurttheke schon mal ein wenig dauern. Es verhält sich da ähnlich wie vorm Spielzeugregal. ;) Alles, aber auch alles muss genaustens angeschaut und geprüft werden, ob sich nicht noch was besseres findet. Vollgepackt – nach gefühlten zwei Stunden – kamen die Buben zurück. Der Kleine hatte nur Vanillejoghurt mit Smarties. Hm … das funktioniert so nicht. Ich finde es klasse, dass er sich auf ein Experiment eingelassen hat. Die Alternative war nämlich der große Halbliterjoghurt im Glas (Vanille) und die Smarties (Karton) getrennt. Er kann dann wahlweise noch Müsliflakes dazu geben. Für den Großen gab es statt dem kleinen Plastikjoghi ebenfalls eine Halbliterportion im Glas. Mischbar mit Frühstückscerealien.

Die Auswahl ist stark reduziert. Es gibt ja oftmals nur sehr wenige Auswahlmöglichkeiten an Joghurts im Glas. Pur ist es meist sogar nur der vollfette Joghurt. Toller Geschmack. Ich hab es vermisst.

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Das langersehnte Eis wurde eine Großpackung statt dem Wunsch nach Eis am Stiel nachzukommen. Mit der richtigen Sorte ist das kein Problem. Auch hier ist genaues Schauen angesagt. Die Qual der Wahl verkleinert sich.  :)

Was ich gesteckt habe: Wurst und Käse. Da weiss ich inzwischen, wo das Plastikvorkommen etwas reduziert ist und kaufe eben dort ein.

Bei vielen chemischen (aber auch im Lebensmittelbereich) Must-haves entscheide ich mich für Großpackungen. Es war uns nicht möglich, Geschirrspülpulver ohne Plastikverpackung zu finden. Der vermeintliche Kartonschnapper entpuppte sich als Mogelpackung. Wir gingen davon aus, dass es wie beim Waschmaschinenpulver ist und das Pulver lose im Karton aufbewahrt wird. Dass dann doch noch eine Umverpackung aus Plastik da war, konnte man von aussen nicht erkennen oder erschütteln.

Wenn ich früher also oftmals auf „Verdacht“ eingekauft habe, ist mir der Spaß inzwischen zu verschwenderisch, da die Produkte, die nicht eingeschweisst sind, oftmals mehr kosten. Ich lasse sie bewusst im Laden.  Finde ich sehr schade. Der Wochenmarkt an sich ist da die beste Alternative. :)

Alles, was jetzt an Plastik rausfliegt, wird soweit möglich durch Glas oder Papier ersetzt, so dass sich dieser Müllberg reduziert.

Was auffällt ist, dass durch die reduzierten Auswahlmöglichkeiten der Kühlschrank bewusst leer bleibt. Der Inhalt ist auf wenige Lebensmittel reduziert. Und es fehlt interessanterweise auch nichts wirklich. Mir wird jetzt erst bewusst, dass ich vieles einfach nur so (mal eben auf Vorrat) da hatte.

Ich hätte nicht gedacht, dass sich die Thematik „Minimalismus“ mal auf meinen Einkaufswagen beschränkt. Und soll ich Euch was sagen: es stört mich nicht im Geringsten! :) Wenn ich etwas nicht bekomme, fahre ich nicht von Markt zu Markt. Das ist eine Frage der Zeit und der unnötigen Rumgurkerei mit dem Auto. Es gibt selten etwas, was wirklich lebensnotwendig ist. Alternativen gibt es fast immer. Und sei es nur, das schon Vorhandene aufzubrauchen …


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Auf dem Markt!

Heute strahlt die Welt. Die Sonne und die Kälte ergeben zusammen ein wunderbares Team und lassen mich gut in den Tag starten. Mal abgesehen von der aufziehenden Erkältung, die ich schon im Keim mit Angocin ersticken werde! HA!

Schon die ganze Woche freue ich mich auf den Mainzer Wochenmarkt. Der Domplatz wird immer schon früh in warmes Sonnenlicht getaucht und die Farbenvielfalt ist überwältigend. Ich habe aus dem Keller den Rattankorb herausgekramt. Ich finde, er passt zu einem Wochenmarktspaziergang. Noch schnell zur Bank und dann tauche ich ein mit allen Sinnen.

Zuerst einmal muss ich mich orientieren. Lasse mich leiten von Gerüchen und Gesprächen. So tauche ich immer weiter ein in diese frische Welt. Vorbei an dem Stand mit frischem Obstsaft und an dem Honigstand. Ui. Da muss ich die Ohren spitzen, da redet jemand im tiefsten „pälzisch“. Ich mag die Pfalz. ;) Weiter geht es über das Kopfsteinpflaster zu all den bunten Blumenständen.

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Schon hier könnte ich all die Farbenpracht als kleinen Seelenschmeichler mit nach Hause nehmen. :) Aber ich habe ja nur ein kleines Körbchen … also weiter.

Langsam nähere ich mich dem Ziel meiner Begierde. Ich war schon früher hier und meine Schwägerin ist immer ganz begeistert. Um nicht ganz planlos zu sein, habe ich mir sogar zu hause noch einen Einkaufszettel vorbereitet. Sonst wird man hier unter Umständen komplett konfus und packt alles ein, was der Stand zu bieten hat. Einfach weil es so gut und furchtbar gesund aussieht.

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Diese Radieschen sind der Hammer. Und ganz uneingepackt. Tja … geht doch. Weiter finden noch den Weg in meinen Korb ein Riesensalat, eine Gurke, Chilis, Mangold, Frühlingszwiebeln, Möhren und Trauben. Als ich sagte: „Bitte uneingepackt!“ war das kein Thema. Im Gegenteil.

Obst war etwas schwierig. Da habe ich tatsächlich nur die Trauben mitgenommen.

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Körbchen voll. Pause verdient. Die Sonne wärmt mich und ich geniesse meinen Ausflug in die Stadt in der Sonne mit einem leckeren Milchkaffee. Das Leben ist schön.

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Fast finde ich es schade, dass ich dennoch in den Supermarkt muss. Ich hätte einiges auch auf dem Markt bekommen, aber irgendwo sind Grenzen. Wobei … die Tomaten hab ich schlichtweg vergessen. :D

Mein Supermarkteinkauf war klein, aber nicht ganze ohne Verpackung. Es gibt durchaus Produkte, die möchte ich nicht wechseln.

Aber seht selbst. Ich fand das schon mal ganz gut. :) Die Tomaten haben etwas für Verwirrung gesorgt. Oder war das am Ende ich? Ich weiss nur, dass ich es extrem lästig finde, wenn ich unter fünf Sorten Tomaten welche auswähle und das Preisschild für Verwirrung sorgt. Am Ende bin ich mit einem Arm voll Tomaten raus aus dem Markt ohne nochmal an der Kasse gewesen zu sein. Die Dame vom Service hat das ziemlich unkonventionell geregelt und ich hab dann – ganz noch dem Basar-Marktfeeling unterlegen – einfach mitgemacht. Also – ich hab schon welche bezahlt, aber am Ende ausgetauscht und pi – x – Daumen gewogen. O_o

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Mein Einkaufswagen: links alles, was „ungut“ verpackt ist. Katzenfutter geht wohl nicht anders. Reibekäse. Ein Päckchen Butterschmalz (morgen gibt es Kartoffelpfannkuchen), bißchen Frühstückswurst. Kartoffeln (auf dem Markt in der Menge einzeln abzuwiegen ist irgendwie suboptimal). Müsli für die Buben – da habe ich mich für eine Großpackung mit nur einer Umverpackung entschieden. Ich schätze, es ist beschichtetes Papier. Dagegen stehen die „gut“ verpackten Lebensmittel. Das Toastbrot gab es frisch vom Bäckerladen. Mehl. Joghurt und Sahne im Glas. Obst und Tomaten unverpackt. Und zum Austesten Backmischung für selbstgemachte Brötchen. :) Und bei den Eiern sind es welche von freilaufenden Hühnern. Irgendwie sind mir die auch durchgegangen.

Alles in allem bin ich recht zufrieden. : )