Das Leben ist wild!


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Kehraus!

Auf dem Weg in ein Weniger bei allem möglichen, schwanke ich desöfteren hin und her. Mal liegt der Fokus auf dem ganzen Plastikmist, der einem so über den Weg läuft. Dann bin ich wieder ganz nah beim Weniger an mich umgebenden Dingen. Und meist kommt auch noch das Weniger an Hüftgold dazu. Eine furiose Mischung. O_o

Irgendwie schaffe ich es meist, die Handlungsstränge meines achtsamen (und oft auch chaotischen) Lebens miteinander zu verbinden.

Es tut gut, zu sehen, dass wir uns weiterentwickeln. Auch wenn ich  oft nicht glauben kann, dass Vieles aus dem Haus fliegt – und es trotzdem noch ein langer Weg hin zum Weniger ist.  Ist es aber, seid unbesorgt, alle, die ihr Euch gerade auf dem Weg macht. Mit Familie dankt man Gott auch für die kleinsten Gaben – oder anders ausgedrückt: jede aufgeräumte und überschaubare Ecke und jeder Platz im Haus, der frei atmen kann, ist schon ein Gewinn. ;)

Die vergangene Woche stand im Zeichen des „Kehraus“. Ordnung schaffen, sortieren, entsprechend an die Endstellen zuführen.

Praxis!

Ein großes Bett (mein erstes eigenes – schon über zwanzig Jahre alt und immer noch in Gebrauch. Zudem ein Wanderbett.) kam zu meiner Schwiegermutter. Dafür kam allerdings ein kleines Gästeausziehbett von ihr zu uns. Für den s0 entstandenen Platz eine gute Lösung. Verzichten können wir nicht auf so ein Gästebett … denn wir haben oft und gerne Übernachtunsgäste. ;)

Drei Säcke voller Altkleider (alte Jacken, Bettdecken, Kissen …) gingen zum Roten Kreuz. Ein Sack voller Altlasten wanderten in den Müll. Und auch die Küche muss dann immer noch mal durchforstet werden, so dass unzählige Brettchen, Tassen, etc. zum Sozialkaufhaus wanderten.

Ebenso erging es vier Handtaschen. Einfach mal aussortieren, Mädels. Tut gar nicht weh. Und verschenken! Das macht zudem noch Freude.

Theorie!

Wir leben verschiedene Phasen unseres Lebens aus. Das ist so und wir befinden uns zwangsläufig aufgrund vieler Faktoren immer in der Entwicklung. Vor vielen Jahren habe ich begonnen, Dosen zu sammeln. Und Milchkännchen. Und Bücher. Davon trennt man sich nicht so leicht. Jeder Sammler kann dies vielleicht nachvollziehen: das Finden all dieser schönen Dingen auf den vielen zauberhaften Flohmärkten in aller Herren Länder verbindet uns mit den Stücken. Sie wachsen uns ans Herz. Und sie leben eine Geschichte. Auch wenn ich oft denke: unnütz, so kann ich nicht einfach sagen: weg damit.

Das hängt damit zusammen, dass ich nicht gerne Müll produziere und auch – und vor allem – weil ich die Dinge gerne in Hände geben würde, die sie zu schätzen wissen, so wie auch ich es tue.

Das ist das Dilemma und so kleben all die Dinge an mir. :(

Interessanterweise bereiten mir „Gebrauchsgegenstände“ nicht solche Probleme. Sie werden in ihrer Funktion einfach von jemand anderem weiterbenutzt. Und gut isses.

Der Kehraus stockte also nach dieser rührigen Woche. Und tut es immer noch. Irgendwie stand ich im Schlafzimmer und dachte: das kann ich doch keinem antun. Weder den Dosen. Noch der Umwelt.

Man kann tatsächlich auch ein Haus in ein lebendiges Etwas verwandeln. Der Schlag der Menschen ist überschaubar. Aber die insektenhafte Vielzahl an Kleinkruscht hat das wahre Kommando. Ein unbedachter Moment und die Fensterbank im Schlafzimmer ist übervölkert. Und nicht nur eins. Neeeeiiinnnn – eine Vielzahl unterschiedlichster Dinge. Haargummi – Schraube – Uhr – Dose – Stecker – Hut – Tablett (klein) – Papier – Schnürsenkel – große Kerze – Brille – Spielzeugauto –  … O_o

Äh – irgendwas läuft da falsch. So – und nun sortiert es mal weg. Da biste beschäftigt. Und das ist frustrierend.

Es liegt daran, dass ich Mensch bin. Nein – dass wir Familie sind. Und dass wir hier leben. Und so sind wie wir nunmal sind. Wuselig. Chaotisch. So verschließe ich den Blick vor der Fensterbank im Schlafzimmer. Doof eigentlich. Kleinteile und Minimalgefussel strengt mich enorm an.

So geht also der Weg hin zu einem Weniger an Dingen von Groß nach Klein. Von Außen nach Innen. Und je näher wir uns kommen, um so schwieriger wird das „Sich trennen“.

Jetzt gehöre ich nicht zu denen, die sagen „100 Dinge in 100 Tagen“ – ich kann mich auch wunderbar für 100 Dinge an einem Tag enscheiden. Ein Teil pro Tag langweilt mich derart … und mal ehrlich: ein Teil! Nee. So muss ich wohl einen anderen Weg wählen. Ich brauche einen anderen Rahmen.

Im Februar kümmere ich mich um unser Schlafzimmer. Das nervt mich am meisten. Ich bin hier so gerne. Ich mag unser Bett und ich mag das Licht, dass morgens durch die Fenster hereinfällt. Es ist hell und freundlich … und es soll leerer werden. Nicht nur in den Schränken. ;)

Eine Frau – ein Auftrag. In diesem Sinne. Immer brav weiter auskehren. :D

 

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Weniger!

Dieses kleine Wort kann einem sichtlich an die Nieren gehen. In allen Belangen. Denn oftmals ist es in unserer Überflussgesellschaft, in der auch ich es mir kommod eingerichtet habe, nicht einfach, das Weniger zu leben.

Weniger … ein Vorsatz? Ein Motto? Ein Ziel? Ein Weg?

Jetzt bin ich kein ausgewiesener Minimalist, finde aber ein Weniger im Kleiderschrank als auch in den Räumen, in denen ich mich aufhalte, sehr beruhigend. Überhaupt habe ich schon des öfteren festgestellt: wenn mein Umgebungsbild ruhiger ist, fühle ich mich in mir drin auch aufgeräumter. Und dann fällt es mir leichter, mich von überflüssigen Kilos zu trennen. Von überflüssigen Gedanken ganz zu schweigen.

Vorige Tage habe ich damit angefangen, wieder ein Stück weiter auszumisten. Schluß zu machen. Ungeliebt sind da vor allem

N*E*W*S*L*E*T*T*E*R

Interessanterweise ist es ein ziemlich langer Weg gewesen, bis mir aufgefallen ist, dass ich das einfach abschalten kann. Jetzt lacht nicht … normalerweise klicke ich immer an, dass ich nicht über all den superinformativen Killefitz informiert werden möchte, der mir da noch zusätzlich in Form eines virtuellen Infobriefes zugestellt wird. Das klappt. Aber ich hatte da ein paar „Leichen im Keller“, die ich aus irgendeinem Grund über Jaaaaahre toleriert habe. Unfassbar. Wie das geht?

Ich habe mehrere Email – Postfächer. Aus irgendeinem Grund habe ich mein allererstes Postfach beibehalten. Es ist schon 16 Jahre alt und ich hänge aus wahrscheinlich sentimentalem Grund (oder weil ich mich nicht nur an das große G binden will) daran. Und seit genauso langer Zeit bekomme ich dort diese ungeliebten Infobriefe. Vom Auktionator. Vom Wald-und Wiesenhobby. Und von dem Anbieter des Postfach selber. Und ich lösche sie in regelmässigen Abständen ungelesen. Hab mich damit abgefunden. Aber ich kam nie und nimmer auf die Idee, sie einfach … abzubestellen. Weil ich sie ja nie bestellt hatte. Ergo – sind sie wohl im Service inbegriffen. Also – da hab ich echt auf der Leitung gestanden. Und vor einer Woche dann – da hab ich mir die Mühe gemacht, mal so einen Brief zu öffnen und zum Ende zu scrollen. „Unscribe“ – hach … das geht? Das kleine Zauberwort hat mich sofort eingefangen. Wie einfach sich man manch lästiger Dinge doch entledigen kann. :’D

Was diese kleine Geschichte sagen will? Manchmal ist nur ein kleiner Schritt in Richtung Veränderung notwendig, damit wir uns klarer und besser fühlen können. Hier war es ein Klick. Und vorher ein genauer Blick. Vieles nehmen wir als gegeben hin. Es ist so. Es war schon immer so. Es wird immer so sein. Aber das ist ein falscher Gedanke.

Wir haben ja noch viel Zeit vor uns. Zeit, die wir mit der positiven Veränderung leben können. Ich werde dieses Jahr 42. Vielleicht finde ich ja mit diesem Alter als Leitbild die Antwort auf alle Fragen. Vielleicht bin ich die Antwort. O_o Egal – ich schweife ab. Wenn ich also wieder mal denke: es war schon immer so. Dann führe ich mir vor Augen, dass meine wahrscheinliche Lebenszeit nochmal 40 Jahre andauert. Was können wir nur in dieser Zeit bewegen!!!

Weniger … ein Vorsatz? Ein Ziel? Ein Weg! Ein Weg, den ich in diesem Jahr beschreiten will werde. Im vergangenen Jahr habe ich schon sehr bewusst damit begonnen. Weniger Plastik. Weniger Umweltbelastung. Ich setze dieses Weniger fort. Weniger Klimbim im Ganzen. :)