Das Leben ist wild!


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Willkommen im „Fly Inn“!

Sie suchen eine Bleibe für den Sommer?

Einzelzimmer?

Wohngemeinschaft?

Mehrfamilienwohnen?

Wir hätten da was für Sie!

 

Unser Objekt für den anspruchsvollen Gast ist ein geräumiges kleines Haus, direkt im Grünen mit Blick auf eine berauschende Vielfalt an Gräsern, Pollen, Obst und duftende Gänseblümchen. Jederzeit Zugriff auf den hauseigenen Obstgarten garantiert.

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Erleben Sie auf drei Etagen ein einzigartiges Wohnerlebnis. Im Erdgeschoss befinden sich unzählige Einzimmerappartements, die dennoch jedes für sich Ruhe und Geborgenheit versprechen. Sie können wählen zwischen Separees als auch einem kleinen Mehrfamilieneinzelblock.

Im mittleren Stockwerk findet das Gemeinschaftswohnen und Kurzzeithausen statt. Jederzeit durch geräumige Eingänge zugänglich.

Im oberen Stock – unserer Waldetage – sind individuelle kleine Wohneinheiten aus echten Hemlock-Tannen sowie Kieferzapfendesign angelegt. Gut geschützt vor der Außenwelt können Sie sich hier erholen und für den Tag rüsten.

Das Hauskonzept verfolgt vor allem im Dachbereich das steinersche Prinzip: „ein bißchen Schräglage im Waldorfstil“. Wenn Sie möchten, ist ein Farbanstrich im Nachhinein noch möglich. Wir bieten Ihnen einen warmen Grünton an, entsprechend ihrer natürlichen Neigungen.

Natürlich ist die Frage nach den Rohstoffen gestattet. Für das Erdgeschoss ist es jederzeit möglich, Bambusstäben, die in alten vertrockneten Pflanzkübeln ihr Dasein fristen, eine neue Aufgabe zu geben. Der oben beschriebene Wohnblock besteht aus dem Ende eines Holzpflocks, der nicht mehr benötigt wird. Dort wurden kleine Wohneinheiten hineingebohrt. In der Mittelstation – öhm – gibt es nichts. Der Eingang besteht aus einer alten Holzkistenplatte. Die Waldetage ist mit Mitteln der Natur gefüllt sowie ein paar Holzheckseln. Das Grundgerüst unserer DIY-Wohnanlage ist ebenfalls aus den Resten einer Holzkiste sowie aus Europalettenteilen und sonstigen Holzresten aus der Garage gefertigt. :) Ein Nachmittag Arbeit und fertig ist die neue Bleibe.

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Geniessen Sie das Leben im Grünen – kommen Sie herein, fühlen Sie sich wohl. Familien mit Kindern gern gesehen. Nur der Hund muss aufgrund der Quadratmeterzahl wohl leider draussen bleiben. ;)

Beeilen Sie sich und greifen Sie zu, bevor die besten Plätze belegt sind. Unser Haus hat seit Eröffnung schon einen regen Zulauf erfahren!!!

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Plastikfrei im Ruhrpott?!

Vergangenes Wochenende haben wir meine Schwiegermutter in Henrichenburg – mitten im Ruhrpott – besucht. Schade, dass diesem Lebens-Raum so ein oller rußiger Name anhängt, denn wenn man sich genauer umschaut, bietet er viele interessante Ecken und ist keinesfalls nur grau in grau. Im Gegenteil, alte Alleen mit wunderschönem Baumbestand säumen unseren Weg. Und die Route-Industriekultur zeigt Interessierten ein Stück dessen, was das Ruhrgebiet nun mal ausmachte.

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Hier begegnet man vielerorts alten stillgelegten Zechen. In einer solchen Zeche hat sich „Manufaktum“ niedergelassen. Mit dem Motto „Es gibt sie noch, die guten Dinge“ begibt man sich dort in der alten Kaue (dort haben sich früher die Bergleute umgezogen und arbeitsfertig gemacht – quasi eine Schleuse in den Bergbau) in eine längst vergangen geglaubte Welt.

Das Herz jedes plastikfrei denkenden Menschen mit Hang zu Ästhetik und dem Sinn für gutes altes Handwerk und Gegenstände mit Wert schlägt hier höher. Auch meins. :) Jegliche Ambitionen, den Korb (Wagen gibt es hier nicht) zu füllen, werden allerdings ausgebremst, denn Qualität hat eben seinen Preis. Das stimmt, aber ich sehe es hier doch etwas kritisch, denn bei manchen Produkten frage ich mich, warum das so sein muss und ob es nicht doch ein wenig überteuert ist. O_o

Dennoch habe ich den Ausflug genossen. Und etwas erstanden, was ich schon länger im Blick habe und einmal ausprobieren wollte. Das ist jetzt was für die Frauen unter meinen Lesern. ;) Durch die Blogs geht ab und an das Thema Frauenhygiene. Wie vermeide ich Müll, die durch Binden und Tampons anfallen? Kulmine bietet hierzu einige Alternativen, die wiederverwendbar sind. Bei Manufaktum bin ich dann fündig geworden, denn ich wollte mir das schon gerne mal vorher anschauen – und habe drei Slipeinlagen mitgenommen: in Baumwolle und Naturseide. Preislich drastisch runtergesetzt … das hat mich dann doch gefreut. Im Normalfall kostet eine Slipi so um die 15 – 20 Euro, hier 5. Ich werde sie testen. ;)

Weitere Dinge, die ich in den Korb gepackt habe: eine Dose Klebstoff in der Blechdose, eine Seife (ich entwickle mich zum Seifenjunkie) und einen Strohhut. Der Strohhut ist ein Luxusartikel, den ich mir schon den ganzen Sommer über wünsche. Mir war nicht nach Billigware vom Strassenrand, die ich wahrscheinlich nach dem Urlaub hätte wieder in die Tonne schmeissen können. Ich wollte etwas langlebiges, etwas, dass ich gut bewahren kann – und das mich im Gegenzug wiederum behütet. Der Hut heisst nämlich Hut, weil er Dich behütet. Kann ich grad brauchen.

 

Manufaktum hat in vielen deutschen Großstädten seine Filialen. Schaut doch einfach mal rein und lasst Euch inspirieren … vom Hang zu altem Handwerk und den guten, alten Gebrauchsgegenständen.


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Farbtupfer!

Hier hat sich gerade etwas verselbständigt. Und ein paar Erkenntnisse sind ebenfalls dabei rausgekommen … ein Lehrstück im Zusammenleben quasi.

Quelle: pinterest

Quelle: pinterest

Schon lange war klar, dass das Kinderzimmer des Jüngsten eine Generalüberholung benötigt in Form von Tapezieren und Streichen.

Das erste Hindernis bei dieser Aktion war tatsächlich die Angst vorm Ausräumen. Der kleine Kerl ist ein Sammler und Jäger wie er im Buche steht. Da kann man einmal monatlich alles alles alles Papier ausräumen und nach drei Tagen stehen und liegen da wieder Kartons, Papiergebilde, Zeitunsausschnitte etc. herum.

Schön ums Lego drumherum drapiert.

Zwischen Muscheln, Steinen und Schrauben.

Aber dieses Mal war es soweit. Das Ende vom Lied war, dass das Zimmer zwar leer war, jetzt aber im Gegenzug das Bruderzimmer, Mamas Frauenzimmer, das Schlafzimmer und der Flur gestoppte voll war. Naja … ist! Immer noch. O_o Kleiner Exkurs … kennt ihr vielleicht Gamma, den Freund von Micky Maus, der alles mögliche aus seiner kleinen Hose zaubert? So in etwas lief das mit dem kleinen Kinderzimmer ab.

Noch ’n Exkurs: Während der Renovierungsarbeiten habe ich „Fast nackt“ von Leo Hickman gelesen, was mich zusätzlich etwas sensibilisiert hat für die Umweltproblematik. Ich geh in meiner Bücherliste etwas näher drauf ein, aber ich habe schon beim Lesen festgestellt, dass es eigentlich ein mit der Zeit gehendes Buch sein müsste. Der Kerl hat das ethisch-korrekt-leben-Projekt in 2003 gemacht und das merkt man deutlich. Seither hat sich doch (ich hoffe sehr, in GB ebenfalls) einiges verändert. Auf jeden Fall bin ich deutlich aufmerksamer durch den Baumarkt gestreift. Es wurde dann auch eine sehr gut getestete mit dem blauen Engel ausgezeichnete Wandfarbe. ;)

Bis dahin schien das ganze Projekt noch einigermaßen im Rahmen zu bleiben. Tapezieren 3 Stunden (per Handwerker … öhm … selbsttapezieren ist irgendwie in unserem Fall nicht so zielführend … öhm … wie die deprimierende Erfahrung schon zeigte). Streichen und trocknen einen weiteren Tag. Einräumen … tja – ungewiss, aber hoffentlich in einem Tag erledigt. Das war am Freitag. Heute steht immer noch alles in alle Räume verteilt, weil als der Raum so schön leer war, kam die Überlegung hinzu: wir haben ja noch im Keller altes Laminat (hm. Fast neues, schon mal ausgelegtes und bei Auszug wieder mitgenommenes von der Oma) liegen. Das liegt da immerhin schon sieben, acht Jahre. Frisst ja kein Brot wie so manches, was hier rumliegt. AAAAAHHHHH!

Und Frau trix (die Zirkusdirektorin … oder Löwenbändigerin … oder Familiendompteuse) muss ja krankheitsbedingt die Füsse wirklich still halten. Das heisst, alles blieb an meinem Mann hängen. Hut ab. Montag nach der Arbeit hat er dann begonnen, den Teppich rauszureissen. Und der war wirklich auf jedem Milimeter angeklebt. Mit Teufelsspucke. Oder zumindest ähnlich festklebend.

Gerade als der mistige Teil der Aktion durch war, stand der Opa vor der Tür. Wie immer  – etwas unpassend, weil absolutes Hauschaos. Aber der ist da irgendwie schmerzfrei, was es anbelangt, zu merken, wann man grad echt stört. Das wiederum stört ihn überhaupt nicht und als er merkt, dass oben der arme Sohn ganz allein das Laminat legen muss, klinkt er sich gleich ein. Jeder Versuch, das zu verhindern von Sohnesseite … misslingt und so wird das also ein Vater-Sohn-Projekt. O_o

Das lautstark um kurz vor Mitternacht endet und mit einem scharfen Puten-Curry beschlossen wird! Wie die Kinder dabei im Elternbett schlafen konnten, bleibt ein Rätsel. Denn ich habe im Stockwerk untendrunter die Säge und den Opa pfeifen gehört. Es gibt Menschen, die sind einfach von Natur etwas lauter …

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An diesem Abend bin ich äußerst angespannt ins Bett gegangen. Der Lärm, das Chaos – all das richtet bei mir einfach ein heilloses Durcheinander im Kopf an. Nicht gut. Die Angst, diesem Chaos nicht Herr werden zu können, ist manchmal übermächtig. Mein Wunsch, zurück in den Wohnwagen zu ziehen, ist groß in solchen Momenten und ich frage mich ernsthaft, wie wir jemals in einer Zweizimmerwohnung leben konnten. So viel Müll und Mist und Kruscht. Das End vom Lied war, dass mein Mann nach viel Trösten und Beruhigen erstmal den Sperrmüll bestellt hat!!!

Und dann haben wir noch das Farbenchaos beseitigt und alles, was man in diesem Zusammenhang aufbewahrt.

Inzwischen hab ich mich wieder beruhigt. Mein Mann hat eingesehen, dass es so nicht weitergehen kann. Er hat sehr deutlich gemerkt, dass er eine kleine Don Quichote neben sich hat, wenn er selbst nicht auch ein wenig mehr einsichtig ist. Und ich habe, wie auch Leo Hickman, gemerkt, dass ich nicht die ganze Familie reformieren kann und dass alles in kleinen Schritten geht.

Bedeutet aber auch für meine angekündigte Badezimmerschranksanierung: ich lass das. Entweder nimmt das Möbelstück das Sozialkaufhaus und restauriert es oder es geht den Weg alles irdischen. Das Restaurieren überfordert mich im Moment und ich werde es nicht im Keller verstauen. Ich brauche Luft und muss mich von Überflüssigem befreien. Mein Mann versteht das und ist da ganz bei mir.

Glücklicherweise. ;)